Leicht gestreßter Aussie - Blutwerte aufschlussreich?

  • Hallo!

    Der Aussie einer Freundin ist verhaltensauffällig. Er ist kastriert, bei Begegnungen mit anderen Rüden eher unsicher und gestreßt, insgesamt leicht hochfahrend und an der Leine immer auf 180, wenn er einen anderen Hund sieht. Die Freundin macht viel mit ihm, überstrapaziert ihn aber nicht. Ist ein Hund eher unterwürfig, geht er ihn an, ist der andere selbstbewußt, macht er nichts.

    Ich kenne den Hund nun schon eine ganze Weile und sein VErhalten ist einfach nicht genau einschätzbar. Ich finde ihn in vielen Situationen viel fahriger, als es da okay wäre. Solche Fahrigkeiten hatten bei anderen Hunden oft mit Stoffwechselstörungen zu tun.z.B. Getreideunverträglichkeiten. Die Freundin hat nun eine große Blutuntersuchung machen lassen, weil sie auch schon seit Monaten den Eindruck hat, dass seine Art auf eine Stoffwechselstörung zurückzuführen ist. Das Blutbild war unauffällig bis auf drei Werte:

    Alkalische Phosphatase ist bei 22, der Normalwert sollte unter 81 liegen.
    A-Amylase liegt bei 480, Normalwert sollte unter 3250 liegen, er ist also eklatant niedriger.
    Lipase bei 18.1, Normalwert unter 300, also auch recht niedrig.

    Die TA meint, das sei alles noch normal, mit kommt es aber doch sehr niedrig vor.

    Wenn ich googel, dann bekomme ich bei allen drei Werten immer wieder das die Begriffe Leber, Bauchspeicheldrüse etc. . Es gibt ja nicht umsonst das Sprichwort "dem ist eine Laus über die Leber gelaufen". Können diese niedrigen Werte etwas mit seinem unberechenbaren Verhalten zu tun haben?

    Ich habe selber einen Hund, der nur mit einer Spezialdiät (50% mageres Hähnchenfleisch, 50% gekochtes Gemüse, großer Kartoffelanteil, außerdem noch Milchzucker, um die Proteinaufnahme noch weiter zu senken, außerdem tägl. eine Tablette Cani-Vit) gut zu haben ist. Hat lange dauert, bis wir das rausgefunden haben.

    Ich hoffe nun, dass uns jemand helfen kann herauszufinden, was der Aussierüde (1,5 Jahre alt) hat. Bitte keine Hinweise wie "geht mal zur Hundeschule", oder "der hat keine Führung" oder so. Das spielt sicher inzwischen auch eine Rolle, weil sein Frauchen natürlich durch das Verhalten gestreßt ist, aber trotzdem sind wir uns sicher, dass es eine körperliche Ursache für diesen Streß beim Hund gibt,

    Bachblüten haben wir schon probiert, hat aber nichs gebracht. Vielleicht ist es ja wirklich ein Leberschade, der diagnostisch noch nicht genau zu erkennen ist, sich aber bereits auf das Verhalten auswirkt.

    Der Hund wird mit Dosenfutter ernährt, der Anteil an Kohlenhydraten wie Gemüse etc. ist aber sehr gering. Auch bekommt er wenig Knochen bzw. Knochenmehl, allerdings jeden Tag frisches Leinöl mit Quark.

    Wer kennt sich in der Labordiagnostik und den passenden VErhaltensauffälligkeiten aus und hat eine Idee? Uns wäre schon geholfen, wenn Ihr jemanden wüßtet, der da Spezialist ist.

    Lieben Gruß von

    Wonda

  • Zitat


    Alkalische Phosphatase ist bei 22, der Normalwert sollte unter 81 liegen.
    A-Amylase liegt bei 480, Normalwert sollte unter 3250 liegen, er ist also eklatant niedriger.
    Lipase bei 18.1, Normalwert unter 300, also auch recht niedrig.

    Die TA meint, das sei alles noch normal, mit kommt es aber doch sehr niedrig vor.

    recht hat er der tierarzt :smile: die normwerte gehen von 0 bis... also diese drei werte sind absolut unauffällig...

    hat der auus denn einen "job"?

  • Zitat

    hat der auus denn einen "job"?

    Das wollte der TS zwar nicht hören, aber diese frage stellte sich mir auch beim Lesen des Threads.

    Es liest sich so, als sei der Aussie nicht ausgelastet.

    Leider kenne ich einige Exemplare dieser Rasse, die ähnlich reagieren, weil sie keine adäquate Beschäftigung haben

  • Hi,

    Zitat

    Sowas könnte aber auch genau das Gegenteil sein! Aussies müssen auch Ruhe lernen!

    Soweit ich weiß, sind die drei Werte, wie schon erwähnt, immer von 0 bis ... angegeben. Ist also normal, dass sie so niedrig sind. Bei Werten, bei denen ein Mindestwert nicht unterschritten werden sollte, wird der Normbereich in der Regel auch mit "von ... bis ..." angegeben.

    Eine medizinische Ursache ist natürlich nicht ausgeschlossen.
    Warum seid ihr euch denn so sicher, dass es was medizinisches ist?

