Aus Spiel wird Ernst

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  • Hi, meine 4 Jährige, kastrierte Mischlingshündin Froggi kann eigentlich ganz gut mit so ziemlich allen Hunden, egal welcher Rasse, Grösse Geschlecht, aber bei Junghunden und; meines Erachtens nach, unsicheren Hunden(vorallem weibchen) kann aus dem Spiel schnell Ernst werden. Froggi ist selbst eher Dominant und hat einen starken Willen, doch respektiert sie andere Dominante Weibchen und Rüden sehr und hält den nötigen Abstand.

    Hier ein Beispiel das jetzt auch schon einige Monate her liegt:
    Ich bin wie jeden Tag mit Froggi am Fluss, auf der Wiese in unserer Stadt am spazieren und treffe eine nette junge Dame mit einem 3 Jahre alten Labrador Weibchen. Beide sind abgeleint, begrüssen sich stürmisch und scheinen sich auf Anhieb sympathisch zu sein. Sie spielen so zirka 10 Minuten lang Fangen und messen ihr Kräfte...also ganz normal eigentlich. Und dann, von einer Sekunde auf die andere, scheint Froggi "grundlos durchzudrehen" und verbeisst sich zuerst in den Hals der Labrador Hündin wirft sie auf den Rücken und lässt nicht mehr los...ich renne natürlich sofort hin, schnappe mir ein Vorder- und Hinterbein von Froggi und reisse sie zu Boden, worauf sie sich dann los reisst um sich danach in das Ohr der Labrador Hündin zu verbeissen...da sie diesmal nicht mal mehr los lässt nachdem sie auf dem Boden liegt, reagiere ich mit einem Tritt in ihren Hintern, worauf sie dann los lässt und ich ihr Halsband zu fassen kriege und sie von der andere Hündin entfernen kann. Die Junge Dame und ich sind natürlich beide total schockiert wegen dem was da gerade passiert ist und haben beide keine Ahnung wie es dazu kam und sahen auch keine Anzeichen von steigender Aggression oder ähnlichem.
    Ergebnis von Froggis "Aussetzer": Eine 1cm Wunde am Hals und ein 3cm langer Riss im Ohr der Labrador Hündin :sad2:

    Ich habe mich dann am nächsten Tag sofort an einen Hunde-Profi für Problem-Hunde(speziell für Listen-Hunde) gewendet und 3 Privat-stunden gebucht und absolviert um herauszufinden, was der Grund für diese spontanen Reaktionen von Froggi sein könnten. Doch leider haben wir gar nichts feststellen können. :/
    In den 2 Jahren, die Froggi jetzt bei mir ist, ist sowas 3 mal vorgekommen. Was in den ersten 2 Jahren ihres jungen Lebens alles passiert ist, weiss ich nicht genau. Ich weiss nur, dass sie mit mehreren Hunden(Eltern/Geschwister) aufgewachsen ist und gelebt hat, bis sie zu mir gekommen ist. Sie sollte in demfall ja eigentlich gut sozialisiert sein.
    Ich bin mit meinem Latein am Ende und will auf keinen Fall, dass sowas mochmal passiert. Vielleicht hat/hatte ja jemand von euch das gleiche Problem und weiss Rat oder hat eine Idee :smile:
    mfG Marco & Froggi

  • Hi...

    Was für eine Mischung ist es denn?
    Leider nur so vage aus der Entfernung: ich glaube, du hast keine Problemhündin...

    Auch wenn du das Gefühl hast, ihr Verhalten anderen Hunden gegenüber kündigt sich nicht an, so kann man mit etwas Training "auffälliges" (nicht aggressives!) Verhalten bei Hunden im Spiel schon beobachten, bevor die Lage eskaliert.
    Ich kann dir für die Theorie zwei tolle Bücher empfehlen:
    "Calming Signals - Die Beschwichtigungssignale der Hunde von Turid Rugaas"
    "Dieter Eichler :So folgt mein Hund mit Freude: Die besten Tricks der Hundepsychologen".

    Wenn du schon ahnst oder weisst, das deine Hündin dominanter ist, versuche im Bekanntenkreis mit Hunden die ihr beide kennt, ihr Verhalten im Spiel und Sozialkontakt genauer zu beobachten, damit du in Zukunft brenzligen Situationen vorbeugen kannst, in dem du sie nach einem kurzen Spielchen mit den anderen Hunden zu dir rufst und entspannt weiter gehst, mit ihr spielst, Suchspiele oder Gehorsamkeitsübungen machst etc..
    Ich weiß nur, das man es in solchen Situationen, wie du sie beschreibst, mit "Schimpfen, Zerren, Treten (räusper!!!)" nicht verbessert, der Hund wird das immer mit dem anderen Hunden verbinden und nicht mit der Gesamtsituation. Beim nächsten Mal wird gleich fixiert, gedroht oder schlimmeres.
    Wenn es garnicht geht mit bestimmten Hunden, leine deine Kleine an wenn du die Hunde vorher siehst und lauft einen Bogen. Keine Konfrontationen.

