Beiträge von Phonhaus

    Ich würde niemals generell von Welpen aus dem Tierschutz abraten. Es werden ja auch gelegentlich Welpen im Tierheim geboren. Und gerade in Grenznähe gibts immer wieder Tiere aus Beschlagungen.

    Man sollte halt - wenn man wirklich ein Tierschutztier will - die Tricks von Hundehändlern auf dem Schirm haben und dreimal hingucken, von wem man ein Tier übernimmt und welchen Background es hat. Vor allem, wenn es ein Angebot im Web/aus Kleinanzeigen ist.

    Und letztlich muss eh jeder erwachsene Mensch für sich und anhand seines Wertekompasses entscheiden.

    So gehts mir mit Putzen und ich bin froh, dass der Mann das so gut kann und macht. Man kann mich wirklich glücklich machen und Stunden beschäftigen, wenn man mir einen Berg Gemüse, ein Kneipchen, ein gutes Schälmesser und ein Brettchen in die Hand drückt :lol:

    Oder wie Werner Gruber sagt: „Jedesmal kochen ein Experiment, jedesmal Essen eine Messung.“ :smile:

    Eine Frage noch in die Runde. Wenn ihr ein (aversives) Abbruchsignale verwendet und der Hund sein Verhalten daraufhin abbricht, lobt/bestätigt ihr das dann? Und wenn ja/nein, aus welchem Grund?

    Das ist situativ. Grob gesagt: Wenn da was ganz Tolles war, was sie gelassen haben, eher ja. Wenn sie mal ausprobiert haben, wo meine Aufmerksamkeit ist und ob unterm Radar was bekannt Unerwünschtes durchgeht, eher nein :smile:

    8. Lies ein Buch, das aus dem Gastland der Frankfurter Buchmesse 2026 kommt (Tschechien) - Jiri Weil: Mendelssohn auf dem Dach

    Mit das Beste, was ich die vergangenen Jahre gelesen habe und der Grund, warum ich bis zum Verfassen des ersten Beitrags heulend in der Badewanne gesessen habe und so schnell auch nicht schlafen werde.

    Weils Bericht über Menschen in der Zeit der Besetzung Prags durch die Nazis - Täter, Opfer, Mitläufer, Kämpfer - sorry, gerade keine Kapazität zum Gendern, stelle ich fest - startet als amüsante Schwejkjade, geht weiter als Kritik und mündet ins Grauen. Stilistisch meisterhaft. Dort, wo die Symbolik plump wird, passt es, denn darin scheint die Fassungslosigkeit und der Zorn auf, die die einzig angemessene Reaktion sind auf das, was beschrieben wird. Alle handelnden Personen sind und bleiben Menschen in menschlicher Grausamkeit und Zärtlichkeit, Feigheit und Mut, Mitläufertum und Widerstand und vor allem in Dummheit, im nicht wahrhaben Wollen und sich nicht vorstellen Wollen. Wollen, nicht Können! Auch die bleiben Menschen, die Statuen werden. Die Statuen sind, sind Zeugen und Verweise. Schönheit, Kunst, Kultur und Barbarei stehen nebeneinander.

    „Es ist niemals ein Dokument der Kultur, ohne ein solches der Barbarei zu sein“ hat Walter Benjamin geschrieben. Dieser Satz findet hier einen ganz eigenen Ausdruck.

    Gemeinsam mit Arendts „Eichmann in Jerusalem“ und Primo Levis „Ist das ein Mensch“ sollte wirklich, wirklich jeder dieses Buch gelesen haben und sich klarmachen, was es ist, das viele heute wieder wollen. Auch wenn sie es sich nicht klarmachen wollen, dass sie es und was sie da wollen.

    In einer besonders eindrücklichen Szene wird auf einen Schlager Bezug genommen. Ich hatte das Bedürfnis, ihn rauszusuchen und zu hören. Trost hat es mir nicht gespendet, aber ich lasse ihn mal hier, falls jemand das Buch liest (erhältlich bei Skoobe) und ihn hören möchte.

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    Gestartet. Ich hab Mann, der krank daheim ist, verkündet, dass die kommende Woche Urlaub im Zeichen der Challenge steht und er bitte bevorzugt nicht so lautes Zeug gucken soll, das mich eher nicht so interessiert. Meine Tage werden jetzt also erstmal aus Gassi, Haushalt und Lesen bestehen.

    Beendet:


    1. Lies ein Buch mit der 2 am Ende der ISBN - Juno Dawson: Der Hexenzirkel ihrer Majestät

    Ein nettes Fantasybuch, das feministische und queere Themen in eine, klassischen fantastischen Setting behandelt, anhand der Selbstdefinition der Hexe. Spannend geschrieben. Ein paar stilistische Schwächen, die aber auch an der Übersetzung luegen könnten. Die weiteren Bände werde ich auch lesen.


    2. Lies einen Bestseller aus 2025 - Stephen King: Kein Zurück

    Ein recht typischer King ohne übernatürliche Elemente. Ziemlich generische Serienware. Behandelt feministische Themen aus der Sicht eines älteren linksliberalen weißen Mannes mit Abscheu gegen die Trump Regierung. Was ehrenwert ist, aber kein Burner.


    3. Lies eine Neuerscheinung aus 2026 - CC Ravenmiller: Ordo Draconis Aufruhr

    Dritter Band einer vermutlich eigens für Kindle Unlimited produzierten Fantasyreihe. Der erste Band war nett, der zweite okay. Den dritten Band fand ich leider nur schlecht. Unglaubwürdige Charaktere, Logiklücken in der Story und stilistisch schwach. Schade.


