Urlaub mit Hunde-Senior
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Hallo Zusammen,
das ist vermutlich ein wiederkehrendes-Thema, gerade wenn es auf die Urlaubs-Saison zugeht. Ich wollte ursprünglich in einem alten Thread antworten, doch stand dort die Empfehlung ein neues Thema zu eröffnen, weil der Thread schon so alt ist. Ich bin der Empfehlung gefolgt; ihr könnt ja dennoch korrigierend auf mich einwirken :)
Ich umreiße mal die Situation. Vielleicht ist das auch ein Luxus-Problem.
Ich lebe mit einem 14 Jahre alten Beagle auf einer Lichtung entlang einer Bachbiege. Hier kann der Beagle tun und lassen was er will (weitestgehend). Ich meine damit; ich lasse ihn laufen, er dreht seine Runden durchs Tal, durch die angrenzenden Wälder und hat schon viele Jahre nicht mehr das Bedürfnis zu jagen, oder im Unterholz zu verschwinden, während ich ihn verzweifelt brüllend suche.Also das was mein Beagle hier hat, ist eine absolute Vertrauensbasis, die seine Eigenverantwortung und Autonomie lohnend in den Vordergrund stellt. Ohne überhöht klingen zu wollen, aber ich bin der Meinung er hat hier wirklich ein gutes Leben. Und eben in diesem Leben, dass er sich mit all seinen kleinen und großen Routinen hier eingerichtet hat, fühlt er sich am aller wohlsten. Er liebt jede einzelne und noch so kleine Routine davon. Natürlich auch die Abenteuer (neue Wege und so weiter), die ich nicht ihm erlebe.
Da nun dieser alte Beagle mir eine ganze Welt bedeutet, zweifle ich aktuell daran, mit ihm eine Reise zu unternehmen, weil das bedeuten würde: Ihm diese so geliebte und vertraute Welt zu nehmen. Es handelt sich hier zwar "nur" um 3 Wochen. Aber können 3 Wochen im Lebensalter eines Hundes nicht schon fast ein ganzes Leben bedeuten?
Ich möchte mit ihm nach Kroatien - ich habe Bekanntschaft und Vertrautheit dort. Ich bin mit ihm dort fast jedes Jahr gewesen und aber auch damals schon habe ich erkannt, dass er dort weniger agil, weniger neugierig ist. Kurz um; weniger glücklich ist. Und das nicht allein wegen der höheren Temperaturen, sondern weil er dort vieles missen muss, was er zu Hause hat (vor allem die Weite und Freiheit).
Auf dem Rückweg nach Kroatien, auf den Zwischenstopps, war immer sehr eindeutig zu erkennen wie sehr er sich über Wald und Wiesen in Österreich freute, wie er aufblühte (Wald und Wiesen sind dort an diesem Ort in Kroatien selten).
Ihr merkt schon; ich eröffne dieses Thema in erster Linie nicht aus Sorge um heiße Temperaturen, mangelnde tierärztliche Versorgung, Impfungen und so weiter, sondern viel mehr ist es ein Gewissenskonflikt, dem alten Beagle das Vertraute und Geliebte zu nehmen - und wenn auch nur für begrenzte Zeit. Und dieser Konflikt wird jetzt in seinem Alter natürlich sehr laut. Die Zeit ist begrenzt.
Ein Hund lebt nicht in der Bilanz von Wochen, dessen bin ich mir bewusst. Doch springt mein Gewissen als letzte Instanz ein, das den Rahmen noch mal überprüfen will.Ich bin mir absolut sicher, dass auch ihr diesen Gewissenskonflikt kennt. Und versteht mich nicht falsch; ich erhoffe mir hier nicht, dass mir jemand diese Entscheidung abnimmt. Mich interessiert, wie eure Erwägungen und Erfahrungen hier aussehen.
Ich kenne die Meinungen; Hauptsache der Hund ist bei seinem Herrchen. Und: eine Reise kann auch im alter ein tolles Abenteuer für einen Hund bedeuten. Hier sei aber noch mal erwähnt, dass Fred sein zu Hause einer jeden Reise vorzieht.
Ich könnte das Dilemma ganz einfach auflösen und sagen; Wir bleiben zu Hause. Aber ich wünsche mir diese Reise sehr - und ich wünsche mir sehr sie nochmals mit ihm zu machen, solange es noch möglich ist.
Ich danke euch!
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16. März 2026 um 08:18
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Nachtrag:
Die Reise an sich war für ihn niemals ein Problem. Er mag Autofahren und ist die lange Strecke gewohnt. Allein die Überfahrt mit der Fähre bereitet ihm schon immer Stress. Also auch das ist nicht mein Thema. -
Also, wenn er grundsätzlich kein Reiseproblem hat, keine alters- oder krankeitsbezogenen Themen hat, die durch Stress eskalieren können und er den Zielort auch schon kennt, würde ich die Reise "wagen".
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Ist dein Beagle dement oder hat sonstige Krankheiten? Ich kann dir von meinen Erfahrungen berichten, ich bin mit meinen alten Hunden (der älteste war 16 beim letzten gemeinsamen Urlaub) immer noch ein paar Tage weggefahren. Ich hatte immer das Gefühl dass es zwar anstrengender ist für die alten Hunde, aber es war auch immer ein aufregendes Abenteuer und hat sie im positiven Sinne ein bisschen rausgerissen aus dem Alltagstrott. Meine Hunden hatten aber keine Demenz oder sonstige schwerere Einschränkungen.
