Beiträge von Phonhaus

    Schon am Freitag, aber wegen Manns Unfall hätte ich ihn fast vergessen: Einen Marmorkuchen für ihn.

    Mann reklamierte, dass da zu wenig Schokoladenteiganteil ist. Ich drückte mein tiefes Bedauern über das unglückliche Versehen entschuldigt :smiling_face_with_halo:und die Lösung offeriert, dass er vom hellen Teil doch jeweils was für die Hunde abzwacken lönnte, damit das Verhältnis stimmt.

    Die haben mir noch nicht mal was dafür bezahlt.

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    Für den Mann gabs Kartoffel-Lauch-Kohlrabi-wilder Brokkolipfanne mit Bratwürstchen. Für mich gab es rotes Kokoscurry mit wildem Brokkoli, Süßkartoffel, Tofu und Zucchini zu Reis:

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    Das geschilderte „Blocken“ bei der Leinenführigkeit finde ich ein ziemlich gutes Beispiel, wie unterschiedlich sich die gleiche Handlung bei verschiedenen Individuen und im Kontext zeigen kann.

    Lilly ist im umbauten Gebiet draußen - auch in unserem Dörfchen - angespannt. Verkehr und Alltagslärm um Häuser wie Rasenmäher, Staubsauer, Jalousien und auf- und zugehende Fenster, zuschlagende und aufgehende Mülltonnen, etwas lauter abgestellte Eimer und und und - das sind alles Stressfaktoren für sie. Sie lernt auch nicht, diese Dinge anders als als potenzielle Bedrohung zu werten, nur der Grad schwächt sich tatsächlich ab, aber das über sehr lange Zeit.

    Da hilft der klassische Handwerkskoffer mit Techniken zur Gewöhnung und zur positiven Verknüpfung nicht groß weiter. Wenn ihr Grad an Stress ein höheres Level erreicht hat, nimmt sie keine Leckerchen mehr und fühlt sich durch Lob zusätzlich beansprucht/gestört. Sie kann davon mittlerweile Einiges gut verkraften und wegstecken, je vertrauter die Umgebung, desto besser. Aber - hier passt das Löffelchenbild ganz gut - wenn die aufgebraucht sind, dann gerät sie in Stressmodus.

    Was wir also mit ihr geübt haben, ist, auf Stress anders als mit blinder Panik zu reagieren, nämlich mit antrainiertem Alternativverhalten. Die Konzentration auf etwas Anderes hilft ihr dabei, sich nicht ins Stressverhalten reinzusteigern. Und ihn deutlich schneller wieder herunter regulieren zu können. Mittlerweile reicht es ihr, sich einmal kräftig zu schütteln, um wieder locker zu werden.

    Konkret heißt das z. B., nicht an der Leine in den blinden und teils selbstverletzendem Fluchtmodus nach vorne zu verfallen, sondern hinter mir zu bleiben und sich darauf zu konzentrieren, nicht nach vorne zu schießen. Und wenn sie selbst nicht mehr genug Konzentration dafür hat, dann unterstütze ich sie, indem ich das Überholen mit meinem Körper blocke. Das hilft ihr, sich weiter zusammenzureißen. Ist etwas anstrengend, aber funktioniert gut und zeigt Erfolg. Wir hatten schon viele Jahre keine blinde Panikattacke mehr und auch hochgradige Stresszustände werden geringer.

    Das Blocken ist in dem Moment mMn keine Strafe und wird scheinbar auch nicht so von ihr rezipiert, denn sonst würde ihr Stresslevel dabei nicht geringer statt höher werden. Alles, was sie ablenkt hingegen - also auch Lob und Leckerchen - erhöht den Stress. Guckt man drauf, sieht man also eine hoch auf ihre - schon deutlich Stress zeigende -Hündin konzentrierte Frau, die blockt und nicht lobt und belohnt :smile:. Dass da in Wirklichkeit was ganz anderes passiert als mieses Leinenführigkeitstraining, das sieht man nicht.

    Phonhaus

    So ging es mir mit meinen ersten Hunden auch. In meinen Kursen versuche ich den Menschen so was an die Hand zu geben. Ich klappere sozusagen alle möglichen Bereich ab, die meiner Beobachtung nach für die meisten Hundehalter im Alltag wichtig sind, gebe den Schülern verschiedene Werkzeuge in die Hand und dann entscheiden sie selbst, was sie für ihren Hund und Alltag davon brauchen und was nicht.

    Das hätte ich mir bei Dir auch nicht anders vorgestellt :smile:

    Wobei das zumindest so wie ich Hundetraining (ausnahmslos) erlebt habe, sicher auch nicht für jede Trainer*in einfach ist. Wenn da die Menschen stehen, mit der großäugigen Erwartungshaltung „Guru, erleuchte mich“ konsequent zurückzuspiegeln „Ich kann Dir Werkzeuge dafür geben, aber für Deine Erleuchtung musst Du schon selbst sorgen“ :lol:

    Ist, denke ich, nicht für jeden einfach, nicht in diese Falle zu tappen, auf beiden Seiten. Gerade, wenn man sehr eingeschworen auf eine Methode ist. Sollte man auch im Hinterkopf behalten, wenn übers angeleitete Training gemeckert wird. Neben den Hund gehören noch mindestens 2 dazu und über meinen Kopf kann nur ich selbst mir klar werden.

