Pro und contra Welpenstunden...

  • Also, ich mache bei uns im Verein die Welpenstunde, und finde sie sehr wichtig - sonst würd ich´s ja nicht machen. Sicherlich kann jeder selbst entscheiden, ob er eine solche Möglichkeit wahrnimmt, oder selbst in der Lage ist, seinen Hund auszubilden. Andererseits bekommen wir die Ergebnisse von genau diesen Leuten ("ich kann das selbst, hatte schon x Hunde") dann eben oft einige Monate später wieder zu sehen - mit massiven Erziehungsproblemen... Es ist eben nicht jeder Hund gleich oder gleich einfach zu erziehen.
    Natürlich gibt es Welpenstunden, mit denen der ein oder andere nichts anfangen kann, je nach Ziel: eben nur spielenwollen oder dabei auch lernen. Oder gar persönliche Antipathie zum Trainer. Aber: in eine Welpenstunde zu gehen, heißt ja nicht, seinen Verstand vor der Türe abzugeben! Wenn mir was nicht gefällt oder komisch vorkommt - nachfragen-wie im täglichen Leben auch. Keiner springt kritiklos im 7. Stock zum Fenster raus, wenn ich´s sage. Aber wenn der Trainer in der HuSchu sagt, leg den Hund auf den Rücken, wird´s widerspruchslos gemacht! Wenn Rückfragen blöd aufgenommen werden, war´s die falsche HuSchu-Auswahl.... Und auch Trainer der Welpenstunde sind nur Menschen, oft auch dankbar für Tips oder Rückfragen.
    Und nebenbei erwarte ich als Leiter der Gruppe (aber auch einfach als HH!) auch, daß sich jemand, der sich für Hunde interessiert (und davon gehe ich bei einem Hundehalter aus!), vorher schon ein bißchen zum Thema informiert-ich kauf ja auch kein Auto (und das lebt nicht mal), ohne zumindest zu wissen, daß ich nach dem Alter, Preis, Tachostand, PS oder was auch immer fragen muß, wenn ich das Fahrzeug einschätzen können will, oder fahre los, ohne die Bedienungsanleitung gelesen zu haben oder zu wissen wo die Bremse ist. Ich hab damals (naja, vor eineinhalb Jahren, als das Thema für mich aktuell wurde) in meiner Vorfreude wochenlang Websites gelesen, hier mitgelesen, in der Welpenstunde zugesehen, hinterfragt, gefragt etc. Und wenn ich dann beispielsweise Dinge lese oder höre wie "mein 8 Wochen alter Welpe ist aggressiv" weil er welpenüblich ab und an kneift, oder "mein hund ist 12 Wochen, jetzt 5 Tage bei mir und immer noch nicht stubenrein", geht mir schon der Hut hoch. Und in erster Linie genau für solche Menschen ist eine gute Hundeschule/Verein oberwichtig- um elementare Dinge zu lernen, wie sie hier z.T. schon geschrieben standen: Hund lesen, Verhalten kennenlernen, Hund nicht mobben lassen von anderen, Hund andere nicht mobben lassen, richtig spielen, sich interessant machen, Stimme einsetzen, Verhalten im Straßenverkehr (die meisten wissen nicht mal, daß bei uns Leinenpflicht in der Stadt herrscht, und es sowas wie Kottütchen gibt....), wie erkenne ich Krankheiten, Impfthemen, Versicherung etc. - alles Dinge, die eigentlich vorausgesetzt werden können müßten, wenn ich mir einen Hund hole.
    Wie gesagt - das eigene Hirn muß nirgendwo an der Pforte abgegeben werden, und je mehr ich schon weiß, desto besser kann ich einschätzen, ob die in der Welpenstunde Quatsch erzählen!
    Abgesehen davon: solche Threads wie dieser hier sind sicherlich auch sinnvoll, um mitlesenden Welpenstunden-Leitern Anregungen zu geben für ihre Gestaltung der Stunden bzw. um zu wissen, was wird von ihnen erwartet. Speziell ich habe die Idee aufgenommen, im nächsten Kurs erst mal ganz direkt nachzufragen, wer sich was von der Stunde verspricht, statt den Haltern einfach Wissen oder Abläufe programmäßig vorzusetzen. Danke dafür... ;-)
    LG,
    BieBoss

  • BieBoss: finde ich auch gut, dass es solche Threads gibt und übernehme auch gerne Anregungen.
    Zu der Frage nach den "Zielen", die hab ich mal in einer Hundeführerversammlung gestellt mit einem kurzen Fragebogen zum sofort ausfüllen. Das bezog sich dann auf Fragen wie: was denke ich, kann mein Hund schon ganz gut, was kann er nicht, was will ich kurzfristig/mittelfristig/langfristig erreichen, wo habe ich die größten Probleme.... War echt aufschlußreich, manche gaben als Ziel an Begleithundeprüfung machen zu wollen, von denen ich das nicht gedacht hätte; andere habe dort dann Probleme offenbar (Alltagssituationen, wie z.B. Pferde), von denen ich Nichts wusste und der Vorteil ist, wenn Du die Fragebögen aufhebst und die Leute sind dann mal in einem Loch (weil sie glauben auf der Stelle zu treten), dann ziehe ich die Fragebögen gerne hervor und zeige die Probleme und Ziele von damals, dann sehen die Leutchen auch, dass sich eben doch was geändert hat.

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