Hochspringen und Schlecken

  • hallo zusammen
    Vielleicht kann mir jemand helfen. Ich habe 2 Probleme mit meinem Hund Tommi (1Jahr 8 Mon alt).Er mag alle Menschen und zeigt das , indem er sie von oben bis unten abschleckt und an ihnen hochspringt. Das Schlecken mag eigentlich niemand , für`s Hochspringen wird er oft "belohnt" von Leuten, die dann sagen :"das macht doch nichts , der ist aber mal freundlich, das macht meiner auch , lassen sie ihn doch etc.etc.....streichel streichel.....Die Gleichen Leute möchte ich mal im Wald treffen in ihrer Sonntagshose, wenn Tommi durch den Matsch gerast ist.
    Was tun?(zum Schlecken sagte mir ein Hundetrainer, das machen eigentlich Welpen, um die Mundwinkel der erwachsenen Hunde zu erreichen , die dann ihr Futter wieder hochwürgen, Welpi hat also eine Extramahlzeit)Wobei Tommi keine Mundwinkel schleckt, sondern Hände Füsse Beine Arme alles was " halt so da ist."Wird es evtl. besser wenn er älter wird??????
    l. G. anna :???:

  • Unser Frodo war auch am Anfang so, gerade wenn wir nach Hause gekommen sind. Wir habe ihn dann einfach nicht beachtet. Das fällt unsagbar schwer, aber nach einer Woche war es dann fast weg. Auch solltest du generell den Leuten sagen, das du sein Verhalten nicht duldest. Er kann nicht sehen ob er bei einem Willkommen ist heute oder nicht.

  • Sei erst einmal glücklich darüber, dass Du einen so freudestrahlenden Hund hast, der alle einfach liebt. :D

    Aber dieses Verhalten ist natürlich nicht unproblematisch. Denn Dein Hundetrainer hat durchaus Recht, denn Deiner ist richtig unterwürfig und versucht sich bei jeglicher Gelegenheit einzuschleimen, obwohl er doch bei Dir richtig richtigen Rückhalt finden kann. Und Du hast es auf den Punkt gebracht, nicht jeder mag es. Eigentlich ist es auch richtig frech, was er da in seinem Alter veranstaltet.

    Erst einmal musst Du zusehen, dass NIEMAND mehr sagt, das macht doch nix und er ein Erfolgserlebnis nach dem anderen hat. Alle müssen ihn ignorieren!!!! Sag den Leuten, WIR TRAINIEREN GERADE! und da darf er das nicht und wenn unser Training erfolgreich ist, dann dürfen sie ihn gerne wieder beachten (worüber alle sicherlich riesig glücklich sind!).

    Sind Deine Situationen, wo er rumhüpft eher bei den Spaziergängen oder auch, wenn Besuch kommt?

    Nehmen wir mal an, dass es nur Begegnungen ausserhalb der Wohnung sind. Da trainierst Du mit Deinen Hund, neben Dir zu gehen, muss ja nicht gleich ein perfektes Fuss sein, aber er hat, wenn Du das entsprechende Kommando gegeben hast, artig neben Dir zu laufen und nicht mehr links und rechts, rauf oder runter zu schauen. Das ist natürlich ein langwieriges Training selbst ohne Störfaktor Mensch. :D

    Und wenn der Strörfaktor eintritt, dann rede zuerst auf den Menschen ein, dass er Deinen Hund sofort ignoriert und nur noch mit Dir redet und Dir in die Augen schaut (ansonsten werden die beiden Deine Erziehung wahrscheinlich unterwandern ;)). Und wenn Mensch hört, dann versuch Deinen Hund mit den Kommandos zur Ruhe zu bringen, die er eigentlich richtig gut beherrscht wie Sitz, Platz, Runter. Wenn alles nix hilft, binde ihn durchaus auch mal in zwei/drei Meter Entfernung an, während Du Dich munter mit jemanden unterhälst und Ihr ihn beide ignoriert.

    Es kann auch nicht schaden, dass Dein Hund weiteres Vertrauen zu Dir fasst und sich richtig sicher wird, dass Du alle Situationen richtig gut meisterst. Das fasst er durch das übliche Grundgehorsamstraining, durch lustige Spielchen, durch gezielte Ausbildung oder durch richtig kleine Abenteuer, die Ihr beide prima gemeistert habt.

  • Hallo,

    Zitat

    Erst einmal musst Du zusehen, dass NIEMAND mehr sagt, das macht doch nix und er ein Erfolgserlebnis nach dem anderen hat. Alle müssen ihn ignorieren!!!! Sag den Leuten, WIR TRAINIEREN GERADE!

    Ich hab mit meinem Besuch schon vor der Haustür gestanden, um die Situation vorab in aller Ruhe erklären zu können und darum gebeten, die Hunde doch bitte komplett zu ignorieren, wenn wir jetzt hineingehen und der Kleine in seinem Übermut wieder an jemandem hochspringt.

