Gestartet. Ich hab Mann, der krank daheim ist, verkündet, dass die kommende Woche Urlaub im Zeichen der Challenge steht und er bitte bevorzugt nicht so lautes Zeug gucken soll, das mich eher nicht so interessiert. Meine Tage werden jetzt also erstmal aus Gassi, Haushalt und Lesen bestehen.
Beendet:
1. Lies ein Buch mit der 2 am Ende der ISBN - Juno Dawson: Der Hexenzirkel ihrer Majestät
Ein nettes Fantasybuch, das feministische und queere Themen in eine, klassischen fantastischen Setting behandelt, anhand der Selbstdefinition der Hexe. Spannend geschrieben. Ein paar stilistische Schwächen, die aber auch an der Übersetzung luegen könnten. Die weiteren Bände werde ich auch lesen.
2. Lies einen Bestseller aus 2025 - Stephen King: Kein Zurück
Ein recht typischer King ohne übernatürliche Elemente. Ziemlich generische Serienware. Behandelt feministische Themen aus der Sicht eines älteren linksliberalen weißen Mannes mit Abscheu gegen die Trump Regierung. Was ehrenwert ist, aber kein Burner.
3. Lies eine Neuerscheinung aus 2026 - CC Ravenmiller: Ordo Draconis Aufruhr
Dritter Band einer vermutlich eigens für Kindle Unlimited produzierten Fantasyreihe. Der erste Band war nett, der zweite okay. Den dritten Band fand ich leider nur schlecht. Unglaubwürdige Charaktere, Logiklücken in der Story und stilistisch schwach. Schade.
4. Lass dein Haustier wählen - Philipp Fetsch: Der lange Sommer der Theorie
Ein großartiges Buch von Jemandem, der während seinem Studium das gelesen hat, was ich damals auch gelesen habe und linkslastige Theorie der 60er-90er Jahre und ihr Verschwinden kenntnisreich an der Geschichte des Merve Verlags aufarbeitet. Füllte für mich einige Lücken und spricht die Ratlosigkeit an, die ich auch empfinde, wohin die Theorie denn entschwunden ist (außer in die Kunst) und wie ihr Schwinden damit zusammenhängt, dass „die Linken angegangen haben, die Rechten zu lesen.“ Was „querdenken“ einmal hieß. 2016 erschienen. Mich interessiert, ob der Autor heute, nach Corona, noch etwas zu ergänzen hat.
5. Lies ein Buch, das schon lange auf deinem SuB liegt - Kathrin Tordasi: Night Owls
Fantasygeschichte mit nett gezeichneten Charakteren, die von Rassenhass, Ausgrenzung und davon, im Namen des vermeintlich Guten Böses zu tun handelt. Irgendwie hatte ich ein Händchen bei der Zusammenstellung der Bücher für die Challenge, Absicht war es nicht 
6. Lies ein Buch mit den Ziffern 2026 im Titel - James Patterson: Das 20. Opfer
Solide amerikanische Thrillerkost. Gut geschrieben, wenn auch ziemlich unglaubwürdig. Misogynie am Rande ein Thema. Nicht rechtskonservativ, aber es klang schon deutlich ein Hauch der Art amerikanischen Patriotismus‘ und des „erfolgreicher Sportstudent fusioniert mit Homecoming Queen“ Ideals durch, die mir zutiefst suspekt sind.
7. Lies ein Buch, dessen Autor/in ein B und ein Y im Namen haben (egal, ob Vor- oder Nachname) - Byung Chul Han - Philosophie des Zen Buddhismus
während mich das Bändchen „Shanzai“ des gleichen Autors begeistert hat, stand ich diesem Buch ein Stück weit ambivalent gegenüber. Der Ansatz, Buddhismus gegen europäische Philosophietradition zu lesen, ist durchaus interessant. Hier Hegel, Leibniz, Aristoteles, Meister Eckhardt, Nietzsche, Buber und vor allem und vor allem viel zu viel Heidegger.
Es kommt auch schon gut raus, dass es nicht das Anliegen sein kann, im Licht europäischer Philosophie den tieferen Sinn hinter dem Konzept des Buddhismus zu begreifen, weil Tiefe und Sinn dort nicht sind, Konzepte nicht existieren, es kein dahinter gibt und man mit dem Versuch, zuzugrabschen ins Leere fasst und völlig verfehlt, was man hätte erahnen können. Was etwa so weit ist, wie ich mit meinem sprachlich /kulturellem Hintergrund komme. Aber das hat sich mir schon früher besser mitgeteilt, im Bändchen „Im Reich der Zeichen“ von Roland Barthes.
Lohnt sich zu lesen, wenn man am Ansatz interessiert ist und keine Aversion gegen Heidegger hat. Ich hab die und Adornos bissiger Kommentar zum „Jargon der Eigentlichkeit“ war das, was mir hauptsächlich bei dem Büchlein ins Bewusstsein gerufen wurde.
Für das nächste Buch gibts einen eigenen Beitrag.