• Achso, so rein vom Verhalten haben sie sich nicht geändert, der eine wurde etwas vorsichtiger und ist von sich aus einen größeren Bogen gelaufen, wenn er gehört hat einem kommen Menschen entgegen, vorher ist er einfach straight und dicht dran vorbei gelaufen. Und die z.B. Laubblöd Abspackrunden waren eher lokaler, also die sind da nicht mehr wie blöd durchgebrettert. Auch weil man das als Halter einbremmst je nach Umgebung, aber auch von sich aus. Licht/Schattenwechsel (Baumallee im Sommer) führte erst zu etwas gehemmterem Trab, das legte sich aber auch alles, ob wegen Gewöhnung oder Fortschreiten ist schwierig zu sagen.

    Wie schon geschrieben, meist passen sie sich automatisch an, weil es schleichend geht. Anfängliche Unsicherheit ist da nicht selten, das gibt sich für gewöhnlich mit der Zeit. Die Gewöhnung ist auch ein Prozess.

    Taub ist nicht blind, aber als Kamis Gehör damals nachließ, hatte sie auch eine Unsicherheitsphase, weil sie die Geräusche nicht mehr richtig orten konnte und guckte sich öfter um. Das legte sich aber nach einiger Zeit und als sie komplett taub war, war es gar kein Thema mehr, obwohl der Schreckmoment ja eigentlich größer sein müsste, wenn plötzlich ein Fahrrad vorbei rauscht, das man nicht heranfahren gehört hat.

  • Vielen Dank euch allen. Das hilft mir schon mal sehr weiter. Das war einfach ein ziemlicher Schock. Ich hab bis Dienstag immer noch gehofft, sie spinnt einfach ein bisschen auf Emma-Art. Ich hab auch ein schlechtes Gewissen, dass ich es nicht früher gemerkt habe und geschimpft habe, wenn sie ausgeflippt ist oder abends nicht ins Auto reinspringen wollte.

    Kann man vorhersagen wie schnell die Erkrankung voranschreitet, wenn es innerhalb der letzten 3 Monate sich spürbar verschlechtert hat? verläuft das eher linear oder schubweise?

    Und kann man einen blinden Hund auch mal alleine Zuhause lassen?

  • Und kann man einen blinden Hund auch mal alleine Zuhause lassen?

    Mit PRA habe ich keine Erfahrung. Aber der Hündin einer Freundin mussten aufgrund eines Gendefekts (Glaukom) beide Augen entfernt werden. Nach anfänglicher Unsicherheit führt sie heute ein fast normales Leben. Kann in reizarmer Umgebung (auch in fremder) frei laufen und bleibt auch problemlos alleine Zuhause.

  • Und kann man einen blinden Hund auch mal alleine Zuhause lassen?

    Bei dem einen von den beiden war das absolut kein Problem. Er musste regelmäßig alleine bleiben.

    Du hättest in der Wohnung auch nicht gemerkt, dass er blind ist. Der ist aufs Sofa und runter,... Wassernapf war schweres Steinzeug/Keramik damit das beim annähern mit der Schnute nicht doch mal ins kippen gerät. Der Stand auch in der Küche und hat erwartungsvoll den Halter "angeschaut" wenn Futter gemacht wurde,...

    Klar, auch mal wogegen gestoßen, schwamm drüber, weiter ging's.

    Beim anderen weiß ich es nicht, reine Gassi Bekanntschaft.

    Mach dir keine Vorwürfe, mit sowas rechnet man ja bei einem jungen Hund nicht. Selbst bei Kami dachte ich damals erst Altersstarrsinn, bis ich gemerkt habe, die hört das einfach nicht mehr. Und man passt sich automatisch an und wächst so rein. Das sind schleichende Automatism die sich entwickeln.

    Bei Fremdhundebegegnungen muss man halt aufpassen, weil dadurch, dass sie nicht mehr sehen, können sie auch nicht so auf die Körpersprache des anderen reagieren. Aber da bekommt man auch ein Gespür für. Wenn der eigene Hund da vorher nicht so souverän war, muss man da etwas mehr drauf achten. Bei Bekannten Hunden die man kennt, bekommt man da auch ein Gespür für.

    Und bei deinen beiden siehst du ja im Alltag, ob der andere Hund eine gewisse Nachtsicht walten lässt, ob sich zwischen ihnen was verändert. Im Zweifelsfall muss man dann beim allein lassen eventuell trennen. Falls Hund 1. z. B. überreagiert, wenn Hund 2. mal gegen in ditscht oder auf Hund 1 tritt weil der schon im Körbchen liegt. Aber auch das ist ein Prozess und die meisten Hunde können das dann gut einschätzen. Kami guckte nur irritiert, wenn das Kleinteile mal gegen sie lief.

    Für's Geschirr gibt's auch entsprechende Markierungen oder Halstücher. Das fand ich als gegenüber immer gut, dann war klar der Hund hat ein Handicap und man sortiert seinen zu sich. Hier in Berlin wird ja selten bei Fremdhundebegegnungen angeleint und wenn man so einen Hinweis gesehen hat, hat man es eben doch gemacht oder gefragt, ob man anleinen soll.

    Kommunikation hilft da ungemein, das Gegenüber kann das ja nicht wissen und gerade bei Handicap sind viele dann sehr rücksichtvoll.

    Wird 🙂

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