Hund knurrt und ist plötzlich unsauber

  • Hallo ihr Lieben!
    Ich bin momentan etwas ratlos, aber noch nicht verzweifelt (dazu habe ich zu viel Gedult). Meine Hündin Edda kommt aus dem Tierheim, sie ist 2 Jahre und ein Labrador/Weißer-Schäferhund MIX. Sie hat vorher bei einem alten Mann gelebt, der sie auch geschlagen (meist auf Kopf und Pfoten) hat. Das beweißen auch einige Narben. Dieser alte Mann ist, dann (Gott sei dank) verstorben und so kam sie total verwarlost und etwas dürr ins Tierheim. Dort lernte ich sie dann vor ein paar Wochen kennen. Es war bei uns beiden Liebe auf den ersten Schnuffel. Nun lebt sie seit Sonntag (den 3.August) bei uns. Anfangs war es total problemlos! Sie wurde jedoch am Mittwoch (den 6.August) Kastriert (das war vom Tierheim vorgeschrieben) und gechipt. Die ersten Tage nach der OP waren total normal, außer dass die etwas träge und benommen war. Jedoch legt sie seit letzt Sonntag ein merkwürdiges verhalten an den Tag. Sie hört zwar auf jedes Wort was ich sage, aber sie knurrt menschen (vorzugsweiße Männer) an und es ist egal ob wie zu hause, im Büro (sie durfte mal für ein paar stunden mit zu eingewöhnung) oder beim Gassi gehen sind. Einmal hat sie meinen Freund angeknurrt, jedoch nur ganz kurz und seit dem auch nicht wieder (in dieser Situation war sie glaube ich nur erschrocken, da er plötzlich zu Tür herein kam). Ähnlich auch im Büro jeder fremde wird erstmal angeknurt, sobald er die Tür aufmacht und herein kommt. Einmal hat sie sogar versucht den jenigen zu schnappen, jedoch reagierte sie sofort auf ein klares Aus und ich brachte sie dann ins neben Zimmer.

    Doch ich habe noch ein weiteres Problem mit ihr.
    Seit dieser Woche Montag Pinkelt sie (kein Makieren sondern richtig viel) in die Wohnung und dass obwohl sie vorher sauber war und auch nach direkt nach der OP nicht in die Wohnung gemacht hat. Die gassiezeiten habe ich nicht verändert (um 7 ein halbe stunde, um 15 uhr eine dreiviertel stunde und um ca 19 uhr eine bis eineinhalb stunden).

    Nun frage ich mich woher das kommt, ich habe die vermutung, da sie nicht wirklich einen Spieltrieb besitzt, auser das sie gern rennt, momentan jedoch zwecks OP nicht von der Leine darf also sich nicht richtig austoben und (die kleine ist ne Wasser ratte) auch nicht ins Wasser darf es etwas psychisches sein könnte? Morgen werden die Fäden gezogen und ich darf sie wieder rennen lassen, meint ihr das sich das dann normalisiert????

    Danke für eure Antworten :D

  • Das mit der Kastration ist natürlich mehr als ungünstig... Kaum ist der Hund in einem neuen Zuhause, schon wird ihm eine schwer Bauch-OP angetan. Bei manchen Tierschutzvereinen kann man echt nur ungläubig mit dem Kopf schütteln.

    Lass ihr Zeit. Geh mal davon aus, dass sie nach dieser OP nicht nur seelisch total neben der Spur ist, sondern auch noch unter Schmerzen leidet. Ich vermute, dass sie deshalb die Männer anknurrt. Sie fühlt Schmerz und bezieht es auf Männer. Ist ja eine logische Verknüpfung, die sie in ihrem Leben bisher machen musste.

    Wegen dem Pipi machen... Da würde ich nocheinmal untersuchen lassen, ob sie evtl. eine Blasenentzündung oder ähnliches hat.

    Ansonsten ist es nicht ungewöhnlich, dass die Inkontinenz durch Kastration nicht direkt nach der OP eintritt. Viele Hunde bekommen das erst Jahre später. Dagegen gibt es dann aber auch Medikamente.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Also da die OP nun 9 Tage her ist, glaube ich nicht das sie noch schmerzen hat, da sie sich von mir sogar an die "Wunde" fassen lässt. Sie hatte die ersten zwei Tage schmerzen, das sah man ihr auch an. Nur hat sie in der Zeit keine Männer angeknurrt die tut sie wie gesagt erst seit Sonntag.

    Mal ein Beispiel: gestern abend waren wir spatzieren und wir gehen immer an einem Fluss entlang, da war ein Angler auf der anderen Uferseite, und Edda hat sich nicht wieder einbekommen sie hat geknurrt und gebellt (nur leise und ansatzweiße) dies zog sich ca 10 min hin, sie knurrte also auch noch nachdem sie den Angler nicht mehr gesehen hat.

    beim zurückgehen gab ich ihr dann schon als sie ihn wieder fixierte den befehl AUS und damit hatte es sich erledigt.