    Das Ergebnis: Wir gehen rein, Hund freut sich, springt und bekommt zu hören "Jaaaaa, du bist ja ein Guter, komm mal her... (kraulkraulkraul) ... Oh, Frauchen hat gesagt, dass ich dich ja nicht beachten soll, also hör jetzt mal besser auf damit...." :kopfwand:

    Es wird durch konsequentes Ignorieren aber tatsächlich besser. Also Ignorieren des Hochspringens, nicht des Besuchs :D

    Zusätzlich arbeiten wir aber auch gerade an dem Kommando "Runter", in diesem Fall gleichzusetzen mit "Alle 4 Pfoten zurück auf den Boden", und wenn der Besuch selbst dadurch nicht merkt, dass dieses Hochspringen einfach nur unerwünscht ist ("Nun lass ihn doch, ist doch schön wenn er sich so freut"), wird der arme, arme Hund sogar auf seine Decke geschickt, wo er dann zu warten hat. Frauchens können ja so grausam sein.

    Diese Decke haben wir aber nicht als Strafe oder Negativ-Erfahrung aufgebaut. Er liegt sehr gerne dort, auch wenn ihm das bei Besuch und dergleichen dann doch etwas schwerer fällt.

    Ausserhalb der Wohnung versuchen wir es auch auf dem Weg, den souma vorgeschlagen hat. Es ist aber sehr schwierig, weil manch einer eben einfach nicht versteht, warum er den armen Hund nicht beachten soll.

  • Zitat

    Das Ergebnis: Wir gehen rein, Hund freut sich, springt und bekommt zu hören "Jaaaaa, du bist ja ein Guter, komm mal her... (kraulkraulkraul) ...

    Der kleine Trick bei Menschen ist, ihnen erst vorwarnungstechnisch zu sagen, meinen Hund soll man doch ignorieren, um ihnen dann ganz deutlich zu sagen, schau mir in die Augen und rede mit mir!

    Letzteres ist richtig hartnäckig und einige Menschen haben damit auch Probleme und ihr Blick würde lieber zu dem süßen Wauzie abschweifen. Aber in dem Moment, wo man sie ertappt hat und ganz klare Ansagen macht, kann man ihre Körperhaltung durchaus steuern. ;)

  • Ich hatte das in diesem zugegebenermaßen sehr schwierigen Fall ja schon bereits vor der Tür gemacht. Sogar mit Erklärung warum, wieso, weshalb und allem Pipapo. De Aufforderung, mir in die Augen zu sehen und mit mir zu reden würde denjenigen leider auch nicht davon abhalten, diesen kleinen, süßen, knuddligen, ja ach so emsig schwanzwedelnd sich freuenden Hund trotzdem gleichzeitig irgendwie zu kraulen und wenns eh einmal passiert ist, ist es ja sowieso schon zu spät. :/

    Manche Menschen sind eben einfach so und wenn dann auf die genervte Frage "Was genau hast du an dem Wort 'Ignorieren' nicht verstanden?" nur "Ach, einmal richtig Begrüßen macht doch nichts" kommt, dann kann man zwar in einer neuerlichen Erklärung erklären warum das doch etwas ausmacht, aber das war bereits nach wenigen Sekunden auch schon wieder vergessen, also vergebliche Liebesmüh. Zum Glück ist ja aber nicht jeder so :gott:

    Aber zurück zum Thema:
    Deswegen ja auch das "Runter". Es ist für den Kleinen, der ja immerhin auch erst 6 Monate alt ist, in dieser Begrüßungs-Situation nicht ganz so schwer umzusetzen wie ein "Sitz" oder gar "Decke" und inzwischen freu ich mich sogar, wenn dieser bestimmte Besuch wieder kommt, denn dann können wir das auch unter realen Extrembedingungen üben. Klappt noch nicht perfekt, aber immer besser. =)

  • Ich finde es immer wieder erstaunlich wie sich Hundehalter das Fehlverhalten ihres Hundes schön reden und das NichtindenGriffkriegen des Problems den Besuchern und anderen Menschen in die Schuhe zu schieben.
    Warum lässt man es erst soweit kommen, dass der Hund andere Anspringt? Auch im Haus & Wohnung kann man einen Hund auf seinen Platz legen und wenn der Gehorsam noch nicht gefestigt ist, kann man ihn dort auch anleinen. Echt das geht ;) .
    Wenn ich ehrlich bin, dann reagiere ich draußen sogar sehr ungehalten auf Hunde die mich anspringen und erst Recht dann, wenn ich zu hören bekommen aber das ist doch noch ein Welpe oder das ist doch ein Junghund. Sorry aber meine Klamotten sind versaut - in der Mittagspause mit Büroklamotten eine Runde mit dem Hund zu drehen kann echt zum Spießrutenlauf werden, weil ganz viele Hundehalter ihre unerzogenen Hunde ohne Leine laufen lassen. Ein unerzogener Hund, der die Grundbegriffe des Gehorsams noch nicht kennt gehört an die Leine. Der Hundehalter ist in der Pflicht seinen Hund vom Springen abzuhalten.

