Wissen sie es nun, oder wissen sie es nicht?

  • Ich glaube auch nicht, dass im Nachhinein Schimpfen etwas an der Zerstörungswut ändert. Aber dass die Stinker wissen, dass das Angestellte Frauchen nicht glücklich macht, ist sicher. Es wird sie nur nicht davon abhalten es beim nächsten Mal wieder zu tun und gleich danach zu denken "Schei**, wieder Mist gebaut!"

    Andererseits gibt es Situationen, in denen ich auch im Nachhinein geschimpft habe und es auch immer tun werde, weil es wirkt.
    Und zwar wenn ich rufe und der Hund kommt nicht, obwohl er mich gehört hat, weiß, was erwartet wird und mich bewusst ignoriert. Stichwort Pubertät :)
    Dann bekommt er kein weiteres Kommando mehr, sondern ich latsch zu ihm hin und es gibt Ärger. Es muss nur sofort nach dem Ignorieren des Kommandos passieren und auch nur, wenn der Nichtgehorsam eine Ausnahme ist und das Kommen sonst richtig und positiv aufgebaut wurde.

    Ich habe auch schon durchaus geschimpft, wenn Hund vom unerlaubten Jagdausflug wieder gekommen ist und habe sie danach eine Weile auf Abstand gehalten. Nach dem Motto: Geh doch zu deinen Kaninchen, püh!
    Habe ich 3 Mal machen müssen, danach schon mehrmals erfolgreich von Vögeln und Katzen abgerufen.

    Man darf natürlich in beiden Fällen niemals schimpfen, wenn man gerade nochmal "komm" gerufen hat und der Hund dann kommt.
    Und man darf nicht schimpfen, wenn man nicht wirklich sicher ist, dass die Bindung zum Hund 100% stimmt. Denn dann kann es wirklich sein dass der Hund gar nicht mehr wiederkommt.
    Und wenn man das ganze in relativ kurzer Zeit immer wieder machen muss, sollte man sich auch eine andere Methode aussuchen ;)

    So, jetzt alle Eventualitäten ausgeschlossen :D

  • Zitat


    Ich habe auch schon durchaus geschimpft, wenn Hund vom unerlaubten Jagdausflug wieder gekommen ist

    Du hast ihn also geschimpft, als er wieder zu dir zurück kam? Das habe ich mir seit dem Tod meiner Ina absolut abgewöhnt. Janosch jagdt auch ganz gerne mal, kommt aber immer freiwillig und innerhalb kürzester Zeit zurück, ich hüte mich ihn für's Zurückkommen zu schimpfen.

  • Ich würde sagen, sie wissen es nicht!

    Beim ersten Mal was verbrochen hat meiner Meinung nach noch kein hund sein Frauchen unterwürfig empfangen :roll: , aber dann sieht sie die Verwüstung und allein der Blick auf den Hund reicht dann aus, um den Hund stark zu verunsichern.. Das wird er sich fürs nächste Mal merken - Frauchen sieht die Unordnung - Frauchen droht.
    Also wird er schon geduckt ankommen, sobald er auf dem Weg zur Tür das Chaos sieht und denkt "Ohoh Frauche ist gleich böse"

    Und natürlich können Hunde nicht vorausdenken - kein Hund denkt, "wenn ich jetzt das Chaos anrichte ist Frauchen gleich böse" , das Chaos mit ihrer Unsicherheit verknüpfen Hunde erst, wenn sie es vor sich sehen.
    Wie es dazu gekommen ist, wissen sie natürlich nicht mehr..


    Haha.. Mir ist grad was tolles eingefallen... :D Damit ich meine Theorie mal beweisen kann :lol:
    und zwar werde ich jetzt jedesmal bevor ich gehe ein Chaos anrichten, was der Hund zwar nachher sehen kann, aber nicht mit ansieht, wie ich es angerichtet habe (nachher gibts noch dumme Gedanken ;) )
    und jedesmal wenn ich wiederkomme werde ich jetzt erst das chaos ansehen und dann den Hund böse und geschockt anschauen..

    Das dann dreimal und dann gehe ich einmal ohne vorher was anzustellen und begrüsse den hund wie immer, dann richte ich wieder dreimal das Chaos an und dann wieder einmal nicht und so weiter...

    Das ganze dokumentier ich dann hier und dann wüsste ich zumindest, ob meine Gedanken was Wahres an sich haben oder nicht :D

    Nach meiner Theorie müsste der Hund nämlich immer dann vorsichtig angeschlichen kommen, wenn ich vorher das Chaos zurechtgelegt habe und immer dann normal sein, wenn alles wie immer ist.