    4. Lass dein Haustier wählen - Philipp Fetsch: Der lange Sommer der Theorie

    Ein großartiges Buch von Jemandem, der während seinem Studium das gelesen hat, was ich damals auch gelesen habe und linkslastige Theorie der 60er-90er Jahre und ihr Verschwinden kenntnisreich an der Geschichte des Merve Verlags aufarbeitet. Füllte für mich einige Lücken und spricht die Ratlosigkeit an, die ich auch empfinde, wohin die Theorie denn entschwunden ist (außer in die Kunst) und wie ihr Schwinden damit zusammenhängt, dass „die Linken angegangen haben, die Rechten zu lesen.“ Was „querdenken“ einmal hieß. 2016 erschienen. Mich interessiert, ob der Autor heute, nach Corona, noch etwas zu ergänzen hat.


    5. Lies ein Buch, das schon lange auf deinem SuB liegt - Kathrin Tordasi: Night Owls

    Fantasygeschichte mit nett gezeichneten Charakteren, die von Rassenhass, Ausgrenzung und davon, im Namen des vermeintlich Guten Böses zu tun handelt. Irgendwie hatte ich ein Händchen bei der Zusammenstellung der Bücher für die Challenge, Absicht war es nicht :smile:


    6. Lies ein Buch mit den Ziffern 2026 im Titel - James Patterson: Das 20. Opfer

    Solide amerikanische Thrillerkost. Gut geschrieben, wenn auch ziemlich unglaubwürdig. Misogynie am Rande ein Thema. Nicht rechtskonservativ, aber es klang schon deutlich ein Hauch der Art amerikanischen Patriotismus‘ und des „erfolgreicher Sportstudent fusioniert mit Homecoming Queen“ Ideals durch, die mir zutiefst suspekt sind.


    7. Lies ein Buch, dessen Autor/in ein B und ein Y im Namen haben (egal, ob Vor- oder Nachname) - Byung Chul Han - Philosophie des Zen Buddhismus

    während mich das Bändchen „Shanzai“ des gleichen Autors begeistert hat, stand ich diesem Buch ein Stück weit ambivalent gegenüber. Der Ansatz, Buddhismus gegen europäische Philosophietradition zu lesen, ist durchaus interessant. Hier Hegel, Leibniz, Aristoteles, Meister Eckhardt, Nietzsche, Buber und vor allem und vor allem viel zu viel Heidegger.

    Es kommt auch schon gut raus, dass es nicht das Anliegen sein kann, im Licht europäischer Philosophie den tieferen Sinn hinter dem Konzept des Buddhismus zu begreifen, weil Tiefe und Sinn dort nicht sind, Konzepte nicht existieren, es kein dahinter gibt und man mit dem Versuch, zuzugrabschen ins Leere fasst und völlig verfehlt, was man hätte erahnen können. Was etwa so weit ist, wie ich mit meinem sprachlich /kulturellem Hintergrund komme. Aber das hat sich mir schon früher besser mitgeteilt, im Bändchen „Im Reich der Zeichen“ von Roland Barthes.

    Lohnt sich zu lesen, wenn man am Ansatz interessiert ist und keine Aversion gegen Heidegger hat. Ich hab die und Adornos bissiger Kommentar zum „Jargon der Eigentlichkeit“ war das, was mir hauptsächlich bei dem Büchlein ins Bewusstsein gerufen wurde.

    Für das nächste Buch gibts einen eigenen Beitrag.

    Schon am Freitag, aber wegen Manns Unfall hätte ich ihn fast vergessen: Einen Marmorkuchen für ihn.

    Mann reklamierte, dass da zu wenig Schokoladenteiganteil ist. Ich drückte mein tiefes Bedauern über das unglückliche Versehen entschuldigt :smiling_face_with_halo:und die Lösung offeriert, dass er vom hellen Teil doch jeweils was für die Hunde abzwacken lönnte, damit das Verhältnis stimmt.

    Die haben mir noch nicht mal was dafür bezahlt.

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    Und ich stelle wieder mal fest: Ich sollte nicht ohne Kontaktlinsen und vorsortierte Gedanken schreiben :hust: :ops: Sorry.

    Ich habe eine Frage an die Profis hier: Ich möchte gerne ein bisschen weniger Fleisch essen und soll aber nach ärztlicher Anordnung keine Sojaprodukte konsumieren. Also ein oder zwei EL Sojasauce mal sind kein Problem, aber nicht jeden Tag Tofu oder so. Jetzt bin ich auf Seitan gestoßen, das ist aber von der Eiweiß-Wertigkeit nicht so toll. Kann ich das mit Kidneybohnen kombinieren, dass das besser geht oder hat jemand noch Tipps dazu?

    Und ist es normal, dass 250g Seitanpulver 10 EUr kosten?

    Zum Preis kann ich nichts sagen. Ich bekomme sowas meistens über die Biokiste und hab mir abgewöhnt, nach dem Preis zu gucken.

    Du kannst völlig problemlos z. B. Chili con Carne - ist eh ein praktisches Einsteigergericht für pflanzliche Fleischalternativen - oder z. B. Tortillas mit Bohnenmus mit Seitanhack machen.

    Energieverbrauchstechnisch Blödsinn, aber ich koche so gerne und sehe dabei zu, wie sich die Zutaten verändern. Und meistens koche ich für die Hunde, wenn ich auch für uns koche oder backe. Also ganz normal im Topf und ähnliche Garzeiten. Für Mann und mich koche ich eh getrennt, da fällts für die Hunde auch nicht weiter auf:hust: