Hot spot oder doch nicht. Charly krank

  • Ich habe hier weitergeschrieben
    https://www.dogforum.de/ftopic49807.html

    Ich werde heut abend auch da reinschreiben,was bei der THP rausgekommen ist. Hätte gestern nur editieren können,wollte aber schnell ein paar Tipps wie ich ihn vom kratzen abhalten kann.Deshalb habe ich einen neuen Thread aufgemacht :^^:

    das hat mir meine Trainerin zugesandt


    Was ist ein „Hot spot“?

    Lange Zeit ging man davon aus, dass „Hot spots“ als Folge
    einer verminderten Belüftung der Hautoberfläche und hoher
    Umgebungstemperatur auftreten, da sie bevorzugt in der
    warmen Jahreszeit und bei Hunden mit dichtem, langem Fell
    gesehen werden. Da aber auch Kurzhaarrassen wie Rottweiler
    und Labrador für derartige Veränderungen prädisponiert
    sind, muß es noch weitere Gründe für die Entstehung
    von „Hot spots“ geben.

    Welche Ursachen sind bekannt?

    1. Allergische Reaktionen auf Flöhe (Flohspeichel) -
    > „Hot spots“ meist im Bereich von Kruppe und
    Oberschenkeln, oft mehrere hintereinander, häufigste Form.

    2. Allergische (?) Reaktionen auf schmerzhafte,
    juckende oder entzündliche Prozesse in der unmittelbaren
    Nachbarschaft, beispielsweise Entzündungen der Ohren (-
    > “Hot spot“ an Backe, evtl. Hals) oder der Analbeutel (-
    >„Hot spot“ an Kruppe, Ober- oder Innenschenkeln).

    3. Reaktion auf mechanische Probleme: Fremdkörper oder
    reizende Substanzen im Fell (auch Reste von Medikamenten,
    Shampoos etc.), verschmutztes, verfilztes Fell etc. -> „Hot
    spots“ in der Nähe derartiger Bezirke, unter
    Plattenverfilzungen auch großflächig.

    4. Allergische Reaktion auf andere Parasiten, z.B.
    Milben (v.a. Cheyletiellen), Zecken.

    5. Reaktion auf kleine Verletzungen (Schürfwunden
    etc.) oder Irritationen (Scheren).

    6. Untypische Manifestationsart einer anderen Allergie
    (atopische Dermatitis oder Futterallergie, v.a. bei
    rezidivierenden Fällen).

    Welche Hunderassen sind prädisponiert?

    Zu den besonders häufig betroffenen Rassen gehören
    Labrador, Golden Retriever, Collie, BSH, DSH, Bernhardiner,
    Neufundländer, Rottweiler und Bobtail. Generell sind Hunde
    mit langem Haarkleid und/oder dichter Unterwolle
    überdurchschnittlich häufig betroffen. Rottweiler,
    Neufundländer, Golden Retriever, BSH und Bobtail neigen
    erfahrungsgemäß besonders zur Ausbildung tiefer „Hot spots“.

    Welche Formen gibt es?

    Man unterscheidet oberflächlichen und tiefen „Hot spot“.
    Beide werden ganz unterschiedlich behandelt, so dass ihre
    Unterscheidung (i.d.R. erst nach dem Ausscheren möglich)
    von entscheidender Bedeutung ist.

    Beim oberflächliche „Hot spot“ fällt sehr starker Juckreiz
    auf: Die Hunde lecken, knabbern und kratzen so, daß binnen
    Stunden bis höchstens 1Tag die typische Veränderung
    auftritt, nämlich ein mehr oder weniger haarloser,
    nässender, in der Mitte gelblich glänzender Hautbezirk mit
    rötlichem Rand, der von der umgebenden gesunden Haut scharf
    abgegrenzt ist. Die Haare aus der Umgebung sind meist mit
    der Veränderung verklebt.

    Der „Hot spot“ ist 10 Pfennig- bis handflächengroß und
    rundlich bis oval. Beim Abtasten ist er flach und nicht
    schmerzhaft. Bakterien sind zwar ursächlich nicht
    beteiligt, finden allerdings so gute Lebensbedingungen vor,
    dass oberflächliche bakterielle Sekundärinfektionen häufig
    sind.


    Oberflächlicher Hot Spot


    Der tiefe „Hot spot“ dagegen bedeutet eine echte
    bakterielle Infektion des Haarbalgs, die auf das umliegende
    Gewebe übergreifen kann und schmerzhaft ist, so daß die
    Selbsttraumatisierung weitgehend unterbleibt.

