Was mache ich am Besten mit einem jungen Hund aus dem Tierheim

  • Serkö Ich meine das garnicht böse. Die Hunde stellen aber doch dann meist unterschiedliche Ansprüche an die neuen Besitzer. So ein Transport (raus aus dem Zwinger, rein in ne Box, stunden- bzw. tagelang durch die Gegend gekarrt werden, ausgeladen, rein in die Wohnung) schlaucht doch meist mehr als ein raus aus dem Tierheim, rein ins Auto und ne Stunde später wieder raus. Und häufig kennen die Hunde in den deutschen Tierheimen ja Wohnungen schon, der Direktimport nicht unbedingt (es gibt unter den Direktimporten ja aber auch Hunde, die schon als Haushund gelebt haben).

  • Du bist sehr, sehr unerfahren und hast Dir einen vermutlichen Hütehund-Mix aus dem Tierschutz geholt. Hol Dir so schnell wie möglich professionelle Unterstützung, denn da stehen leider alle Anzeichen darauf, dass es schief gehen will.

    Wenn Du Deine Postleitzahl sagst, hat vielleicht auch ein User einen Tipp für einen guten Trainer.

  • CundC Jetzt musste ich doch etwas überlegen und suchen, warum Du mir das erklärst, hatte ich hier doch keinen Beitrag geschrieben. Vielleicht im Halbschlaf, aber nein, auch nicht.

    Alles was hier von mir kam (tatsächlich kurz vor dem Einschlafen und begleitet vom Gedanken, soll ich die Reaktion wieder löschen), war mein ‚Wow!‘.
    Dies ist nicht als, Wow, was erdreistet CundC sich zu schreiben, sondern bezieht sich auf diese Passage hier:

    Nur zur Klarstellung: hier geht es um einen Direktimport aus einer rumänischen Tierauffangstation über eine Tierschutzorga.

    Diese Zeilen beschreiben die Dimension des Problems, der Erwartungshaltung, der Situation der TE nämlich sehr gut. Das ging mir tatsächlich etwas durch die Lappen vorher. Es war also eher ein ‚Wow, das ist nicht wenig, was dieser Hund in sehr kurzer Zeit grad alles zu meistern hat!‘

    Mea culpa, man kann meine Reaktion wirklich missverstehen, tut mir leid. (Was mich jetzt etwas frustriert, ist dass ich denke, eigentlich müsste CundC, auch wenn wir uns nicht kennen, ein bisschen kennen, um zu wissen, wie ich das meinte.) Aber hey, alles gut.

  • Serkö Ich hatte Dich schon richtig verstanden. Aber ich dachte mir, nur für den Fall, dass da doch "komische Gedanken" gewesen waren und auch zur näheren Erklärung für z.B. neue Leser, die ja auch nicht wissen, wie ich so ticke, wäre ein bischen mehr Text doch ganz gut.

    Alles gut, liebe Serkö, Dir muss da nichts leidtun. Und Du musst auch nicht frustriert sein. Ich denke schon, dass wir beide da auf einer Wellenlänge sind.:bussi:

  • Ich finde auch, der Hund sollte erst einmal ankommen dürfen. Grundstruktur geben und beim Gassigehen erst einmal die gleichen Wege laufen.

    Selbst mit meinem unsicheren Cattle Dog, der nun wirklich einiges an Bewegung braucht 7 Jahre im Animal Hoarding und 2,5 Jahre im TH verbrachte, habe ich das am Anfang so gemacht - bis er mir gezeigt hat, er "kennt" die Straße hoch und runter jetzt... so dass wir auch mal "um die Ecke" gehen konnten. So sind wir die nächsten Tage nur die Straße gelaufen und einmal abgebogen und zurück.. Irgendwann ging dann der "ganze Block" und erst einiges später konnte ich mal zum Feld fahren und bin mit ihm die Feldwege gelaufen. - Hinlaufen zum Feld ging anfangs - die ersten 2 Monate - gar nicht. Er ging immer laut vor (in Abwehr Aggression), sprang Richtung Menschen, Möppis, Fahrradfahrer, Jogger, Tiere und Autos. - Auf dem Feld habe ich immer mal wieder Leinentraining gemacht, also in kleinen (10 min) Sequenzen und das Training beendet, bevor seine Lernkurve abfällt.. Nach vielleicht 6 Wochen haben wir auch Gehen-Stehen geübt und immer mal wieder Deckentraining gemacht, Schnüffel-Suchspiele - nicht alles auf einmal aber jeden Tag etwas davon in ein paar Trainings / Spiel Sequenzen zusätzlich zu den Gassirunden gepackt.

    Wichtig ist auf jeden Fall, dass gerade ein unsicherer Hund ganz viel Lob zurückbekommt. Mit ganz viel meine ich ALLES loben was er gut macht (und der Mensch oft als selbstverständlich sieht - es aber keinesfalls ist...) und wenn er etwas nicht gut macht, etwas lassen soll, dann muss ein klares Nein kommen und er sollte eine alternative Handlung angeboten bekommen.

    Auslandshunde und Hunde aus dem Tierschutz mit schlimmer Geschichte kennen meist kein Spielzeug. Die wissen nicht was sie damit machen sollen - woher auch. Da kann man mit anderen Dingen arbeiten.

    Ich habe meinem bspw. in alte ausgewaschene Blumenpötte, in denen man frische Blumenpflanzen kauft und die unten die drei Löcher drin haben, ein Leckerli reingelegt den nächsten Pott in den mit dem Leckerli gestellt, wieder Leckerli rein und noch einen dritten Pott eingestellt auch wieder mit einem Leckerli. - Mein Cattle hatte seinen Spaß die Pötte auseinander zu ziehen um an die Leckerli zu kommen. - Solche Sachen.


    Aber zuallererst ist Grundstruktur und ZEIT wichtig. Die Tiere haben ihre eigene Zeit. - Ansonsten ist er wahrscheinlich ziemlich überfordert und es würde mich nicht wundern wenn er nach ca. 4 Wochen eine Übersprungshandlung zeigt, oder auch schnappt - weil er einfach massiv überfordert ist, das auch zeigt und keiner "es gesehen hat".

    Vielleicht kannst Du Deinen Urlaub verlängern oder vom Home Office aus arbeiten, bis du mit ihm Mal "Revier Büro" üben kannst, bzw. das Alleinsein üben kannst.

    Oder wie hier auch schon geschrieben, dringend eine gute Unterstützung suchen und finden. Im Münchener Raum, Passauer Raum und Dresdner Umland kenne ich sehr gute (zertifizierte) Hundetrainer...

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