Hund hat sein Frauchen gebissen...Achtung lang! Brauchen Rat

  • Ersteinmal möchte ich uns vorstellen; wir sind Mutter (43) und Tochter (21) und Hund (9)

    Unser Hund ist ein Rüde, Labrador-Terrier-Mix, etwas kniehoch... Wir haben ihn vor 7 Jahren von einem Hundehändler gekauft. Dort wurde er mit 2 Jahren von seinen ehemaligen Besitzern abgegeben, weil sie sich einen Hund angeblich nicht mehr leisten konnten.

    Als wir ihn bekommen haben hatte er Angst vor Wasser (auch Klospülung), Angst allein zu sein, war furchtbar dünn, verschüchtert etc.

    Nach etwa einem halben Jahr bei uns ging es ihm sichtlich gut, mittlerweile liebt er das Schwimmen in der Ruhr, ist fröhlich und relativ ausgeglichen.

    Allerdings haben wir ihn auch immer ziemlich betüddelt, also wer war bis gestern "der Prinz" ; ) Ja, wir wissen, dass dies für einen Hund nicht das richtige ist, aber bis jetzt sind wir einfach ganz gut damit gefahren. Er hat normal gut gehört, kennt alle möglichen Kommandos, war uns gegenüber unterwürfig... die einzigen Probleme die immer noch vorhanden sind; er bellt wenn es bei den Nachbarn (unter uns) oder bei uns klingelt und er mag keine Kinder, d.h. er lässt sich nicht gerne streicheln, sondern fängt an zu knurren... er hat aber nie nach einem Kind geschnappt oder gebissen!

    Uns ist allerdings schon bewusst dass wir einige Fehler gemacht haben. Wir haben ihn nie zu Fremden abgegeben um in den Urlaub zu fahren etc. (sind dann immer getrennt gefahren so dass einer zu Hause war) klar war er mal bei jmd. zu Hause aber nie länger als einen Tag. Er ist aber immer problemlos mit anderen auch Fremden spazierengegangen etc.

    Des Weiteren darf er bei mir (der Tochter) im Bett schlafen... Ja, ich weiß ein Hund ist ein Hund, aber als ich ihn damals mit 14 bekommen hab, brauchte ich einfach jmd zum Knuddeln und ich konnte auch viel besser einschlafen, wenn ich wusste; da liegt jmd. am Fußende und passt auf ; )

    Alles im allem war er bis gestern eigentlich ein ganz ordentlicher Hund, er ist weder an Essen drangegangen, noch an den Mülleimer und man konnte ich über Std. alleine lassen ohne dass er irgendwas auseinander genommen hat usw.

    Vor einer Woche dann sind meine Mutter und ich das erste Mal zusammen in den Urlaub gefahren für 4 Tage Städtetour - den Hund haben wir zu meinem Freund gegeben... dort war er auch schon des Öfteren, die Familie hatte auch schon mal einen Hund und wir mussten uns keine Sorgen machen.

    Seit letztem Mittwoch verhält sich unsere lieber Hund allerdins komisch, meine Mutter und ich, wir beide können das gar nicht so richtig in Worte fassen, als wäre er verschlossener...

    Und gestern dann der SCHOCK; (ich war leider nicht selbst dabei) meine Mutter liegt abends im Bett und schaut Fernsehen, der Hund liegt wie des Öfteren unter ihrem Nachttisch, sie steht auf, holt sich die Fernsehzeitschrift, kommt wieder und der Hund wedelt unter dem Tisch mit dem Schwanz... sie geht in die Knie und kuschelt mit ihm, auf einmal knurrt der Hund für gefühlte 5Sek. (das macht er aber schonmal beim Spielen) und plötzlich springt er meiner Mutter ins Gesicht und beißt ihr richtig doll in die Nase!!?!

    Meine Mutter ist erstmal perplex und steht unter Schock, die Wunde blutet stark, dann packt sie den Hund schleudert ihn auf den Boden, dreht in auf den Rücken und will ihn unterwerfen, doch er knurrt sie weiter an... danach hat sie ihn nur noch ignoriert und nicht beachtet bzw. aus dem Zimmer ausgesperrt.

