• Die Ansprüche an den heutigen Hund haben sich doch in den letzten 500 Jahren sehr stark geändert. Die wenigsten Hunde werden für die Jagd oder zum Hüten benutzt. Trotzdem werden die wesentlichen Merkmale in den einzelnen Rassen weiter gezüchtet, um dann später, mit teuren und zeitraubenden Trainings wieder unterdrückt (oder umgeleitet) zu werden....... :irre:

    Warum eigentlich? WENN man schon züchtet, warum passt man sich dann nicht von vorneherein den Anforderungen der (zynisch gesagt) Abnehmer an?

    Und hemmt man nicht eigentlich die natürliche Evolution des Hundes? Wie wäre er denn heute, wenn er sich von selbst an uns Menschen in den westlichen Industrie-Ländern angepasst hätte?

    Was meint Ihr?

    LG

    Lisa

  • Zitat

    Die Ansprüche an den heutigen Hund haben sich doch in den letzten 500 Jahren sehr stark geändert. Die wenigsten Hunde werden für die Jagd oder zum Hüten benutzt. Trotzdem werden die wesentlichen Merkmale in den einzelnen Rassen weiter gezüchtet, um dann später, mit teuren und zeitraubenden Trainings wieder unterdrückt (oder umgeleitet) zu werden....... :irre:

    Warum eigentlich? WENN man schon züchtet, warum passt man sich dann nicht von vorneherein den Anforderungen der (zynisch gesagt) Abnehmer an?

    Mal abgesehen davon was ich vom zuechten halte......aber diesen Ansatz halte ich fuer falsch. Es sollten die Zweibeiner sein die mit mehr Ueberlegung an die Wunschrasse gelangen und sich vorher ueber das genetische Wesen und die Rassemerkmale informieren und dann abwaegen ob die Rasse fuer sie in Frage kommt oder nicht.

    Zitat

    Und hemmt man nicht eigentlich die natürliche Evolution des Hundes?

    In die natuerlich Evolution wurde eingegriffen als man den Wolf domestizierte....von daher passt (fuer mich persoenlich) die Frage nicht.

  • Zitat

    Butch Verfasst am: 13.09.2008 15:02 Titel: Komische Frage

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    Die Ansprüche an den heutigen Hund haben sich doch in den letzten 500 Jahren sehr stark geändert. Die wenigsten Hunde werden für die Jagd oder zum Hüten benutzt. Trotzdem werden die wesentlichen Merkmale in den einzelnen Rassen weiter gezüchtet, um dann später, mit teuren und zeitraubenden Trainings wieder unterdrückt (oder umgeleitet) zu werden.......

    Warum eigentlich? WENN man schon züchtet, warum passt man sich dann nicht von vorneherein den Anforderungen der (zynisch gesagt) Abnehmer an?


    Hallo Lisa,

    ich sehe das Problem eigentlich woanders: wieso holt sich jemand einen Hund mit ausgeprägtem Jagdinstinkt, wenn er selber eher ein Couchpotatoe ist?

    Der überwiegende Teil der Hunde, die in teuren Trainings und Einzelstunden wieder therapiert werden sind Hunde, die zuvor vom Menschen falsch ausgesucht wurden - so meine Meinung!

    Da wird sich leider im Vorfeld zu wenig Gedanken gemacht, ob der Hund zu mir passt, kann ich ihm gerecht werden und und und....

    Meist wird ein Hund nach dem Aussehen ausgewählt und genau DA beginnt in meinen Augen der teuflische Kreislauf.

    Ein Hund muss aus anderen Gesichtspunkten heraus ausgewählt werden und nicht nach dem Aussehen.

    Was die Zucht als solches angeht......in manchen Bereichen besinnt man sich gottseidank wieder und züchtet die "Degeneration" wieder raus. Ich sag nur: Schäferhund!!! Die ganze HD-Geschichte kommt doch nur dadurch zustande, dass das Erscheinungsbild des Schäffis "schöner" war, je tiefer er hinten abfiel. Das der Hund nach ein paar Jahren nicht mehr laufen konnte, interessierte nicht. Inzwischen hat man jedoch erkannt, dass auch ein "hinten hoher" Schäffi ein schöner, aber vor allem GESUNDER Hund sein kann.


    Lg
    Volker

  • Hallo!

