• Hm, also das überschneidet sich jetzt hier mit dem verlinkten Thread, aber ich fasse es nochmal kurz zusammen, ausführlicher beim anderen Thema, ja?

    Also, es geht darum, dass der Hund einen Strafimpuls kennen muss, der ihm auch dann noch im Bewusstsein ist, wenn er aufgrund erhöhter Eustress-Produktion nicht mehr für positive Anreize empfänglich ist.

    Dabei wird der Stachler als Impuls benutzt, der bei Fährten- oder Spuraufnahme in exakt dem Moment gegeben werden muss, wenn der Hund das Kommando ignoriert, exakt die Millisekunde, bevor er auch für Strafreize unempfindlich wäre.
    Edit: das funktioniert meistens nur bei Fährten, weil der Stachler - logisch - nur bei Absicherung über eine Leine zum Einsatz kommen kann. Wenn man dann aber exakt im Timing und der Dosierung des Einsatzes ist, funktioniert das auch später ohne Leine, zumal ja die Abrufbarkeit ohne Wildkontakt beim Einsatz des Stachlers bereits sitzen muss.

    Wichtig sind zwei Dinge, einmal, die Anwendung darf nicht häufig sein, nach Möglichkeit so kurz wie möglich, da der Hund sie sonst mit dem Menschen verknüpft, zum anderen, die Anwendung soll nicht wehtun, nur die Reizkette Spurauslöser->Endorphinfluss unterbrechen oder verlangsamen.

    Das müsste ich an der Stelle eigentlich jetzt detailliert beschreiben, um es plausibel zu machen, aber da ich die Erfahrung gemacht habe, dass es dann Leute gibt, die sich das ausdrucken und mit ihrem Hund losziehen, um das ohne Anleitung, ohne Vorwissen, ohne Fachkunde anhand von einem einzigen Posting nachzustellen, habe ich mir vorgenommen, so was nicht mehr detailliert zu beschreiben, jedenfalls nicht dort, wo ein mir unbekannter Personenkreis mitliest.

    Ich weiss, das ist an der Stelle blöd, weil man das Detailvorgehen nicht diskutieren kann...aber ich hoffe, Ihr versteht das trotzdem. Ich möchte da nicht die Verantwortung tragen, wenn jemand seinen Hund unsachgemäß damit malträtiert.

    Edit:

    Ich kann das im Einzelfall per Email detailliert erklären und begründen, wie und warum das funktioniert, aber erst, wenn ich bei dem Anfragenden auch ein Bild von ihm Hinterkopf habe...wie gesagt, ich will da kein Risiko eingehen.

  • Zitat

    Also, es geht darum, dass der Hund einen Strafimpuls kennen muss, der ihm auch dann noch im Bewusstsein ist, wenn er aufgrund erhöhter Eustress-Produktion nicht mehr für positive Anreize empfänglich ist.

    Zitat

    Wichtig sind zwei Dinge, einmal, die Anwendung darf nicht häufig sein, nach Möglichkeit so kurz wie möglich, da der Hund sie sonst mit dem Menschen verknüpft, zum anderen, die Anwendung soll nicht wehtun, nur die Reizkette Spurauslöser->Endorphinfluss unterbrechen oder verlangsamen.

    Du sagst, der Stachler soll nicht weh tun, aber er soll strafen.
    Dann wiederum sagst du, er soll die Reizkette unterbrechen.

    Wenn diese Einwirkung nicht schmerzhaft sein muss und die Reizkette nur unterbrechen soll ... warum dann ein Stachler und nicht z.B. ein normales Halsband oder Geschirr?

    P.S. Ich denke wir sind in diesem Thema richtig, im anderen geht es ja eher um grundlegenderes.

  • Zitat


    wenn der Hund eine Hetze beginnt, beginnen bestimmte biochemische Abläufe in seinem Gehirn. Der Endorphinausstoss verdreieinhalbfacht sich, Adrenalin wird ins Blut gepumpt und der Eustress steigt auf einen maximalen Wert. Aus diesem Grunde ist es bei Hunden, die ein paarmal gejagt haben (nicht unbedingt bei 20 Sekunden, aber das kann schon bei 5 Minuten Jagdsequenz passieren) völlig unabhängig vom Wilderfolg in den meisten Fällen so, dass dann, wenn sie mal hinterm Hasen sind, keine Wurst, kein Spielzeug, aber auch keine Wurfdisc o.ä. mehr helfen. Die Wahrnehmung des Hundehirns ist in diesem Moment für alle Reize ausserhalb des Jagdobjekts stark eingeschränkt. Ich muss den Hund aber nun mal abrufen können. Und das muss nicht nur gelegentlich, sondern immer sitzen, denn in jedem Jagdrevier sind Strassen und bei jeder Hetze wird der Hund etliche davon überqueren. Ich kann im Gegensatz zum Nichtjäger kein Antijagdtraining machen und den Hund umkonditionieren, weil er eben genau das tun soll - hinter und mit Wild arbeiten. Aber eben jederzeit kontrollier- und abrufbar. Ich würde dem Hund auch lieber anders erklären, dass er stehen bleiben muss, weil es Strassen usw gibt, Fakt ist aber, dass das eine ganz spezielle Situation ist, wo die ganz zwangslose Arbeit an Grenzen stösst...und bevor ich riskiere, dass der Hund überfahren, vom Keiler angegangen oder sonst was wird, wende ich lieber Zwang an, so wenig und kurz wie möglich, aber eben doch, wenn und solange ich keinen anderen Weg sehe.