    Heute morgen begrüßt er sie schwanzweldend als wäre nix passiert.
    Im Moment ignorieren wir ihn einfach, unterlassen den Augenkontakt und er darf im Wohnzimmer und in meinem Zimmer nur noch im Körbchen liegen, das Schlafzimmer ist komplett tabu.

    Wir sind im Moment ziemlich geschockt und irgendwie auch traurig, dass es so weit kommen musste und machen uns natürlich auch Vorwürfe.

    Wir fragen uns ob es
    a) daran liegt, dass wir ihn so verhätschelt haben, dass er so viel durfte (u.a. im meinem Bett schlafen, in das von meiner Mutter durfte er nie, hat es aber in letzter Zeit immer häufiger getan, wenn wir nicht im Haus waren) Denkt er jetzt er ist der Boss und verteidigt er seine "Chef-Position" im "Rudel"??? Sind es die Früchte unserer zuweilen laschen Erziehung?
    oder b) ist er immernoch sauer bzw. enttäuscht dass wir ihn abgegeben haben? Hat er irgendwie das Vertrauen verloren
    oder c) dadurch, dass wir ihn für die 4 Tage weggegeben haben, haben wir ihn sozusagen aus dem Rudel ausgeschlossen und jetzt wo er nicht mehr zum Rudel gehört, muss er sich auch an die Regeln (z.b dass man nicht das Leittier, also meine Mutter beißt) halten??!

    Wir sind verwirrt!
    Und natürlich enttäuscht das es nie mehr so sein wird, dass er in meinem Bett schlafen wird bzw. wir unbesorgt mit ihm spielen, kuscheln und ums Stöckchen rangeln können : (

    Hat jmd Erfahrungen? Was sollen wir tun? Klar, konsequente Erziehung, das ist uns (jetzt) bewusst. Er wird jetzt vollkommen nach unserer Pfeife tanzen müssen, damit wieder klar ist, wer hier die Hosen an hat!
    Aber was kann man noch tun??!

    Liebe Grüße und entschuldigt, dass es so lang geworden ist...

  • Hallo Annali,
    ich würde den Hund als aller erstes mal auf körperliche Beschwerden untersuchen lassen.

    Natürlich kann man es aus der Ferne nicht beurteilen ob das verhalten etwas mit eurer Erziehung zu haben könnte, da würde ich einen kompetenten Hundetrainer zu Rat ziehen der sich das Verhalten ansieht.

    Aber wie gesagt zu erst würde ich die gesundheitliche Seite abklären, den das kann in manchen Fällen auch der Auslöser für eine so plötzliche Wesensänderung/Verhalten bzw. Aggressionen sein.

    Liebe Grüße
    Bine

  • Zitat

    sie geht in die Knie und kuschelt mit ihm, auf einmal knurrt der Hund für gefühlte 5Sek. (das macht er aber schonmal beim Spielen) und plötzlich springt er meiner Mutter ins Gesicht und beißt ihr richtig doll in die Nase!!?!

    Das ist ein bisschen widersprüchlich. Der Hund knurrt fünf Sekunden (eine ziemlich lange Zeit also) und beißt dann plötzlich (also unvorhersehbar).

    Das war alles andere als plötzlich. Noch deutlicher "Nein" sagen kann er ja wohl kaum.

    Es könnte sein, dass er in den vier Tagen erfahren hat, dass man nicht nach seiner Pfeife tanzt und ist deshalb so verändert. Wäre ja eine völlig neue und unbekannte Erfahrung für ihn.

    Und so hat er mal getestet wie brav Frauchen ist. Da sie nicht brav war, hat er sie gestraft.

    Wäre eine Möglichkeit.

    Vermutlich läuft bei Euch tatsächlich verdammt viel schief. Schade, dass Ihr so lange gewartet habt bis was passiert ist. Und ein Glück, dass er es (noch?) nicht bei einem Kind durchgesetzt hat. Denn auch dort wird irgendwann nach dem Knurren der nächste Schritt kommen. Ist einfach logisch für einen Hund.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Danke schonmal für eure Antworten, wir werden mit Sicherheit einen Spezialisten hinzuziehen...

