Besuchshund im Altenheim

  • Hallo zusammen,
    schon lange überlege ich, wie ich mich wieder ehrenamtlich engagieren könnte. Bevor wir umzogen habe ich älteren und kranken Menschen ehrenamtlich im Haushalt geholfen, jetzt fehlt mir so eine Aufgabe. Nun habe ich einen Artikel über Besucherhunde in Altenheimen gelesen und war sofort begeistert. Ich selber habe einen bald einjährigen Rüden. Er ist ein Mix aus Jack-Russell und Langhaardackel und ein bisschen Spitz. Mir ist schon oft aufgefallen, dass er auf ältere Menschen eine sehr positive Wirkung hat. Hier in der Nachbarschaft lebt ein demenzkranker Mann. Wenn er draußen sitzt, starrt er die meiste Zeit nur vor sich hin, aber wenn ich mit Jeppe vorbeigehe, dann freut er sich total, streichelt ihn und erzählt ihm etwas. Jeppe lässt sich das alles auch gefallen, er ist sehr freundlich zu menschen, nicht stürmisch aber auch nicht ängstlich, daher denke ich, könnt das mit ihm klappen. Jetzt habe ich bereits gelesen, dass die Hunde natürlich getestet werden und einen guten Grundgehorsam haben müssen. Meine Frage ist: Wie alt muss ein Hund sein, um damit anfangen zu können? Und kennt ihr Organisationen, die sowas unterstützen? Ich wohne in Göttingen. Oder kann man auch direkt bei Altenheimen anfragen?

  • Ab welchem Alter das möglich ist ist von Verein zu Verein unterschiedlich. Ich selber mache mit meiner Hündin eine Therapiehundeausbildung, Besuchshund includiert
    Sonst kenne ich noch 2 Vereine:
    Tiere Als Therapie (Prüfung kann ab 18 Monaten abgelegt werden)- da mache ich die Ausbildung
    Tiere helfen Leben

  • Benutz doch einfach mal die allseits bekannte Suchmaschine.


    Auf unzähligen Seiten erfährst Du, welche Anforderungen an das Mensch-Hund-Team gestellt werden und wo Du eine Art Ausbildung zum Besuchshund absolvieren kannst.


    Gaby, Idefix und ihre schweren Jungs

  • Mal meine Erfahrung:


    Karli geht als Besuchshund mit ins Pflegeheim. Seltener mit mir selber, eher mit meinem Hundetrainer. Karli hat keine Ausbildung zum Besuchs oder Therapiehund, die jetzt ja allseits in Mode kommen. Er ist einfach dafür geeignet und wurde quasi mitgenommen. Er macht seine Sache auch gut, aber Du mußt Dir auch im klaren sein, dass gerade ein Tag im Pflegeheim für den Hund recht anstrengend ist. Gehe ich auf eigene Faust in ein Heim (ein bestimmtes Heim fragt bei mir hin und wieder an), dann sag ich von vornherein, dass ich max. 2h bleibe, weil ich einfach weiss, dass er danach platt ist.


    Du mußt Deinen Hund einfach richtig einschätzen können. Es kann Dir passieren, dass im Heim sachen passieren, die Du nicht vorraus sehen konntest, dass Leute anders reagieren, als du vielleicht denkst, dass dein Hund anders reagiert, als auf der Straße (bei karli ist es genau umgedreht, es gibt einige Schemen von Personen, wo ich wüßte, dass er auf der Straße hochgehen würde, im Pflegeheim jedoch nicht). Aber dass allerwichtigste an der Sache ist vor allem, ob Du dafür geeignet bist. Du mußt selber auch mit alten Menschen kommunizieren können, mal witzig sein können, mal einfühlsam, halt einfach auf alte Menschen offen zugehen können, auch wenn diese sich z.b. wörtlich nicht mehr verständigen können.


    Bei Fragen, einfach Fragen ;)

  • Zitat

    Mal meine Erfahrung:
    Du mußt Deinen Hund einfach richtig einschätzen können. Es kann Dir passieren, dass im Heim sachen passieren, die Du nicht vorraus sehen konntest, dass Leute anders reagieren, als du vielleicht denkst, dass dein Hund anders reagiert, ...


    Darum finde ich es wichtig eine Ausbildung dafür zu machen, es gibt Kurse da wird der Hund schrittweise mit dem "Fachgebiet" vertraut gemacht. Man kann auch schwer daheim üben wie der Hund auf Rollstühle reagiert, das ganze Umfeld, auf plötzliche Umarmungen, Geräusche, ... Auch wird man da als Halter aufgeklärt, man übt wie man sich in bestimmten Situationen verhält.


    Und du/ Trainer hast deinen Hund einfach mitgenommen? Vielleicht haben ja die meisten Besuchshunde keine Ausbildung, aber das wär mir ganz neu. Wie wollen denn die Heimleiter wissen ob der Hund qualifiziert ist und im Zweifelsfall nicht doch zuschnappt? Mir wär das zu riskant

  • Zitat

    Darum finde ich es wichtig eine Ausbildung dafür zu machen, es gibt Kurse da wird der Hund schrittweise mit dem "Fachgebiet" vertraut gemacht. Man kann auch schwer daheim üben wie der Hund auf Rollstühle reagiert, das ganze Umfeld, auf plötzliche Umarmungen & Geräusche in dieser Atmosphäre, ... Auch wird man da als Halter aufgeklärt, man übt wie man sich in bestimmten Situationen verhält.


