Mein BC hat Stress mit alles was Räder hat.
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Die Tierärztin werde ich einmal ansprechen.
Es sollte eine TA mit Zusatzausbildung in Verhaltensmedizin sein. Die haben einen deutlich grösseren Werkzeugkoffer als der normale TA.
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Hi,
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Hallo Mully
Ich wollte Dich mit meinem Beitrag auf keinen Fall entmutigen. Ich fände es aber unfair, Dir Hoffnungen zu machen, die möglicherweise nicht erfüllt werden können.
Wenn der Hund bereits Futter aus der Hand nimmt und den Futterdummy apportiert ist das sicher ein toller Anfang. Wichtig wäre, dass Du mehrere Möglichkeiten zur Belohnung und Ablenkung zur Verfügung hast, auf die Du in Ernstfällen zurückgreifen und anhand derer Du die schwierigen Situationen überbrücken kannst. Dafür müssen alle diese Dinge jedoch zuverlässig in jeder Situation angenommen werden. Die gute Nachricht ist aber, wie gesagt, dass sich das trainieren lässt. Ist aber eine Fleissarbeit.
Ich würde gern vorher handeln, aber ich weiß nicht wie. Sobald sie ein Fahrrad sieht, kann ich nur noch Schaden vermeiden.
Manchmal drehe ich sofort um und laufe mit ihr weg, bevor sie das sieht, aber leider sind die schneller als ich.
Ich laufe schon vor allem im matschigen Wald wo meine Knöchel im Schlamm versinken, aber dahin müssen wir auch kommen.Vielleicht sollte ich ein Katzenklo kaufen und Gassi wirklich nur noch im Bürogebäude oder in die Einkaufspassage gehen. Da parke ich in der Tiefgarage und wir sind nur drinnen. Da ist alles gut.
Viele in USA würden es so machen
Damit das Training fruchtet, musst Du Situationen schaffen, in denen Du gezielt üben kannst und möglichst vermeiden, dass Du überrascht wirst. Eine Ernstsituation ist kein Training, sondern ein Test fürs Training. Genau deshalb ist es so wichtig, dass Du den Hund zuverlässig umlenken kannst bevor er eskaliert und unkontrollierbar wird.
Hast Du selbst ein Fahrrad? Oder jemanden, der Fahrrad fährt? Dann übe damit und zwar so, dass das Erregungslevel Deines Hundes so tief ist, dass er keinerlei Anzeichen von Stress zeigen muss. Dein Ziel ist (relative) Entspannung in Anwesenheit des Triggers, also vermittelt jede Art von Stress genau das Gegenteil davon, was Du erreichen willst.
Die Idee, den Hund ins Auto zu laden und da mit ihm Gassi zu gehen, wo er es gut aushält, ist nicht schlecht. Wenn 'nur' die Geräusche das Problem sind, würde ich mir überlegen, ob ein Gehörschutz eine Variante wäre. Eine sehr einfache Lösung könnte aber auch sein, das Autoradio laut aufzudrehen oder mit Geräuschen (White Noise, monotoner Flugzeug- oder Maschinenlärm etc.) zu arbeiten. Das kannst Du auch ziemlich einfach und auf leiser Stufe zuhause aufbauen.
Ist die Sicht ebenfalls ein Thema, würde ich ausprobieren, ob der Hund eine abgedeckte Box toleriert. Möglicherweise hilft es ihm sogar auch mit seiner Geräuschproblematik. Im Sommer wird die Luftzirkulation bei einer abgedeckten Box schnell zum Problem, jetzt im Winter sollte das allerdings kein Problem sein.
Wandelroeschen du meinst eigentlich nicht mich
Entschuldige bitte. Du hast natürlich recht.
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Willkommen im Club - ich hatte auch so einen Auto-Hüter, der das bis zu seinem Tod nicht abgelegt hat.
Ich hatte ihn mit zweieinhalb bekommen, und bei den Vorbesitzern war er auch schon unter ein Auto geraten, das er stoppen wollte, zum Glück mit glimpflichem Ausgang.
Meine Lösung: ein Schleuderball als Ersatzdroge. Ich schreibe morgen mehr, habe im Moment nicht viel Zeit. Nur so viel: In Bewegung waren für ihn solche Pseudo-Hütereize viel leichter auszuhalten.
So, wie Du schreibst, würde ich zusätzlich zum Geschirr ein Halsband nutzen und den Hund dann, wenn es eng ist, mit beiden Händen an Halsband und Geschirr kurz führen und ihn kommentarlos weiterbugsieren, z. B. über die Straße zum Parkplatz.
