Beiträge von Billieshep

    Das würde die ganze Rassesache komplett aushebeln. Braucht ja keiner einen Mali mehr, wenn dieser eh nicht leicht aus der Ruhe zu bringen ist. Keiner bräuchte noch einen Herdenschutzhund, wenn er keine Angst vor Eindringlingen hätte. Wozu einen Jagdhund, der bei Wildsichtung in seinen Modus verfällt?

    Es ist nunmal großtenteils genetisch. Dann kann man sich nämlich dieses ganze neumodische Umwelt- und Alltagstraining beim Welpen einfach sparen.

    Und du verwechselst stumpf mit wesensfest. Gerade einen Mali willst du wesensfest, damit der nicht unnötig auslöst. Gerade meine beiden ganz explizit auch mannscharfen Jagdgebrauchshunden will ich wesensfest, damit die ausschließlich dann auspacken wenn die sollen, die sind nämlich im Alltag nicht so leichtführig wie die meisten Schäferhunde.

    Schau dir die Malis von Spezialeinheiten an, Krieg, Fallschirmsprünge usw. Die Hunde sind nicht aus der Ruhe zu bringen. Und ich würde meinen Jagdhunden auch übel was husten wenn die bei jeder Wildsichtung meinen würden in "Jagdmodus" fallen zu müssen.

    Genau das meine ich doch. "Wesenfestigkeit" ist extrem subjektiv!

    Von daher wäre ein Sachkundenachweis vor der geplanten Hundeanschaffung schon eher die geeignete Möglichkeit Menschen in ihrem Bewusstsein zu erreichen.

    Nein. Er macht keinen Unterschied. Ich lebe in NRW - hier muss man den für Hunde ab 20kg oder 40cm SH machen. Das Ding existiert nur, damit man sagen kann, der und der ist "fähig" ohne wirklich sicher zu stellen, dass dies auch stimmt. Ich bin mir jetzt, wo ich genauer drüber nachdenke, gar nicht im Klaren darüber wieso der überhaupt eingeführt wurde...

    Ist eigentlich auch egal, denn das Ergebnis ist ja klar.

    Bei Hunden, die große Angst vor Bodengründen, mittellauten Geräuschen, Treppen, Dunkelheit, fremden Menschen usw. haben, sollte man sich dreimal überlegen, ob sie wirklich in die Zucht gehören.

    Da würde ich auch nicht mal von Genetik sprechen. Mutti gibt halt ihren Umgang mit der Welt an ihre Welpen weiter. Wie die Welpen jeweils damit umgehen ist so verschieden, das kann man kaum vorhersehen. Aber ja, wäre ich Züchter, würde auch ich sicherlich auf eine entspannte Mutter achten. Sie muss nicht alles "richtig" machen, aber sie sollte schon mit sich selbst zurecht kommen. Rasseeigenschaften seien der Einfachheit halber mal dahin gestellt.:nicken:

    Ständige Ängstlichkeit ist mir persönlich auch oft zu anstrengend. Sowohl beim Hund als auch beim Menschen. Blöderweise besteht mein Job daraus Menschen und Hunden beim Lösen ihrer Ängste zu begleiten :ugly:. Aber privat mit einem schwerst traumatisierten Hund? Machbar, aber meine Zukunftspläne sehen anders aus. Ich versuch mich diesmal an einem "richtigen" Züchter, der Hunde nach Vorbild züchtet - auch, wenn ich im Urin habe, dass der nächste Hund ne Meise haben wird...

    Irgendwie sprecht ihr sehr technisch über Hunde.

    Wesenfestigkeit ist doch nur ein weiterer Begriff im irgendein ausgedacht es Konzept an den Mann zu bringen. Bei der Frage danach was "wesensfest" ist, hat, wie man hier lesen kann, jeder ganz eigene Vorstellungen. Die einen glauben an die unveränderliche genetische Komponente, die anderen an die Erfahrungen, die der Hund hat. Letztenendes stellt sich mir die Frage, ob es überhaupt erstrebenswert (und, in Anbetracht der verschiedenen Rassen) ist Hunde zu züchten, die alle gleich auf alle möglichen Situationen reagieren.

    Das würde die ganze Rassesache komplett aushebeln. Braucht ja keiner einen Mali mehr, wenn dieser eh nicht leicht aus der Ruhe zu bringen ist. Keiner bräuchte noch einen Herdenschutzhund, wenn er keine Angst vor Eindringlingen hätte. Wozu einen Jagdhund, der bei Wildsichtung in seinen Modus verfällt?

