Epilepsie - Veränderung des Hundes
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Liebe Leute,
auch ich möchte kurz berichten und um Rat fragen. Unsere Bella (7 Jahre, Tierheimhund, bei uns seit ca. 8 Monaten) hatte vor ca. 7 Wochen einen schrecklichen epileptischen Anfall in den frühen Morgenstunden. Sie krampfte und kam aus dem Krampf nicht mehr raus (status epilepticus). Der Tierarzt brachte uns sofort mit der Tierrettung in die Uniklinik München, da Diazepam iv gar nichts genützt hat. In Summe krampfte sie an die 2 Stunden und ist dabei fast verstorben (u.a. hatte sie unglaublich hohes Fieber).
Sie wurde in der Uniklinik für mehr als 30 Stunden in Narkose gelegt, es wurden mehrere Aufwachversuche gestartet, doch immerwieder begannen kleine Krampfanfälle. Unsere großartige Tierärztin hat dann Bella, nach ca. 5 Tagen Klinikaufenthalt, soweit hinbekommen, dass wir sie nach Hause nehmen konnten.
Sie bekommt morgens eine Luminal und 1,5 Kaliumbromid. Abends noch eine Luminal. Zu Beginn war sie sehr müde, konnte kaum das Gleichgewicht halten, erinnerte sich nicht mehr an unsere Spazierwege. Das ist mittlerweile alles besser.
Jedoch hat sie sich dahingehend verändert, dass sie sich völlig anders als früher benimmt und noch viel, viel anhänglicher ist als vorher. Ich will euch einige Beispiele nennen: wir rufen sie beim Spazierengehen, sie kommt nicht (war früher niemals der Fall)., sie frisst alles was sie findet (ob Taschentücher, Speisereste, Aas, Kot, wälzt sich im Dreck,...), sie räumt bei uns regelmäßig den Mistkübel aus, wenn wir nur kurz den Raum verlassen und etwas liegt auf dem Tisch, wird es vernichtet (letztens eine Bienenwachskerze), sie macht Terror, wenn sie nicht ins Schlafzimmer mit darf (was sie noch nie durfte), sie will immer mit dabei sein, egal ob einer von uns gerade im Bad ist oder kurz das Haus verlassen muss.
Ich habe das Gefühl, einen anderen, ungezogenen und zutiefst verunsicherten Hund zurückbekommen zu haben. Was ist passiert? Sind das die Medikamente? Haben wir sie so sehr verzogen in der Zeit, als sie nach der Klinik wieder zuhause war? Was tun? Ich habe das Gefühl, dass sie in die Hundeschule müsste, denn kaum ein Kommando funktioniert noch. Sie weiß was Sitz, Platz etc. ist - sie führt die Kommandos aber nur nach Belieben aus. War das die lange Narkose? Ich habe gar keine Idee, was unseren ehemals mustergültigen Hund so sehr verändert hat.
Ich freue mich auf Eure Ratschläge und Sichtweisen.
LG
Morgenröte - Vor einem Moment
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Hi,
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Na,
ich denke es geht ihr nicht gut und sie möchte bei euch sein.
Ungezogen, wenn man Luminal im Kopf hat ist man schon ein "bisschen" Panne im Kopf, am Anfang der Medikamenteneinnahme auf jeden Fall. Ich würde das nicht so persönlich nehmen, nach einem so massiven Krampfanfall sind auch bestimmt eine Reihe von Gehirnzellen betroffen. Dass kann nur Auswirkungen haben, auch im Verhalten. Du erzählst ja auch schon von ihrem Vergessen.
Gib ihr Sicherheit und eine wohlbehütete Umgebung, das was sie eventuell zerstört oder frisst musst du halt ausräumen oder vorher erkennen. Sei einfach in diesem Fall der bessere Hund.....Gruß
Herbert -
Zitat
Ich freue mich auf Eure Ratschläge und Sichtweisen.
LG
MorgenröteBei den Medikamenten die sie erhaelt ist gesteigerter Appetit und viel trinken ganz normal, ist eben eine Nebenwirkung von Barbituraten. Was ihr Verhalten angeht.....Du musst bedenken das ihre Psyche ueber ihr zentrales Nervensystem durch SE beintraechtigt ist......Hundeschule und gesteigertes Training ist da der falsche Weg. Fester geregelter Tagesablauf und Stressvermeidung fuer den Hund ist wichtig, jeglicher Stress (und das waere eine Hundeschule) ist da kontraproduktiv. Auch sollte bei einer SE Behandlung die Ernaehrung umgestellt werden.....weniger tierisches Eiweiss (verursacht oft Hyperaktivitaet) sondern mehr pflanzliche Kohlenhydrate , naturbelassen, keine Zusatzstoffe. Besprech mal mit deinem TA uber Ergaenzungsfuttermittel fuer Niere und Leber. Fazit ist.....Du hast ein krankes Tier das mit Barbituraten und SE einfach veraendert sein wird fuer den Rest seines Lebens.....da kannst Du nichts mit haerterer Fuehrung dran aendern. Je weniger Stress sie hat desto ruhiger wird sie werden. Drueck' das Wuermchen mal

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Sie liegt gerade neben mir auf der Couch, die Pfote auf dem Laptop und ist im Massivkuschelmodus.
