Ich greife hier mal zwei Sachen auf:
Manches braucht einfach einen kurzen knackigen Abbruch. Allerdings ist Bucky da auch sehr entspannt mit und nicht nachhaltig traumatisiert, wenn er mal ein scharfes "lass das" bekommt. Ich denke also alles in allem arbeite ich mit allen vier, wie nennt sich das, Ecken des Quadrats? Also ihr wisst schon.
Ein „Abbruch“ im Training ist für mich etwas anderes, weder knackig noch scharf. Es ist eine neutrale Info an die Hündin, dass ich das, was sie da gerade tut oder plant, nicht wünsche. Abgesichert ist das - im Aufbau oder Training - mit Strafe. Sprich, wenn die Hündin trotz Abbruchsignal mit dem fortfährt, was sie tut, dann folgt die knackige oder scharfe Rückmeldung. Die ist aber nicht der „aufgebaute Abbruch“ ( hier wäre es vielleicht einfacher, wenn man vom Abbruchssignal spricht), sondern tatsächlich die Strafe.
Im „echten Leben“ ist das natürlich nicht so einfach, denn da gehts ja in der Regel um Gefährliches oder Ärgerliches. Und dann ist man 1. selbst nicht neutral, sondern emotional (und teilt das auch unwillkürlich mit) und 2. will man die Hündin asap in ihrem Verhalten hemmen. Und neigt dann schnell dazu, gleich mit einem Strafreiz zu arbeiten, statt erstmal mit einem neutralen Signal.
Genau da lässt einen der Bauch (der ja eh nur weiß, was der Kopf auch weiß, nur etwas schneller, aber halt auch unstrukturierter) unklar werden.
Deshalb finde ich es in der Trainingssituation wichtig, tatsächlich möglichst genau im Kopf zu haben, wo ich mich befinde. Wenn ich einen neutralen Abbruch gut geübt habe und einen Hund habe, der gut darauf anspricht (dadurch auch Vertrauen habe, dass der zieht), dann brauche ich viel weniger strafen, weil ich dann nämlich auch in der kritischen Situation nicht immer gleich in die Strafe verfalle. Nicht immer, weil ich auch nur ein Mensch bin und meine Emotionen nicht 100% kontrollieren kann
Und dann zieht die Strafe auch besser, wenn sie denn mal kommt.
Abbruch ist ein schwieriges Wort. Manche verwenden es wie ich als Wort für das auftrainierte Signal, manche verwenden es wörtlich für die Aktion, die die Hündin im Verhalten hemmt. Und dazu kommt, dass sich beides in aufgeladenen Situationen völlig unwillkürlich gerne vermischt.
Was ich noch interessant fände... wie ist das bei Mehrhundehaltern, deren Hunde mit unterschiedlichen Methoden am besten klar kommen? Ich bin ja schon manchmal mit meinem einen Hund überfordert. Wenn ich nun für mehrere Hunde unterschiedlich denken müsste... ich schätze ist wie mit Kindern, oder? Man wächst an seinen Aufgaben.
Das war bei mir was, das mit der Erfahrung mit unterschiedlichen Hundetypen kam. Meine erste ganz selbst erzogene Hündin war nicht gerade einfach in der Erziehung, weil ich mit ihr nicht effektiv über Strafe arbeiten konnte. Die war nämlich kaum zu beeindrucken. Da hätte ich, um Eindruck zu schinden, zu Methoden greifen müssen, die ich niemals nutzen würde. Und selbst das hätte nach meiner Einschätzung auch nur temporären Effekt gehabt. Und auch auf Lob und Leckerchen hat sie nur gut angesprochen, wenn es gerade nix Interessanteres für sie gab.
Die war schon klasse
Und ich habs damals viel zu lange mit Strafe probiert, bis ich endlich geschnallt habe, dass es völliger Blödsinn ist, weil es a. nichts bringt und es b. keiner von uns beiden damit gut geht. Bis ich dann endlich herausbekommen hatte, wie ich sie dazu bringe, sich für das zu interessieren, was ich ihr zu sagen habe, hatte ich schon eine ganze Menge gelernt. Und hätte sie mehr als einmal gerne auf die A3 spielen geschickt ![]()
Ich hab mich dann, als sie verlässlich war, als Gassigängerin engagiert und dadurch in recht kurzer Zeit sehr unterschiedliche Hunde kennengelernt und dabei nicht nur gesehen, was es für unterschiedliche Typen gibt, sondern auch über mich gelernt, womit ich gut kann und womit nicht.
Ich guck mir das Tier an, dass da vor mir sitzt, wie es auf was reagiert. Die Theorie habe ich dabei im Hinterkopf als Leitfaden. Aber bis ich das Tier nicht kenne, habe ich kein festes Trainingskonzept. Weil ich ja noch nicht weiß, was funktioniert. Im echten Leben stehe ich dann auch nicht da und klabuster mir jedesmal raus, wo im Quadranten ich mich befinde. Ich gucke was der Hund macht, reagiere darauf, behalte das bei, was funktioniert und verwerfe das, was nicht funktioniert.
Und wenn eine Situation sich aufheizt oder blöd wird und sich (mit meinen Möglichkeiten) nur darüber lösen lässt, dass ich die Hündin da eng haltend rausführe (was Management genannt wird, aber ich hasse das Wort), dann ist das in der Anfangszeit halt so. Genau einordnen kann ich das dann immer noch, wenn ich Zeit habe, darüber nachzudenken und zu überlegen, was ich nächstes Mal besser machen kann
Das ist so im Groben mein Weg.