Straßenhund-Streuner

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  • Hallo liebes Forum!

    Wir haben einen mittlerweile schon 5-1/2-jährigen Mischling. Im Alter von ca. 8-12 Wochen haben wir den kleinen Straßenhund aus Spanien damals in unsere Famiie aufgenommen. Obwohl er so jung war, hat er einige Verhalten seines Straßenlebens noch immer nicht aufgegeben.
    Zum einen ist er nach wie vor sehr ängstlich, etwa bei Gewitter, Staubsauger, Bus fahren etc.. Wie kann man ihm das abgewöhnen?
    Auf der anderen Seite ist er keineswegs ruhig und zurückhaltend sondern sehr quirlig (er ist wohl teilweise Terrier und Windhund) und lebhaft, so dass er beispielsweise gerne wegläuft.
    Er ist sehr lieb auch zu meinen noch sehr kleinen Geschwistern, aber eben eine Mischung zwischen extrem aufgedreht und zu jedem Schabernak bereit und auf der anderen Seite wahnsinnig ängstlich.
    Wir wohnen direkt am Wald und Filou hat mehrmals täglich Auslauf. Vor unserem Garten liegt direkt eine Hundewiese und sobald ein Hund vorbei kommt, den Filou kennt, ist er weg. Wir haben in unsere Hecke einen Zaun gebaut, doch er buddelt sich unten durch oder klettert irgendwie (es ist uns ein Rätsel) darüber, es geht so schnell, dass wir schon oft nicht bemerkt haben, wenn er durch die Tür, die Hecke oder ein Fenster abgezischt ist. Er kommt immer zurück, jedoch lässt er sich damit manchmal Zeit. Er hält sich in der Gegend auf jedoch machen wir uns Sorgen, da in der Nähe eine viel befahrene Straße ist, über die er jetzt auch schon 2-3mal gelaufen ist.
    Unser kleiner Straßenhund hat auch noch so manch andere Angewohnheiten und er ist sehr clever, so dass er gerne trickst. Kennt sich irgendwer mit Streunern aus und hat einen Tipp?
    Ich freue mich auf Antworten.
    Liebe Grüße, Amela

  • Hallo,

    bzgl, dem Staubsauger mag ich dir mal einen Tipp geben, wie es vielleicht auch bei dir klappen könnte.
    Meine Süße hatte auch "tierische" Angst vor Staubsaugern,
    aber mittlerweile ist das Vergangenheit.
    Gelöst habe ich es so:

    Den Staubsauger "reingeholt".
    Da hatte sie schon etwas Angst und zog sich zurück.
    Habe sie dann mit Leckerlies angelockt,
    diese immer weiter an das Gerät und später auch auf es gelegt.
    Dann habe ich den Staubsauger angeschaltet (auf die geringste Stufe - vielleicht kannst du deinen auch regulieren?) und das selbe Spiel von vorne. Nachdem sie dann damit vertraut war habe ich den Staubsauger etwas höher gestellt und, ja, das selbe Spiel von vorne gemacht.
    Mittlerweile weiß sie, dass dieses "Ding" für sie keine Gefahr ist.

    Grüße und viel Erfolg!

  • Ich glaube das Grundproblem ist, dass Ihr die Verhaltensweisen Eures Hundes quasi mit seiner Vergangenheit entschuldigt.

    Ich hab auch ´ne Hündin aus Spanien, die wohl auf der Straße geboren wurde und dann noch als Welpe ins Tierheim kam, wo sie bis zu ihrem 6. Lebensmonat im Rudel gelebt hat.

    Auch ich habe z.B. das Fressen von der Straße, das nicht auf Rückruf reagieren usw. mit dieser Vergangenheit entschuldigt. Das ist mir im Prinzip erst vor einigen Wochen richtig klar geworden. Seitdem ich nicht mehr für alles eine Entschuldigung in ihrer Vergangenheit suche, läuft irgendwie alles besser.

    Das ist das eine.

    Zum anderen brauchen Hunde klare Grenzen. Euer Hund scheint gelernt zu haben, dass es Spaß macht sich ohne seine Menschen draußen rumzutreiben. Das würde ich absolut nicht mehr zulassen. Heißt also, dass er bei mir nicht alleine in den Garten dürfte und beim Spaziergang an der Leine wäre. Auf jeden Fall würde ich den Rückruf an der Schleppleine festigen.