Meine Eltern haben ihre alte und schon leicht demente Hündin auch noch mit auf Urlaub genommen, sie meinten das würden sie so nicht mehr machen. Die Hündin war aber immer eher gestresst in fremden Umgebungen, mochte Autofahren nicht usw. Das hat sich im Alter dann natürlich summiert, zusätzlich zur Demenz.
Ich würde es also wirklich vom Hund abhängig machen, aber wenn er den Ort schon kennt und so noch fit ist, finde ich persönlich kann das auch für den Senior eine schöne und intensive gemeinsame Zeit sein.
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Naja, Du hast ein Lebenskonzept für Deinen Hund erarbeitet, das sehr ortsgebunden ist. Nun ist es so.
Für viele Hunde ist der Urlaub ihrer Menschen Stress. Hunde mögen Routine und gleichbleibende Abläufe. Alte Hunde noch viel mehr.
Ist halt die Frage, ob Du Dein Bedürfnis nach Urlaub für den Hund zurückstecken möchtest oder nicht. Und das sage ich total wertfrei.
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sondern weil er dort vieles missen muss, was er zu Hause hat (vor allem die Weite und Freiheit).
Auf dem Rückweg nach Kroatien, auf den Zwischenstopps, war immer sehr eindeutig zu erkennen wie sehr er sich über Wald und Wiesen in Österreich freute, wie er aufblühte (Wald und Wiesen sind dort an diesem Ort in Kroatien selten).Hier sei aber noch mal erwähnt, dass Fred sein zu Hause einer jeden Reise vorzieht.
Du sagst es ja selbst: für den Hund hat es keinerlei Mehrwert wenn er mit dir dort hin fährt. Er ist glücklicher Zuhause. Ob es für ihn zumutbar ist die Reise trotzdem zu machen kannst schlussendlich nur du entscheiden da nur du ihn gut genug kennst.
Er kennt den Ort dort, er hat grundsätzlich gesehen kein Problem mit der Autofahrt usw. Zumutbar ist das sicherlich. Du darfst halt nur nicht mit dem Gedanken dran gehen das du ihm einen Gefallen damit tust.
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Gibt es die Möglichkeit, dass eine andere Vertrauensperson, die er gut kennt und die er mag, bei ihm in Österreich bleibt, während Du im Urlaub bist?
Okay...Du schreibst aber auch, dass Du diese Reise mit ihm gern noch einmal machen möchtest, dann scheidet o. Gedanke sehr wahrscheinlich aus.
Worauf ich hören würde ist immer mein Bauchgefühl. Scheinbar sind in diesem Jahr die Bedenken lauter geworden, ob Du ihm diese Reise nochmal zumuten möchtest. Und die Gründe, die Du benennst, kann ich absolut nachvollziehen.
Er bräuchte im Grunde diese Reise nicht. Dem entgegen steht Dein Wunsch nach Kontakt zu Deinen lieben Menschen und der Verbundenheit dort. Vielleicht fühlt es sich inzwischen aber so an, als wenn der Preis, den er womöglich zahlen müsste, inzwischen zu hoch sein könnte für Deine Sehnsucht nach der Reise.
Und da sein Leben nun durch sein Alter begrenzt und ein Stückweit unvorhersehbarer geworden ist, fragst Du Dich, ob er nicht eine bessere Zeit hätte in seiner vertrauten Umgebung in all seiner Freiheit und der Liebe zu seinen Routinen.
Ich finde, es ist wirklich eine schwere Zwickmühle - wenn Du Deinen Bauch befragst, was fühlt sich gerade weniger schwer an: ihm die Reise zuzumuten oder für sein geliebtes, gewohntes Leben zu verzichten?
Es muss in meinen Augen da auch gar kein 'gut' für eine Entscheidung geben, weil man dieses wegen der Ambivalenz sowieso kaum hinbekommen wird. Aber was fühlt sich möglicherweise mehr 'okay' an?
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Letztlich kann dir die Entscheidung niemand abnehmen. Es geht ja auch um dich: du musst vermutlich auch ein weiteres Jahr arbeiten und brauchst die Erholung und Abwechslung. Nur du kennst deinen Hund und weißt, wieviel Stress z.B. die Fähre und die Einschränkungen vor Ort bedeuten. Für den Hund wäre es, nach deinen Schilderungen, vermutlich besser, daheim zu bleiben.
Ich bin mit meinem Hund in derselben Situation. Wir werden dies Jahr wieder auf "unsere" Nordseeinsel" fahren, wo mein Hund alles seit bald 15 Jahren kennt und wo ich mich mit Fahrrad an seine Möglichkeiten anpassen kann. Wenn Teile davon Stress für ihn sind, ist der nur kurzzeitig und das fördert die Gesundheit eher. Eine Reise an einen fremden Ort (gern würde ich mal wieder mit Zelt nach Schweden oder Norwegen) würde ich ihm jetzt nicht mehr zumuten.
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