    "plötzlich" war es für uns einfach aus dem Grunde, dass meine Mutter es für sein ganz normales Gerangel-Knurren im Spiel gehalten hatte...

    Aber darf ein Hund sein Frauchen überhaupt anknurren, ich meine auch als Warnung...muss er sich nicht eigentlich auch in gewisser hinsicht etwas gefallen lassen?? Meine Mutter hat ihn ja nicht gequält... sie hat das gemacht, was sie 7 Jahre fast jeden Abend gemacht hat, nämlich gespielt und geknuddelt und wenn es dem Hund früher nicht gepasst hat, ist er aufgestanden und ins Körbchen gegangen und dann haben wir ihn in Ruhe gelassen. Ich denke nicht, dass er überhaupt knurren darf...

  • Hallo und willkommen im DF!

    Lange Geschichte..... ;)

    Auf den ersten Blick kann ich jetzt keine groben Fehler erkennen, die zu diesem
    Biss geführt haben könnten.

    Von Verhätscheln und im Bett schlafen jedenfalls wird ein Hund nicht beißen.

    Für mich sieht das so aus, daß irgend etwas in den 4 Tagen eurer Abwesenheit
    bei deinem Freund vorgefallen sein muß.

    Dafür spräche auch das etwas veränderte Verhalten.

    Sprecht ihn einfach mal drauf an, muß ja nichts Schlimmes oder sogar böse
    Absicht dahinter stecken.

    Dann gäbe es noch die Möglichkeit, daß euer Hund Schmerzen hat und daher
    bei der Berührung durch das kuscheln "gewarnt" hat.

    Als deine Mutter darauf nicht reagierte, wußte er sich eben nicht mehr anders
    zu wehren.

    Nur das mit dem auf den Boden schmeißen ist Blödsinn. Was soll der Hund
    daraus lernen??

    Ignorieren ist der richtige Weg, um dem Hund zu zeigen, daß er ein unerwünschtes
    Verhalten gezeigt hat.

    Aber ihn heute immer noch zu ignorieren ist auch wieder nicht richtig.

    Der Hund denkt längst nicht mehr an den gestrigen Vorfall.

    Ihr verunsichert ihn dadurch nur unnötig.

    Lange Rede, kurzer Sinn

    Verhaltet euch ihm gegenüber wieder völlig normal und fahrt mit ihm morgen
    zum TA.

  • Zitat

    Ich denke nicht, dass er überhaupt knurren darf...

    Der liebe Gott hat ihm eine Stimme gegeben, damit er Knurren kann. Praktischerweise hat er dies vor den Biss gesetzt. :wink:

    Klar darf er aus seiner Sicht knurren. Ihr seid jahrelange nach seiner Pfeife gesprungen und das fordert er nun ein.

    Wenn Ihr das nun ändern wollte, dann solltet ihr ihm nicht das Knurren verbieten (und damit das Warnsystem vor dem Biss ausschalten), sondern üben, dass er Distanz zu Euch zu wahren hat und nicht er darüber entscheidet, wann was getan wird.

    Wenn ich meine Hunde knuddeln will, dann rufe ich die zu mir. Ja - sie müssen sich bequemen für meine "Gegenleistung" aufzustehen und zu mir zu kommen. Und ich entscheide, wann ich keine Lust mehr habe zum Kraulen. Nicht der Hund.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Wieder ein großes Dankeschön für den Beitrag!

    Auf den Boden geschmissen hat sie ihn ja z.T. auch weil sie wirklich böse auf ihn war...Verständlicherweise! Wir sind einfach nur geschockt, weil man bei seinem eigenen Hund, der 7Jahre lieb war nicht damit rechnet!

    Ja, wir überlegen auch schon, ob er sich an gestern erinnern kann, aber so wie er sich im Moment verhält und missmutig im Körbchen liegt, sieht es schon so aus ; ) Wobei es ja auch daran liegt, dass wir ihn ignorieren... verzwickte Lage ; )

    Naja, was meint ihr denn, was der TA feststellen könnte?!

