Zur Rasseempfehlung sag ich mal nix weil nicht so mein Thema, aber falls Ihr ihn noch nicht kennt würde ich Euch diesen Thread mal zum Stöbern ans Herz legen: Spitze sind spitze
Beiträge von Phonhaus
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Noch zur Ergänzung: Es gibt noch die „Ständige Impfkommission Veterinärmedizin“ und deren Leitlinien. Findest Du z. B. auf der Seite vom Tierärzteverband. Da steht zum Unterpunkt „Tollwut“ der Bezug, dass Tiere mit einer Grundimmunisierung im Alter von 12 und 16 Wochen und 15 Monaten als besonders geschützt gelten, dies aber über die rechtliche Verpflichtung hinausgeht. Möglicherweise hat sich Dein Tierarzt da am Passus zum „besonderen Schutz“ orientiert. Das kannst Du aber nur mit ihm direkt klären.
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Zur Tollwutimpfung nochmal: Deine Heli ist jetzt ein Jahr und ein bisserl was, oder? Es ist auch bei Tierärzten, die nach Herstellerangaben in größeren Abständen impfen nicht unüblich, dass die erste Auffrischung nach einem Jahr erfolgt.
Guck mal, welches Präparat bei der Impfung genutzt wurde und suche nach den Herstellerangaben bzw. Empfehlungen. -
Erstmal finde ich den Tipp von QueenyQ gut, Dich an TiNo zu wenden. Oder zur Weitervermittlung auf die Orga zuzugehen. Dass das Thema Weitervermittlung für Dich auch schon im Raum steht ist durchaus vernünftig, könnte aber schwierig werden.
Bei der „Raumverwaltung“ gehts genauso um eine geistige und körpersprachliche Haltung wie um reale „physische“ Entfernung. Darum, dem Hund Deine aktuelle Grenze zu vermitteln. Auch als sein aktueller Sozialpartner stehst Du ihm nicht 24/7 zur Verfügung. Körperlich oder geistig. Das musst Du ihm vermitteln. Und zwar nicht (nur) indem Du weg gehst und ihn mit seinem Frust alleine lässt, sondern indem Du ihm signalisierst, dass eben gerade einfach mal Pause ist.Und das ist im Augenblick richtig, richtig schwer. Denn dafür muss der Hund gelernt haben abzuschalten und sich mit sich selbst zu entspannen. Und so drüber, wie der gerade ist, kann er das einfach nicht. Der spielt ein Programm ab „ich passe auf meinen Interaktionspartner auf und halte ihn bei mir“, weil das im Moment sein Weg ist, mit der ganzen chaotischen Umwelt zurecht zu kommen. Ob das sein Weg ist, weil es genetisch verbaut ist, oder weil er es so gelernt hat bzw. nichts Anderes kennt oder einfach seinem Charakter entgegenkommt sei mal dahingestellt.
Deine Mutter ist aus Deiner Sicht ein Sozialpartner - aus seiner Sicht nicht. Auch hier sei mal dahingestellt, woher es kommt (ob er nun der berühmte „Einmannhund“ ist, Deine Mutter nicht für voll nimmt, Deine Mutter nicht versteht oder einordnen kann, oder was auch immer). Bevor er verläßlich mit Deiner Mutter alleine bleiben kann, musst Du ihm beigebracht haben, dass das in Ordnung ist. Sonst ist sie am Ende wirklich mal der Frustableiter für ihn und das kann unschön werden.
Du brauchst eine recht klare Vorstellung und Ausstrahlung von seinen und Deinen Grenzen, aber vor dem Hintergrund des Wissens darum, was er gerade leisten kann und was in ihm vorgeht. Und dafür brauchts Erfahrung oder einen wirklich guten Trainer, der Euch Vorort beobachten kann.
Zu den „vielen Eindrücken“ habe ich nochmal überlegt. Es ist das genaue Gegenteil zu dem, was man dem Neuhalter eines in ganz anderen Lebensumständen oder reizarm aufgewachsenen Auslandshund empfiehlt. Wenn denn aber nun HSH oder ähnliches territoriale Potential drin ist, dann kann man mit der Maßnahme, immer nur kurze gleiche Strecken zu gehen, ein Risiko eingehen. Nämlich, dass dieses Strecken ins „Alles meins-Programm“ aufgenommen und genauso territorial besetzt werden wie die eigene Wohnung. Auch da braucht es Fingerspitzengefühl für ein gute Gleichgewicht.
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Reste Pizza von gestern und hausgemachtes gefülltes Brot (was streng genommen auch ein Rest ist, weil aus bei der Pizza übrig gebliebenen Zutaten gemacht wurde).
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Hier ist es dank Home Office gerade eher einfach. Aber grundsätzlich arbeiten mein Mann und ich Teilzeit und zu versetzten Zeiten. Die Hunde sind damit dreimal in der Woche sechseinhalb Stunden alleine und kommen in dieser Zeit mit einem Gassigänger raus. Letzteres auch als Back-up, falls es wegen verspäteter Züge oder außerplanmäßiger Überstunden doch mal länger dauert.Sechs Stunden sind meine persönliche Schmerzgrenze. Gerade meine ältere Dame muss dann auch recht deingend.
