Angstaggression- was sagt ihr?

  • Hi,

    bin am Ende und weiß nicht mehr weiter :hilfe: !
    Meine 9 Monate alte Hündin macht mir extreme Probleme:
    Ich habe sie mit 9 Wochen bekommen und sie war von Anfang an ein eher ängstlicher Hund. Angst hatte sie aber eher gegenüber anderen Hunden, Menschen waren für sie eigentlich nie ein Problem. Vor ca. zwei Monate ging es dann aber los: sie hat angefangen Leute zu verbellen, vor allem die, die sie irgendwie erschrecken oder die ihr Angst machen. Das ganze hat sich mittlerweile stark verschlimmert: sie geht auf andere Menschen teilweise regelrecht los. Sie hat noch nicht gebissen, aber sie knurrt und bellt und springt an und ist in dem Moment wirklich angsteinflösend und aggressiv. Ich habe bereits mit einer Hundetrainerin gearbeitet und auch die Schilddrüse untersuchen lassen (TSH, T4, Cholesterin sind ok).
    Ich habe sie von Anfang an überall mit hin genommen und viel mit ihr gemacht. Vieles davon geht jetzt nicht mehr, heute hat sie auch Stallverbot bekommen. Mit dem Reitbegleithund wird es wohl auch nichts :kopfwand:
    Ich habe heute noch mit einer anderen Hundetrainerin telefoniert. Sehr vielversprechend, aber soooo teuer....ich weiß auch nicht mehr, ob ich das noch will.
    In solchen Momenten denke ich daran sie abzugeben, wenn ich sie dann angucke, bringe ich es nicht übers Herz. Aber vielleicht wäre sie in einer ruhiger Umgebung glücklicher?
    Habt ihr Erfahrungen mit solchen Hunden oder standet ihr auch schonmal vor solch einer Entscheidung?
    Kennt ihr ein gutes Buch zum Thema Angstaggression?

    Mareike

  • Sie ist zu 75% Aussie/Border Collie, der Rest Collie/Sivas Cangal.
    Ich versuche solche Situationen natürlich zu vermeiden, d.h. ich hole sie zu mir ran (sie läuft eigentlich kaum noch ohne Leine, ab heute ist das auf jeden Fall tabu) und belohne sie, wenn sie sich ruhig verhält. Das klappt sehr gut und meist verhält sie sich völlig unauffällig. Wenn sie so austickt, rufe ich sie ab oder hole sie direkt aus der Situation heraus. Viel machen kann man da ja nicht mehr...
    Kennt ihr ein gutes Buch?

  • Hallo Mareike ,

    ich denke , ich würde die Aktivitäten definitiv runterfahren . Also sie nicht mehr überall mit hinnehmen und ihr im Allgemeinen mehr Ruhe verordnen .

    Zum Anderen würde ich mich mal mit Animal Learn in Verbindung setzen .

    Wie sieht denn so der Alltag mit Deiner Hündin aus ?

    Wie wird sie ausgelastet , körperlich wie kopfmässig ?

    Wie hat Deine bisherige Trainerin mit Euch gearbeitet ?

    Liebe Grüsse,

    Katzentier

  • Zitat


    Ich habe heute noch mit einer anderen Hundetrainerin telefoniert. Sehr vielversprechend, aber soooo teuer....ich weiß auch nicht mehr, ob ich das noch will.

    Mareike

    Hallo
    diese Einstellung finde ich sehr traurig/schade. Deine Maus ist gerade 9Monate alt, und in der Pubertät.

    Ein Buch alleine wird Dir sicher nicht weiterhelfen. Ich würde zu der neuen Trainerin raten, wenn Du einen guten Eindruck von ihr hast.

    Uns hilft es, wenn ich mit Lissy (auch Aussie) Bögen laufe. D.h., der "Feind" kommt zwar frontal auf uns zu und sie sieht ihn, aber da ich mittlerweile ihre Angstdistanz kenne, lasse ich sie außerhalb dieser Distanz schon seitlich einen Bogen laufen und lobe sie toll, wenn der Mensch/Jogger/Radfahrer nicht fixiert wird.
    An engen Stellen lasse ich sie seitlich absitzen und sie bekommt Leckerlies, wenn sie s.o. sieht, aber noch nicht knurrt/fixiert = "Feind" ist gar keiner, gibt ja immer toll Leckerlie, wenn was/jemand vorbei geht.

