Welpengruppe und Sozialisation

  • Huhu!

    Ich habe da mal eine Frage:

    Ich habe hier schon öfter von den Welpengruppen oder -stunden gelesen. Auch dass dort idealer Weise ein/e erwachsene/r Hund (m/w) ist, der bei Mobbingfällen eingreift.

    Jetzt suche ich nach Quellen, die sich auf die Sozialisierungsphase von Welpen beziehen. (Besonders interessieren mich diese Fragen: Ist es bei Wölfen ähnlich wie bei Hunden? Ist das Geschlecht des erwachsenen Hundes/Wolfes wichtig?)

    Vielen Dank für Infos und Literaturtips

  • Hey Trillian...

    ich habe gerade mal in einem Buch von Eberhard Trumler "Hunde ernst genommen" nachgelesen.
    Das Buch ist zwar manchmal etwas fachmännisch geschrieben, baut aber darauf auf, den Hund möglichst naturnah zu erziehen bzw. wölfische Verhaltensweisen verstehen zu lernen um sie für die eigene Erziehung zu nutzen.

    Dort habe ich in der Sozialisierungsphase (8-12. Woche) etwas gefunden, was du meinen könntest. Dort wird beschrieben..
    "Zunächst können wir jetzt häufiger Kampfspiele beobachten, bei denen nicht nur die einzelnen Formen taktischer Bewegungsweisen geübt, sondern auch verschiedene Elemente des Ausdrucksverhaltens sichtbar werden. Es gibt nun Sieger- und Verliererspiele mit Rollentausch, wobei die sozialen Blockaden aggressiver Verhaltensweisen sowohl instinktmässig als auch über die Erfahrung ausreifen.
    Im Eifer des Spiels wird gern einmal zu heftig in empfindliche Körperteile gebissen. Abwehrreaktion und Schmerzlaut des Betroffenen belehren den rüpelhaften Bruder, dass er zu weit gegangen ist. Er lernt dabei seine eigenen Kräfte unter Kontrolle zu bringen und in geeigneter Weise einzuschätzen. Wenn wir jetzt unserem Welpen beibringen dass unsere Hand nicht aus Hartholz ist, begreift er bald wieweit er gehen darf und wird auch als erwachsener Hund mit uns "auf die sanfte Methode" spielen..."

    Weiter wird beschrieben wie dann der Vater der Welpen (also der Rüde) mit den Welpen Fang und Suchspiele zum Beutemachen übt, und dabei klare Regeln vorgibt. Das funktioniert aber nur, wenn es die eigenen Welpen sind.
    In einer Welpenspielgruppe finde ich den Einsatz eines "Wachhundes" bedenklich zudem es nicht seine eigenen Welpen sind, manche schon weiterentwickelt, andere nicht (s.o.) .
    Bei den Wölfen setzen die Vaterrüden diese Zurechtweisungen nur ein, wenn es z.B. um richtiges Jagen geht..d.h. wenn Fehler nicht geduldet werden dürfen, nicht aber beim Spiel der Welpen untereinander, da lernen sie durch Selbsterfahrung.

    Hilft dir das weiter?

  • In der Welpenschule, in die ich mit Bambi ging, war auch ein erwachsener Rüde während der Stunden anwesend.

    Dieser Hund hat sehr viel Anteil daran, wie sich mein Hund später entwickelte. Während die Welpen untereinander manchmal schon grob umgingen, war das Verhalten zu dem Rüden bereits ein ganz anderes. Man konnte sehr gut beobachten, welchen Einfluss ein erwachsener Hund auf eine "Kindergruppe" hatte und wie sich die Welpen an ihm orientierten.

    Mein Hund hat diesen sehr sicheren, freundlichen Rüden geliebt. Für die Welpengruppe jedenfalls war er in ihrer Entwicklung ein grosser Gewinn. Ob dieses Arrangement auf alle Hundeschulen übertragbar ist, kann ich natürlich nicht beurteilen. Aber in der Phase war es für meinen Hund eine sehr wertvolle Erfahrung im Umgang mit erwachsenen Hunden.

  • In der Welpengruppe habe ich meinen 8 jährigen Rüden auch immer dabei. er läuft auch frei rum, wenn die Welpen spielen. Wird ihm ein Spiel zu bund, dann geht er auch schon mal dazwischen. Die Welpen reagieren sehr positiv darauf, wobei er auch oft mal als Opfer herhalten muss :lol:
    Gerade, wenn seine Emma mal zu sehr aufdreht kriegt sie mal einen :headbash: Zuhause hat er bei ihr ja nichts zu melden.

    Es ist aber eher zufall, dass Bobby mit in die Welpengruppe geht. Möchte ihn während ich mit Emma trainiere ungern anbinden. Gut, wenn Übungen anstehen, dann wird er zwangsläufig fest gemacht. Aber während der Spielphasen läuft er immer mit frei.

    Als wichtigstes sehe ich jedoch das Spiel untereinander. Nur so lernen die Welpen ihre Kräfte einzuschätzen. Sollte ein Spiel jedoch zu wild werden oder in Mobbing enden, sind eher die HH gefragt. Schließlich stellen sie ja das Alphatier dar.

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