Schlechte Bindung oder mangelnder Respekt?

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  • Wir haben unseren Blacky, er ist ein 3 jähriger Schäfi-Mix, nun seit 2 Jahren. Sein erstes Lebensjahr hat er auf der Straße gelebt und wurde von Obdachlosen zwar liebevoll aber was das Futter anbelangt eher mangelhaft versorgt, so daß er sich oft selbst darum kümmern mußte satt zu werden.

    Er ist eine grundfriedliche Seele und ich schmuse und kuschle ihn sooo oft, denn er hat das Herz von uns allen im Sturm erobert. Er leidet an massiven Verlustängsten wenn wir unsere Wohnung verlassen, das heißt er hält sich auch beim Toben mit Hundekumpels immer in unserer Nähe auf.

    Bis jetzt Seit neuestem entfernt er sich auf dem Feld auch sehr weit von mir und gestern ist er zielstrebig sicher 500m mit der Nase in der Luft in die entgegengesetzte Richtung um Aas zu fressen...Ich habe mich dann schnell entfernt, eigentlich kam er dann immer mit einem Affenzahn angefegt...nichts. Als der Herr endlich satt war hatte er es endlich eilig wieder aufzuschließen. Wenige Minuten später kotzte er alles aus und ich war sehr erleichter, zog ihn dann ein Stück weg und ließ ihn Fuß laufen...klappt immer. Nix, zack, umgedreht...zurück, gegen meine Laufrichtung, :schockiert: und alles wieder aufgefressen. Auch danach beim Dummytraining hat er mein Rufen oft ignoriert und schnüffelte statt dessen mit Dummy im Maul in der Gegend rum...Eigentlich ist sein Grundgehorsam gut und wir üben auch viel.

    Boah, war ich nach einer Weile sauer, hab ihn unglaublich angeraunze, angeleint, Dummy weggenommen und erst mal eine Weile ins Platz gelegt. Dann bin ich wortlos mit ihm zum Auto...qualm und grummel!!!

    Jetzt versuche ich ihn ein wenig mehr zu ignorieren, anstatt ihn sooo oft zu beschmusen, aber es fällt mir unglaublich schwer und ich weiß auch nicht ob das der richtige Weg ist.

    Was meint Ihr?

  • Bei uns läuft das mit den Schmuseeinheiten in der Regel so ab, dass wir beide uns morgens 20-30 Minuten für eine gemeinsame Schmuseeinheit Zeit nehmen, in der aber auch manchmal etwas getobt wird. Also es ist eine festgelegte Zeit, die er kennt. Generell reagiere ich nicht auf die Schmusebetteleien, da ich der jenige bin, der ihn ruft und dazu auffordert, dass es jetzt OK ist. Sonst würde ich den ganzen Tag damit verbringen können. ;) Auch zwischendurch gibt es natürlich Kuschel aber immer mit dem Vorsatz, das meine Initiative über seiner steht. Desweiteren setze ich mich dann auf den Boden, dann weiß er sofort bescheid, kommt an und versucht mir dann respektvoll die Wangen abzuschlecken. *nerv

    Unsere Bindung ist eng, er geht mir niemandem mit. Selbst bei Leuten die er gut kennt, würde er mich nicht stehen lassen. Was ihm andersrum aber völlig egal ist. Selbst bei Dingen, vor denen er Angst hat, z.B. Glasaufzug, kommt er mir ohne Zwang hinterher. (Meiden wir natürlich!)

  • Hallo,

    ich würde ihn an die Schleppleine legen, denn so kann er seinen Kopf nicht durchsetzen und Du kannst an dem Rückrufkommando arbeiten.

    Was auch super funktionieren könnte, ist der Superrückruf. Hier musst Du etwas ganz Tolles für Deinen Hund parat haben.
    Etwas wo er für sterben würde (Hähnchenherzen, oder auch Katzenfutterbeutel, oder Leberwurst in der Tube).
    Üben tust Du das erstmal zuhause.

    Denk Dir einen Pfiff oder ein Kommando aus wenn er neben Dir steht. Sag oder pfeif und schieb ihm sofort diese Leckerei ins Maul. Dies machst Du ein paar Tage und vergrößerst dann den Abstand. Wichtig ist nur, Du musst Dir sicher sein, dass er kommt.
    Wenn es im Haus klappt, dann übe es im Garten unter wenig Ablenkung und zum Schluß kommt erst die Königsklasse: das freie Feld.
    Auch hier zuerst an der Schleppleine.

    Wichtig ist auch, dass Du den Superrückruf nur verwendest wenn Du das Leckerli hast, denn sonst stumpft auch dieser Ruf ab.

    Vielleicht wäre dies eine Möglichkeit, die ihm das Aasfressen verleiden könnte.

    Liebe Grüße

    Steffi

  • Ich würde sehr gerne um die Schleppe drum herum kommen, denn ich habe Polyarthritis und traue mich mit meinen lädierten Gelenken an die Wucht von 33 kg ehrlich gesagt nicht dran.

