Hund knurrt wenn Besuch kommt

  • Hallo,

    mal wieder meldet sich "Problem-kind" Dooley.
    Wie schon mehrfach erwähnt, kommt er aus Griechenland und ist nun seit März bei uns.
    Er macht bombige Fortschritte in fast allen Bereichen, nur was mich extrem stört ist dass er Besuch anknurrt.

    Wäre nicht so schlimm wenn er es bei fremden kurz machen würde aber er macht es auch wenn meine Freundin kommt. Und an sie müsste er eigentlich schon gewöhnt sein, denn sie kommt oft mit ihren Hunden, mit denen verträgt er sich super und wir fahren auch öfter mit ihr weg. (in ihrem Auto).

    Hab schon überlegt ob ich sie das einfach mal regeln lassen soll mit der Rangordnung damit er checkt dass sie hierhin gehört.

    Hab aber ehrlich gesagt ein wenig Angst ob sich das dann auf jeden Besuch auswirkt und er zum Schi**er wird. generell hat er nämlich Angst vor Menschen und nähert sich nur langsam und immer von hinten an.

    Soll heißen: Wir gehen jetzt schon einige Monate zusammen Gassi und so aber er läßt sich nicht streicheln und schleicht immer hinten rum an sie ran...

    Sie bedrängt ihn aber auch kein Stück!

    Hoffe ich hab nicht zu durcheinander geschrieben, bin gerade ein bisschen unter Zeitdruck.

    Wäre schön wenn mir einer Tipps geben könnte.
    Wenn noch Fragen sind beantworte ich die natürlich gerne!

  • Der beste Tipp (meiner Ansicht nach), gerade bei Angsthundenö und solchen deren frühere Erlebnisse für uns nicht nachvollziehbar sind:

    GEDULD

    Das Problem wird sich erst geben, wenn dein Hund sich wirklich sicher fühlt. Das kann dauern.

    Also sollte deine Freundin den Hund auch weiterhin ignorieren und zwar vollständig. Sie kann ihm allenfalls gelegentlich mal ein Leckerchen hinwerfen, aber bitte ohne ihn dabei anzuschauen.

    Für Besuch allgemein gilt: Der Hund wird NICHT angeschaut. Der Hund darf sich an einen Ort zurückziehen, den er als sicher empfindet. Dort hat der Besuch nicht hinzugehen.

    Im Regelfall - wenn der Hund spürt, dass wirklich niemand was von ihm will - taut er dann langsam auf, wird neugierig und kommt von sich aus auf die Menschen zu. Dann aber bitte nicht streicheln, sondern einfach schnuppern lassen.

    Das wird - es kann allerdings dauern.

    LG
    cazcarra

  • Hallo,

    Du schreibst selbst, dass Dein Hund unsicher ist und nicht angefasst werden will. Da würde ich auch Deine Freundin nichts an irgendwelchen Rangordnungen machen lassen. Dein Hund sagt "Komm mir nicht zu nahe" und das ist aus hündischer Sicht eigentlich vollkommen ok.

    Natürlich will man sich als Mensch aber nun nicht anknurren lassen und da kommst Du ins Spiel.
    Achte darauf, dass sich Deine Freundin dem Hund nicht frontal nähert - lieber sollte sie um ihn herum gehen.
    Sie soll den Hund nicht anschauen und auch nicht ansprechen.
    Das sie sich nicht über ihn beugen soll ist glaub ich klar.
    Sie sollte auch seine Rückzugsplätze (Körbchen oder so) meiden.

    Das er schon an sie ranschleicht ist doch vollkommen in Ordnung, dann nimmt er doch schon zaghaft Kontakt auf. Sicher wird das mit der Zeit noch reifen und wachsen. Zeit ist sowieso bei Angsthunden ein großes Zauberwort. Es können wirklich Monate vergehen, bis es bei ihm besser ist. Setz ihn nicht unter Druck. Und verbiete ihm das knurren nicht! Denn sonst beisst er vielleicht zu - wenn er nicht knurren darf hat er nämlich aus hündischer Sicht keine andere Möglichkeit.

    Liebe Grüße
    Dana und Wauzis

  • Hallo,

    irgendwie habe ich den Eindruck dass ich die Situation nicht richtig geschildert habe:

    Es klingelt, der Hund läuft zur tür und knurrt. Dann mache ich die Tür auf und irgendwer kommt rein und der Hund knurrt weiter. Niemand geht zu ihm hin und bedrängt ihn. Dooley hockt die ganze Zeit gegenüber der Tür und duckt sich und knurrt. Egal wer kommt!
    Selbst meine Schwiegereltern knurrt er noch an wenn sie ZU UNS kommen. Kommen wir zu ihnen, läuft der Hund völlig selbstverständlich durch die Wohnung, lässt sich streichewln und kuscheln.

    Nur bei uns knurrt er!
    Und gerade bei meiner Freundin finde ich das so ärgerlich weil sie wirklich Ahnung hat und weiß wie man sich Hunden gegenüber verhält. Wenn er wieder mal schnuppert bei ihr dann sagt sie schon mal:Hallo Dooley und das ist ok, dann wird er noch neugieriger.