    Als Ausgleich dazu müsst Ihr aktiv mit dem Hund werden. Sucht Euch irgendwas, was Euch und dem Hund zusammne Spaß macht. Das kann ein Sport sein (Obedience, Dummy, ZOS oder so), das können aber auch Suchspiele draußen im Feld sein. Euer Hund muss lernen, dass es toll ist, was mit Euch zusammen zu machen.

    Zur Problematik mit Staubsauger, Bus und Co:
    Zum Staubsauger hast Du ja schon einen Tipp bekommen. Meine Maus hasst den Staubsauger auch, allerdings habe ich es so gelöst, dass ich sie jeweils auf den Platz im Wohnzimmer schicke, wo ich grade nicht staubsauge. Ansonsten mache ich keinerlei Aufhebens drum.
    Zum Busfahren würde ich ihn einfach öfter mitnehmen. Immer mal wieder einfach eine Station fahren. Darum auch keinerlei Aufhebens machen, Hundi nicht betüddeln oder trösten. Es ist ganz normal. Ich weiß, das ist schwierig, fällt mir auch immer noch total schwer, aber ich versuche es zumindest und je ruhiger und entspannter ich bin desto entspannter ist auch mein Hund.

  • Danke schon mal für die Antworten. Die "Staubsaugerübungen" werden wir ausprobieren!
    Das ist ja lustig, dass Euer Hund auch aus Spanien kommt und unserem unglaublich ähnlich sieht! Aus welcher Ecke stammt sie denn, wenn ich fragen darf und wie lange habt ihr sie schon?
    Das seltsame bei unserem Hund ist, dass er beim Spaziergang im Wald eigentlich noch nie wirklich weit von uns fortläuft... deshalb können wir ihn auch freilaufen lassen, aber eben nur, wenn wir dabei sind.
    Ich habe von solchen Halsbändern gehört, wo auf Knopfdruck Wasser rauskommt. Hat jemand schon Erfahrung damit gemacht?
    Filou ist sehr wasserscheu und ich könnte mir schon vorstellen, dass es ihm eine Lehre wäre, nicht nocheinmal über den Zaun zu klettern. Aber anderseits, tut das dem hund irgendwie weh oder ist extrem unangenehm?
    Ich möchte meinen Kleinen ja auch nicht zu sehr verärgern und verschrecken :)
    Liebe Grüße, Amela

  • Bitte nicht mit so einem gefährlichen Blödsinn wie Sprühhalsband anfangen!!!!

    Gerade bei ängstlichen Hunden ist sowas nicht ohne.
    Arbeitet vernünftig an der Erziehung wie von meinen Vorpostern geschrieben, such dir eine gute Hundeschule, dann klappt das schon.
    Es kostet halt Mühe einem Hund solche, über lange Jahre gefestigten Verhaltensweisen abzutrainieren, diese "Erziehungshilfen" und wie sich der Mist nennt sind dafür ungeeignet, auch wenn die Hundenanny das im TV immer so gerne zeigt.

  • Meggie kommt aus Socuellamos, ca. 200km südöstlich von Madrid, ist jetzt 2 1/2 und wir haben sie seit knapp 2 Jahren.

    Von Sprühhalsbändern halte ich absolut gar nichts, schon gar nicht für diesen Zweck.

    Ich würde den Hund nicht mehr alleine in den Garten lassen und ihm ein Abbruchkommando beibringen.

  • Zitat

    Ich glaube das Grundproblem ist, dass Ihr die Verhaltensweisen Eures Hundes quasi mit seiner Vergangenheit entschuldigt.

    Da kann ich mich nur anschließen. Ich habe eine Hündin aus Rumänien die ein Problem mit fremden Menschen, vor allem Männern hat. Die werden gnadenlos verbellt, während sie dabei rückwärts geht...
    Ich dachte also der arme Hund, hat so eine Panik vor Männern. Und habe das unbewusst auch meinem Hund vermittelt. Bis ich meine Einstellung geändert habe. Was war das war und ich kann es nicht ändern. Aber Mitleid hilft nicht. Seit ich meine Hündin in solchen Situationen souverän führe und ihr sage was ich möchte ist es viel besser geworden.
    Wenn euer Hund also Angst habt, bleibt selbst gelassen und gebt dem Hund eine Alternative zu tun. (Euch anschauen, Sitz oder Platz, ...) Dazu sollten die Kommandos die benötigt werden natürlich gut sitzen - wie sieht es mit dem Grundgehorsam bei euch aus?