    Also, natürlich habe ich meinen Freund schon gefragt, ob etwas vorgefallen ist, aber er hat nur erzählt (dies aber schon vor 2 Tagen), dass der Hund einmal Angst vor seinem Vater hatte und diesen angknurrt hat, weil sich dieser gerade über etwas aufgeregt hatte und wild rumgestikuliert hatte...damit kann der Hund nicht umgehen, weil es a) bei uns keinen Hausherren gibt und b) wir nicht rumschreien ; )
    Allerdings hat er den Hund dann mit Leckerchen unter dem Tisch hervorgelockt und dann wars auch wieder gut!

  • Dein Hund weiß 100% nicht mehr, was gestern war. Hunde haben ein extrem kurzes Kurzzeitgedächtnis. Alles was er zeigt ist entweder Enttäuschung und Missmut darüber, dass plötzlich nach 7 Jahren von euch ignoriert wird (versteht er nicht mehr!! IHR seid in seinen Augen die, die sich total daneben benehmen).

    Und: Ja, ich finde, dass ein Hund sehr wohl knurren darf - gegens Frauchen und gegen andere. Wie sonst soll er denn darauf aufmerksam machen, dass er etwas nicht will? Er hat keine andere Chance und er ist ein Lebenwesen mit einem Charakter und Gefühlen! Der Hund würde sich niemals "geplant böse" verhalten. Oder "extra wehtun um weh zu tun". Er macht das, weil sein Weltbild, das ihr aufgebaut h abt, nicht mehr stimmt. Auch hier: Ihr verhaltet euch gegen EURE Regeln.

    Entweder hat er Schmerzen, oder er muss jetzt lernen (aber das auch geduldig), dass ihr nun neue Regeln macht. Aber da der Hund menschliche Sprache nicht versteht muss ihm das auch geduldig und ohne Gewalt klar gemacht werden. Sonst denkt er nämlich über euch "Hey, die knurren und beißen plötzlich!!! Unverschämt!! Dürfen die das???" ;)

    Viel Erfolg!! Und seid nicht böse mit eurem Hund. Er liebt euch nach wie vor am meisten auf der Welt.

  • Vergeßt das auf den Boden schmeißen bitte ganz schnell wieder!

    Und an den Beißvorfall erinnern kann er sich definitiv nicht! Hunde haben
    kein "schlechtes Gewissen".

    Wieso auch? Er hat ja aus seiner Sicht nichts Böses getan.

    Ihr habt seine Warnung ignoriert, also mußte er den nächsten Schritt gehen.

    Der TA kann alles mögliche feststellen. Auf jeden Fall solltet ihr hingehen.

    Ich würde ihm auch von der Beißattacke erzählen.

    Manche TÄ haben auch Psychologie und Verhaltenstherapie "im Programm".

    Sollte es in Zukunft öfter zu solchen Zwischenfällen kommen, solltet ihr auf
    jeden Fall einen Trainer kontaktieren.

  • Dieses ignorieren fällt mir auf,auch gerade in einem anderen Thread. Wo habt Ihr das alle her. man ignoriert unerwünschtes Verhalten,man kann den Hund auch 2 Minuten danach ignorieren. Aber was alles darüber hinausgeht,kann einen Hund nur in ausserordentliche Verwirrung stürzen und erneute Probleme schaffen.
    Ich habe hier jemanden,der bzw. sie,hat nach einem Knurren den Hund von liebevoller Zuwendung 3 Wochen auf Sparflamme gesetzt. Also ausser Kommando und was sein muss, alles entzogen was als Zuneigung gilt. Der Hund wurde dann zum Problem. nache einem langen Gespräch mit einer Trainerin wurde ihr deutlich,das es so falsch ist. Sie gehen wieder normal miteinander um.
    Ignorieren also unerwünschtes Verhalten, wenn Hund zum Spiel auffordert,zum streicheln auffordert u.s.w. aber niemals den Hund so lange komplett ignorieren. Alles andere wurde hier gesagt, aber zu-darf ein Hund sein Frauchen anknurren? meiner Meinung nach ja. Es ist Kommunikation,eine Warnung,bitte lass das. Gut,im Forum gehen hier die Meinungen auseinander,aber meiner darf es.
    Stell Dir vor,auch ein Hund hat mal Schmerzen,Bauchweh oder so, dann möchte er das man ihn in Ruhe lässt,das finde ich völlig normal. besser,als wenn er gleich beisst

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