Bei reinrassigen Welpen/Junghunden oder beliebten Mischungen, die über Vereine nach Deutschland importiert werden, muss man halt ganz, ganz genau hinsehen, ob man da wirklich ein Tierschutzangebot vor sich hat oder es sich nicht doch um verkappten Hundehandel im großen Stil handelt. Mit den entsprechenden Risiken für gesundheitliche und wesenstechnische Mängeln, die aus suboptimaler Aufzucht entstehen können. Ganz zu schweigen davon, welche Geschäftspraktiken man unterstützt.
Auch im seriös arbeitendem Tierschutz gibts es natürlich Welpen, ggf. schon im Heim/Shelter geboren. Hier müsstest Du Dich drauf einstellen, dass die nicht für hiesige Verhältnisse sozialisiert sind und zumindest mal einen Kulturschock mitmachen.
Bei extrem reizarm oder „gebeutelt“ aufwachsenden Welpen, die in der Zeit der Ausbildung der neuronalen Verknüpfungen fürs Lernen nicht genug Input oder nicht genug Sicherheit zur Verarbeitung des Inputs hatten, kann es sein - selten - dass diese Verknüpfungen sich nicht so umfassend wie üblich ausgebildet haben. Da spräche man von einem Deprivationsschaden. Meine ältere Hündin hat das, kann damit aber innerhalb des geschützten Rahmens hier ein sehr glückliches Hundeleben führen. Ist ein toller Hund. War aber ein arbeitsreicher Weg dahin. Die Auswirkungen merkt man erst richtig in der späteren Junghundzeit.
Und je nach Herkunft sind halt auch Rassen beteiligt, auch bei klein und niedlich, die anderes Verhalten mitbringen, als vom unkompliziertem kleinen Liebhabhund erwartet 
Welche Auswirkung die reizarme Aufzucht konkret hat, kann man nicht vorhersagen, da helfenDrfahrungswerte nur bedingt weiter. Die Frage ist: Könntest Du damit umgehen, wenn Ängste auftreten bzw. Dein Hund nur bedingt umweltsicher wird, wenn er kläfft, Jagdtrieb mitbringt, fremde Menschen doof findet, schlecht Alleinbleiben oder nicht z. B. mit ins Büro kann? So als Beispiel.
Je spezifischer und konkreter die Anforderungen an den Hund sind, desto eher würde ich zu einem Hund vom Züchter greifen. Wenn die Anforderungen nicht so konkret sind und viel Akzeptanz dafür da ist, dass der Hund erstmal ist, wie er ist - und die Bereitschaft, langsam von genau da aus gemeinsam loszugehen - dann kann es mit einem Hund aus dem Ausland wunderbar werden.