Emma - ein letzter Versuch
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Hallo,
da nach dem medizinischen Check feststeht, dass Emma organisch vollkommen gesund ist (für Interessierte hier nachzulesen: https://www.dogforum.de/viewtopic.php?…t=pferdehetzend ) und ich mich mit ihrer Unsicherheit und Panik im städtischen Umfeld einfach nicht abfinden will habe ich einen neuen "Trainingsversuch" gestartet und eine Menge Fragen an euch. (Zur besseren Unterscheidung werde ich die Fragen im folgenden "fett" unterlegen!).Auf Grund fehlender Trainingserfolge bin ich ja in den letzten 1,5 Jahren eher so verfahren, dass ich angstauslösende Reize (Markisen, Fahnen, Auslagen vor Geschäften, Imbissbuden, teilweise Straßenschilder etc.) gemieden habe und versucht habe Emma insgesamt (auf niedrigem Niveau) in ihrem alltäglichen Umfeld zu stabilisieren.
Ich denke, dass mir das auch einigermaßen gelungen ist und würde jetzt gerne einen neuen Versuch starten sie mit ihrer Angst zu konfrontieren.Begonnen habe ich damit letzten Donnerstag als wir sie mit aufs Unigelände genommen haben.
Wir sind mit dem Auto hingefahren, haben uns dort bei Kaffee und Mensa-Essen
ungefähr eine halbe Stunde aufgehalten und Emma hat sich, obwohl sie seit knapp 2 Jahren nicht mehr dort war, recht gut geschlagen - man muß allerdings dazu sagen, dass sie dort nie in Panik ausgebrochen ist, sondern in der Vergangenheit meist nur sehr hektisch und nervös war!
Nun ja, sie ist zweimal einem Schild ausgewichen, war aber ansonsten vollkommen entspannt.Heute waren wir wieder an der Uni, allerdings musste ich mit der S-Bahn zurückfahren. Wir waren also wieder ungefähr eine halbe Stunde an der Uni und mussten dann noch 20 Minuten, durch einen mittelmäßig belebten Stadtteil zur nächsten S-Bahn-Haltestelle laufen (die direkte Weg ist derzeit leider noch völlig unmöglich - viel zuviele Geschäfte, Fahnen etc.).
Auf dem Unigelände war sie heute schon etwas "aufgekratzter" und hibbeliger als letztes Mal, aber noch nicht in einem besorgniserregendem Zustand. Der Weg zur Haltestelle gestaltete sich dann etwas anstrengender - wobei sie mir aber nicht ein einziges Mal in Panik ausgebrochen ist, und schon allein auf Grund dessen war das heute ein voller Erfolg!!!
Sie war hinterher so erschöpft, dass sie in der S-Bahn auf der Seite gelegen hat und fast eingeschlafen ist - auch das ein absolutes Novum, normalerweise ist sie nämlich auch beim Bahnfahren nicht so entspannt, als dass sie sich auf die Seite legen würde...
Deshalb habe ich für einen kurzen Moment auch gedacht, mein Hund wäre plötzlich gestorben, als sie zur Seite kippte...
So...nun aber mal meine Fragen:
1.) War das heute zu lang...ich vermute fast ja?
2.) Wir arbeiten gerade verstärkt an ihrer Leinenführigkeit, klappt in reizarmer Umgebung auch sehr gut, wenn sie unsicher ist, dann besteht bei ihr aber die Tenden zu ziehen - sollte ich das korrigieren, oder beide Augen zudrücken? Ich habe es heute nicht korrigiert, da ich der Meinung bin, sie ist der Verarbeitung der Umwelteindrücke schon genug beschäftigt.
3.) Wie reagiere ich richtig, wenn sie etwas sieht, dass ihr Angst macht und ausweichen möchte?
Bisher habe ich davon nie Notiz genommen und sie eiskalt ignoriert - hat aber nie etwas gebracht.
Mein neuer Ansatz sieht so aus, dass ich ihr etwas mehr Leine gebe zum Ausweichen und (bitte schreit nicht auf...) beruhigend mit ihr rede - wenn sie nicht vollkommen panisch ist, dann habe ich das Gefühl, dass ihr das hilft, was meint ihr?4.) Wenn Emma Angst hat, dann würde sie immer noch gerne flüchten - und zwar nicht zu mir...
Was kann man (auch im Alltag) machen, um einem Hund mehr Sicherheit zu vermitteln mit dem Endziel, dass sie zu mir flüchtet?So...das war es fürs Erste...

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21. April 2008 um 18:37
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Och, Björn

zu 3.) Ich persönlich würde nicht beruhigen, sondern sie ins Fuß rufen und sie ganz arg (mit Lecker, Bällchen etc.) auf Dich aufmerksam machen oder sowas, aber wenn sie das gute Zureden wirklich beruhigt... Keine Ahnung, Du kennst Deinen Hund am besten

Aber eigentlich hab ich nur einen einzigen qualifizierten Tipp für Dich:
Mit viiiiiiiieeel Geduld und Spucke genauso weitermachen wie bisher und Dich über die vielen wenn auch winzigen Erfolge freuen.
Vielleicht wäre so etwas ähnliches, wie ein Emma-Tagebuch ganz nett. Quasi zur Björn-Therapie
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Zitat
zu 3.) Ich persönlich würde nicht beruhigen, sondern sie ins Fuß rufen und sie ganz arg (mit Lecker, Bällchen etc.) auf Dich aufmerksam machen oder sowas
Ja...das Problem dabei ist nur, dass sie den Angst-Reiz ja nicht aus den Augen verlieren möchte, wenn ich versuche sie mit Leckerchen etc. auf mich zu fixieren, dann wird sie nur noch hektischer...Ja... eine Björn-Therapie, dass wäre auch nicht schlecht...

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Hallo Björn,
werde Du ruhiger. Nicht böse sein, es ist nicht böse gemeint. Aber wenn Du innerlich angespannt bist dann überträgt sich d. auf den Hund.
Zweiter Vorschlag. Kauf irgend ein kleines Stofftier ( wir haben so einen Minielch ) und nimm es immer dann mit wenn Du sowas trainierst. Deine Umgebung wird Dich zwar für gaga halten, aber Emma zuliebe
. Es wirkt Wunder wenn es um die Aufmerksamkeit geht. Apollo schleppt seinen Elch durch die Gegend, dann spuckt er ihn hin und " vergißt " ihn. Ich gehe dann auch weiter und " plödes Frauchen " , " ja wo ist denn der Elch ". Sofort fängt er an hektisch dieses Teil wieder einzusammeln und kriegt nicht mit wenn was " störendes " am Horizont auftaucht.Der normale Kommentar ist " ach schau er trägt eine tote Maus ".
Na klar, der Elch hat einen roten Schal um
. Habt ihr schon mal eine Maus mit Schal gesehen ?