    Mein Grundsatz ist: Jeder Mensch hat das Recht ohne feuchte Hundenase durchs Leben zu gehn und ich als Hundehalter bin dazu verpflichtet, dies jedem Menschen zu ermöglichen!

    Wenn mich ein Hund anspringt und der Hundehalter dann auch noch sagen würde: Bitte ignorieren sie das! Dann würd ich den Hundehalter fragen ob er sein Hirn im Bett vergessen hat. Im Gegenteil, ich würd den Hund am Halsband packen, vom weiteren Springen abhalten und den Hundehalter bitten seinen Hund schnellstmöglich bei mir abzuholen.

    Manche Hundehalter sind einfach so und die genervten Menschen, die mal wieder angesprungen werden müssen dann wieder eine Litanei an Erklärungen über sich ergehen lassen was sie alles Falsch gemacht haben. Bitte beachtet: die angesprungenen Menschen müssen die Litanei an Erklärungen über sich ergehen lassen was die angesprungenen Menschen falsch gemacht haben - da kommt nicht: Ich der Hundehalter habe alles falsch gemacht... NEIN .... da kommt der, der angesprungen wurde hat alles falsch gemacht :???:
    Verstehen muss und will ich das nicht
    Aber zum Glück sind ja nicht alle Hundehalter so :gott: und ich geb die Hoffnung nicht auf. :D

  • interessant, da klinke ich mich mal ein.

    es ist doch so: oftmals kommen leute AUF UNS ZU, ich will doch überhaupt nicht mit denen reden! Aber die finden meinen Hund so toll und sprechen ihn an, stellen sich GENAU vor ihn hin und fangen an in Babysprache zu brabbeln und nach ihm zu grabschen. Klar kann es vorkommen, dass mein Hund die dann anspringt, er hat evtl. noch nicht verallgemeinert, dass er nicht springen soll. Aber ich habe dann den Eindruck, diese Personen wollen das so. Natürlich achte ich darauf, dass mein Hund nicht einfach zu anderen Leuten hingeht und die anspringt. DIE KOMMEN ZU UNS!!! Soll ich denen sagen: Hau ab!! Würde ich manchmal gerne, dann bin ich die gemeine Frau, die ihrem Hund Kontakt zu Menschen verbietet. Oh Gott! Wenn sich diese Leute schon unbedingt aufdrängeln müssen, dann können sie wenigstens beachten, worum man sie bittet im Umgang mit dem Tier.

  • Zitat

    Ich finde es immer wieder erstaunlich wie sich Hundehalter das Fehlverhalten ihres Hundes schön reden

    :lachtot:

    Wenn Zazie und ich Dir begegenen würden, würde meine wahrscheinlich "die Unschluld vom Lande" spielen. :pfeif: Weil Du es zu Recht nicht verstehst und sie völlig ignorierst.

    Aber hast Du eine ungefähre Ahnung mit welchen Menschen man z.B. tagtäglich mitten in der Berlin konfrontriert ist? :D Da muss man sich schon ein richtig dickes Fell anschaffen und eine sehr klare Erziehungslinie vorgeben, um seinen Hund auf seine Linie zu bringen. :D

  • Ja, nach 21 Jahren Hundehaltung habe ich eine sehr gute Ahnung mit was für Menschen man täglich konfrontiert wird und zusätzlich habe ich auch noch eine super gute Ahnung mit was für unerzogenen Hunden man täglich konfrontiert wird :roll:

    Wenn der Hund an der Leine ist, dann springt der auch keinen an, wenn ich das nicht will.
    Warum darf dein Hund nicht angesprochen werden? Ist doch eine perfekte Übung ihm genau dann zu zeigen, dass er diese Personen nicht anspringen soll. Wie soll der Hund lernen, dass er es nicht darf, wenn er es nicht gezeigt bekommt? Man muss ihn gleich an dem Anspringen hindern und nicht noch ein zusätzliches Kommando RUNTER einführen ;)
    Wie hat unser Trainer immer gesagt, Jedes Problem kann man nur lösen, in dem man die Konfrontation sucht und dann unterbindet. Und das geht mit einer Leine super gut, der Hund wird einfach nur festgehalten - bitte nicht reißen sondern einfach nur die Leine so kurz halten, dass er nicht anspringen kann.
    Ist also kein anderer in der Pflicht nur Ich der Hundehalter :D

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