    Es gibt viele Aussies, die gestresst sind durch zu viele Außenreize (z.B. laute Umgebung, kleine Kinder etc.) oder Überbeschäftigung, wobei du ja schreibst, dass er nicht überstrapaziert wird.

    lg,
    SuB

  • Hallo,

    gesundheitlich würde ich dringend die Schilddrüse testen lassen.
    Ganz wichtig, es müssen 5 Werte genommen werden als Mininum. Die meisten Tierärzte bestimmen nur 3.

    Bestimmt werden sollte:
    T4
    freies T4
    T3
    freies T3
    TSH

    Wenns noch drin ist Cortisolspiegel und TAK bestimmen lassen.

    Und meine Vorrednerin hat völlig recht, Aussies müssen auch Ruhe lernen.
    Ich würde mit ihm eher ruhige Sachen machen wie Nasenarbeit.

    Keine extremen Sachen, die noch zusätzlich hoch pushen wie Bälle jagen, Hetzspiele, etc.


    Alles Gute.

    Gruß Regine

  • Der Aussie ist gut ausgelastet, aber nicht hochgepuscht. Sie macht viel Nasenarbeit mit ihm, er ist zuhause auch sehr zufrieden und auf den Gassigängen aufmerksam, aber nicht hektisch. Eigentlich aber auch sehr unsicher. Aber es kam jetzt auch raus, dass sein Vater eine Schilddrüsenunterfunktion hat und dadurch einmal total durchgetickt ist und zugebissen hat. Auf die Schilddrüsenwerte wartet die Freundin noch, kommen aus einem Labor in den USA.

    Der Aussie ist deshalb auffällig, weil sein Verhalten so uneinschätzbar ist. Ich kenne durchgeknallte Aussies, aber er ist anders. Eigentlich ein sehr lieber Kerl, sehr lernfreudig, konzentriert, aber eben bei manchen Reizen dann äußerst hektisch. Und schnell gestreßt, er bellt dann viel.

    Na, warten wir mal die Schilddrüsenwerte ab.

    Lieben Gruß von

    Wonda

  • Hi,

    Zitat

    Aber es kam jetzt auch raus, dass sein Vater eine Schilddrüsenunterfunktion hat und dadurch einmal total durchgetickt ist und zugebissen hat. Auf die Schilddrüsenwerte wartet die Freundin noch, kommen aus einem Labor in den USA.

    Ach, kommt der Hund aus den USA? Sind das ältere Werte?
    Ich persönlich wäre mir bei der Sache sicherer, wenn ich das selbst bei einem Tierarzt, dem ich vertraue nochmal testen ließe. Dann weiß man wenigstens sicher Bescheid.

    lg,
    SuB

  • Ach, kommt der Hund aus den USA?

    Faß ich jetzt mal als Scherz auf...

    Die Proben wurden in die USA in ein Speziallabor geschickt.

    Sind das ältere Werte?

    Nee, das Blut wurde vor ca. 2 Wochen abgenommen.


    Ich persönlich wäre mir bei der Sache sicherer, wenn ich das selbst bei einem Tierarzt, dem ich vertraue nochmal testen ließe. Dann weiß man wenigstens sicher Bescheid.

    Der TA schickt es ja auch nur ins Labor. Und der Aussie regt sich beim Blutabnehmen derart auf, dass er immer eine leichte Narkose braucht.

    Aber aus welchem Labor die Werte kommen steht hier ja auch gar nicht zur Diskussion.

    Gruß

    Wonda

  • Hallo!

    Die Tests in den USA sind teuer aber sehr gut.
    Wobei ich nicht weiß, ob eine 2 Wochen alte Probe das übersteht, achtet bei den Befunden drauf, ob da was steht, ob die Probe hämolytisch war.

    Gerade das uneinschätzbare Verhalten deutet auf eine SDU hin.
    Ich finde gut, dass ihr das testen lasst.

    Ich hab auch einen Schildi, allerdings war der schon so lang unterversorgt mit Hormonen, dass es bei ihm subklinisch war, das heißt, er war träge, dicklich und hat Wasser eingelagert.
    Seit der Gabe von Forthyron hat sich das alles deutlich verbessert.

    Gruß Regine

  • Hi,

    Zitat

    Ach, kommt der Hund aus den USA?

    Faß ich jetzt mal als Scherz auf...

    Die Proben wurden in die USA in ein Speziallabor geschickt.

    Ach, sorry, dann hab ich das total falsch verstanden! Aussies werden ja relativ häufig aus den USA importiert, weil die Rasse dort einfach viel häufiger ist und gerade in der Zucht ist das eigentlich ganz normal, dass Leute Aussies importieren lassen. War kein Scherz, ich hab das wohl völlig falsch aufgefasst. :headbash:
    Ich dachte wirklich, der Hund wäre importiert wordne und vorher wäre Blut abgenommen worden und die Untersuchungsergebnisse von damals wären angefordert wordne und noch nicht da. Nochmal sorry! :gott:

    Dass der TA das Blut auch an ein Labor schickt, ist mir schon bewusst. Wie gesagt, dachte es handelt sich um ein älteres Blutbild.
    Mir war nur nicht bekannt, dass das Blut in die USA geschickt werden und dort untersucht werden kann...

    Gut, dann isses ja alles etwas anders als ich erst dachte ;)

    Dann denke ich heißt es jetzt warten und sehen, was die Blutwerte sagen.

    lg,
    SuB

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