    Um zu verhindern, dass euer Hund selbstständig spazieren geht, würde ich ihn erst mal nicht mehr alleine in den Garten lassen. Dann kannst du verhindern, dass er sich dem Zaun nähert (Nein und abrufen) und abhaut. Evtl. wenn der Abruf nicht zuverlässig sitzt auch mit Schleppleine gesichert.

    Ich bin ganz ehrlich (habe ja den gleichen Fehler gemacht ;) ): Ich glaube nicht, dass diese Unarten an seiner Straßenhundherkunft liegen, sondern an eurer Erziehung.
    Vor allem bei so einer Rassemischung muss man dementsprechend mit dem Hund arbeiten.

  • Hallo,
    vielen Dank für die weiteren Tipps. Gut, dass ich ein paar Meinungen zu dem Sprühhalsband gehört habe, bevor ich da einen Fehlkauf hätte machen können ;) Ich werde Filou dieses Ding ersparen :)

    Ich räume gerne ein, dass bestimmt auch ein paar "Erziehungsfehler" dabei sind... ist ja auch unser erster Hund :) und ich freue mich über Anleitungen und Ratschläge.

    Also das Problem ist, dass Filou eigentlich die Kommandos von allen Familienmitgliedern befolgen sollte. Er hat seine Bezugspersonen (meine Mutter und ich) aber wir sind halt auch nicht immer da, wenn mal die Haustür geöffnet wird.
    Der Grundgehorsam funktioniert bei meiner Mutter und mir sehr gut. Also auf "Sitz", "Platz", "Aus", "Nein", "Komm" etc. (und dieverse Kunststücke) hört er bei uns sehr zuverlässig. Nur, sobald wir nicht da sind- oder außer riech- und hörweite, probiert er gerne aus. Vor unseren Augen läuft er nicht weg und macht auch sonst keinen Blödsinn. Wie bringe ich ihm bei, dass er in unserer Abwesenheit keine Dummheiten macht?

    Also an die Schleppleine nehmen, klappt leider nicht, denn wenn er dann draußen etwas hört oder riecht, klettert er auch mit schleppleine über den Zaun- und das ist sehr gefährlich. Dann wird er wohl vorerstmal nicht in den Garten dürfen.
    Was genau versteht man denn unter Abrufkommandos? Also "nein" und "Aus" oder noch etwas anderes?
    lillameja, mich würde interessieren, wie du auf deine Hündin in ihren Angstsituationen eingewirkt hast. Mit Kommandos oder Gesten? Weil an Filou kommt man dann nur sehr schwer ran...

  • Wenn Schleppleine dran, dann natürlich nur so, dass er damit nicht über den Zaun klettern kann. Sprich, dann ist die Schleppi in der Hand oder zumindest in Reichweite.

    Im Prinzip kannst Du ihm nicht beibringen, dass er bei den anderen Familienmitgliedern keinen Blödsinn machen soll, sondern das müssen sie selber in die Hand nehmen. Das bezieht sich natürlich nur auf Erwachsenen und evt. Jugendliche, Kinder sollten mit dem Hund nicht alleine sein.

    Aber wenn er bei Dir und Deiner Mutter gut hört, dann ist das doch schonmal prima.

  • Zitat


    lillameja, mich würde interessieren, wie du auf deine Hündin in ihren Angstsituationen eingewirkt hast. Mit Kommandos oder Gesten? Weil an Filou kommt man dann nur sehr schwer ran...

    Wenn Mia sich einmal "reingesteigert" hat, ist an sie auch kein herankommen mehr. Also ist es für mich wichtig schon vor dem Hund zu agieren. Wichtig war aber mein Verhalten zu ändern. Ein Beispiel: Es kommen zwei Männer direkt auf uns zu. Früher war meine Reaktion innerlich "Ohoh, gleich wird Mia losbellen und die Krise kriegen...".
    Heute bleibe ich cool, nehme sie zu mir, fixiere sie mit Schau auf mich und laufe gelassen vorbei. Wenn mich jemand nach dem Weg frägt lege ich den Hund ein paar Schritte entfernt ab und unterhalte mich ruhig. Früher hätte ich versucht gleichzeitig den Hund ruhig zu bekommen (hoffnungslos) und den Weg zu erklären.

    Das zweite ist, das ich einen Weg gesucht habe, wie ich sie in ihrer "Krise" noch ansprechen kann. Bei ihr geht es am Besten mit Körperkontakt. Entweder nur leicht anstupsen oder auch mal ruhig festhalten. Aber eben nie hektisch reagieren, das funktioniert nicht.

    Es gibt sicher tausend Wege, aber wir gehen im Moment diesen. :smile:

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