  • Hallo,

    hast Du schonmal überlegt, ob Du verhindern solltest, dass er zur Tür läuft ?
    Ich könnte mir vorstellen, dass er meint, er muss erstmal checken, wer da kommt. Vielleicht hilft es ihm, wenn Du ihm das Gefühl gibst, dass er das gar nicht machen muss, dass er Dir vertrauen kann, dass Du das erledigst und souverän entscheiden kannst, wer in Eure "Höhle" darf und wer nicht.
    Wenn es klingelt könntest Du ihn auch auf seinen Platz schicken, ihn dafür belohnen. Dann muss er da verbleiben, bis Du Deinen Besuch reingebeten hast und der sich gesetzt hat. Wenn Dooley dann will, darf er auch mal schnuppern kommen. Vielleicht hat er dann auch gar kein Interesse mehr daran, weil er schön entspannt auf seinem PLatz liegt. Nach der Begrüßung bringst Du ihn wieder auf seinen Platz und er wird nochmal belohnt. Dadurch wird er sich auf seinem Platz sicher fühlen und merken, dass Du die Dinge regelst und er keine Angst haben muss. Ich würde ihm in seiner Situation wirklich nicht erlauben mit zur Tür zu kommen. Das verstärkt die Anspannung scheinbar eher, als dass es ihm hilft.

    Dass er sich nicht streicheln lässt finde ich nicht so schlimm. Mein Emil ist ein totaler Schmuser und würde sich wirklich von jedem begrabbeln lassen ;) und manchmal ist mir das gar nicht so lieb. Aber ich kenn auch viele Hunde, die einfach nicht so gern von Fremden oder auch Bekannten, jedenfalls von Nicht-Rudel-Mitgliedern angefasst werden. Macht doch nichts. Ich will auch nicht, dass mich jeder streichelt ;)

  • Ich geb Dr. Firlefanz absolut Recht.
    An deiner Stelle würde ich ihn auch nicht mehr an der Tür solch ein Theater machen lassen. Möglicherweise meint er, er muss sein Heim verteidigen... was auch immer in seinem Köpfchen los ist...er braucht eine Alternative, die ihm a) zeigt, was er stattdessen tun soll und b) Sicherheit vermittelt, weil DU in dem Moment sagst, was zu tun ist.

    Auf den Platz schicken, wenns klingelt und ihn loben, Leckerchen hinwerfen, wenn er ruhig ist. Auf Kommando darf er dann wieder aufstehen .
    Gerade bei deinem unsicheren Hund musst du Struktur vorgeben, an der er sich "festhalten" kann.

    viel Erfolg[/quote]

  • Nur mal so : Ich heiß Susanne ;)
    Aber das kann ja auch keiner wissen, wenn ich's nicht unter meinen Post schreibe. Der Nickname ist ein Spizname den mein Mann mir verpasst hat ... leider. Aber ich kann damit leben ;)

    Wollte nochmal was zu Dooley fragen, bzw. sagen :

    Was hat er denn für ein Körbchen und wo steht es ?
    Wenn Du die Möglichkeit hast, dann stell doch das Körbchen dahin, wo er die Tür nicht im Blick hat. Ist doch doof wenn man vor etwas Angst hat, aber die ganze Zeit drauf gucken muss. Dann bewacht man es noch viel eher.
    Hast Du schonmal an eine Höhle gedacht ? Manche leute würden auch Käfig, Box oder Kennel sagen ;) Ich sag lieber Höhle, denn das klingt nicht ganz so grausam. Und wenn man es schön gestaltet und ganz kuschelig auspolstert ist es tatsächlich eine super gemütliche Schlafhöhle. Manchmal würd ich da auch gern einziehen. Da ist es noch weicher als in meinem Bett. Die Höhle bietet allerdings auch einen entscheidenden Vorteil, wenn es um's Training geht : Wenn der Hund drin bleiben soll, kannst Du einfach mal kurz die Tür zu machen.
    Die Tür ist bei mir eigentlich sonst immer offen. Ein Hund ist ja schließlich kein Hamster. Aber wenn's drauf ankommt mach ich sie eben mal kurz zu. Das hat mir sehr geholfen Emil beizubringen, dass er an der Wohnungstür nichts verloren hat, wenn jemand klingelt. Jetzt bleibt er auch drauf liegen, wenn die seine Tür offen ist und ich Besuch bekomme. Versuchs einfach mal. Es bietet dem Hund auch einen enormen Schutz und er kann sich wirklich zurückziehen und fühlt sich nicht so beobachtet, wenn mal jemand da ist. Mit der Zeit wird das schon.

  • @ Susanne:
    Sein Körbchen steht im Wohnzimmer und er kann nicht direkt auf die Tür sehen. Man muss erst ums Eck durch die Küche...


    @all
    Ich werde ihm das jetzt beibringen dass er im Körbchen wartet bis der Besuch drinnen ist. Wollten wir ihm eh beibringen. Situationsbedingt stört der Hund da manchmal ziemlich wenn er da so rum wuselt.

    Danke für die Tipps

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