Danke für eure Tipps! Ich war wirklich der Meinung, dass ihr ein Hundeschulebesuch gut tun würde - falsch gedacht! Mein Mann und ich gewöhnen uns gerade daran, immer ALLES wegzuräumen, damit sie nicht auf dumme Ideen kommt bzw. die Küchentür zuzusperren, damit sie nicht an den Mülleimer ran kommt.
Wenig Stress kann ich ihr im Moment gar nicht anbieten, da mein Mann, Bella und ich ständig zwischen München und Bremen hin und her pendeln. Sie hasst autofahren, aber ich kann ihr das leider nicht ersparen. Sie liegt mit meinem Mann oder mir auf dem Beifahrersitz, damit sie zur Ruhe kommt. Das ist für den Beifahrer mit einem 30 kg Hund auf der Schoß und 800 km Reiseweg keine Freude aber hilft ja nix.
Betreffend Ernährung: als Bella von der Uniklinik entlassen wurde, hab ich mich gleich betreffend Nahrungsergänzungsmittel etc. erkundigt. Mir wurde gesagt, wir sollen sie einfach so weiterfüttern wie gehabt. Sie bekommt Pedigree und frisches Fleisch (Rinderfaschiertes, Leber, Milz, gekochtes Hendl...), gekochte Karotten, Reis etc.
Betreffend Trinken: die ersten 2 Tage nach dem Krankenhaus hat sie pro Tag 3 - 4 Liter getrunken. Jetzt trinkt sie gar nichts! Keinen Schluck bzw. maximal 250 ml jeden 2. Tag... die TÄ meinte, das sei normal (Bella hat immer wenig getrunken, mir kommt das aber schon extrem wenig vor).
Für Tipps betreffend Ernährung bzw. Informationen über Nahrungsergänzungsmittel wäre ich euch wirklich sehr, sehr dankbar. Wir wollen nämlich wirklich alles machen, damit es dem Hund gut bei uns geht! Sie ist nämlich ein ganz wunderbarer, lieber und sehr, sehr stiller Hund, der es liebt mit uns zu kuscheln - am besten rund um die Uhr.
LG
Morgenröte -
Zitat
Für Tipps betreffend Ernährung bzw. Informationen über Nahrungsergänzungsmittel wäre ich euch wirklich sehr, sehr dankbar. Wir wollen nämlich wirklich alles machen, damit es dem Hund gut bei uns geht! Sie ist nämlich ein ganz wunderbarer, lieber und sehr, sehr stiller Hund, der es liebt mit uns zu kuscheln - am besten rund um die Uhr.
LG
MorgenröteDas hoert man auch raus

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Dann mal auf die nächsten 10 guten Jahre...
Geduld und "Liebe" heilt oder lindert viele Krankheiten.Gruß
Herbert :kaffee2: & Bellini
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Hallo
Wir haben auch einen Epileptiker hier.
Zum Glück bemerkten wir die ersten Anfälle und haben, als diese wiederholt auftraten, zusammen mit TÄ eine Medikamentation eingeleitet. Mittlerweile ist er optimal eingestellt.Die Wesensveränderungen machten mir auch zu schaffen.
- Der taffste Hund war er noch nie, aber nach jedem Anfall wurde er ängstlicher.
- Teilweise wich er sogar bei bestimmten Bewegungen vor uns zurück - was mich besonders runterzog, da ich ein seehr inniges Verhältnis zu diesem Hund habe.
- Autofahren wurde immer problematischer.
- Andernteils wurde er seeehr anhänglich und liebebedürftig.
- Jedes laute Wort veranlasste ihn eine unterwürfige Haltung einzunehmen
- Irgendwie macht er oft einen depressiven EindruckWir haben gelernt damit umzugehen.
- Diazepam liegt immer bereit
- Der Hund wird oft und viel mit der Stimme "hochgeholt", "angejubelt"
- Geschimpft wird er eigentlich nie (er horcht aber auch super)
- viele Streicheleinheiten
- vieeeeeeeel, vieeeeeel Verständnis und LiebeIch drücke euch die Daumen, dass ihr die richtige Medikamentation für euren Hund findet, auf die er anspricht. Dann sollten vielen gemeinsamen Jahren nichts im Weg stehen.
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