Ich hab jetzt ja alles Andere als „Gebrauchshunde“
Aber das ist bei mir ähnlich. Alltagstraining heißt für mich das, was der Hund relativ zügig können sollte, damit wir relativ zügig mit viel Spaß angenehm zusammenleben können. Hausregeln hieß es mal in einem anderen Thread. Und da gibts hier nicht so viel, was halt auch an unserem Umfeld liegt, das echt easy going ist. Und das ist für mich das Akzeptieren eines Verbots (Abbruch) und Rückruf. Und da ist für mich die Minimalbasis, dass die Hündin schon weiß, dass es sich lohnt, auf mich zu hören, und dass sie gerne zu mir zurückkommt. Letzteres wäre das, was ich unter dem Stichwort „Kommunikation“ und einfach soziale Beziehung fassen würde.
Und dann hängt es halt einfach von der Hündin ab und dem, was sie braucht, um Interesse an mir zu haben, gerne zu mir zu kommen und gerne mit mir zu kooperieren. Das war das, was meine erste selbst erzogene Hündin mir beigebracht hat.
Hier gibts z. B. kein frühes Deckentraining (wobei ich das nicht grundsätzlich ausschließe, kann mir gut vorstellen, dass es Hunde gibt, die es brauchen) und kein „Sauberkeitstraining“. Wirkliche Leinenführigkeit brauche ich nicht, aber ich mag nicht durch die Gegend gezerrt werden. Das lernen die Hunde im Lauf der Zeit (und ich akzeptiere völlig, dass Lilly es nicht 100% leisten kann, wenn ihr gerade das Adrenalin unter der Schädeldecke explodiert).
Sitz, Platz und sonstige Tricks wie Pfötchen, Apportieren, sich wohin schicken lassen … passiert hier spielerisch im Lauf der Zeit.
„Verhaltenskorrekturen“ sind nochmal ein sehr individuelles Thema, da kann ich gar nichts pauschal zu sagen. Natürlich haben wir geübt und viel dafür getan, dass Lilly aus ihrer generalisierten Angst herausgekommen ist. Und da sicher nicht über Strafe gearbeitet (aber ein Stück weit über Zwang, wobei ich damit vermutlich auch was ganz Anderes meine als das, was das Wort in vielen Köpfen als Bild erzeugt). Und da war völlig klar, dass das ein langer Weg ist, der viel, viel Positives, Geduld und Empathie erfordert. Ansonsten war es bei Lilly nötig, erstmal überhaupt verschiede Verhaltensweisen zu ermöglichen bzw. herauszulocken (erwünschte wie unerwünschte), damit sie was Anderes nutzen/zeigen und erfahren konnte, als blanke Panik.
Aber nochmal: Das ist für mich was ganz, ganz Anderes als ein Abbruch.
Viel mehr gabs da bei Lilly nicht zu tun.
Bei Momo ists der Hang zu hirnlosem Überdrehen und zur überschnellen Erregbarkeit, an dem wir arbeiten. Und der zum Klammern. Auch dafür haben wir viel, viel Zeit. Viel mehr gibts da auch nicht. Dabei hilft der Abbruch übrigens tatsächlich. Als ein Bestandteil dessen, was wir tun, damit sie lernt, runterzufahren bzw. nicht so überschießend hochzufahren. Im Bewusstsein, dass ein Pudel nunmal kein Neufundländer ist und das Ziel nicht sein kann, dass sie sich verhält, als wäre sie einer 