Leinenaggressiv/ unsicher nach Hundeangriff

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  • Hallo,

    ich bin zwar erst neu angemeldet, lese aber schon lange "heimlich" in diesem Forum mit und weiß daher, dass es hier viele kompetente Leute gibt, die mir vielleicht ein paar Tipps geben können :smile:

    Vorgestern Nacht, bei der letzten Gassi-Runde, kam aus heiterem Himmel ein unangeleinter Hund auf Balou (Irish Terrier, 11 Monate) und mich zugeschossen. Balou war angeleint und wollte nur weg, weil es aber dunkel war, eine Straße in der Nähe und ich nicht nachgedacht hab in der Situation, hab ich weder die Leine fallen gelassen noch den anderen Hund (auch ein Terrier) versucht zu verscheuchen sondern mich nur auf Balou konzentriert. Ich hab versucht, ihn an der Leine da irgendwie wegzuziehen (war wohl blöd, aber ich war vorher noch nie in so ner Situation und hab außerdem damit gerechnet, dass das andere Herrchen neben mir jeden Moment seinen Hund wegholt!). Als ich Balou dann gerade so halb hochgehoben hatte, hat dann auch endlich mal der Besitzer reagiert und seinen Hund weggenommen.
    Zum Glück hat Balou nur eine Mini-Wunde davon getragen (der andere Hund hat nix abbekommen, Balou hat gar nicht versucht, sich zu wehren).

    Mein Problem ist jetzt Balous (verständliche) Verunsicherung gegenüber anderen Hunden.
    Vor diesem Vorfall hatte ich auch schon ein bißchen mit Leinenaggression zu tun, hatte aber eine Einzelstunde und war dabei, es hinzukriegen. Das waren auch echt noch keine schlimmen Ausmaße, wohl so eine Mischung aus ein bißchen Unsicherheit, eher Angeberei und Pubertät. Im Freilauf hatte ich bisher absolut keine Probleme, im Gegenteil, hab mir auch von Anfang an viel Mühe mit der Sozialisation gegeben, gerade bei Terriern ist das ja nicht verkehrt..
    Seit gestern knurrt und fiept/winselt er (alles im Wechsel) aber schon, wenn er Hunde "nur" aus 20-30 m Entfernung sieht und sogar bei 9-Wochen alten Welpen! :schockiert:
    Leider wohne ich hier so ungünstig, dass es einfach nicht machbar ist, Hunden aus dem Weg zu gehen...
    Ich habe schon meinen Hundetrainer kontaktiert und werde wohl nochmal Einzelstunden nehmen müssen, aber vielleicht kann ich hier auch nochmal den einen oder anderen Rat kriegen..? =)

    Ach ja, vor dieser Attacke hat der Trainer mir erklärt, ich solle Balou an der kurzen Leine hinter mir, vom anderen Hund abgewandt führen, damit er nicht meint, er müsse die Situation regeln. Das hat auch manchmal geklappt, ich hätte wohl noch weiter üben müssen. Aber jetzt ist ja eigentlich eine andere Situation, weil Balou nur noch Angst hat, oder?

    Vielen Dank schon mal fürs Lesen und liebe Grüße!

  • Zitat

    Nun aber der Ansatz vom Training bleibt der gleiche. Denn auch da zeigst du deinem Hund, das du für ihn die Geschichte regelst und das er sich auf dich verlassen kann.

    :gut: Zustimm

    Wir hatten ja fast die selbe Situation.....leider habe ich meine Maus dabei auf den Arm genommen (ist ja auch leichter :lol: mit ihren 7,5 kg) seitdem ist fast jeder Hund ihr persönlicher Feind.
    Drücke euch die Daumen das ihr das noch in den Griff bekommt ....er ist ja noch jung.

  • Zitat


    Leider wohne ich hier so ungünstig, dass es einfach nicht machbar ist, Hunden aus dem Weg zu gehen...

    DAS würde ich auch nicht versuchen. Zeig ihm nicht, dass es okay angst zu haben und dass du selbst den Hunden aus dem Weg gehst. Regele die Situation souverän selbst, schirme deinen Hund evtl. etwas ab, wenn die Begegnung seltsam/uneinschätzbar ist.

  • Vielleicht hilft es dir ja auch, ihn irgendwie abzulenken.
    Einfach versuchen, das er seine Aufmerksamkeit auf dich richtet. Mit Stöckchen oder Leckerlie oder ähnlichem. Das mache ich mit meinem letzterzeit auch, weil er immer wie ein verrückter gezogen hat, wenn er einen anderen Hund gesehen hat (will spielen ;) ). Wenn ich ihn jetzt ablenke, ist der andere Hund suuuper egal. Er guckt immer schon gleich zu mir, wenn er einen anderen Hund sieht :)

  • Danke für die schnellen Antworten!

    Ja, stimmt, der Trainingsansatz bleibt wohl der gleiche, nur mit dem Unterschied, dass Balou jetzt vielleicht noch eher meint, sich selber verteidigen zu müssen. Ich hab ihm ja bei der Aktion vorgestern gezeigt, dass ich das nicht für ihn erledigen kann :sad2:
    Ich dachte, dass ich jetzt vielleicht noch eher mit Futter arbeiten könnte/ sollte, natürlich, solange er noch nicht knurrt... Also, andere Hunde "schön füttern" gegen seine Angst.