    Erstens sehe ich die Hunderassen mit ihren typischen Wesensarten durchaus als Kulturgut.
    Dann ist ein Hund eben ein Lebewesen mit Ansprüchen. Ich finde diese Tendenz sich seine Rasse nach Optik und Hörensagen auszusuchen fürchterlich!
    Außerdem werden viele Hunderassen doch auch noch als Arbeitspartner gebraucht. Wach- und Schutzhunderassen werden ebenso gebraucht wie Hüte- und Jagdhunde. Alle diese Rassen sind doch ni über den Bedarf hinaus gezüchtet wurden, bis sie zur Mode wurden :kopfwand: . Wer kannte denn vor 20 Jahren einen Weimaraner? Die gab es, die gingen in Jägerhände und wurden nicht als netter Familienhund mit extravaganter Farbe gehandelt.
    Wenn man "einfach nur" einen Hund möchte, dann gibt es doch genügend Rassen, die als Begleithunde gedacht sind und bestens passen.
    Viele Rassen wurden doch den Gegebenheiten durchaus angepasst. Bei den Schnauzern und Pinschern ist die früher übliche "Griffigkeit" doch weitgehend verschwunden ohne das Wesen grundlegendzu verändern. Trotzdem reicht ein Besuch der Hundeschule am Wochenende eben nicht. Wie viele machen das denn zur Gewissensberuhigung und tun sonst nichts? Aber dann wird über den Hund gemeckert.

    LG
    das Schnauzermädel

  • Zitat

    Trotzdem werden die wesentlichen Merkmale in den einzelnen Rassen weiter gezüchtet, um dann später, mit teuren und zeitraubenden Trainings wieder unterdrückt (oder umgeleitet) zu werden....... :irre:


    Ersten würden jede Menge Rassen aussterben, wenn sie nicht weiter gezüchtet werden. Und außerdem macht es ja auch Spaß, mit den Hunden ihren Anlagen entsprechend zu arbeiten.
    Es will ja gar nicht jeder "Abnehmer" einfach nur einen Hund, der so mitläuft.

    Zitat

    Und hemmt man nicht eigentlich die natürliche Evolution des Hundes? Wie wäre er denn heute, wenn er sich von selbst an uns Menschen in den westlichen Industrie-Ländern angepasst hätte?


    Was ist denn eine natürliche Evolution bei Hunden? Hunde existieren bloß, weil Menschen sie "für ihre Zwecke nutzen". Sonst gäbe es nur Wölfe.

    Und ich kenne auch genug jagende Mischlinge, bei denen man mit viel Mühe ihre natürlichen Instinkte kontrollieren lernen muss. Das wäre wohl, was von selbst passieren würde. Und das wäre dann wohl auch nicht "abnehmergerechter".

    Wenn sich die Leute vorher informieren und sich nur Hunde holen, die ihren Anlagen entsprechend einfach zu händeln wären, würde sich das von selbst regulieren. Nachfrage regelt das Angebot.

    Lg Christine

  • Zitat

    Da wird sich leider im Vorfeld zu wenig Gedanken gemacht, ob der Hund zu mir passt, kann ich ihm gerecht werden und und und....

    Meist wird ein Hund nach dem Aussehen ausgewählt und genau DA beginnt in meinen Augen der teuflische Kreislauf.

    Ein Hund muss aus anderen Gesichtspunkten heraus ausgewählt werden und nicht nach dem Aussehen.

    Dem stimme ich vollkommen zu. Ich bekam gerade von einer unserer Pflegestellen eine wirklich traumhafte Beschreibung eines Hundes. Jedem Zweibeiner, ob groß oder klein, zugetan, mit allen Katzen und Hunden verträglich, kann mit ins Büro, herzallerliebst, verschmust, läuft bei Fuß, kann abgeleint werden und und und.

    Aber er ist halt schon 8 Jahre alt und außerdem rein vom Aussehen her nicht Jedermanns Sache.

    Da holen sich dann Familien mit Kindern doch lieber einen Golden Retriever (kann gerne gegen andere Moderassen ausgetauscht werden) ins Haus, am besten noch einen Welpen, ohne sich darüber im Klaren zu sein, was das für Arbeit mit sich bringt.

    Auch bei der Auswahl des Hundes gilt eben: VORHER das Hirn einschalten.

    Dann braucht auch bei der - aus meiner Sicht vollkommen überflüssigen - Zucht nichts versucht werden, zu ändern.

    schlaubi

  • Dem ist aus meiner Sicht nichts mehr hinzuzufügen. Schliesslich gibt es ja auch tatsächlich noch Menschen, die den Hund wirklich zum Arbeiten brauchen (ich sag nur: Schäfer!!)

    Gruß
    Volker

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