Wut und Überforderung

  • ANZEIGE:
    Nach dem Hundespaziergang BURNHARD GRILL an und den Feierabend genießen🔥*
  • Zitat

    Habe mir vor fünf Monaten einen zweijährigen Labradormix von einer Tierhilfsorganisation geholt.Es würde mir auch gesagt ,das er einen Jagttrieb hat.

    Hallo Bergblume,

    willkommen hier im Forum.

    Würdest Du uns auch sagen, warum Du Dir einen Hund ins Haus geholt hast? Was waren Deine Beweggründe? Was hast Du vor der "Anschaffung" geplant, mit dem Hund zu unternehmen? Wie ist Euer Tagesablauf? Was machst Du mir ihm, außer spazieren zu gehen?

    Erzähl doch einfach mal ein wenig ....

    Viele Grüße

    Doris

  • Zitat

    Mein Problem ist , ich fühle mich total überfordert und ich glaube ,ich tue dem Hund nicht gut ,ich kann ihm nicht wirklich gerecht werden und ich weiss , die Antworten stimmen alle .Ich hätte es vorher besser überlegen sollen .

    Bergblume, das, was du schreibst, klingt so, als plagten dich derzeit ziemliche Selbstzweifel.
    Ich finde, dass man gerade als Ersthundehalter an persönliche Grenzen geraten kann, die man sich zuvor so nicht vorgestellt hat.

    Allerdings übernimmt man mit einem Hund auch die Verantwortung für das Tier.

    Verantwortlich handeln kann heißen, einen Hund abzugeben.
    Aus einer einmaligen Überreaktion jedoch gleich zu schließen, man sei nicht in der Lage, dem Hund gerecht zu werden, halte ich jedoch für falsch.
    Wenn du jedoch noch viele andere Baustellen in deinem Leben hast, die dich überfordern, könnte Abgabe tatsächlich die beste Option sein.

    Andernfalls solltest du versuchen an und mit ihm und auch an dir zu arbeiten, meine ich. Es wird ja einen Grund gehabt haben, warum du einen Hund wolltest.

    Mir hat mal jemand gesagt, jeder bekommt den Hund, an dem er/sie persönlich wachsen kann.... Fand ich gut :-)

    LG

  • Hallo liebe Bergblume,

    zu erst einmal, es gibt hier keinen, aber auch wirklich keinen einzigen Halter, der nicht auch mal in solche Situationen gerät, in denen er seinen Hund am liebsten mit den Ohren an die Wand tackern könnte.

    Man ist genervt, nichts klappt, wie es sollte, vielleicht ist man sowieso schon mit den falschen Bein zuerst aus dem Bett gestiegen und man verliert schneller die Nerven, als es eigentlich sein darf.

    Und dann kommt das schlechte Gewissen, im Grunde hat man versagt und geht wie du jetzt auch ziemlich hart mit sich selbst ins Gericht. Du klingst sehr verzweifelt, ABER ...

    ... versuch mal die "Probleme" mit der Fellnase auszublenden und zähl mal auf, in welchen Moment er dir Freude bereitet. Was kann er alles, wie oft hat dich der Hund bisher zum lachen gebracht, in welchen Moment genießt du einfach nur seine Gegenwart, erinnere dich an Momente wie zB wenn ihr faul irgendwo rumliegt und kuschelt ... und und und...

    Dann stellst du die (oftmals eigentlich) wenigen "Baustellen" die ihr gemeinsam noch zu bewältigen habt, gegenüber und du wirst sehen, die schönen Dinge mit ihm überwiegen. Jetzt im Moment bist du nur über dich selbst erschrocken und siehst alles Schwarz ... aber versuch dich wirklich mal zu bremsen und schau dir den Hund genau an.

    Manchmal sieht man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr, sprich ... die "Baustellen" scheinen alles dunkel zu überdecken und du siehst die tollen Sachen an ihm nicht wirklich mehr, obwohl die gerade so immens wichtig sind.

