Ich finde im Moment besonders spannend, dass es da kulturhistorisch einen (relativ) neuen Ansatz gibt. Während früher gängige Lehrmeinung war, dass die meisten alte Bräuche heidnischen Ursprungs waren und durch Christianisierung in ihr heutiges Gewändlein umverpackt und verharmlost wurden, gibt es heute eine Richtung, die untersucht, inwieweit genuin (alt-)christliche Bräuche im Zuge völkischer Identitätsfindung (rund um die Gebrüder Grimm) „verheidnischt“ und wenig belegbar auf „ältere Wurzeln“ zurückgeführt wurden.
So eine richtig groß angelegte vergleichende Studie würde mich so richtig interessieren, nur leider bin ich da bisher nicht fündig.
Aber ein interessantes Schlaglicht finde ich es allemal - darauf - dass sich in Bräuchen und Ritualen das akute Bedürfnis der jeweiligen Zeit genauso ausdrückt wie die Suche nach dem Ewigen, Zeitlosem in der Spiritualität. Und dass das immer schon so war.
Ich muss dabei zugeben, dass ich selbst mit heutigen esoterischen Ansätzen sehr wenig anfangen kann. Genauer gesagt eine heftige Abneigung dagegen habe und die Flut an entsprechenden Ansätzen als „Spiritualität aus dem Ramschwarenladen“ betrachte, als am „Wahren“ und „Echtem“ vorbei. Ohne Ahnung davon, was dieses „Echte“ denn hätte gewesen sein können.
Aber wenn es diese Wandelbarkeit und „Konsumanpassungsfähigkeit“ fürs jeweilige Bedürfnis doch auch schon immer gegeben hat, dann sollte ich da eher mal mein eigenes Denken prüfen. Hmh. Es wird sehr OT. Sorry für den kurzen Selbstnabrlbeschaueinsatz.
Ich stöbere mal weiter.