bei Apollo hilft dieses " wir gehen spazieren Lieblingstier ". Er ist viel aufmerksamer und dadurch auch viel entspannter und lenkbarer.
Viel Glück und liebe Grüße. Burgit
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Zu 2: Läuft Emma am Halsband oder am Geschirr? Wir machen es in der Hundeschule so, dass sie am Geschirr (anfangs) ruhig mal noch ziehen dürfen, am Halsband muss aber vernüftig gelaufen werden. Falls ihr Halsband und Geschirr habt, würde ich das ruhig erstmal so machen. Wenn sie nur ein Halsband hatte, würde ich sowieso ein Geschirr zulegen, da das Ziehen ja für den Hals nicht gut ist.
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Zitat
werde Du ruhiger. Nicht böse sein, es ist nicht böse gemeint. Aber wenn Du innerlich angespannt bist dann überträgt sich d. auf den Hund.
Das weiß ich...und da liegt auch ein Stück weit die Problematik...
Ich hab halt einfach Angst davor, dass sie total durchdreht...und das passiert ja hin und wieder mal und dann hab ich sie echt nicht mehr unter Kontrolle!
Wenn sie vor einem Sonnenschirm ausweicht und der ihr Probleme macht, dann ist das vollkommen in Ordnung für mich, denn dann ist es noch möglich zu trainieren. Wenn aber irgendwo ein Silvesterböller losgeht oder sie etwas riecht, dass sie in Panik versetzt, dann hab ich einen Hund an der Leine, der absolut "von Sinnen" ist und zu dem ich in keiner Weise mehr durchdringe und leider geschieht das ja immer plötzlich und ich kann nichts machen um diese Situationen zu planen, oder zu verhindern... -
Hallo!
Klingt jetzt vielleicht ein wenig merkwürdig, der Tipp, aber wenn diese angstauslösenden Gegendstände draußen, also in allgemein stressigerer Umgebung, noch zu viel für sie sind:
Vielleicht baust du Ähnliches in den Alltag ein? Zum Beispiel einen Sonnenschirm irgendwo im Haus, möglichst an einem Ort, wo du oft bist, so dass sie in die Nähe des "Monsters" kommen muss, um in deiner Nähe sein zu können, allerdings nicht so aufgestellt, dass es sie einschränkt. Demzufolge nicht in der Nähe des Körbchens oder so, damit sie immer noch Rückzugsorte hat, an denen sie sich sicher fühlt.
Und du tust dann einfach so, als ob es völlig normal wäre, einen Sonnenschirm neben dem Sofa zu haben.
Geht jetzt natürlich nicht bei allen angstauslösenden Situationen, aber wenn sie dadurch zumindest einen kleinen Schritt macht und eine ihrer Ängste besiegt, dann wäre das immerhin schon etwas...Ich wünsche euch viel Glück und ganz viele kleine Erfolge!

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Hallo Sleipnir,
die Überschrift "ein letzter Versuch" war nicht wirklich so gemeint, oder?

Die Erziehung eines Angsthundes aus der Ferne zu kommentieren ist immer schwierig, da man total daneben liegen kann, aber ich beantworte trotzdem Deine Fragen.
Zitat1.) War das heute zu lang...ich vermute fast ja?
Würde ich nicht sagen. Ganz im Gegenteil. Einen ausgewachsenen Hund darf man durchaus ab und an richtig fordern, so dass er danach "tot" umfällt, was ja bedeutet, dass sich der Hund völlig entspannt. Und wie Du gesehen hast, hat es funktioniert.
Zitat
2.) Wir arbeiten gerade verstärkt an ihrer Leinenführigkeit, klappt in reizarmer Umgebung auch sehr gut, wenn sie unsicher ist, dann besteht bei ihr aber die Tenden zu ziehen - sollte ich das korrigieren, oder beide Augen zudrücken? Ich habe es heute nicht korrigiert, da ich der Meinung bin, sie ist der Verarbeitung der Umwelteindrücke schon genug beschäftigt.Ich würde da auch beide Augen zudrücken, denn erst einmal ist wichtiger, dass sie ihre Angst verliert. Und ich finde, Du machst das genau richtig, indem Du die Leinenführigkeit nicht vernachlässigst, dieses gezielte Training aber auf eine Umgebung beschränkst, wo es überhaupt eine Möglichkeit gibt, dass sie es umsetzen kann.
Zitat
3.) Wie reagiere ich richtig, wenn sie etwas sieht, dass ihr Angst macht und ausweichen möchte?
Bisher habe ich davon nie Notiz genommen und sie eiskalt ignoriert - hat aber nie etwas gebracht.
Mein neuer Ansatz sieht so aus, dass ich ihr etwas mehr Leine gebe zum Ausweichen und (bitte schreit nicht auf...) beruhigend mit ihr rede - wenn sie nicht vollkommen panisch ist, dann habe ich das Gefühl, dass ihr das hilft, was meint ihr?Das finde ich auch nicht schlecht. Allerdings sind beruhigende Worte natürlich schnell Bestätigungssignale für ihr ängstliches Verhalten Deinerseits (weißt Du ja).
Meine ist auch ab und an eine kleine Schissie (aber nur eine ganz kleine ;)) und will nur weg. Dann rede ich auch mit ihr, allerdings nicht in einem beruhigenden Ton, sondern ich witzel ein wenig über ihr Verhalten wie "Na, so ein Quatsch! So ein großer Hund und hat immer noch Schiss vor ..."
Während dessen bewegen wir uns nach und nach auf das "Subjekt" zu und ich ermutige sie, sich auch zu nähern und vielleicht dran zu schnuppern (was dann sofort ihr Verhalten auflöst).
Aber manchmal will sie nicht bzw. es geht nicht, dann versuche ich zumindest das "Subjekt" zu berühren und als eindeutig "völlig harmlos" zu deklarieren.
Wenn auch das nicht geht, bleibe ich mit ihr zumindest in der Entfernung, die sie gerade noch akzeptiert, eine Weile stehen, damit sie es sich wenigstens richtig anschauen kann (und hoffentlich zu dem Entschluss kommt, dass es vielleicht nicht gar so furchterregend ist).
Und wenn alles nix hilft, gehe ich weiter und "hole" sie wieder mit kleinen Gehorsamsübungen zu mir zurück, wenn sie wieder ansprechbar ist.
Zitat
4.) Wenn Emma Angst hat, dann würde sie immer noch gerne flüchten - und zwar nicht zu mir...
Was kann man (auch im Alltag) machen, um einem Hund mehr Sicherheit zu vermitteln mit dem Endziel, dass sie zu mir flüchtet?ZitatDarauf habe ich keine Antwort, denn obwohl meine eine Krise kriegt, wenn ich weg bin und in "normalen" Situationen nie aus meinem Sichtbereich entschwindet, würde sie bisher immer noch abhauen, wenn sie Schiss hat.

