Beiträge von Solumna

    Es würde mich nicht wundern, wenn ein Gentest nicht sauber zwischen Golden und Labrador und auch Flat Coated unterscheiden kann, weil alle auf den St John's Waterdog zurück gehen. Und wenn zwar die Großeltern bekannt sind, könnte schon bei den Urgroßeltern ein Langhaar dabei gewesen sein, der dann durchgeschlagen ist. Ohne Zeitreise wird es aber wirklich schwierig da etwas zu 100% sicher sagen zu können ;)

    Kann ein Labrador sehr selten auch mal in Langhaar fallen?

    Das ist genetisch gänzlich ausgeschlossen, oder?

    Reintheoretisch ist Langhaar rezessiv ggü Kurzhaar, das heißt, dass aus Langhaar-Eltern niemals Kurzhaar-Welpen fallen können, aber bei Kurzhaar-Eltern es vorkommen kann, dass statt zweimal Kurzhaar im Gen einmal Kurzhaar und einmal Langhaar vorkommt. Treffen dann zwei Kurzhaar-Eltern, die verdeckt das Langhaar-Gen haben, aufeinander, könnten Langhaar-Welpen fallen.

    Da es Retriever in Langhaar gibt (Golden und Flat), kann ich mir vorstellen, dass ganz vereinzelt noch ein Labrador Langhaar verdeckt tragen könnte, ich würde Langhaar-Labradore in FCI Zucht nicht ausschlißen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass zufällig zwei Langhaar-Träger aufeinander treffen, ist wirklich wirklich gering. Hast du jetzt langhaarige Labrador-Welpen aus unseriöser Quelle gefunden, würde ich darauf wetten, dass da mal ein oder sogar mehrere Golden mitgespielt haben.

    Solumna Das ist so klasse von dir, danke! Was muss ich lesen um mehr zu verstehen? Ich find das gerade total spannend, will dich aber nicht mit Fragen löchern die du wahrscheinlich schon tausend mal beantwortet hast. :ops:

    Am meisten empfehlen kann ich "Die Genetik der Fellfarben beim Hund" von Dr Anna Laukner und weiteren. Unbedingt darauf achten, dass es die überarbeitete Auflage von 2021 ist. Das ist zwar teuer, aber auch ein ordentlicher Schinken und sehr angenehme Abendlektüre :hust:

    Wobei die ADBr ja kein reines rot sondern rot mit Zeichnung ist. :denker: Ist das dann noch rot, aber mit Maske?

    Jetzt gehen wir noch eine Runde tiefer in die Materie. Es gibt quasi ein rezessives Rot (das auf dem E-Lokus) und ein dominantes Rot. Bei dem dominanten Rot kann schwarzes Pigment produziert werden, aber die Verteilung des Pigments ist sehr rotlastig. Manchmal kann man das sehen, bei rezessivem Rot ist kein Haar am Hund schwarz, auch die Vibrissen nicht. Beim dominanten Rot sind die Vibrissen schwarz, das Fell über der Violschen Drüse ist fast immer dunkel, bei manchen sieht man eine dunklere Maske um das Gesicht herum oder auch das Haar am Körper kann gebändert sein.

    Hier mal ein paar Beispielsbilder von Zwergspitzen, bei denen kommt sowohl rezessiv Rot als auch dominant Rot vor:

    Rezessiv Rot

    und

    Dominant Gelb

    Es gibt auch noch ein extra Gen für die klassische Schwarze Mali-Maske, ich meine es wäre der Em-Lokus

    Beim Pinscher ist das Rot aber Ay und nicht ee.

    Tatsache, bei manchen Fotos sieht man das sogar recht gut. Womit in dem Fall das Rot und das Black and Tan auf dem gleichen Gen liegen und das Rot dominant über Black and Tan ist, also aus zwei Black and Tan Hunden fallen keine roten Welpen, aber aus zwei Roten Pinschern könnten Black and Tan fallen.

    Die rote Bracke sieht aber nach ee aus und das würde mit dem Vererbungsschema passen.

    Aufbauend auf meinen letzten Post: die Verteilung von Phäomelanin (rot) und Eumelanin (schwarz oder braun) wird dann wieder von anderen Genen bestimmt. Das heißt, dass auch die roten Bracken theoretisch Tanpoints genetisch haben, aber weil sie kein Eumelanin produzieren, sind sie komplett rot.