    Und du/ Trainer hast deinen Hund einfach mitgenommen? Vielleicht haben ja die meisten Besuchshunde keine Ausbildung, aber das wär mir ganz neu. Wie wollen denn die Heimleiter wissen ob der Hund qualifiziert ist und im Zweifelsfall nicht doch zuschnappt? Mir wär das zu riskant

  • Zitat

    Darum finde ich es wichtig eine Ausbildung dafür zu machen, es gibt Kurse da wird der Hund schrittweise mit dem "Fachgebiet" vertraut gemacht. Man kann auch schwer daheim üben wie der Hund auf Rollstühle reagiert, das ganze Umfeld, auf plötzliche Umarmungen, Geräusche, ... Auch wird man da als Halter aufgeklärt, man übt wie man sich in bestimmten Situationen verhält.


    Ist schon richtig, aber ich denke, man kann theorethisch alles durchexzerzieren, aber praktisch ist es einfach ein unterschied, da kann ich noch soviele kurse besucht haben und dennoch kann es situationen geben, welche nicht vorhersehbar sind. Eine Garantie gibt es m.e. in beiden fällen nicht.


    Zitat

    Und du/ Trainer hast deinen Hund einfach mitgenommen? Vielleicht haben ja die meisten Besuchshunde keine Ausbildung, aber das wär mir ganz neu. Wie wollen denn die Heimleiter wissen ob der Hund qualifiziert ist und im Zweifelsfall nicht doch zuschnappt? Mir wär das zu riskant


    Ja, wenn man ein guter Hundetrainer ist und sich darüber hinaus auch mit der Materie beschäftigt, wie man mit den einzelnen Menschengruppen umgeht, ist das durchaus möglich. Hier gibt es übrigens kaum wirklich ausgebildete besuchshunde, oftmals bieten diese ehrenamtliche tätigkeit leute von rettungshundestaffeln oder anderen vereinen an. Ich denke einfach, wenn man seinen hund wirklich gut einschätzen kann, dann ist diese ganze sache auch ohne ausbildung möglich. Wer gibt dir übrigens die garantie, dass ein ausgebildeter hund im zweifelsfall nicht auch zuschnappt?

  • Das stimmt natürlich dass es nie eine Garantie gibt, es sind immerhin Lebewesen. Nur ich denke dass mit einer Ausbildung das Risiko so gering wie möglich gehalten wird.


    Was anderes:
    Stellen wir uns vor ein Hund schnappt zu, würde das eigentlich einen Unterschied machen ob dieser Hund eine Ausbildung hätte oder nich? Das würd ich nämlich interessant finden.


    Sollte auch gar nix gegen die Hunde & Herrchen sprechen, die wirklich gutmütig, lieb und geeignet sind sondern gegen die, die ihren Hund eben falsch einschätzen, ihn nicht unter Kontrolle haben. Da könnte ja jedermann mit seinem Hund auf alte Leute losgelassen werden... Solange das ganze über Vereine läuft ist das ja OK.


    Zitat

    Ja, wenn man ein guter Hundetrainer ist und sich darüber hinaus auch mit der Materie beschäftigt, wie man mit den einzelnen Menschengruppen umgeht, ist das durchaus möglich


    Das habe ich nicht gewusst :ops:

  • Zitat

    Was anderes:
    Stellen wir uns vor ein Hund schnappt zu, würde das eigentlich einen Unterschied machen ob dieser Hund eine Ausbildung hätte oder nich? Das würd ich nämlich interessant finden.


    Soviel ich weiss, macht das keinen unterschied, vielmehr macht es einen unterschied, ob du das ganze gewerblich, ehrenamtlich, in einem verein oder privat machst.


    Gewerblich: sollte man auf jeden fall eine Haftpflicht haben, die den beruflichen umfang abdeckt.
    ehrenamtlich im rahmen einer vereinstätigkeit: da bin ich mir nicht ganz sicher, ob dann die vereinshaftpflicht zurande gezogen wird, oder die private halter haftpflicht.
    privat: zumindest von meiner versicherung weiß ich, dass ich in diesem fall auch abgedeckt bin, solang ich meinen hund führe, dass heim, wo ich mit karli allein hingehe verlangte auch vor dem ersten besuch den nachweis der haftpflichtversicherung, was ich durchaus gerechtfertigt finde.

  • danke für eure antworten. zunächst einmal hab ich die suchfunktion bereits genutzt und mich auch schon im internet anderweitig schlau gemacht, aber so ganz blicke ich eben noch nicht durch, daher mein thread an dieser stelle. zur zeit ist jeppe noch etwas zu jung, denke ich und wenn dann würde ich mit ihm schon gerne so eine art ausbildung machen. das problem ist, dass ich hier in der gegend bisher keine organisation oder hundeschule gefunden habe, die sowas anbietet. allerdings habe ich einen hundetrainer, der tierpsychologie studiert hat und wirklich super klasse ist. wäre der auch für sowas geeignet, also könnte ich mich wohl an ihn wenden oder bilden ausschließlich solche organisationen wie tiere helfen menschen aus? wie gesagt, noch bin ich am überlegen!

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