Auf freier Strecke würde ich mal versuchen, den Futterdummy im Leinenradius zu werfen, wenn er das Pseudo-Hüteobjekt anvisiert, völlig ohne den Anspruch, dass er apportiert wird, sondern einfach nur, damit Amy sich kurz abwendet.
Ist es am Rheinufer evtl. möglich, Amy an eine Flexigurtleine am Geschirr zu hängen und Dir den Griff am Körper zu befestigen? Dann hast Du etwas mehr Raum, um sie auf den Dummy zu konditionieren.
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Mully ich hatte dir gestern eine private Nachricht geschickt 😉.
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Danke euch allen!
Nein, ich fühle gar keine Entmutigung, eher bin ich jetzt wieder mehr stolz auf alles, was schon gut klappt.
Man darf auch kein perfekten Hund erwarten, es bleibt ein Lebewesen, wir sind alle fehlerhaft.
Ich sehe gerade viele Fortschritte in Hundebegegnungen. Und heute früh hat Amy mehrmals draußen das Dummy gebracht. Alles auf einmal kann natürlich auch nicht klappen.Gestern hatten wir noch eine positive Situation mit einem Fahrrad, das in größerer Entfernung zu sehen war. Sie wurde stocksteif. Ich ging ein paar Schritte rückwärts und zog sie mit, dann wendete sie sich zu mir und wir rannten zusammen weg. Das ist eine große Belohnung für sie, wenn wir zusammen rennen. :) Das war das erste Mal, dass sie sich nach kurzem Ziehen zurückrufen ließ und wir haben sehr gefeiert. Die Leute hier im Ort denken langsam, ich habe mein Verstand verloren

Meine Verunsicherung ist immer, dass jedes mal, wenn sie ausrastet alles wieder zunichte ist. Viele sagen das so.
Aber ich lasse mich jetzt nicht mehr verrückt machen. Bei Hundebegegnung war es auch nicht so. -
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Ich habe keine Ahnung und kann dir keine Tipps geben, aber ich finde es großartig wie Du mit deinem Hund umgehst und ihn Schritt für Schritt ins normale Leben zurück holst.
Hut ab !!!
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Ich habe Dir eine PN geschickt
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Dein letzter Beitrag liest sich doch gut! Tolle Idee, das mit dem Wegrennen! So bekommst Du meiner bescheidenen Meinung nach einen Fuß in die Tür, um die Aufmerksamkeit vom unerwünschten Hüteobjekt abzulenken.
Natürlich wird das nicht immer klappen, aber der Vorteil an Border Collies ist m. E., dass sie durch ihre brüllend deutliche Körpersprache mit dem Fixieren und Abducken genau anzeigen, dass gleich eine in Deinem Fall unerwünschte Hütesequenz losgeht.
Ich hatte mit meinem Schwarzi-Border eine viel bessere Ausgangssituation als Du: Der Hund hatte eine gute Grunderziehung, war ableinbar und freundlich-distanziert zu Menschen und Artgenossen.
Und er jagte lediglich Autos, keine Jogger und keine Radfahrer.
Doch die Autohüterei legte er selbst dann nicht ab, als er an Rindern arbeiten sollte, wollte und konnte.
Die Fehlkonditionierung war einfach da, egal ob flackernde Bremslichter, Blinker oder quietschende Bremsen oder Keilriemen. Bei den Geräuschen musste er die Autos noch nicht mal sehen, er schoss einfach blindlings los in Richtung Autogeräusch - wenn nicht der Ball flog ...
Ein guter Viehhund soll ja auch
Mit dieser Ersatzdroge - ja, ich bin mir dessen bewusst - hatte ich den Hund ziemlich schnell alltagstauglich, weil mir auch einfach die Zeit für ein strukturiertes Training fehlte, da wir zu der Zeit noch einen stark arthrosekranken Cattle Dog hatten, der auch seine Zeit brauchte und den Neuzugang nicht tolerierte, d. h. gemeinsame Gassigänge waren nicht möglich.
Die Frage ist halt, ob man die Notlösung einer Ersatzdroge hinnimmt oder wirklich einen kalten Entzug unter guter fachlicher Anleitung hinbekommt, denn Deine Amy bringt in meinen Augen denkbar schlechte Ausgangsvoraussetzungen mit.
Dass sie nicht auf Strafreize reagiert, wundert mich nicht, weil sich ja vorher offensichtlich nie jemand mit ihr beschäftigt hat.