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Guck mal hier vorbei:
Club der (Hunde-)AltenpflegerInnen
Bei uns gibts aktuell Seniorenkräuter und mittlerweile Rimadyl, früher abwechselnd mal Teufelskralle, Grünlippmuschel und Glucosaminol. -
Nochmal kurz zwei Punkte aus Deinem Post herausgegriffen: Du sagst, Du hast Dich schon auf den Bildern in ihn verliebt. Nun, mit Sittingerfahrung im Hintergrund ist Dir sicher auch schon klar, dass Du Dich nicht in den Hund verliebt hast, sondern in Deine Ideen von Eurem Zusammenleben. Nun hat Dein Hund sehr eigene Vorstellungen

Ich würde an Deiner Stelle jetzt alle Erwartungen beiseite schieben und mich ganz radikal auf das einstellen, was ist. Wenn Dein Ansatz ist: „Wie kann ich den Hund schnellstmöglich dahin bekommen, sich so zu verhalten, wie ich mir das vorstelle“, dann hast Du ein ziemliches Potential, dass das schief geht. Wie tinkar schreibt: „Lerne, den Hund zu verstehen“ und dann vor diesem Hintergrund Deine und seine Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen.
Und für die erste Zeit gehört dazu, alles zu vermeiden, durch das Dein Hund zu einer Gefahr für Andere werden kann. Bis er gelernt hat, dass nicht er die Wächterverantwortung um Dich und sich herum hat, sondern Du
Bzw., wenn er eine Verantwortung hat (und das ist für einen Hirtenhund recht wichtig) wo die ist, anfängt und aufhört. Je nach Eurer Wohnsituation wird das nicht einfach.
Und noch zu dem Punkt, dass der Hund in der früheren Pflegestelle lammfromm war: Mal abgesehen davon, dass da möglicherweise der „Kulturschock“ und die Jugend für ein gedämpftes Verhalten gesorgt hat - bei richtig guten langjährig erfahrenen Pflegestellen und Mehrhundehaltern und -sittern sehe ich öfter Folgendes: Dass es da - oft gar nicht so bewusst - eine Struktur gibt, in der für den Neuzugang ein „fester Platz“ geschaffen und ihm zugewiesen wird. Nicht nur räumlich, sondern im Interaktionsgefüge. Klar verändert der Neuzugang auch die Strukturen, aber erstmal hat er ein Plätzchen, in dass er sich mental einfinden kann und erstmal ausruhen und in den neuen Alltag reinfinden kann.Ich beneide die Leite, die das können, total. Es sieht so leicht aus, aber da gehört schon Einiges dazu.
Bei Euch scheint gerade allen Beteiligten - bei aller Freude - die Situation etwas unheimlich zu sein, weil das Zusammenleben auf dem Kopf steht. Und das ist übrigens durchaus normal. Nur hat Dein Hund möglicherweise eingebaut den Hang, die Ordnung der Dinge selbständig herstellen zu wollen und das macht schwierig. Daher auch der Rat zu einem Trainer, der sich mit diesem Typ Hund gut auskennt.
Edit: Sorry - kurz war gelogen

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Danke fürs Rufen. Allerdings bin ich eher unbeabsichtigt zu einer Auslandshündin gekommen, aber ich kenne doch ein paar über den Tierschutz.Zum Thread hier: Boing. Um nicht Bingo zu sagen. Ich fass mal zusammen: Ein Hund, der aus Bulgarien stammt, mit ungeklärter Herkunft. Den Hirtenhundeinschlag würde ich auch vermuten, wenn auch nicht unbedingt den Kangal. In Osteuropa gibts genug eigene Hirtenhundschläge. Jetzt mit 7-8 Monaten 30 KG schwer. Und kompensiert Unsicherheit und Überforderung damit, dass er seine Ressourcen massiv einfordert und jetzt schon verteidigt.
Ressourcen- und Territoriumsverteidigung scheint im Päckchen also schon mal drin zu sein. Und der Hang, im Zweifelsfall eher aufzutrumpfen als kleine Brötchen zu backen. Dazu kommt, dass er vermutlich noch deutlich massiger werden wird und seine Eigenheiten sich auch erst später so richtig ausbilden.
Dass das Programm viel zu viel ist habt Ihr ja schon gehört. Und die Aussage des Trainers halte ich für sehr, sehr fragwürdig. Magst Du die ungefähre Richtung nennen, aus der Du kommst? Vielleicht hat da ja jemand eine Empfehlung.
Allgemein: Wo und wie wohnt Ihr? Wie viel an wechselnden Sinneseindrücken, Bekanntschaften, Fremdwesen, die das Territorium durchschreiten, Verkehr, Öffentlichkeit etc. muss der Kerl aushalten lernen? Wird er eine Gelegenheit zum Wachen haben, oder soll er Familienhund werden? -
Als wirklichen Angsthund sehe ich nach Deiner Schilderung gar nicht, eher als sehr unsicheren Hund. Zum Glück - mit einem Angsthund trainieren, der eigentlich bei anderen Menschen lebt, stelle ich mir gruselig vor.
Bei Unsicherheit gibts viel, was man tun kann: Souverän führen, dem Hund Entscheidungen abnehmen, die ihn überfordern, dabei trotzdem Selbstbewusstsein aufbauen (also durchaus kleine Entscheidungen und Herausforderungen suchen) ...
Für mich hat der Umgang mit den ängstlichen Kandidaten im Kopf angefangen. Indem ich meinen Blick von „Das ist ein/das Problem“ hin zu „So ist er/sie jetzt gerade halt.“ Einfach erstmal Akzeptanz ohne Wertung. Das hat mir den Druck aus der Leitung genommen und geholfen, entspannter mit den unsicheren Reaktionen umzugehen, was wiederum Hund beim Entspannen geholfen hat.