Beiträge von Phonhaus

    Für mich nicht, sagte ja bereits das ich in dem Thema nicht so drin bin.
    Du schreibst hier was von Ausnutzen, was ja auch sein kann. Aber diese Info kommt in dem Video halt nicht rüber daher gehe ich erstmal davon aus, das die da alle freiwillig zusammen wohnen wegen schlechter Planung bezüglich der anderen Unterkunft.

    Wenn du da andere Infos hast, dann teil doch die Quellen mit uns, anstatt Facepalm Smileys zu verteilen weil ich mich auf die Infos aus dem Beitrag beziehe:woman_shrugging:

    Ich hatte ja schon versucht, es etwas näher zu erklären. Ich plaudere jetzt mal ein wenig aus dem Nähkästchen meiner ehrenamtlichen Tierschutzzeit.


    Da gab es neben dem selbstgewähltem Engagement aus Tierliebe (in sich schon ein Druckfaktor) ein nicht unerhebliches Maß an sozialem Druck. Den viele gar nicht so bewusst mitbekommen, wenn sie rief in der Struktur drinstecken.

    War etwas zu erledigen, dann wurden natürlich die Leute angesprochen, die sich eh schon überdurchschnittlich eingebracht haben. Bei Widerstand garniert mit verschiedensten Erklärungen, warum man da eine Ausnahme machen sollte, aufdoe Tränendrüsen drückenden Begründungen, warum es so wichtig ist, mit Betonung auf dadurch hergestellte soziale Zusammengehörigkeit bzw. Wertigkeit des Engagements, teilweise auch mit Vorwürfen, wenn man beim „nein“ geblieben ist bis hin zum Einfrieren sozialer Kontakte. Immer wieder mit Sätzen wie solchen, dass „ein echter Tierschützer XYZ eben macht.“


    Das hört sich jetzt böser an, als ich es meine. Solche Dynamiken erlebt man nicht nur im Tierschutz sondern überall, wo Menschen sich gemeinsam für etwas engagieren. Ist menschlich und normal, macht man bei Durchsetzung seiner Ziele auch völlig unbewusst.


    Es gibt Bedingungen, die dieses menschlich ganz normale Verhalten in Institutionen begünstigen und die ich hier sehe:


    - Unzureichende Moderation/Leitung bzw. keine verbindlichen Richtlinien für Interessensausgleich (Work-/Life-Balance wäre ein Stichwort im beruflichem Umfeld)


    - Emotionale Verbundenheit mit dem Thema, fehlende emotionale Abgrenzung, Identitäts-/Sinnstiftung durch die Tätigkeit


    - Gruppenzugehörigkeit, überwiegender Teil sozialer Kontakte in dem heweiligem Engagementsumfeld


    I; der Theorie ist es völlig richtig, dass man eigenverantwortlich für sich entscheiden soll und kann, ob zum Guten oder Schlechten. In der Praxis werden unsere Entscheidungen immer vom Umfeld mit getrieben. Und je verstrickter man in etwas ist, desto schwerer ist es, sich von den Anforderungen vernünftig und nötigenfalls deutlich abzugrenzen.

    Ich münze das jetzt nicht konkret auf die Hellhound Foundation. Ich kenne die Orga nicht und muss gestehen, dass ich mir den Beitrag auch noch nicht angeschaut habe. Aber ich kenne solche Atrukturen aus meiner Tierschutzzeit und habe sie als teils sehr destruktiv erlebt. Und deshalb sorgen Infos wie die, dass Menschen die Trennung zwischen privat und beruflich aufgeben für diese Orga (bei der es ja auch andere ungünstige Erkenntnisse zur Struktur gibt), bei mir für massive Skepsis.


    ich meine das jetzt auch nicht als einen direkten Vorwurf an Frau Bokr. Aber ich mag ausbeuterische Strukturen egal wo nicht. Für mein eigenes Leben hab ich nicht immer die Möglichkeit gehabt, mich hinreichend davon abzugrenzen. Und im beruflichen Kontext ist es auch nicht immer möglich. Ja, jeder hat das Recht, sich ausbeuten zu lassen. Es hat aber auch jeder das Recht, Strukturen, die auf Selbstausbeutung setzen oder sie begünstigen, zu kritisieren.

    Doch, die haben ihre Wohnung gekündigt, weil sie davon ausgegangen sind, dass sie zügig nach Bonese umziehen

    Ah ok danke :) aber dann hat das ja nichts mit ausnutzen zu tun, sondern ist eher von deren Planung her blöd gelaufen oder ?

    Tierschutz ist eine Tätigkeit, die eh schon sehr idealistisch besetzt ist. Was Menschen mit einer Bereitschaft zur Selbstausbeutung für ein Ideal anspricht und diesen Hang auch fördert bzw. auch darauf baut - kommt ja auch im sozialen Bereich oder bei Berufen im Gesundheitsdienst öfter vor. „Man“ macht das nicht, weil man für geleistete Arbeit vernünftig entlohnt wird, sondern „man“ macht es, weil es einem „etwas gibt.“

    Dazu kommt die spezielle Struktur der Hellhound Foundation mit diesem „wir für die Ungeliebten gegen Alle“-Appeal. Auch das fördert eine Neigung zur Selbstausbeutung. Der Wegfall der Trennung von Arbeits- und Lebensplatz verstärkt das noch und verengt die Perspektive.


    Ja, die Menschen haben das frei entschieden. Das dürfen und sollen sie natürlich auch. Und eine Tätigkeit, bei der Mann beruflich und privat nicht trennen braucht und die man für mehr als nur finanziell erfüllend sieht, ist reizvoll und belohnend (auch an sich ganz unverhohlen turbokapitalistische Unternehmen wie z. B. mein Arbeitgeber versuchen übrigens auf verschiedene Weise da anzudocken. Z. B. mit Seminaren, die den Mitarbeitenden verschiedene ideologisierten Konzepten wie dem „Purpose“, den man in seiner Tätigkeit finden soll, verkaufen wollen :ugly:). Wenn so ein Konzept vernünftig funktioniert: Wunderbar, hätte ich mir einige Zeit meines Lebens auch gewünscht.

    Die Gefahr dabei ist, dass man nicht nur seine eigenen Interessen unverhältnismäßig hinten anstellt, sondern auch den objektiven Blick auf die Arbeitsumgebung verliert. Und da sind wir wieder bei der Frage, wie aus gut angedachtem Engagement etwas wie Rescue Hoarding werden kann.

    Und aktuell gabs Kabeljau, Kalbswienerle, Zucchini, zwei Sorten Möhre und geröstetes Brot, Sesamkörner, Basilikum und Walnussöl.


    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.


    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.


    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.


    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.


    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.