Wahrscheinlichkeit Gesäugetumore - Pyometra

  • Nach langem hin und her, Informationen sammeln und vielen Diskussionen mit meinem Mann haben wir uns nun wohl dazu entschieden, dass unsere Kayleigh nicht kastriert wird.
    Wir gehen diesmal also einen ganz anderen Weg als noch bei unserer Nova, die vor 10 Jahren frühkastriert wurde.

    Dennoch bleiben bei mir einige Fragen im Kopf.

    Ist die Wahrscheinlichkeit einer unkastrierten Hündin im Laufe ihres Lebens an Mammatumoren zu erkranken wirklich 26%? Oder gibt es auch Studien die eine geringere Erkrankungswahrscheinlichkeit zeigen?
    Handelt es sich bei diesen angegebenen 26% um alle Tumore, oder nur um die bösartigen?
    Und noch ein weiteres Thema ist die Pyometra, die auch 25% der nicht kastrierten Hündinnen betreffen soll. Ist sie relativ gut erkennbar und behandelbar? Oder stellt auch sie immer noch eine große Gefahr für eine Hündin dar?

    Die unkastrierte Yorkshirehündin meiner Eltern ist vor 11 Jahren an den Folgen einer Gebärmuttervereiterung gestorben. Sie war damals knapp 15. Irgendwie schwirrt mir das natürlich noch als Schreckgespenst im Kopf herum.

    Ich habe also immer noch ein wenig Angst ob ich die richtige Entscheidung für die Gesundheit meiner Kay treffe. Aber das Thema pro und contra Kastration wurde hier im Forum ja schon genügend durchgekaut.

  • Gebärmuttertumore ca. 0,003%
    Gebärmutterentzündungen kommen je nach Studie schon an die 20%, aber man muß bedenken, daß in diesen Studien auch Hündinnen erfaßt wurden, deren Läufigkeit unterdrückt wurde, was wiederum als Begünstigung für Entzündungen gesehen wird. Daher kann man die Zahl eher senken.
    Die Wahrscheinlichkeit, an Mammatumoren zu erkranken, beinhaltet verschiedene Faktoren.
    Nachweislich gibt es eine genetische Veranlagung, bestimmte Rassen werden häufiger betroffen.
    Die Unterdrückung der Läufigkeit mittels Gestagenen erhöht das Risiko. ebenso Fettleibigkeit und eine sehr fleischlastige Fütterung.
    Durchschnittlich sind die Hündinnen 10-15 Jahre wenn sie erkranken.
    Scheinschwangerschaften haben KEINEN Einfluß auf die Bildung von Tumoren.
    Die Möglichkeiten zu behandeln sind vielfältig und eine regelmäßige Vorsorge minimiert das Risiko zusätzlich.

    Gruß, staffy

  • Danke für deine Antwort Staffy.
    Das auch Hündinnen in solch einer Statistik landen deren Läufigkeit unterdrückt wurde hatte ich gar nicht bedacht und gerade bei Krebs stimmt es schon, dass die genetische Veranlagung wohl einen großen Anteil übernimmt.
    26% der unkastrierten/spät kastrierten Hündinnen bekommen einen Gesäugetumor klingt nur nach einer verdammt hohen Zahl.
    Das mit der fleischlastigen Fütterung war mir dabei neu. Ich hatte zuvor nur gelesen, dass eine getreidelastige Fütterung nicht gut sein soll.
    Dazu werde ich mich noch einmal ein wenig schlau machen.

  • Ja das Risiko für Mammatumoren ist sehr unterschiedlich verteilt, beträgt beim English Springer Spaniel mehr als 30%! :schockiert: Zum Fleisch: da gibt es Hinweise, dass vor allem eine überwiegende Fütterung mit rotem Fleisch das Risiko erhöht, also beispielsweise Rind, Lamm und Wild.

    Dass eine getreidelastige Fütterung das Risiko für Mammatumoren erhöhen soll ist mir neu, da bin ich in meinen Recherchen noch nie drauf gestossen. Gibt es da eine Studie dazu?

  • Interessantes Thema, ich klink mich mal ein, weil ich Argumente gegen die Katra brauche :) Mein Mann findet das selbstverständlich, dass man eine Hündin kastrieren lässt....