    Gut, dein Hund ist ein Jäger ... hier fiel gleich der Tipp Schleppleine dran (Handschuhe nicht vergessen) damit bekommst du Sicherheit, dass er keine Ente mehr erwischt und der Link zum SL-Training wird dir ebenso helfen.

    Noch einen Tipp von mir, wenn du merkst, heut wills irgendwie nicht klappen und du fühlst dich schon entnervt, lass fünfe grade sein und geh mit ihm einfach an der SL wandern ... oder spiel mit ihm irgendwas (Apportieren ist deren Leidenschaft sagt man) wenns heute nicht klappt, dann vielleicht morgen ... versuch auf jeden Fall wieder Spaß mit ihm zu haben, damit du nicht nur seine Baustellen siehst ... und nachher nur noch Baustelle Hund siehst ... sondern auch seine tollen Seiten, die dir den Spass an dem Hund wiedergeben.

    Liebe Grüsse
    Pandora

  • Zitat

    Ich finde, dass man gerade als Ersthundehalter an persönliche Grenzen geraten kann, die man sich zuvor so nicht vorgestellt hat.

    Ich bin kein Ersthundehalter, im Gegenteil. Und Zampa, die seit 5 Monaten bei uns lebt, ist an sich wirklich ein einfacher Hund. Herzallerliebst sowieso :herzen2:.

    Aber der Jagdtrieb. Ich wusste, dass das Arbeit bedeutet, habe mich auch wirklich darauf eingestellt, sogar Arbeitszeit reduziert.

    Dennoch geriet ich in den letzten Wochen an meine Grenzen. Das lag nicht mal an Zampa oder an mir, sondern einfach am derzeitigen Wetter. 2 Stunden täglich durch knietiefen Schnee zu stapfen, macht einfach total groggy, so dass keine Muse mehr für andere, vermeintlich wichtige Dinge bleibt. Da staut sich schnell Frust auf.

    Wichtig ist, sich - ggf. in Absprache mit dem Hundetrainer - klitzekleine Ziele zu setzen. Tag für Tag, Woche für Woche. Und auch nur dann das Risiko eingehen, den Hund frei laufen zu lassen, wenn man sich relativ sicher sein kann (bei Deinem Labrador also keinesfalls am Fluss), dass er da nicht jagen wird.

    Wir haben erst in den letzten Tagen begonnen, die Leinenführigkeit zu üben und hier gab es ganz schnell tolle Fortschritte. Die machen mich glücklich und das geht unmittelbar auf Zampa über.

    Dir, Butterblume, würde ich einfach empfehlen, derzeit eben nicht den Weg am Fluss zu gehen. Das schließt zwar nicht aus, dass dein Hund auch anderswo etwas sieht, was er jagen möchte, aber die Gefahr ist deutlich kleiner.

    Und wenn Du wirklich wütend bist: Bitte zerbreche Äste oder sonstwas, aber lasse diese Wut NIE WIEDER an Deinem Hund aus!!!

    Doris

  • Zitat

    Mir hat mal jemand gesagt, jeder bekommt den Hund, an dem er/sie persönlich wachsen kann...

    Oh, man - da hätte ich dann in den letzten anderthalb Jahren aber bestimmt schon um 20cm Körpergröße zugelegt... :hust:
    Aber ein guter Satz! :gut:

    Das Krümelmonster.

  • Hallo Bergblume!!

    Glaub mir, Du bist nicht alleine!!!
    Wir haben am 04.10. auch einen Hund aus der Tiernothilfe übernommen und auch ich stoße immer wieder an meine Grenzen und könnte manchmal..... :explodieren:
    Deine Reaktion war einfach ne Überreaktion auf Deine Hilflosigkeit. Ist Sch** gelaufen, aber leg es einfach unter Sch*** ab!!!