    Es gibt sicher professionellere Arten, aber seit dem hat sie nur noch ganz selten geknurrt bzw. in der Leine gehangen - und da habe ich einfach gepennt, bzw. der Radfahrer kam um eine Ecke gesaust.

    gib´Deine Maus nicht weg - Lissy ist auch so ein angstaggressiver Hund - es wird!! Und wir haben sie gerade 6Wochen, d.h., das Ziel ist, dass sie so in einem Jahr(??) angstfrei gehen kann.

    liebe Grüße
    Constanze

  • Hallo Mareike,

    mach noch mal einen Schilddrüsentest THS und T4 sind nicht genug (es gibt noch weitere Werte: T3, freies T4, freies T3 T4Antikörper und T3 Antikörper) und gleich die weitere Frage dazu - lagen die Werte im Oberen, im Mittleren oder im unteren Reverenzbereich? Tierärzte sagen gerne mal "sind okay", wenn die Werte im Referenzbereich sind, wenn sie aber im unteren drittel sind, kann das eben schon zu wenig sein!! Das ist sehr individuell. Das darf ich jetzt gleube ich eigentlich nicht aber: schau mal im yorkie-forum - da gibt es eine sehr gute "schilddrüsen-rubrik" - schau nach Beiträgen von BeaSin.
    Zu dem Buchtipp: nicht nur eins :D

    z.B. Nicole Wilde "
    Der ängstliche Hund: Stress, Unsicherheiten und Angst wirkungsvoll begegnen"
    James O'Heare "Aggressionsverhalten des Hundes"

    auf Englisch:
    Pamela Dennison "How to right a dog gon wrong" und "Bringing light to Shadow"
    Emma Parsons "Click to calm"

  • Nicht gleich ans Aufgeben denken. Ich kenne Dich und Deine Hündin nicht,weiss also nichts Genaueres. Und selbst wenn,ich bin kein Trainer. Nur mit 9 Monaten ist sie in der Pubertät,in dieser Zeit machen so gut wie alle Hunde eine Angst u.-Unsicherheitsphase durch. Sie sind keine draufgängerischen Welpen mehr,die die Gefahr nicht kennen. Meine Chandro,jetzt 13 Monate,hatte oder teilweise hat diese Phase auch. Plötzlich wurden Menschen angeknurrt, oder angebellt. Nicht aus Agressivität,sie kamen ihm zu nahe,oder sahen ,benahmen sich merkwürdig, plötzlich wird unter tausenden von Leuten einer angebellt. Es wird besser,aber ich nehme ihn eben auch aus vielen Situationen heraus,bis er sicherer ist. Im Moment kann ich ihn beim Tierarzt nicht mit ins Wartezimmer nehmen,der knurrt da alle richtig wütend an,die Hunde dort. Gerade geschehen vorgestern. Mein Mann hatte Mühe ihn vom Behandlungszimmer zum Ausgang zu bekommen.
    Aber das wird. Und eine Trainerin, natürlich ist es nicht immer ganz billig,aber schau mal auf andere Dienstleistungen. Du musst Dir nicht vorstellen,das Du nun ewig daran zahlst. Manchmal reichen ein paar Gespräche, ein paar Mal und dann war s das. Weil Deine ist noch jung. Wenn Du die Trainerin beobachten lässt,was bei Euch schief läuft,ist Dir schon viel gelaufen. Ich wünsche Dir viel Glück und schmeiss um Gottes Willen nicht so schnell das handtuch.

  • Hallo!
    Ich habe auch so einen angstaggressiven und und ich mache es genauso wie meine Vorrednerin, nur habe ich bei Finchen nicht die Hoffnung, daß es mit einem Jahr getan ist, da sie schon immer so war, auch als Welpe. Aber bei deinem Hund ist das was anderes, der macht jetzt wohl gerade eine entwicklungsbedingte Angstphase durch. Ich würde auf jeden Fall professionelle Hilfe suchen, das Geld lohnt sich. Ich mache mit Finchen auch Bodenarbeit, das hat sie schon viel selbstsicherer werden lasse.
    Viele Grüße!
    Susanne, Amy und Finchen

  • Zitat

    Sie ist zu 75% Aussie/Border Collie, der Rest Collie/Sivas Cangal.

    Wow, das ist ja eine Mischung! :schockiert:

    Ich würde gerne mal ein Foto von Deiner Dame sehen. :gott:

    Das Verhalten, dass Du beschreibst, könnte u.U. vielleicht mit dem Anteil Kangal zusammenhängen. Herdenschutzhunde (HSH) entwickeln sich "anders" als andere Hunde, d.h. sie stecken nach und nach in ihren Entwicklungsphasen ihr Freund/Feind-Bild ab und neigen zu einem extremen Schwarz/Weiß-Denken, was für sie völlig normal und natürlich ist.

    Das fängt schon in der Kinderstube an. Ein HSH, der auf dem Land geboren und die ersten Wochen aufgewachsen ist, wird höchstwahrscheinlich nie der super relaxte Stadthund werden, egal, was man unternimmt. Woher hast Du denn Deine Hündin?

    Das Ganze macht natürlich die Sozialisierung sehr schwierig. Vielleicht versuchst Du mal einen Trainer, der sich explizit mit diesen Rassen auskennt.

    Bei Deiner Hündin kommt dann noch der Hütehundanteil hinzu, die durchaus auch zu Angst- und fehlgeleitetem Hüteverhalten neigen.

    Inwieweit zeigt denn Deine Hündin (nicht nur in Extremsituationen, sondern allgemein im Alltag) ihren "Will-To-Please" bzw. das genau entgegensetzte Verhalten eines HSHs, ein "Ich regel hier alles alleine"-Verhalten? Wie lastet Du sie geistig aus?

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