  • Staffy, gibts nen Link zu der Studie? Oder kann man sonst irgendwo nachlesen?
    Ich find das Thema sehr interessant, zumal Kyra auch nicht kastriert ist und auch nicht wird.

  • Die Bücher von Gabriele Niepel und das von Udo Gansloßer sind zu dem Thema sehr aufschlußreich und enthalten auch Hinweise zu den entsprechenden Studien.
    Die Studien selber kenne ich nur in Schriftform.

    Gruß, staffy

  • Zitat

    Dass eine getreidelastige Fütterung das Risiko für Mammatumoren erhöhen soll ist mir neu, da bin ich in meinen Recherchen noch nie drauf gestossen. Gibt es da eine Studie dazu?

    Vermutlich habe ich mich da ein wenig undeutlich ausgedrückt. Ich meinte nicht, dass Getreide im Futter grundsätzlich das Mammatumorrisiko erhöhen soll.
    Ich kenne leider auch keine Studie zu dem Thema.
    Meine erste (frühkastrierte) Hündin Nova hat mit 9 Jahren ein Hämangiosarkom an der Milz bekommen. Sie wurde schon immer mit Teilbarf ernährt, nach der Diagnose stellte ich ihr Futter dann noch einmal um. Mir wurde damals, also bei einem schon an Krebs erkranktem Hund bei dem der Krebs auch schon gestreut hatte, empfohlen auf eine völlig getreidefreie Ernährung umzustellen, da angeblich die Kohlehydrate den Krebs weiter 'puschen' würden.

  • Ah ja Suzah, jetzt ist es klar, das kenne ich! Hat nichts mit Tumorprophylaxe und nur indirekt mit Getreide zu tun, sondern betrifft tatsächlich die kohlenhydratarme Ernährung bei bereits bestehenden Tumoren, egal aus welcher Quelle die KH stammen. Das hat seine Richtigkeit.

  • Na dann war meine Information damals die Ernährung umzustellen ja gar nicht falsch, obwohl uns leider nach der Diagnose nur noch wenige gemeinsame Wochen blieben. :sad2:

    reggy

    Zitat

    Interessantes Thema, ich klink mich mal ein, weil ich Argumente gegen die Katra brauche Mein Mann findet das selbstverständlich, dass man eine Hündin kastrieren lässt....

    Ja genau das habe ich auch gerade mit meinem Mann hinter mir. Er war ein absoluter Kastra-Befürworter und wollte auf jeden Fall jetzt nach der ersten Hitze Kayleigh kastrieren lassen, während bei mir mehr und mehr Zweifel aufkamen.
    Ich habe ihm viele Informationen aus dem Netz zum lesen gegeben, z.Bsp. dieses pdf (auf Englisch) http://www.naiaonline.org/pdfs/LongTermH…euterInDogs.pdf
    oder er hat dieses Video http://www.tiergesundheit-aktuell.de/videos/kleintiervideo-9.php mit mir gemeinsam geschaut.
    Und letzte Woche auf einmal stimmte er mir zu. Er sagte nach all den Informationen ist er nun auch der Meinung, dass wir nicht eingreifen und Kayleigh unkastriert lassen.
    Wie man an diesem Thread sieht bleibt bei uns natürlich ein wenig die Angst vor den gesundheitlichen Risiken die das Leben für eine intakte Hündin so mit sich bringt. Jeder wünscht sich natürlich ein langes und gesundes Leben für seinen Hund und möchte sein möglichstes dafür tun.
    Aber bei unserer frühkastrierten ersten Hündin konnten wir ja leider sehen, dass auch eine Kastration nicht immer vor einem frühen Krebstod schützen kann. Einige Krebsarten scheinen ja sogar durch eine Kastra begünstigt zu werden.
    Ich persönlich fand diese erste Hitze von Kayleigh auch wesentlich weniger stressig als ich es mir vorgestellt hatte.
    Sollte es jemals medizinisch notwendig werden, wird Kay natürlich kastriert. Aber bis dahin soll sie so bleiben wie sie ist. Und wir hoffen von ganzem Herzen sie hat ein langes und gesundes Leben vor sich.
    Diese letzten Ängsten müssen wir halt durch so gute Vorsorge und Vorbeugung wie möglich entgegentreten.

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