    Ares war Zeit seines Lebens tendenziell eher der aufgekratzte Typ, als Junghund regelrecht hysterisch. Trotzdem strahlte er eine gewisse Ruhe und Sicherheit aus. Da von Wesenfestigkeit zu sprechen, würde ja jegliche Emotionen beim Hund negieren. Ich bin auch nicht wesenfest, niemand ist wesenfest, außer die, die sich nicht verändern wollen.

    Für meinen nächsten Hund Stelle ich mir Eigenschaften vor, die ich ziemlich cool fände. Der Hund soll diskutieren können, seine Meinung sagen können, er soll melden, wenn es was zu melden gibt und vielleicht ein klein wenig "on edge" sein. Trotzdem soll er lernen können, sich zurück zu nehmen und bewusste Entscheidungen zu treffen. Ein Teil davon ist genetisch, der ist aber so verschwindend gering, dass ich da eher von meinem Mindset ausgehen muss. Welche Welt zeige ich dem Hund? Soll sie gefährlich sein? Dann gehe ich allem angespannt aus dem Weg und drehe selber in bestimmten Situationen hoch. Soll die Welt des Hundes "realistisch" sein, dann bin ich stets ehrlich zum Hund, gebe ihm Raum zu erfahren, zu erkunden und zu kommunizieren.

    Am Ende kann man dem Hund nur Ideen entgegen bringen, was er draus macht, liegt nicht in meiner Kontrolle.

    Und es vielleicht angesichts der Hundedichte sinnvoll wäre da auch in den Kindergärten und Schulen was zu zu machen ...

    Da habe ich vor ein zwei Wochen auch Mal drüber nachgedacht. Ich denke, wenn man bei Kindern bereits ein Verständnis für den Hund schafft, dass darauf hin zumindest die Wahrscheinlichkeit eines rücksichtsvollen Miteinanders höher ist. Ob Hundehalter oder Nicht-Hundehalter.

    Das sind keine Horror-Szenarien, sondern die Realität. Gottseidank hat es immer „nur“ mich selbst erwischt, aber dabei soll es auch bitte bleiben.

    Es ist deine Realität.

    Könntet ihr euch darüber vielleicht per PN unterhalten?
    Ich finde diese Diskussion hier inzwischen reichlich off topic...

    Ja das stimmt, find's auch etwas schade.

    Wie dem auch sei, um zurück zu kommen: Ich halte den Hundeführerschein weder dafür geeignet anderen Wissen "aufzuzwingen" noch die Hundehaltung an sich zu regulieren. Was im Straßenverkehr funktioniert, muss noch lange nicht beim Hund funktionieren. Gerade Hunde sind doch ein sehr emotionales Thema, anders als der (Auto)Führerschein. Da halte ich es für kontraproduktiv alle unter "Verdacht" Hunde nicht verstehen zu können, zu stellen. Das führt doch zu nichts als Misstrauen gegenüber Anderen UND dem Staat.

    BadlyConfused möchtest du mich wirklich verstehen, oder möchtest du mich einfach nur als "dumm" darstellen? Sollte letzteres der Fall sein, dann spare ich mir die Mühe mich weiterhin mit dir zu unterhalten. Musst halt nur ehrlich sein. Ich nehme es dir nicht krumm.

    Du interpretierst.
    Ich finde deine Ausführungen tatsächlich interessant, auch wenn ich sie absolut nicht teile.
    Sie erschließen sich mir immer noch nicht und ich finde sie ziemlich unlogisch und realitätsfern.
    Aber ich habe auch kein Bedürfnis das zu diskutieren, für mich war das Gespräch beendet.

    Ich Interpretiere, weil ich dir deine Gedanken aus der Nase ziehen muss. Deine Art mir zu antworten ("Interessant.") hinterlässt bei mir das Gefühl, du stellst dich moralisch und intellektuell über mich. Darauf habe ich keine Lust, deshalb frage ich dich.

    Du hast mir erst jetzt vermittelt, dass das Gespräch für dich bereits beendet war. Das wundert mich. Du hast bisher auf jede meiner Fragen reagiert. Ich wusste auch nicht, dass du kein Interesse am Gespräch hattest, vor allem hätte ich das nicht erwartet, nachdem du mir sagtest du möchtest meine Aussagen verstehen. Kommunikation funktioniert auf beiden Seiten.

    Aber gut, du scheinst alle Informationen bekommen zu haben, die du brauchst ^^

    (Kann auch sein, dass du badly confused bist, weiß man aber nicht, wenn du net drüber sprichst:ka:)