    Ach so, mit den anderen Hunden aus dem Weg gehen meinte ich eigentlich, großräumig ausweichen, damit er nicht in die Situation kommt, zu knurren. Denn jedes Mal, wenn er das tut, und der andere Hund weiter geht, ist das ja für Balou ein Erfolgerlebnis, oder?
    Aber selbst ausweichen geht hier nicht, denn ich wohne in einem Studenten-Wohnheim mit viieelen anderen Hunden, und um hier raus zu kommen, muß ich erstma auf engen Wegen an Hunden vorbei :hilfe:

  • Nun natürlich kannst du es mit Futter machen, das wenn du einen anderen Hund siehst und dein Hund noch ruhig und - ganz wichtig - entspannt ist. Wichtig ist einfach das der Hund wirklich noch entspannt ist, wenn du ihn zum Beispiel mit einem Schau zu dir holst und dann belohnst.
    Ist der Hund schon angespannt, dann wäre das ganze Kontraproduktiv.

  • Cerridwen, danke für den Tip, das war mir gar nicht klar. Warum ist es kontraproduktiv, wenn ich versuche ihn mit Futter abzulenken, während er unentspannt ist?
    Angenommen, ich seh einen Hund in der Ferne, Balou ist noch ruhig, ich fütter ihn und lenk ihn ab. Der andere Hund kommt näher, Balou wird zunehmend angespannter (trotz Ablenkung ist er ja nicht doof oder blind, kriegts ja trotzdem mit)- ich hör dann also auf mit füttern und Kommando und lasse einfach zu, dass er austickt und den anderen Hund anknurrt, so lange, bis der weg ist???

    In so einem Fall sollte man dann vielleicht doch eher "großräumig ausweichen"? Aber leider geht das hier in meiner Wohnsituation nicht, und ja auch auf dem Fußweg nicht immer.
    Mir ist immer noch nicht klar, was ich in so einer Situation machen kann, Balou reagiert dann schlecht auf Kommandos, und wenn doch: Knurren kann er in jeder Position, egal, ob er steht, sitzt oder liegt :roll:
    Wenn ich mich vor ihn stelle, versuche, ihn abzuschirmen oder sogar seinen Kopf in meine Hände nehme um seinen Blick vom anderen Hund wegzukriegen (er fixiert dann oft), wirds eher noch schlimmer.

  • Martin Rütter würde sicherlich sagen: IGNORIEREN!!!
    Bitte nicht seinen Kopf in deine Hände nehmen. Auch nicht mit: Ist doch garnichts oder irgendwas ansprechen, oder gar trösten, sonst fühlt er sich bestärkt.
    Stell dir vor, du regst dich über irgendetwas tiiierisch auf. 1. Situation: Jemand steht neben dir und bestärkt dich, in dem er mitmacht, bzw. sagt "Ja, mach mal, ist gut so!" (Denn so versteht das der Hund, der merkt nur, "die spricht mit mir, ich weiß zwar nicht was, aber es scheint gut zu sein was ich mache". oder 2. Situation, jemand ignoriert dich einfach das du dich aufregst. Hund denkt sich: "Toll, jetzt habe ich keine Beachtung mehr, es scheint nicht schlimm zu sein, ich lass es mal.". Du kommst doch dann auch ganz schnell wieder runter, wenn keiner mitmacht, wenn du dich aufregst oder? Also so ist es bei mir zumindest :D Alleine macht es ja keinen Spaß :p

    Was ich dir damit sagen will, für mich gibt es 2 Möglichkeiten. Entweder ablenken mit Leckerlies oder nem Ball oder so oder vollkommen ignorieren, einfach weiter gehen und NICHT auf den Hund eingehen...

    Was sagen die anderen dazu???

  • Nun wenn er anspannt, vielleicht sogar schon fixiert und du dann noch Leckerchen gibst, dann kannst du unter Umständen deinen Hund noch für eine falsche Handlung belohnen.
    Dein Ziel ist es ja, das der Hund locker und entspannt an anderen Hunden vorbei geht, ohne Terz zu machen oder zu grummeln.

    Wenn du also die entspannte Ruhe belohnst, dann wird der Hund lernen, das ruhig und aufmerksam sein mehr bringt, als fixieren, grummeln, bellen oder gar ausrasten, denn darauf gibt es ja keine Reaktion - wird also ignoriert.

    Mit dieser Individualdistanz solltest du auch arbeiten - wenn es geht. Das hat dann den Hintergrund, das dein Hund gar nicht erst in die Verlegenheit gebracht wird sich aufzuregen, wenn man den Bereich wählt, in dem sich der Hund beruhigt und sich sicher fühlt.
    Natürlich kann man das nicht immer gewährleisten. Dann hat man noch die Möglichkeit mit einer Kehrtwendung von dem anderen Hund wieder weg zu gehen und so wieder Abstand zu schaffen oder dann die Anwandlungen einfach unkommentiert lassen und stur, sicher und selbstbewusst schnell und direkt an dem anderen Hund vorbei gehen und so die Situation wieder verlassen. Den Hund dann aber erst wieder ansprechen oder etwas abverlangen, wenn er von selbst Kontakt aufnimmt und wieder ansprechbar ist und dann vielleicht noch ein Sitz fordern.

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