    Spannend. Da geht es ja eher darum, was ihr im alltäglichen Zusammenleben warum wichtig ist und was warum nicht. Dass Du das wissen möchtest, hätte ich weder aus der Überschrift, noch aus dem Eingangsbeitrag herausgelesen.

    Als ich erstmalig eine Hündin auch wirklich erziehen und nicht nur mitlaufen lassen wollte, hatte ich selbst noch gar keine Vorstellung davon, was an Training wichtig ist und was nicht. Dass es mir vorwiegend ganz banal auf die sogenannte „Alltagstauglichkeit“ ankommt, das musste ich selbst erstmal herausfinden. Und was das überhaupt ist :smile: Und das die natürlich völlig abhängig davon ist, was der Alltag ist, was ich in diesem Alltag erwarte und was die Hündin an Voraussetzungen dafür mitbringt, das war für mich überhaupt keine Binsenweisheit.

    Ich hab Trainingskonzepte gepaukt, mich durch das gängige Programm Unterordnung gearbeitet mit einer Hündin, die darauf genau so wenig Bock hatte wie ich. In Gruppenstunden mit dem sich unwillkürlich einstellenden Ehrgeiz und Hundvergleich (also, in dem Alter konnte meiner aber …), mit entsprechender Emotionalität, Unsicherheit und Verwirrung. Und daher natürlich mit vielen, vielen Fehlern, mehr als einmal unfair und zu viel unnützes Zeug.

    Hat leidlich funktioniert. Gut hat es erst dann funktioniert, als ich mich mal ruhig hingesetzt habe, überlegt habe, was mir wirklich ist, was der Hündin wirklich wichtig ist und wie wir das so unter einen Hut kriegen, dass es allen Spaß macht. Bis dahin hatte ich aber schon fast zwei Jahre und viele schöne Momente verschwendet. Ärgere ich mich heute noch drüber, aber ich wusste es halt nicht besser.

    Ich finde es superwichtig, ein Grundwissen über Lernmethoden aufzubauen und wie sie funktionieren und warum. Damit man seine Werkzeuge kennt, gut einsetzen kann und weiß, was einem liegt und was nicht und was nicht und was beim eigenen Hund gut geht und was nicht. Ich finde es noch wichtiger, dass man sein Tier gut beobachtet, mit ihm gut kommunizieren und seine Anlagen und Bedürfnisse gut einschätzen lernt. Und ich finde es großartig, wenn sich die Erkenntnisse weiter entwickeln und das Verständnis und der Respekt vor hündischen Bedürfnissen steigen.

    In den Diskussionen über Trainingsansätze geht aber schnell in den Hintergrund, dass es Methoden sind. Keine Ideologien, keine Glaubenssätze, kein Genitalvergleich, sondern Wege dahin, zusammen mit den Hunden zu erarbeiten, was für alle Beteiligten wichtig ist. In einer Form, die den Bedürfnissen und der Beziehung aller Beteiligten und der Umwelt gerecht wird. Hätte ich das von Anfang an auf dem Schirm gehabt, ich hätte es uns viel leichter machen können.

    Pfeffernaserl

    Hat sich überschnitten, weil ich zwischendrin immer wieder meinem Mann behilflich sein musste. Danke Dir. Wenn Du da ggf. mal einen guten Buchtipp hättest, würde mich das sehr glücklich machen :smile:

    So, und nachdem ich mich wieder beruhigt habe (mein Nervenkostüm ist gerade auch nicht das, was es sein sollte) nochmal den Bogen zur Eingangsfrage von Dir, Nyriah . Zu dem Teil, warum ich trainiere, wie ich es tue.

    Ist eigentlich recht einfach: Ich bin faul. Ich erwarte, dass meine Hunde nichts zerstören, unsere Mitgeschöpfe nicht über Gebühr belästigen, gerne zu mir kommen, wenn ich das einfordere und insgesamt in meinen Einflussbereich bleiben und etwas lassen, wenn ich das einfordere. Und ganz wesentlich: Dass wir viel Spaß zusammen haben :smile:

    Wir wohnen im Eigentum, Alleinlage in der Pampa, haben unterwegs wenig Begegnungen mit Menschen, noch weniger mit Hunden. Unser Umfeld ist nicht hundefeindlich. Die Umgebung ist wildreich. Das ist die größte Herausforderung für die Hunde. Untertags ist das Wild allerdings größtenteils im reichlich vorhandenem Unterholz, da bekommen wir nicht so viel zu Gesicht.

