Wegfahren oder nicht?

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  • Hallo,

    schnell nochmal, falls einige meine Beiträge noch nicht kennen: Meggie, 2 Jahre, ist eine kleine Mischlingsdame aus Ungarn, die wir vor drei Wochen aus dem Tierheim zu uns geholt haben. Meine Tochter und ich kommen prima mit ihr zurecht, sie ist halt noch ein wenig ängstlich und schreckhaft, aber bei uns beiden ist sie schon recht zutraulich. Ich hab sogar schon angefangen, mit ihr zu clickern, das macht ihr richtig Spaß, sie kann schon beinahe "Sitz" auf Kommando...

    Das einzige Problem, das sie hat, hat sie mit Herrchen. Sie hat fürchterliche Angst vor ihm. Sobald er sich ihr nähert, läuft sie entweder weg, oder wenn sie sich bedrängt fühlt, bellt und knurrt sie und macht sich buchstäblich vor Angst in die Hose. Mein Mann ignoriert sie also völlig, lässt nur hin und wieder eine Scheibe Wurst fallen, irgendwann wird das sicherlich besser, man muss halt ein wenig Geduld haben. Aber das wissen wir auch, wir geben ihr alle Zeit, die sie braucht, das ist eigentlich nicht so schlimm. Sie hat ihre Höhle und ihre Rückzugsorte, wo sie sich gerne aufhält und wo sie auch völlig ungestört ist.

    Jetzt ist es so, dass unsere Tochter gerne ihren Opa in Norddeutschland besuchen möchte, in den Osterferien, und wir hatten uns jetzt eigentlich überlegt, dass Meggie und ich zuhause bleiben, während mein Mann und meine Tochter zum Opa fahren.

    Ich hab mir aber letzte Nacht (ich gehöre zu den Nacht-Denkern...) überlegt, ob es vielleicht gar nicht so schlecht wäre, wenn wir doch mit kämen? Ob vielleicht die lange Reise (7 Stunden Autofahrt pro Strecke) und anschließend die fremde Umgebung eher bindungsfördernd sein könnte und sie so lernen könnte, dass alles gut ist, so lange das Rudel da ist?

    Oder würdet Ihr diesen Gedanken für ganz verkehrt halten und sagen, das Mädelchen hat sowieso schon genug Stress, da wär diese Reise viel zu verfrüht und ganz verkehrt?

    Ich bin wirklich im Dilemma... :???:

  • Hallo

    Jetzt rein aus dem Bauch heraus würde ich sagen, lass es. Die Hündin gewinnt jetzt erst langsam an Sicherheit, bekommt eine verlässliche Routine und da würde ich sie so schnell nicht durch den Reisestress wieder verunsichern.

    VG Yvonne

  • Unsere Maus (eine kleine Griechin)war auch so ein kleiner Schisser. Gerade vor meinem Mann, besser gesagt generell vor Männern hatte sie viel Angst.
    Wir haben ein Wohnmobil und haben sie trotz ihrer Angst (auch vor unbekannten Geräuschen) von Anfang an mitgenommen. Sie sollte ja lernen, dass ihr nichts passiert, wenn vor allen Dingen ich dabei bin. Die erste Zeit lag sie nur unter dem WoMo, aber so nach und nach taute sie auf. Jetzt ist sie zwar immer noch recht schreckhaft, aber geht auch schon mal auf andere Leute zu und kneift auch nicht mehr vor Männern.

    Fahrt doch ruhig mit. Ich finde es bringt nichts, sie zu Hause in Watte zu packen. Nur würde ich auch Opa vorher instruieren, dass er sie, wie es dein Mann ja schon tut, einfach in Ruhe läßt.

  • Oh, der Opa ist ein Hundekenner, hatte bis vor zwei Wochen selbst einen Schäferhund, den er leider altersbedingt einschläfern lassen musste. Er ist grade auf der Suche nach einem neuen Hund - sollte er bis zu den Ferien erfolgreich sein, werden wir wahrscheinlich eh mit Meggie erstmal bessr nicht hin fahren, glaub ich.

    Jedenfalls wüsste er genau, wie er sich zu verhalten hat, er wär kein Problem, denk ich.