    Wie haben das die Jäger gemacht, als es noch keine Elektronik gab? (Du sprichst doch von Elektroreizgeräten, oder?) Gut, jetzt könntest du sagen, damals gab es noch keine so gefährlichen Straßen. - Aber gefährliche Keiler schon.

    Zitat


    edit: damit das wirklich ummißverständlich ist: Ich wende Zwang erst an, wenn das Kommando in allen Situationen ausser der beschriebenen beherrscht wird - und niemals, bevor der Hund es nicht gelernt hat.


    Wozu Zwang, wenn es beherrscht wird?

    Setzt nur der Anblick von Wild Endorphine frei beim Hund? Ich denke mal auch andere Situationen in einem Hundeleben. Demzufolge könnte ja jeder Hundehalter Starkzwang mit Endorphinausschuss rechtfertigen.

  • Huhu,

    Zitat

    Du sagst, der Stachler soll nicht weh tun, aber er soll strafen.
    Dann wiederum sagst du, er soll die Reizkette unterbrechen.

    er soll Beides tun.
    Er soll bei Nichtbefolgen strafen, kann das aber nur, weil er die Reizkette unterbricht.

    Die Reizkette wird unterbrochen, der Endorphineinstrom stoppt, das positive Gefühl hört jäh auf und wird ggf durch Schreck ersetzt ->das ist der Strafreiz.

    Zitat

    Wenn diese Einwirkung nicht schmerzhaft sein muss und die Reizkette nur unterbrechen soll ... warum dann ein Stachler und nicht z.B. ein normales Halsband oder Geschirr?

    Weil das den Erfahrungswerten nach in der Regel nicht ausreicht. Sicher kann der Hund am Geschirr dann auch nicht mehr die Fährte machen, aber man will ja gerade vermeiden, dass er verknüpft, dass die Reaktionskette durch die Leine unterbrochen wird (was der Fall wäre, wenn er bspwe in die Leine rennt). Es muss also vorher etwas geschehen, BEVOR er zur Fährte ansetzt und es muss unangenehm genug sein, um zum Hund vorzudringen, braucht dabei aber eben nicht schmerzhaft zu sein.

  • Also ich werde das Gefühl nicht los, daß es keinen wirklichen Sinn macht mit Dir darüber zu diskutieren.

    Und wenn ich das so lese, wird mir ganz schwindelig....

    Ne danke. Ich denke nicht, daß ein Stachelhalsband dazu nötig ist. Und was hilft Dir das Stachelhalsband, wenn der Hund nicht an der Leine ist und ihn plötzlich der Jadgtrieb überkommt? Gar nischt.

  • Die Stacheln am Stachelhalsband sind aber schmerzhaft!! :frankenstein:

    Übrigens auch ganz schick "Dressurhalskette" genannt:

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  • Zitat

    Also ich werde das Gefühl nicht los, daß es keinen wirklichen Sinn macht mit Dir darüber zu diskutieren.

    Ähm...bitte? Wo haben wir überhaupt diskutiert? Du hast Fragen gestellt und ich habe sie beantwortet.

    Wieso es mit mir keinen Sinn machen soll, könntest Du dann vielleicht kurz erläutern - eigentlich diskutiere ich hier an verschiedenen Stellen den ganzen Tag schon und bisher hat es durchaus Sinn gemacht.

    Zitat

    Ne danke. Ich denke nicht, daß ein Stachelhalsband dazu nötig ist. Und was hilft Dir das Stachelhalsband, wenn der Hund nicht an der Leine ist und ihn plötzlich der Jadgtrieb überkommt? Gar nischt.

    Dass Du das denkst, ist Dein gutes Recht auf freie Meinung.

    Aber man kann das definitiv (genau wie beim ERG, wenn Du den anderen Thread gelesen hast) so anwenden, dass es auch nach dem Ableinen funktioniert. Ich werde das allerdings hier nicht ausführen, das habe ich ja oben erklärt....wäre aber ja auch nicht sinnvoll, wenn Du denkst, dass eine Diskussion sinnlos ist.