    Er ist ebenfalls m.o.w. haarlos und 10 Pfennig- bis
    handflächengroß. Typisch sind seine schlechtere Abgrenzung
    zur Umgebung und „Satelliteneffloreszenzen“ außerhalb der
    eigentlichen Veränderung (Pusteln, Krusten, offene und
    nässende Stellen), die sich erst nach dem Ausscheren
    zeigen. Die gesamte Veränderung ist verdickt, hart und
    schmerzhaft und juckt nicht. Die Bakterien müssen intensiv
    behandelt werden, um ein Übergreifen der Entzündung in
    tiefere Hautschichten und eine Zerstörung der Haarbälge zu
    verhindern. Die Behandlung ist wesentlich langwieriger als
    bei der oberflächlichen Form.


    Tiefer Hot Spot


    Oberflächlicher und tiefer „Hot spot“ können erst nach
    Ausscheren und Abtasten sicher unterschieden werden. Je
    nach Lokalisation und nach Temperament des Patienten ist
    gerade bei den schmerzhaften tiefen Formen eine Betäubung
    erforderlich.

    Wie werden „Hot spots“ behandelt?

    Nach dem Ausscheren sollte jeder „Hot spot“ mit einer
    milden, antiseptischen Lösung gereinigt werden. Hierbei
    werden auch verklebte Haare, Medikamentenreste, Krusten
    etc. mit entfernt.
    Nässende Veränderungen wie „Hot spots“ dürfen keinesfalls
    mit Salben, Pasten, Melkfett, Vaseline o.ä. behandelt
    werden, da diese zu stark abdecken und sowohl die
    bakterielle Entzündung als auch die Mazeration des Gewebes
    fördern, den Zustand also noch verschlimmern.

    Geeignet für die Behandlung sind wäßrige Lösungen (auch als
    Spray), Lotionen und manche Cremes, bei tiefen „Hot spots“
    auch antibakterielle Shampoos.

    Beim oberflächlichen „Hot spot“ ist die örtliche Behandlung
    die wichtigste Behandlungmaßnahme, die möglichst alle 2-3
    Stunden erfolgen sollte. Verwendet werden adstringierend
    (austrocknend) und gleichzeitig gegen Juckreiz wirkende
    Präparate, häufig Antibiotika-Cortison-Kombinationen. Bei
    sehr starkem Juckreiz, ausgedehnten Veränderungen
    oder „nicht kooperativen“ Hunden müssen evtl. kurzwirksame
    Cortisonpräparate in Tablettenform für einige Tage
    zusätzlich verabreicht werden, bei starker bakterieller
    Sekundärinfektion zusätzlich hautwirksame Antibiotika. Bei
    konsequenter Behandlung heilen oberflächliche „Hot spots“
    meist nach 4-7 Tagen ab.

    Beim tiefen „Hot spot“ richtet sich die Therapie in erster
    Linie gegen Bakterien, besteht also in der örtlichen
    Behandlung mit einer antiseptischen Lösung oder einem
    Shampoo zusammen mit einem hautwirksamen
    Antibiotikatabletten mindestens 2 Wochen über die
    vollständige Abheilung hinaus, d.h. insgesamt für
    mindestens 3 Wochen. Cortisonhaltige Präparate sind, im
    Gegensatz zu der oberflächlichen Form, kontraindiziert, da
    sie die bakterielle Entzündung noch fördern würden.

    Neben der Behandlung des eigentlichen „Hot spots“ muß
    natürlich die Beseitigung des Auslösers erfolgen, (z.B.
    Flohbekämpfung, gezielte Behandlung entzündeter Ohren oder
    Analbeutel, Verbesserung der Fellpflege) etc. Die
    Lokalisation des „Hot spots“ erlaubt bereits Rückschlüsse
    auf wahrscheinliche Ursachen (s.o.).
    Treten immer wieder und nicht nur in der warmen
    Jahreszeit „Hot spots“ auf, sollte auch an die Abklärung
    einer atopischen Dermatitis (Allergie auf Allergene in der
    Luft wie Hausstaub, Hausstaubmilben etc.) und
    einer „Futterallergie“ gedacht werden.

    Welche vorbeugenden Maßnahmen gibt es?

    Eine gute Fellpflege und –hygiene sowie die regelmäßige
    Kontrolle von Ohren und Analbeuteln sollten nicht nur zur
    Vorbeugung von „Hot spots“ selbstverständlich sein. Ist
    eine allergische Reaktion auf Flohspeichel die Ursache,
    sollten zur Flohkontrolle Präparate mit gutem „Anti-Feeding-
    Effekt“ eingesetzt werden, die bereits den Flohstich
    verhindern. Bildet sich trotz allem ein „Hot spot“, wird er
    in der Regel frühzeitig bemerkt und entsprechend behandelt,
    ehe er sich weiter ausbreitet oder Komplikationen
    auftreten.

    Diesen Artikel finden Sie bei Tierklinik Birkenfeld unter:
    http://www.tierklinik-birkenfeld.de/de/kat.php?k=35


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