    Ich bin leider kein Profi, hab selbst meinen ersten Hund und viele Fragen, aber ich wünsche euch beiden viel Erfolg :smile:

  • Danke erstmal für deine Antwort! :smile:
    Froggi ist eine AmStaff x Ridgeback x Cane Corso Mischlingshündin.
    Die Sache mit dem "Tritt" war die einzige Möglichkeit, in dem Moment, schlimmeres zu verhindern und hat dann ja auch geklappt. Ich wende sonst in der Erziehung gar keine "Gewalt" an. Konsequenz und Disziplin ja, Gewalt nein.
    Ich kann(meiner Meinung nach) Froggis Gesten und Zeichen gut und früh ablesen. Aber ich werde auf jeden Fall in meinem Freundeskreis fragen, ob jemand das "Calming Signal" Buch hat, ansonsten bestell ich es mir! Ich lerne sehr gerne Neues dazu. :gut:
    Ich hatte vor ihr einen unkastrierten Bullterrier Rüden und nie Probleme mit ihm. Leider musste er mit 2 1/2 Jahren wegen eines Gehirn-Tumors eingeschläfert werden. :sad2:
    Sogar der Hundeprofi konnte kein "ausergewöhnliches" Verahlten feststellen. Einzig ihre starke Dominanz, wofür aber alle 3 Hunde ihrer Mischung bekannt sind.
    Hier in Basel haben wir leider sehr scharfe Gestze was "Listen-Hunde" und Mischungen daraus angeht...Auf der einen Seite verstehe ich es, da es manchmal der einzige Weg ist, diese Hunde davor zu schützen in die falschen Hände zu geraten und die Öffentlichkeit zu schützen...doch leider schüren solche "Gesetze" und Zeitungs- und Fernsehartikel auch Hass, Angst und Vorurteile, welche Leute wie ich und viele andere Halter dann zu spüren bekommen. Da werden also alle Hunde dieser Rassen pauschalisiert und wenn ein SOLCHER Hund zubeisst ist er BÖSE und muss in's Tierheim oder wird gar eingeschläfert. Z.B. Schäferhunde dürfen hier 20 mal zubeissen und es passiert gar nichts. Das macht mir Angst und macht mich wütend. Bei Menschen wird auch individuel gerichtet und nicht pauschal. Ich will mein Hundi nicht verlieren wenn jemals wieder sowas passiert. Zum Glück waren die Besitzer der anderen Hunde bei den 3 Zwischenfällen nette Leute und haben nicht die Polizei oder das Veterinärs-Amt eingeschaltet. Darum hat Froggi jetzt vorläufig erstmal Leinepflicht von mir bekommen und darf nur ab der Leine wenn sie artig ist und keine Hunde in der Nähe sind, die ich nicht kenne.

  • Hm das kann alles sein. Ist schwer das so zu sagen. Wenn du das Gefühl hast das du deinen Hund kennst und auch verstehst dann glaube ich dir das mal.

    Aber es reicht ja oft der Bruchteil einer Sekunde, bei der man gerade den anderen Hundebesitzer ansieht um nicht zu sehen was geschehen ist.

    Genauso wie sie einfach mal etwas "falsch werten" kann.
    Es kann ja durchaus sein das sie bei einer bestimmten Bewegung oder Haltung des anderen Hundes mal ein schlechtes Erlebnis hatte das vor deiner Zeit passiert ist. Und wenn es nun erst dreimal vor kam, dann ist das durchaus möglich. Immerhin scheint sie ja sonst das nicht so raus zu kehren.

    Natürlich kann es genauso sehr wirklich die Dominanz sein, das der andere Hund ihr die Rute zu weit oben hatte oder sonst irgendwas.

    Oder einer von tausend anderen Gründen. Das Problem ist einfach, es scheint sehr sporadisch zu sein und solange man das nicht live miterlebt ist es wahrlich schwierig dazu etwas zu sagen. Andererseits ist gerade das etwas das man nicht live miterleben sollte. Es scheint halt kein grundsätzliches Problem zu sein.

    Jetzt ists die Frage: Bei den drei Malen wo sie gebissen hat, wie war die Situation. Wart ihr vielleicht einfach länger als normal an einem Ort gestanden? Gehst du normalerweise mit dem anderen Hundehalter ein Stück des Weges? Spielt dein Hund vielleicht normalerweise kürzer? War sie unbeobachtet in dem Sinne das du dich grad auf das Gespräch mit der jungen Lady konzentriert hast und sie wusste das? Etc. pp.

  • Nun warum dein Hund so reagiert, kann dir keiner sagen, der es nicht gesehen hat.

    Was ich dir sagen kann ist, das wenn du mit deinem Hund kämpfst und er sich wieder losreißen kann, dann hast du den Hund nur noch weiter angestachtelt.

    Zum anderen kann sich die in dem Moment angestachelte Lage, dann auch gegen dich wenden, weil dein Hund dir a nicht vertraut und b auch nicht glaubt, das du jemals in der Lage sein wirst, das "Rudel" sicher zu führen und zu schützen.

    Versuche mal eher deinen Hund zu lesen. Meist sieht man sehr schön, wenn das Verhalten kippt und besonders wann.
    Das kann man eigentlich immer sehr schön sehen und entsprechend vorher reagieren, wenn man sein Tier kennt und die Beziehung stimmt.

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