Einen Hund, der darauf selektiert wurde, die Bewegung von Hütevieh zu kontrollieren, und der massiv auf Autos und Fahrräder fehlgeprägt wurde, über langsame Gewöhnung an diese Objekte zu kurieren zu wollen, dürfte m. E. nicht funktionieren, weil der Trigger die Bewegung ist.
Mein Schwarzi-Border hatte z. B. kein Problem mit dem Kleinkind der Vorbesitzer - doch sobald der Kleine abrupte Bewegungen machte, wollte er reinhacken, genau wie in die Schlaganfallpatienten seines vorigen Herrchens, der ihn für seine Physiotherapiepraxis als Therapiehund angeschafft hatte.
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Ganz ehrlich? Unter diesen Voraussetzungen wäre mir alles, was der Hund als Ablenkung und Belohnung akzeptiert, recht. Mein oberstes Ziel ist es, solche Hunde möglichst jederzeit kontrollierbar zu halten, das gilt auch bei 'Ersatzdrogen'. Wenns damit klappt, wieso nicht? Den Ball kann ich nämlich kontrollieren und dosieren und ich kann dafür sorgen, dass der Hund nicht hirnlos wird und sich die Gelenke schrottet.
Du machst das schon ganz richtig. Auch die Idee mit dem Weglaufen. Setz noch ein Kommando davor und die Umlenkung zu Dir steht sogar bald unter Signalkontrolle (so dass Du irgendwann gar nicht mehr rennen musst und den Hund rein übers Kommando auf Dich fokussiert kriegst).
Was die Rückschritte und die Idee 'ich fang' wieder bei Null an, wenns einmal nicht klappt': das ist Panikmache. Klar, ideal ist es nicht, aber erstens verlaufen Lernkurven nicht linear (auch für Dich nicht) und zweitens hängt Vieles halt im realen Leben auch von der Tagesverfassung und manchen dummen Zufällen ab. Wichtig ist, dass die Belohnungs- bzw. Erfolgshistorie die Misserfolgsquote soweit übertrifft, dass ein Lernen und eine Verhaltensänderung tatsächlich eintreten kann. Tu also halt Dein Möglichstes, aus dem Vorfall zu lernen, leg Dir einen Schlachtplan zurecht um die Situation in Zukunft zu kontrollieren, versuche Unvorhersehbares und unerwünschtes Verhalten des Hundes zu vermeiden, aber mach Dir keinen Kopf, wenns einmal nicht klappt. Sorge jedoch nach so einem Vorfall dafür, dass der Hund erstens genügend Gelegenheit erhält, sich zu erholen (mach z.B. zwei oder drei Tage nur Programm auf Sparflamme und achte Stressfreiheit) und stelle zweitens sicher, dass der Hund nun zuverlässig eine ganze Reihe Erfolge feiern kann und das unerwünschte Verhalten nicht mehr zeigen muss.
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Wandelroeschen : So, wie ich es bei meinem Autohüterich erlebt und bei anderen Not-BCs gesehen habe, geht es den Hunden um die Hütesequenz, also Fixieren, Loslaufen, Kontrollieren, deswegen funktionierte ja auch der Leckerliregen bei Radsichtung mit der Trainerin nicht.
Das ist die Belohnung, und die habe ich bei meinem Schwarzi auch unter kein Kommando gestellt, da reichte ein unartikuliertes, aber immer gleiches "Juuuh!", und der Kopf ging rum.
Ich bin ansonsten ganz Deiner Meinung: Alles, was den Fokus möglichst kontrolliert vom unerwünschten Hüteobjekt wegbringt, ist ok, um überhaupt irgendwo ansetzen zu können, weil es im Alltag der meisten Hundebesitzer ziemlich illusorisch sein dürfte, mit dem Hund längere Zeit und stetig unter reizarmen Bedingungen Gassi zu gehen.
Und genau so illusorisch ist es, immer den gewählten Trainingsansatz durchziehen zu können. Es gibt mit Sicherheit Situationen, wo man einfach nur die Kontrolle behalten muss.
Und das ist in meinen Augen kein Rückschritt, sondern Teil eines ganz normalen Prozesses, in dem man selber mit dem Hund zusammen lernt, möglichst schadenfrei für sich und andere durch den Alltag zu kommen.
Mein Angstgegner waren anfangs Kreuzungen mit mehreren abbiegenden Autos, die abbremsten. Da Schwarzi das genetisch vorinstallierte Ablegen anbot, habe ich ihn irgendwie ins Platz befördert, und irgendwann wusste er, dass es die Ersatzdroge dann eben erst nach der Kreuzung gab.
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