Jungrüde mag best. Hundetypen nicht

  • Hallo liebes Forum!

    Ich hoffe, ihr könnt mir ein paar Anregungen geben, wie ich mit den neuesten Allüren meines Jungrüden (Border Collie, bald 11 Monate, unkastriert) umgehen soll.

    Zum grundätzlichen: eigentlich ist er weder ein dominanter Typ noch übermäßig ängstlich, in Bezug auf die meisten Hunde hat er ein sehr schönes Sozialverhalten (spielt ausgelassen mit denen, die er kennt und ist bei fremden vorsichtig/beschwichtigend). Auch ansonsten finde ich unsere Bindung sehr gut, die Erziehung klappt auch größtenteils obwohl langsam die Pubertät durchschägt :D

    Soooo, nun zum eigentlichen Problem: mit der Sozialisierung habe ich mir die größte Mühe gegeben, aber manchmal kann man gewisse Dinge einfach nicht verhindern, glaube ich. Einmal wurde mein Bub (ich meine, er war da so 4 Mon) von einem Schäferhund ziemlich grob in die Mangel genommen, der "nur spielen wollte". Er hat ihn nicht gebissen oder verletzt, aber mein Kleiner hat wohl doch ziemliche Angst bekommen. Ich war leider nicht dabei, sondern meine Mutter mit ihm unterwegs.
    Zum zweiten sind (zumindest bei uns in der Gegend :roll: ) gerade die kleineren Hunde (so ab Jack Russel) bisweilen etwas unfreundlich. Zum einen meistens an der Leine und dann besonders frech, und dann halt etwas "großmäulig". Als Welpe hat meinem Kleinen das auch oft Angst gemacht.

    Ich weiß also, woher es kommt... Mittlerweile zeigt sich mein Jungrüde ggü. Schäferhunden und kleineren Hunden äußerst unfreundlich. Egal ob mit oder ohne Leine. Besonders schlimm ist es, wenn der andere Hund auch reagiert, d.h. bellt, knurrt, an der Leine zerrt, oder bei kleineren reicht es auch schon, wenn sie ihn ganz offen anstarren. Wenn meiner dann an der Leine ist, gebärdet er sich wie wild, knurrt und zieht wie ein Verrückter. Wenn er frei und ich nicht schnell genug bin, sprintet er hin und bleibt aber (gottseidank) in ca. 1 m Entfernung stehen, knurrt, bellt, "greift an". Nach ca. 1-2 Sek. Scheinangriff lässt er sich dann oft abrufen, würde aber sofort wieder hin, wenn ich ihn dann nicht erwische.

    Also, ganz so schlimm ist es zum Glück nicht, ich denke nicht, dass er tatsächlich zugreifen würde, es sei denn, es käme zu einer richtigen Rauferei. Er macht das auch nicht bei jedem kleinen Hund, halt nur, wenn die zurückstarren oder reagieren. Er lässt sich halt nichts mehr gefallen (auch wenn am Zaun einer rausbellt, gibts Theater).


    So, findet ihr das "normal"? Ich habe mir überlegt, vielleicht muss ja nicht jeder (Hund) jeden mögen? Allerdings habe ich nicht vor, ihn zu kastrieren, und ich hätte schon gerne einen verträglichen Rüden an der Leine. Ein paar andere Leute (und Hunde) haben sich schon ganz schön geschreckt, wenn mein wirklich niedlich aussehender Knuffel plötzlich so losschießt.

    Was für ein langes post. Bitte entschuldigt, ich bin meistens ein wenig wortreich ;)

    Mit der Bitte um Ideen, wie ich mein Verhalten darauf einstellen sollte, angemessene Reaktionen etc.

    ~Felis

  • Hallo! :D

    Na Dein Aussi kommt jetzt wahrscheinlich ins Rüpelalter und fängt an sich profilieren zu wollen. Das ist für Rüden in dem Alter gar nicht mal so selten. Dazu kommt noch, dass er wohlmöglich die wenigen schlechten Erfahrungen die er gemacht hat, sich sehr wohl gemerkt hat und sich nun genau gegen diese Hundetypen zur Wehr setzt. Er handelt wahrscheinlich nach dem Prinzip: Bevor Du mir was tust, blöffe ich Dich erstmal an.

    Da hilft nur gezieltes Training. Versuche Deinen Hund bei solchen Hundebegnungen immer unter Kontrolle zu bringen!

    Zitat

    Also, ganz so schlimm ist es zum Glück nicht, ich denke nicht, dass er tatsächlich zugreifen würde, es sei denn, es käme zu einer richtigen Rauferei. Er macht das auch nicht bei jedem kleinen Hund, halt nur, wenn die zurückstarren oder reagieren. Er lässt sich halt nichts mehr gefallen (auch wenn am Zaun einer rausbellt, gibts Theater).

    Wenn Du weißt, dass Dein Hund solche Auffälligkeiten zeigt und er nicht zuverlässig abrufbar ist, musst Du dafür Sorge tragen, dass Dein Hund angeleint wird, sobald andere fremde Hunde in der Nähe sind!
    Bis jetzt ist zwar noch nichts passiert, aber stell Dir mal vor ein älterer oder ebenwürdiger Rüde läßt sich von Deinem nicht so anpöbeln und es kommt zur echten Rauferei! Dann hast Du ein echtes Problem! Nicht nur das sich die Hunde verletzen könnten, sondern dann könntest Du wegen so einer Nachlässigkeit einen anderen Hund schwer traumatisieren und das Verhalten Deines Hundes könnte sich auch verschlimmern.