    LG Jana, die heute mal ihren kreativen tag hat

  • Zitat

    Du hast ihn also geschimpft, als er wieder zu dir zurück kam? Das habe ich mir seit dem Tod meiner Ina absolut abgewöhnt. Janosch jagdt auch ganz gerne mal, kommt aber immer freiwillig und innerhalb kürzester Zeit zurück, ich hüte mich ihn für's Zurückkommen zu schimpfen.

    Es hängt halt vom Hund ab.
    Bei uns war es die Situation: Ally sieht Kaninchen, ich rufe, sie schaut mich an, geht einen Schritt in meine Richtung, überlegt kurz und fetzt doch hinter dem Kaninchen her.
    Dann sage ich halt "püh", soll sie doch zum Kaninchen gehen und darf gar nicht erst zu mir. Es hat bei uns super gewirkt, denn was man nicht darf, das lernt man erst recht zu schätzen. So war meine Nähe dann irgendwann begehrter als alles andere und das wollte ich erreichen.

  • Zitat

    klar weiß der Hund, das er das gemacht hat- sonst hätte er ja morgen auch "sitz" vergessen.
    Er kann nur nicht so weit denken, dass er sich überlegt: "Wenn ich jetzt xy kaputtmachen, dann bekomme ich nachher Ärger". diese Erkenntnis kommt erst später- zu spät.


    Meine Meinung:

    Das Kommando "Sitz" ist eine Konditionierung. Kommt in der Verhaltenswelt des Hundes so nicht vor (kein Hund gibt einem anderen dafür das Kommando). Damit verknüpft der Hund etwas (Leckerli, Spieli, freundlichen HH). Den Sinn des Sitzes und damit den Grund für das verlangte Sitz versteht er nicht. Darum "vergisst" er es auch bei einem großen Entwicklungssprung, da für ihn überhaupt keine Bedeutung (nicht das Kommando vergisst er, aber die Unwichtigkeit bekommt eine größere Bedeutung).

    Genauso geht es den Hunden die Ärger bekommen haben. Sie verknüpfen nur das der HH Ärger macht. Und verhalten sich dementsprechend. Der Auslöser für das beschwichtigende Verhalten ist also nicht die "Tat" an und für sich, sondern nur das Auftauchen des HH.

    Für Hunde ist es ersteinmal normal alles anzuknabbern, rumzuschleppen, zu verbuddeln. Das gehört zur ihrem natürlichen Verhalten (der eine mehr, der andere weniger und Ausnahmen bestätigen die Regel). Der Gedanken "das darf ich nicht, das gehört mir nicht" oder ähnliches geht ihnen sicherlich nicht durch den Kopf. Und vor allen Dingen können sie sich nicht die "Zunkunft" vorstellen.

    Also: "ich möchte jetzt gern diese Schuhe zerkauen. Wenn ich dieses aber mache bekomme ich später Ärger. Wenn ich es also lasse kann ich dem entgehen".

    Sie haben gelernt das gewisse Anzeichen (Unordnung z.B.) zu Ärger führt und zeigen dann sofort Beschwichtigungszeichen. Solange sie allerdings das Bedürfnis (das Gefühl) haben, eine Handlung auszuführen, werden sie es auch immer wiederholen.

    Mir fällt noch etwas ein: jeder hatte bestimmt schon mal das Gefühl, wenn er etwas erledigen sollte , dies auch vor hatte aber dann doch vergessen hat. Das Gefühl in dem Moment wenn es einem einfällt bzw. wenn man vom Auftraggeber den Anpfiff bekommt. Nun sind unsere Gedankenmuster dahingehend, das wir darauf achten das es nicht wiederholt wird (aus welchen Gründen auch immer).

    Ich bin der Meinung diese Gedankenmuster können Hunde nicht ausführen. Ihnen wird nicht einfallen "ach ich durfte das ja gar nicht" aber der Klick, dieses Gefühl, kommt bei Auftauchen des HH.

    Und dann kommt es sicherlich darauf an welche Erfahrung sie gemacht haben, wie es "Konditioniert" wurde. Haben sie heftig Ärger bekommen wird beschwichtigt (auch das der HH nur mehr als sauer ist reicht bei vielen Hunden aus). Ist es nicht groß kommentiert worden wird der Hund das nächste Mal auch nicht großartig bis gar nicht reagieren (da die Konditionierung nicht schwach bzw. nicht vorhanden.

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