    Wir hatten bis jetzt ein immer funktionierendes Supersignal mit Superleckerlie und dies hat bei beschriebenem Vorfall das allererste Mal versagt. Wir hatten es aufgebaut wie Du beschrieben hast... :sad2: Auch hat er noch nie Aas gefressen. In den ganzen 2 Jahren nicht. Und so weit entfernt hat er sich auch noch nie. Wird er sich unser vielleicht einfach sicherer?

  • Hallo,

    eine Freundin von mir hatte das Problem mit Hundehäufchen sie hat vor dem Spaziergang alle Häufchen in der Nähe mit Spülmittel betupt, ihr Hund hat sie dann nichtmehr gefressen.
    Oder du streußt das Aas mit Pfeffer ein.

    LG

  • Das würde ich sehr gerne, aber das Aas lag leider ca 250 m von mir entfernt und er hat es zielsicher mit erhobener Nase erspürt. Wenn ich es vorher entdecken könnte wäre ich soooo froh, denn es stank auch am Hund :kotz2: schlimmer als schlimm...

  • Zitat

    Wird er sich unser vielleicht einfach sicherer?

    Aus meiner persönlichen Erfahrung würde ich sagen: JA.

    Ich habe das gleiche Problem hier gerade mit Neuzugang Timmy, seit 4 Monaten bei uns. Timmy habe ich schon nach einer Woche abgeleint, da er quasi immer bei Fuß lief. Er ist auch auf Rückruf sehr schnell zurückgekommen und auf den Pfiff mit der Hundepfeife hat er so toll reagiert, als hätten wir das schon 1000 Mal geübt. Seit ein paar Wochen geht der Hund mir im Freilauf hin und wieder verloren. Er verschwindet dann zwischen den Bäumen (da er oft hinter mir hertrottet, merke ich das immer erst mit etwas Verspätung) und schlägt sich irgendwo den Bauch voll. Neulich kam er mit dem Überrest von einem toten Tier angetrottet, als ich ihn gerufen habe. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er nicht jagen geht, sondern wie dein Blacky auf Nahrungssuche geht.

    War euer Blacky denn so extrem ängstlich, als ihr ihn bekommen habt? Ich meine, wenn er 2 Jahre braucht, um so locker-flockig durch die Gegend zu laufen :???:

  • Also ich habe die Erfahrung gemacht, je mehr der Hund "umsonst" beschmust, bepuschelt, gestreichelt, angesprochen wird, umso respektloser wird er.

    Das kann man bei uns ganz genau an den verschiedenen Personen, mit denen Mücke täglich Kontakt hat, feststellen.

    Ignoranz hilft meiner Meinung nach auf jeden Fall weiter.
    Dann gibt es nichts für den Hund umsonst. Für jegliche Zuwendung muss was getan werden.
    Hört sich vielleicht erstmal streng an, aber bei uns wirkt es :D

    Solange der Gehorsam zu wünsche übrig lässt, solltest du allerdings schon dafür sorgen, dass der Hund sich nicht mehr unerwünscht "entfernt".
    Wenn der Rückruf wirklich nicht klappt, bleibt dir wohl nix anderes übrig, als ne Leine dran zu machen... :???:
    Und natürlich weiter am Gehorsam arbeiten, so dass er auch mit Nase in der Luft zu stoppen ist.

  • Elke - ängstlich war er nie wirklich. Er kannte nicht viel und war von daher vorsichtig und kam bei Unsicherheiten lieber mal ins "Fuß". Seine größte Angst war immer von uns verlassen zu werden, da er das als Junghund oft erlebt hat. Also klebte er meißt in unserer Nähe und ließ sich bisher auch von Gerüchen nicht fortziehen, denn es lag in den letzten Jahren sicher öfter mal Aas auf unseren Lieblingsfeldern rum. Vielleicht hat er nun nach 2 Jahren wirklich die Gewissheit daß wir ihn nicht verlassen...dadurch wird er wohl mutiger.

    Melanie - Du hast sicher recht, aber es fällt mir halt oft schwer. Wenn er mich mit seinen bernsteinfarbenen Augen ansieht... :herzen2: Vor allem weil er bis vor wenigen Wochen immer so das Gefühl vermittelt hat sich nicht wirklich so richtig fallen lassen und bedenkenlos ankuscheln zu können. Es war immer noch so ein Hauch Abstand und Zurückhaltung von ihm da. Das ist jetzt weg und er wird beim schmusen butterweich - schmilz.
    Aber Du hast sicher recht und ich muß mich da zurücknehmen und mehr in Ignoranz üben.

  • Das heißt doch nicht, dass du nicht mehr schmusen darfst. Ich knutsch Mücke auch :D ( sabber...mhhh...lecker ) ABER nicht wenn er sich aufdrängt oder kerzengrade vor mir sitzt und versucht , mich mit seinem Blick zu hypnotisieren :irre2:
    Ich rufe ihn, wenn ich es für richtig halte.
    Oder ich spreche ihn an und nehme hockend Kontakt auf, wenn ICH es will.

    Achte mal drauf, wie ihr es handhabt. Oft sind es ja nur Kleinigkeiten, die einem selber gar nicht mehr auffallen...

    Jegliche Aktivität geht von dir aus. Dann wird er auch vermehrt auf dich achten.
    Gepaart mit Konsequenz wird das bestimmt was :D

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