    Vorab würde ich Dir raten, Deinen Hund an die Schleppleine zu nehmen. Janosch war zuerst an der 6 Meter-Schleppe, jetzt ist er an der 10 Meter-Schleppe. Und wie es aussieht, wird er noch ne ganze Weile an dieser bleiben müssen. Ich finde es natürlich sehr schade für ihn, weil er läuft sehr gerne, aber leider ist er ebenfalls ein Jäger und leider haut er auch ab, wenn nix zum Jagen in der Nähe ist. Einfach so. Aus purer Freude am Laufen!!
    Er ist echt ein total lieber. Im Haus ist er sehr unauffällig und ruhig. Er ist lieb zu allem und jedem und schon sehr lernwillig. Aber da ich ja noch eine kleinere Hündin habe (2 Jahre alt) und mit der auch noch am Üben bin, kommen wir nur sehr langsam vorwärts.
    Was ich Dir allerdings total empfehlen würde, ist eine Hundeschule. Aber ne Gute. Da musst Du verteufelt gut aufpassen.
    Am Samstag waren wir auf nem Dummyworkshop und ich denke das wäre das Richtige für Deinen Hund. Der Hund lernt dort gezielt jagen und zwar mit Dir und auf Deine Anweisung.
    Die Hunde aus der Nothilfe waren - so denke ich mir das - die meiste Zeit auf sich selber gestellt! Die mussten teilweise auch jagen, und wenn die einmal Erfolg damit hatten, dann hast den perfekten Jäger.
    Meine Trainerin hat auch einen Jagdhund aus der Nothilfe, diese Hündin war echt extrem. Aber die konnte ihren Hund komplett umleiten. Der hing schreiend in der Leine, wenn der nur ne Hasenspur hatte. Heute ist das kein Problem mehr.
    War aber schon ne ganze Ecke Arbeit.
    Du musst Dir darüber im Klaren sein, dass Arbeit auf Dich zukommt. Es wird nicht von heute auf morgen besser. Das kann Monate, Jahre dauern. Aber es ist machbar. Wenn Du bereit bist, diese Arbeit auf Dich zu nehmen (und glaube mir, es macht auch echt Spaß mit dem Hund zu arbeiten :roll: ) und auch mit Rückschlägen leben kannst, Du bereit bist Geld in einem guten Trainer oder Hundeschule zu investieren, dann behalte ihn und fange an. Wenn Du dazu nicht bereit bist, dann musst Du Dir wirklich Gedanken über's Abgeben machen.
    Hier gibt es einen Anti Jagd Trainings-Thread, der ist echt gut. Kannst ja mal durchlesen, bevor Du eine endgültige Entscheidung triffst.
    Und denk daran - DU BIST NICHT ALLEIN!!!!!!
    Ich habe gestern eine Frau im Dummyworkshop kennengelernt, die hat auch eine Ungarin aus der Nothilfe, die hat das ganz gleiche Problem.

  • Vielen ,vielen dank für die konstruktiven Hilfen und Anregungen an mich, ich werde es auf jeden Fall alles probieren um meinen Blacky zu behalten und wir stressfrei miteinander laufen können , ich habe eine ,finde ich ,gute Hundetrainerin gefunden und habe ein positives Gefühl dabei...

  • [quote="bergblume"]war so ausser mir und frustriert, dass ich ihn geschlagen und angeschriene habe.Habe ihn an die leine und er musste bei fuss bis nach Hause laufen und dann erst mal eine Stunde in den Korp.
    quote]

    Abgeben. Oder an Deiner Frustrationstoleranz arbeiten. Am besten im Korp. :D

    Ich habe im Leben noch nie - und jetzt zitiere ich - dass ich ihn geschlagen und angeschriene habe so etwas mit einem mir anvertrauten Lebewesen gemacht. Pfui

  • Zitat


    Vielen ,vielen dank für die konstruktiven Hilfen und Anregungen an mich, ich werde es auf jeden Fall alles probieren um meinen Blacky zu behalten und wir stressfrei miteinander laufen können , ich habe eine ,finde ich ,gute Hundetrainerin gefunden und habe ein positives Gefühl dabei...

    Dann wünsche ich Dir viel Erfolg! Und berichte mal, wie es weitergeht!
    LG Noora und Jerry

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!