    Eigendlich ist meine kleine keine dominate Hündn und stellt auch meine Autorität nie in frage, auser eben in solchen Momenten. Könnte es sein das sie mich in diesen Momenten testen möchte? Wie sollte ich da am besten reagieren? Ich geh dann immer weiter, erteile ihr den befehl AUS und versuche das sie sich auf mich konsentriert, meist klappt dies auch relativ schnell. Könntet ihr mier TIPPS geben wie ich das evt noch besser geregelt bekomme?

    Nun zu der Pinkelei in die Wohnung. Mir ist aufgefallen sie macht immer nur an eine stelle. Vorhin wollte sie schon wieder da hab ich AUS gesagt und sie geschnappt und bin sofort mit ihr raus. Dies hat ganz gut funktioniert. Gibts da noch bessere TIPPS?

    Danke für eure ANTWORTEN :gott:

  • Die ersten beiden Tage haben viele Hunde noch mit den Nachwirkungen der Narkose zu kämpfen. Ich vermute mal, dass Deine Hündin Medikamente bekommen hat. Auch was gegen die Schmerzen?

    Auch, wenn sie Dich an die Wunde fassen lässt, heißt doch noch lange nicht, dass sie nicht innerlich noch permanent Schmerzen haben kann. Nicht alle Hunde äußern ihre Schmerzen für den Menschen deutlich.

    Zitat

    Eigendlich ist meine kleine keine dominate Hündn und stellt auch meine Autorität nie in frage, auser eben in solchen Momenten.

    Sie ist seit wenigen Tagen bei Euch, hat eine schwere OP hinter sich und Angst vor Männern und denkst darüber nach, dass sie sich hintertückisch überlegt, wie man Dir was Böses können wollte... Das ist mir zu sehr um die Ecke gedacht....

    Zitat


    Könnte es sein das sie mich in diesen Momenten testen möchte?

    Was sollte sie testen wollen? Deine Blutwerte? Deine Reaktionsschnelligkeit?

    Zitat

    Wie sollte ich da am besten reagieren?

    Für eine Angstsituation ist es immer am besten, dem Hund einen Lösungsweg aufzuzeigen. Das heißt, der Hund sollte lernen, dass er sich entziehen kann, wenn es ihm zu nah/zu viel ist. Also weggehen und loben, wenn sie ruhig ist. Am besten gar nicht so nah rangehen, dass sie knurren muss.

    Zitat

    Nun zu der Pinkelei in die Wohnung. Mir ist aufgefallen sie macht immer nur an eine stelle. Vorhin wollte sie schon wieder da hab ich AUS gesagt und sie geschnappt und bin sofort mit ihr raus. Dies hat ganz gut funktioniert. Gibts da noch bessere TIPPS?

    Häufig mit ihr rausgehen und loben, wenn sie draußen macht.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Zitat

    Eigendlich ist meine kleine keine dominate Hündin und stellt auch meine Autorität nie in frage, auser eben in solchen Momenten.


    Sie ist seit wenigen Tagen bei Euch, hat eine schwere OP hinter sich und Angst vor Männern und denkst darüber nach, dass sie sich hintertückisch überlegt, wie man Dir was Böses können wollte... Das ist mir zu sehr um die Ecke gedacht....


    Ich denke nicht das sie von mir etwas böses will, das habe ich auch nicht gesagt, also bitte keine falschen unterstellungen, ich habe nur gedacht es könnte ja sein, da sie mich als Rudelführer ansieht, dass sie mich testen möchte, ob ich mich durchsetzen kann.

    Und der Gefahr ausweichen ist ja nett gemeind aber wenn sie jemanden anknurrt der am anderen Ufer sitzt und angelt kann ich der Gefahr nicht ausweichen sonder einfach nur weiter gehen und sie versuchen abzulenken.

    Zitat

    Die ersten beiden Tage haben viele Hunde noch mit den Nachwirkungen der Narkose zu kämpfen. Ich vermute mal, dass Deine Hündin Medikamente bekommen hat. Auch was gegen die Schmerzen?

    Also der Tierarzt hat uns nichts auser so einen "Kopfschutz" mitgegeben, dieses Ding bekommt sie aber nur um wenn sie ohne beobachtung (also nachts) ist.

    Also sie macht auf mich überhaupt nicht den Eindruck von Schmerzen, wie würde sich das denn deiner Meinung nach Äußern?

  • Zitat

    Doch ich habe noch ein weiteres Problem mit ihr.
    Seit dieser Woche Montag Pinkelt sie (kein Makieren sondern richtig viel) in die Wohnung und dass obwohl sie vorher sauber war und auch nach direkt nach der OP nicht in die Wohnung gemacht hat. Die gassiezeiten habe ich nicht verändert (um 7 ein halbe stunde, um 15 uhr eine dreiviertel stunde und um ca 19 uhr eine bis eineinhalb stunden).