    Wie gesagt, da hilft nur konsequentes Training. Am besten in einer guten Huschu oder mit einem Trainer. Versuche die Aufmerksamkeit Deines Hundes zu erlangen, wenn andere Hunde in der Nähe sind. Er muss lernen, dass wenn er sich auf Frauchen konzentriert immer was tolles passiert (Leckerchen, Spiel, Lob...) Schaffst Du es, seine Aufmerksamkeit zu bekommen und belobigst ihn dafür, wird er irgendwann begreifen, dass Hundebegegnungen was ganz tolles sein können.
    Wenn Du es nicht schaffen solltest, dann ignoriere dieses Verhalten einfach.. Nimm ihn aus der Situation heraus (zB ohne Kommentar am anderen Hund vorbeigehen oder einfach in die andere Richtung gehen).

    Hier im Forum gibt es auch einen tollen Thread zur Leinenaggression, find ihn nur grad nicht. (Wird sicher von einem anderen Fori noch reingestellt)

    Viel Erfolg mit Deinem kleinen Rabauken :D

  • Hallo, ich kann dir zwar nicht helfen, habe aber ein vielleicht ähnliches Problem-
    Mein Rüde ist 8 Monate alt, spielt mit jedem der darf, ob groß ob klein.
    Er hat mit kleinen Giftzwergen kein Problem und hält eher still wenn er angemacht wird.
    Aber er mag keine Welpen. Dabei ist er selbst noch fast einer.
    Am Hundestrand musste ich ihn erst von einem recht großen, 6 Monate alten weg nehmen.
    Und kurz darauf hat er einen 4 Monate alten fast in der Ostsee ertränkt.
    Ich war echt geschockt. Meine Trainerin meinte, das könne schon angehen. Manche mögen eben keine Welpen. :/

  • Hallo,

    vielen Dank schonmal für die Antworten! :)

    Den Thread zur Leinenaggression habe ich schon gelesen, aber danke trotzdem! :D

    Es handelt sich hierbei ja nicht wirklich um diese, denn ohne Leine ist es mir auch schon 2mal passiert - da ist er einfach über die Straße zu dem anderen Hund gesaust, zum Glück nix passiert (normal ist er an der Straße schon an der Leine, da hab ich am Ende vom Feldweg zu spät reagiert). Er kam beide male auch gleich wieder, und dann hab ich ihn natürlich angeleint.

    Wie gesagt, bei 90% aller Hunde ist es kein Problem - gerade größere, je größer desto besser findet er :) So viele Schäferhunde gibt es hier nicht.

    Ablenken und an der Situation vorbeiführen ließe er sich schon - sein Ballseil ist für ihn das tollste überhaupt. Nur dadurch lernt er ja nichts in dem Moment? Ausserdem habe ich das Gefühl, das Ding puscht ihn in dem Moment noch zusätzlich (da sind starke Emotionen bei ihm mit verbunden :D ), danach ist er auf jeden Fall immer ganz kirre.

    Anleinen ist so eine Sache - die meisten Hunde hier in der Gegend kennen wir ja und da entscheide ich dann halt je nach Freund/Feind. Wenn ich Anzeichen sehe (er schaut, Nackenhaare gehen hoch) leine ich ihn natürlich auch an. Aber wenn der andere Hund (auch ein Kleiner) nichts macht, ist es ja wieder völlig ok. Er reagiert meist nur seinerseits auf "blöd angemacht" werden (da reicht auch anstarren oder so). Trotzdem entstammt es aus einem Gefühl der Unsicherheit, da bin ich mir sicher.

    Und auch an der Leine würde das Theater ja weitergehen, eine Lösung ist das also noch nicht!

    Würde mich freuen, wenn noch wer Erfahrungen mit Jungrüden hat und wie das bei euch in der Zeit war!

    Glg
    ~Felis

  • Es gab hier mal einen ganz netten Thread dazu...leider find ich ihn gerade nicht, aber auch Hunde sind "rassistisch"... ;)
    Ich hab hier auch so eine Schäferhundhasserin, ähnliche Vorgeschichte wie bei dir, ständig von Schäferhunden fixiert, angekläfft und überrannt worden und nach einigen Monaten ging gar nichts mehr. Jeder Schäferhund wurde verbellt, sie hat auch Scheinattacken getätigt etc.
    Und bis heute hat sich das leider nicht wirklich gebessert.... :/ Schäferhunde sind und bleiben ein "rotes Tuch" und sie an diese Hunde heranzuführen gelingt nur sehr, sehr vorsichtig und mit viel Geduld...sie hat halt einfach Angst...

  • Hallo Felis.
    Meine Erfahrungen dazu: solche Früherfahrungen sind prägend und bleiben meist ein Hundeleben lang erhalten. da hilft wie beschrieben nur Leine und konsequentes unterbinden. Kann noch das büchlein: "Alter Angeber" von Patricia MacConnel empfehlen...
    ansonsten: wirklich damit abfinden und am Gehorsam arbeiten... Meiner mag nix mit geknautschten Nasen (Möpse, boxer)....

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!