    Ich wüsste nur gerne - wenn Du denkst, dass ein Stachelhalsband nicht nötig ist, es aber erwiesenermaßen keinen positiven Gegenreiz gibt und das ERG verboten ist...was würdest Du tun?

    Denn wenn Du sagst, es ist nicht nötig, müsstest Du doch eine Alternatividee haben, das ist doch soweit logisch?

    Alina:

    Zitat

    Die Stacheln am Stachelhalsband sind aber schmerzhaft

    nein, nicht, wenn ich nicht dran rucke. Ich kann das durchaus so gebrauchen, dass es nicht schmerzhaft ist.

    Ob man mir das glaubt oder nicht, ist ein anderes Thema, ändert aber nichts an den Tatsachen.

  • Zitat


    nein, nicht, wenn ich nicht dran rucke. Ich kann das durchaus so gebrauchen, dass es nicht schmerzhaft ist.


    Wozu brauchst du es dann? Wozu brauchst du Stacheln? Die Wörter Impuls oder Gegenreiz ziehen bei mir nicht.
    Eine Alternative zum schmerzhaften Gegenreiz wäre z.B. positive Motivation über die Stimme. Und wenn ein Hund etwas falsch macht, und/oder das Kommando ignoriert muss man ihm das auch nicht über Schmerzen begreiflich machen, sondern kann im ein "falsch-Wort" o.ä. beibringen.

    Das hier find ich auch krass. Sieht aus wie ein normales modernes Halsband. Benutzen bestimmt alle, denen es peinlich ist, und die sich schämen, darauf angesprochen zu werden.

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  • Erst mal, zu Alinas erstem Posting, das hatte ich überlesen.

    Zitat

    Wie haben das die Jäger gemacht, als es noch keine Elektronik gab? (Du sprichst doch von Elektroreizgeräten, oder?) Gut, jetzt könntest du sagen, damals gab es noch keine so gefährlichen Straßen. - Aber gefährliche Keiler schon.

    man hat in dem Moment, in dem der Hund trotz Gegenkommando eine Fährte arbeitete, eine Ladung Schrot auf ihn geschossen.

    Zitat

    Wozu Zwang, wenn es beherrscht wird?

    Weil es in dieser einen Situation, hinter Wild, nicht beherrschbar ist (von Ausnahmefällen abgesehen).

    Zitat

    Setzt nur der Anblick von Wild Endorphine frei beim Hund? Ich denke mal auch andere Situationen in einem Hundeleben

    Ja, natürlich. Aber bei der Hetze ist der Endorphinausstoss dreieinhalbfach höher als im Normalzustand - und das wird in keiner anderen Situation annähernd erreicht.

    Zitat

    Demzufolge könnte ja jeder Hundehalter Starkzwang mit Endorphinausschuss rechtfertigen.

    Nur, wenn er die Hintergründe nicht kennt. Denn nur wegen der hohen Konzentration ist das Aufnahmesystem für positive Gegenreize gehemmt und nur deshalb ist das Hetzen die einzige Situation, wo alle Futteranreize und jedes Spielzeug vergeblich sind...was Dir die meisten Leute bestätigen, die versuchen, ihren bereits hetzenden Hund mit was auch immer zu locken.

    Nun zum zweiten:

    Zitat

    Wozu brauchst du es dann? Wozu brauchst du Stacheln? Die Wörter Impuls oder Gegenreiz ziehen bei mir nicht.

    was soll ich Dir da entgegnen? Heisst das, Du verstehst nicht, was ich damit meine oder Du lässt es nicht gelten?

    Denn was soll ich dann im letzteren Fall tun? Ich weiss, dass es Gegenreize sind, ich kann es auch biologisch begründen, aber wenn Du es nicht glaubst, dann glaubst Du es nicht...da bleibt dann ja nicht mehr viel zu schreiben.

    Zitat

    Eine Alternative zum schmerzhaften Gegenreiz wäre z.B. positive Motivation über die Stimme. Und wenn ein Hund etwas falsch macht, und/oder das Kommando ignoriert muss man ihm das auch nicht über Schmerzen begreiflich machen, sondern kann im ein "falsch-Wort" o.ä. beibringen.

    Nein, nochmal: Ich will hier nicht in den Lernprozess eingreifen. Sitz, Down usw werden normal gelernt.

    Es geht hier um eine Situation, in der kein positiver Gegenreiz mehr zieht. Und nochmal, das habe ich mir nicht zurecht gelegt, das ist (inzwischen nach den ERG-Diskussionen häufig) untersucht und bewiesen.

    Zitat

    Das hier find ich auch krass. Sieht aus wie ein normales modernes Halsband. Benutzen bestimmt alle, denen es peinlich ist, und die sich schämen, darauf angesprochen zu werden

    Nun, mir ist es nicht peinlich, ich habe meine Argumente, sonst würde ich ja jetzt hier nicht posten ;)

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