    Hallo,

    ich habe nur eine kleine Anmerkung/Frage zu den Gassigehzeiten:
    Gehst Du das letzte mal um 19 Uhr mit ihr raus?
    Das scheint mir etwas früh bzw zu wenig wenn sie dann erst um 7 Uhr in der Früh wieder raus kommt.
    das sind dann ja ca. 11 Stunden dazwischen...

  • Zitat

    achso das habe ich vergessen ich gehe nochmal so ca 22 oder 23 Uhr mit ihr raus aber dann meist nur 15 min, weil sie dann auch schon müde ist.

    Ok, dann passt das ja! Mehr als 15 Minuten geh ich mit meiner Hündin vor dem Schlafen gehen auch nicht raus, das dürfte absolut ausreichen.

    Wenn sie immer an eine Stelle macht: könnte sein dass die Stelle noch nach Urin riecht, dann wird sie dann wahrscheinlich immer wieder gerne hin pinkeln.
    Vielleicht hilft's ja wenn Du diese Stelle "absperrst" so dass sie da nicht mehr hin kommt? Oder meinst Du sie macht dann wo anders hin? Ich würde das mal ausprobieren.

  • also bis jetzt hat sie in jeden Raum (auser Flur) einmal gemacht und in die stube ca 10-15mal, ich habe sie diese Nacht (wie jede) mit ins schlafzimmer genommen und die Tür zugemacht aus protest hat sie erst vor die schlafstubentür gepinkelt und das 10 min vom rausgehen und anschließend noch in die stube.

    Meinst du es bringt etwas wenn ich die stelle gründlich desinfiziere???

    ich muss dazu sagen diese kleine runde am abend hat sie bis jetzt noch nie zum pipi machen genutzt, aber ich gehe diese kleine runde mit ihr erst seit 3 tagen, also vllt wird das ja noch

  • Hallo Tina,

    Ich denke einfach, Dein Hund hatte noch gar keine Zeit "anzukommen". Du musst Dir klar machn, dass es für Deinen Hund eine ganz neue und auch schwierige Situation ist, vom Tierheim erneut (ja schon mindestens das zweite Mal) in eine total fremde Umgebung zu kommen. Er kennt nichts und niemanden und muss sich ja erstmal eingewöhnen und lernen, Dir zu vertrauen. So etwas muss wachsen und dauert. In dieser für Deinen Hund völlig ungewohnten Situation kam jetzt auch noch unmittelbar die OP dazu - die für Deinen Hund wieder Schmerzen, Hormonumstellung und Stress bedeutet.

    Ich glaube, was Dein Hund jetzt braucht, ist einfach Zeit - um sich einzugewöhnen, sich wieder zu fangen und zu lernen, Dir zu vertrauen. Dieses Vertrauen ist nicht von Anfang an da - es muss wachsen. Wahrscheinlich knurrt Dein Hund, weil er in diesen Situationen nicht einschätzen kann, ob er sich auf Dich verlassen kann oder nicht. Woher soll er das auch wissen? Er muss es erst lernen. Und Du musst ihm diese Sicherheit nach und nach vermitteln. Bei Toby war es damals auch so, dass er plötzlich anfing zu knurren - wir waren drei Wochen nach seiner Ankunft bei uns mit ihm für einige Tag nach Südtirol gefahren und die Umstellung der jeweiligen Umgebung etc. war wohl einfach noch viel zu viel für ihn. Damals hat er auch plötzlich geknurrt und komisch reagiert, weil er einfach gestresst und überreizt war. Es hat sich aber gelegt, als er die Zeit bekommen hat, sich zu Hause einzugewöhnen und nicht dauernd mit neuem konfontiert wurde, sondern seine ganze eigene Routine hatte.

    Dass Deine Hündin unmittelbar nach ihrer Ankunft bei Dir so einer großen OP ausgesetzt wurde, war in der Tat eher kontrprroduktiv, aber ist ja jetzt nicht mehr zu ändern. Ich würde einfach viel Geduld mitbringen und abwarten, wie sich alles die nächsten Wochen und Monate entwickelt. Wer schon einmal einen Hund aus dem Tierheim hatte, wird Dir bestätigen können, dass viele sich innerhalb der ersten Wochen und Monate, ja sogar des ersten Jahres, immer weiter entwickeln - der Hund, den Du nach einem Jahr hast, den wirst Du wahrscheinlich nicht mehr vergleichen können mit der Edda von jetzt. Im positiven Sinn. Deswegen warte einfach ab. Auch ihr fehlender Spieltrieb kann ein Zeichen dafür sein, das sie sich einfach noch nicht sicher genug fühlt, um überhaupt zu spielen. Bei Toby hat es ein halbes Jahr gedauert, bis er in der Wohnung - und nur da - mal gespielt hat. Mittlerweile ist ein Spiel im Garten auch okay, aber draußen oder mit Fremden etc. ist spielen undenkbar.

    Ich wünsche Dir viel Geduld mit Deiner Hündin!
    Vile Grüße
    Dani

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