Da ich Eure "Geschichte" nicht immer verfolgt habe, hattest Du schon Einzeltrainer eingeschaltet? Und da ich immer noch der Ansicht bin, dass bei Deiner eine gehörige Portion Herdenschutzhund-typisches Verhalten ein Teil der Ursachen sein könnte, hast Du Eure Probleme mal mit einem kompetenten Trainer auf diesem Gebiet besprochen?
Wie auch immer, ich finde es jedenfalls super klasse, was Du alles unternimmst, um Deiner Hündin da raus zu helfen. Und bei dem Elan kann das eigentlich nur ein gutes Ende finden. :2thumbs:
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Hi Björn,
ich hab dir gerade mal 'ne e-mail geschrieben....

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Hallo Sleipnir, habe deine Geschichte mit Emma verfolgt und habe mich und meine Hündin (wir sind übrigens aus Kassel-Harleshausen) wiedererkannt. Du hast ja schon super Erfolge erzielt was die Hundebegegnungen betrifft (wir sind grade dran....), Kompliment! Aber nun zu deinem eigentlichen Problem: Lola hat auch sehr viel Angst, grade in engen Straßen, an viel befahrenen Straßen (einfach mal nur durch den Ort gehen). Ich habe auch wieder angefangen, mit ihr alltägliche Situationen zu üben: wir gehen einkaufen, sie muss draussen warten (und sieh mal da: kein Mensch, kein Hund, kein gar nichts interessiert, wenn sie alleine draussen warten muss). In typischen Paniksituationen(wenn sie gar nicht mehr ansprechbar ist) nehme ich sie aus der Situation, in dem ich einfach mal die Richtung wechsle oder sie an einer ruhigen Ecke absitzen lasse (dabei entspannt sie sich, es gibt ein Lecker und locker gehts dann weiter). Auch ich musste mir sagen lassen: Ruhe bewahren, ruhiger werden, dem Hund auch mal Leine lassen.... es hilft, ich bin halt noch am üben ruhiger zu werden....
Auf keinen Fall aufgeben, ich hatte schon Hundetrainer, die mir geraten haben, meinen Hund abzugeben (HuSchu Hasenhecke, kennst du vielleicht?)
Also durchhalten... alles wird gut. Ich merks ja grade selber, es sind z.B. Hundebegegnungen möglich, da hätte ich vor 2 Monaten noch von träumen können, und das nur, weil ich mittlerweile ziemlich gelassen bleibe, und das hilft auch in "Paniksituationen".
Gruß Marion mit der manchmal etwas durchgeknallten Lola
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