  • Also generell würde ich ebenso sagen, dass die Maus mit soll. Aber überlegt es euch bei diesem Wetter. Wir sind den einen Tag in den Harz gefahren. Die eine Stunde im Auto in der Mittagshitze war für die Hunde echt fies. Da habe ich nicht nachgedacht. Habt ihr die Möglichkeit am Abend oder in der Nacht zu fahren? Zumindest dann, wenn es wieder wärmer wird? :)

  • Zitat

    Oder würdet Ihr diesen Gedanken für ganz verkehrt halten und sagen, das Mädelchen hat sowieso schon genug Stress, da wär diese Reise viel zu verfrüht und ganz verkehrt?
    Ich bin wirklich im Dilemma... :???:

    Genau so sehe ich das.
    Es wäre viel zu verfrüht und verkehrt.


    Sie muss erstmal Zuhause und in ihrer Umgebung sicherer werden und das Vertrauen muss sich festigen.

    Nach der kurzen Zeit eine so lange Autofahrt und wieder fremde Umgebung zumuten ist viel zu viel!


    Ausserdem könnte auch Fluchtgefahr bestehen wenn sie Panik bekommen sollte..


    Was wäre denn wenn Ihr unterwegs oder am Ziel merken solltest dass es zuviel für sie ist.
    Wieder umkehren?


    Bitte lass es.


    Ich habe selbst 2 ängstliche Hunde aus dem Ausland aufgenommen und habe laufend mit Pflegehunden zu tun.
    Alle brauchten wesentlich länger als 3 Wochen um sich zurechtzufinden.

    Und dann sollte in kleinen Schritten vorgegangen werden, und nicht
    gleich eine weite Reise.


    @ Majaga:

    Zitat

    Fahrt doch ruhig mit. Ich finde es bringt nichts, sie zu Hause in Watte zu packen.

    Diese Aussage kann ich nun gar nicht nachvollziehen.
    Einem Hund Zeit zu geben schrittweise Vertrauen aufzubauen
    hat nichts mit "in Watte packen" zu tun.

    Ich finde es falsch wie Ihr es mit Eurer Hündin gemacht habt.

  • Hallo,
    ich finde auch das Ihr nicht mitfahren sollt.
    Ihr habt sie erst seit 3 Wochen!! Gib ihr Zeit sich erstmal richtig einzuleben und auch so langsam die Angst vor deinen Mann abzulegen.Außerdem gehe ich von aus das dein Hund noch nicht so ist wie er wirklich ist.Meiner hatte über 2 Monate gebraucht bis wir gemerkt haben das er sich eingelebt hat.
    Weißt Du was sie bis jetzt erlebt hat??? Ich gehe davon aus das Du es nicht weißt.
    Ich habe einen Hund aus Spanien und er hatte auch riesen Angst vor Männern (teilweise hat er es heute noch).
    Laß Euch viel Zeit!!!! :smile:

  • Gut, ich sehe, die Mehrheit findet, wir sollten daheimbleiben - mein Bauchgefühl sagt mir eigentlich das selbe.

    Warum haben eigentlich so viele Hunde, die aus dem Ausland oder aus Tierheimen kommen, Angst vor Männern? Ist das tatsächlich immer nur die schlechte Erfahrung? Mich wundert das irgendwie ein bißchen...?

  • :sad2: Mir hat man gesagt das in den Tötungsstationen,Tierfänger usw. vorwiegend Männer tätig sind.Ich denke die gehen alle nicht behutsam mit den Tieren um.Auch in den Auffangstationen haben die Hunde nicht so viel zu lachen (unsere Tierheime sind ein Urlaub dagegen).
    Das habe ich mir mal erzählen lassen und ein paar privat gedrehte Videos habe ich mir auch angeschaut(nur leider nicht alle zu Ende weil ich vorher schon genug hatte).
    :sad2:

  • Ich weiß übrigens nicht, was sie bis jetzt erlebt hat. Wir haben nur die Information "Straßenhund aus Ungarn", und wir haben ein Foto vom letzten Mai von ihr, wie sie damals aussah: bis auf die Knochen abgemagert, kaum Fell. Sie saß bis Februar in einem ungarischen Tierheim, wurde dann nach Deutschland ins Tierheim gebracht und dort zwei Wochen später von uns entdeckt.

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