    Meine aktuellen Hunde mögen fremde Artgenossen nicht besonders, haben aber keinen ausgesprochenen Wunsch, die Welt von ihnen zu befreien. Sie haben keinen ausgeprägten (Momo) bis gar keinen Hang zu fremden Menschen. Jagdtrieb ist moderat (Momo) bis kaum (Lilly) vorhanden und über einen Abbruch gut regulierbar. Das „gemeinsam mit ihren Menschen Spaß haben“ ist bei Momo eingebaut. Bei Lilly war es wegen ihrer generalisierten Umweltangst und ihren Lernschwierigkeiten ein längerer Weg. Die Arbeit an ihrer Angst und der Beziehung zu uns war tatsächlich auch das Intensivste, was wir an „Trainingsarbeit“ zu leisten hatten. Die war aber so individuell, dass ich da gar keine „Methoden“, wie man es hier versteht, benennen könnte.

    Hier sind die Voraussetzungen also so, dass wir mit einem Minimum an nötigem Handwerkszeug sehr viel von unseren Bedürfnissen befriedigen können. Unter der Voraussetzung, dass sie Abbruch, Rückruf und Einwirkbarkeit befolgen, können meine Hunde größtenteils tun, was sie möchten. Alles, was an Training dazu kommt, ist für mich Kür und passiert ohne Druck.

    Hier gibts z. B. kein „Giftködertraining mit Anzeige.“ Es liegt kaum was Fressbares rum und die Hunde haben keinen Hang (in Lillys Fall keinen Hang mehr) zur Kotfresserei oder Aufnahme von möglicherweise gefährlichem Mist. Und sie dürfen aus Pfützen trinken.

    Ich habe da also kaum Regulierungsbedarf und sehe keine Notwendigkeit für Perfektionismus. Wenn doch mal was rumliegt, verbiete ich es. Da kanns natürlich auch mal passieren, dass ich nicht schnell genug bin. Wenn das alle Jubeljahre einmal vorkommt, habe ich damit kein großes Thema, weil meine Risikoabwägung es nicht als solches einschätzt.

    Da wir kaum Hundebegegnungen haben, haben meine Hunde auch keinen Stress damit. Leinenpöbelei oder Artgenossenaggression sind hier keine Themen. Wenn sie doch mal anfangen, sich an der Leine aufzuplustern, dann breche ich das verbal ab, also verbiete es. Kommt so selten vor, dass ich da keinen Bedarf für ausgefeiltes Training habe.

    Leinenführigkeit brauchen wir kaum, weil wir kaum Leine brauchen. Ist daher tatsächlich auch nicht besonders, da könnten wir mehr dran arbeiten. Bei Momo ist es nur eine Frage der Konzentration. Die ist nicht ihre Stärke. Können wir prima über Belohnung regeln. Bei Lilly ist es eine Frage, ob ihr Fluchtdrang ausgelöst wird. Da arbeite ich mit Abbruch und angeleitetem Alternativverhalten. Positive Verstärkung erreicht sie in diesem Moment nicht. Lilly lernt nicht so, wie Hunde gängigerweise lernen. Aber hier im Umfeld passt das.

    Hat natürlich Schwächen, das so Laissez Faire zu handhaben. In einer Situation wie aktuell mit Manns gebrochener Schulterpfanne und rutschigen Straßen wäre es schon besser, wir hätten eine tadellose Leinenführigkeit. Aber es funktioniert auch mit unserem halbherzigem „wir lassen uns nicht durch die Gegend ziehen.“ :smile:

    Alles, was so in den Bereich „Verhaltensformung“ geht, also Arbeit an Lillys Ängsten und ihren eingeschränkten Reaktionsmöglichkeit, an Momos Hang zum Überdrehen, zur Zorngickeligkeit und zu Wirrköpfigkeit und ihrer Zorngickeligkeit ist völlig individuell. Da gucken wir jeweils situativ, was wir meinen, dass sie brauchen, um besser mit ihren Emotionen umgehen zu können.

    Ich hatte das, auch interessant, mal anders rum. Bin mit dem damals gut einjährigen Emil im Grunewald, wir treffen einen Mann mit Aussiehündin. Emil fing das gockeln an und hing ihr am Hintern, beide ohne Leine, die Hündin blieb dann auch stehen. Ich kannte meinen Hund so gar nicht, da meint der Typ "Na die riecht gut, ist läufig". Ich hab den Emil sehr energisch gerufen und er kam dann auch. Der war nie so casanovamäßig drauf.

    Der Typ meinte lachend, das wären doch sehr süße Welpen geworden, ich fand das so strange. Er hätte doch die Welpen an der Backe gehabt.

    Tatsächlich bekommen hier sehr viele Hundebesitzer glänzende Augen und Dollarzeichen ins Gesicht, wenn sie merken, dass der vermeintliche Doodle ein „richtiger“ Pudel ist, und der ist ja so hübsch und oh, kastriert ist er auch nicht, das ist ja spannend, wie würde man die Welpen dann wohl nennen zwinkizwonki, Samodoodles oder Havadoodles oder Goldendoodles, die gehen ja eh weg wie geschnitten Brot. Mittlerweile bin ich durchaus sehr aufmerksam geworden :ugly:

    Kenne ich. Ich hab bei Momos letzter Läufigkeit Deutsch Droodles aus Jagdvermehrung sehr deutlich abgelehnt. Und ich grusel mich immer noch, wenn ich versuche, es mir vorzustellen :ugly: