Erfahrungen mit Ataxie

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    Hallöchen,


    ich habs eh schon mal in einem anderen Zusammenhang angeschnitten.


    Der Hund, einer mir sehr gut befreundeten Person hat seit ein paar wenigen Jahren Ataxie, die jetzt schon sehr weit fortgeschritten ist.


    Der Hund kann sich alleine schon länger nicht mehr fortbewegen, kann sich aber auf dem Liegeplatz drehen, anders ausrichten usw. aber aufstehen und wo anders hinlegen ginge nicht, oder selbstständig Wasser trinken und fressen geht auch nicht. Mit einem speziellen Geschirr wird er gestützt und so sind dann löse-gänge gut zu bewältigen. Da ich im Homeoffice arbeiten kann, und der Besitzer nicht, helfe ich jetzt immer mehr bei der Betreuung dieses Hundes aus, damit er nicht mehr alleine zuhause bleiben muss.


    Habt ihr Erfahrung mit diesem Thema? Ich selbst kenne mich nicht so gut mit dieser Krankheit aus, weiß mittlerweile schon ein wenig darüber, es lässt sich weder heilen noch aufhalten etc, ich frage mich, wie lange dieser Hund so gut leben kann, was kann man ihm sonst noch gutes tun? Vielleicht mögt ihr ein bisschen über eure Erfahrungen erzählen, falls ihr selbst betroffen wart oder seid?


    Mich würde vor allem interessieren, wie schnell das bei euren Hunden ging, als ihr diese Diagnose hattet bis zum verfall. Vor ca. einem jahr konnte dieser Hund noch an der langen Leine gehen, mit stolpern und wackeln.. im gesicherten Gebiet (Garten) ach mal ohne Leine, jetzt wird er stramm geführt, zwecks stützen.. er KANN nicht mehr alleine gehen.


    Wird dieser Hund "komplett" verfallen? Dass er dann auch nicht mehr gestüzt werden kann?


    Viele leute schauen schief und reden von erlösen... aber wovon erlösen? Von den Menschen, die diesen Hund betreuen, denen sie blind vertraut? Ich würde mir nie anmaßen, dem Besitzer nahezulegen, diesen Hund "erlösen zu lassen". Er weiß, dass der Tag kommt, an dem er das entscheiden wird müssen, er ist noch der selbe hund, der allerhand quatsch im kopf hat, "kann" aber einfac nicht, wie andere hunde.. NAtürlich frage ich mich, wie man ein gutes Leben für einen Hund definiert,.. also ja, nur dass ich dieses Thema auch angesprochen habe, es ist nicht mein hund, aber es beschäftigt mich trotzdem alles im Moment :)

  • Oh je, das tönt nicht gut...


    Ich selber habe keine Erfahrung mit Ataxie bei Hunden, aber es wäre vielleicht noch sinnvoll, wenn Du etwas genauer beschreiben könntest, was für ein "Hund" es ist. Rasse? Alter? Es gibt Rassen, bei denen solche Ataxien viel häufiger vorkommen als bei andern.


    "Die" Ataxie gibt es nämlich nicht, deshalb kann auch niemand sagen, wie diese Krankheit verläuft. Ataxie ist nur ein Wort für die Symptome, die man beobachten kann. Es gibt angeborene Ataxien, erworbene durch Unfall, ein Geschehen im Gehirn, Rückenmark, Bandscheiben, Nervenschädigungen, und, und, und... deshalb ist Deine Frage sehr schwer zu beantworten.


    Ich selber würde vor allem die Lebensqualität dieses Hundes mal genauer analysieren... Aussicht auf Heilung? (nein, wohl nicht), selber fressen, selber trinken? (Nein), Freude am Spazieren gehen, Schnüffeln, Interesse zeigen? (???) Spielen? Schmerzen?


    Nur wenn man sich mit solchen Fragen befasst und den Hund genau beobachtet, kann man vielleicht eine Entscheidung fällen, wann man ihn "erlösen" sollte... das ist furchtbar schwer. :lepra:

  • Ich selber habe keine Erfahrung mit Ataxie bei Hunden, aber es wäre vielleicht noch sinnvoll, wenn Du etwas genauer beschreiben könntest, was für ein "Hund" es ist. Rasse? Alter?

    Hoppla,


    Es handelt sich um ein Stafford Terrier 8 - 10 Jahre ungefähr. Ja, Ataxie kommt bei dieser Rasse wohl häufiger vor. Aufgefallen, dass der Hund anders ist, ist sicher schon vor 4, 5 Jahren, es wurde sehr lange viel untersucht, bis die Diagnose Ataxie über einen Gentest klar war. Er konnte gut leben, wackelig, aber das ging klar.


    Es kommt wohl in Schüben, dass es sich verschlechtert und nun ist es eben so, dass er alleine eigentlich nichts kann.


    Er hat Freude, wenn man ihn zum spazieren gehen fertig macht, aber ob er draussen Freude oder interesse zeigt, kann ich gar nicht beurteilen. Ich habe ihn jetzt aufgrund eines persönlichen Ereignisses beim Besitzer knapp eine Woche rund um die Uhr betreut, ich hatte nicht den Eindruck, dass er Spaß hatte, mit mir um die häuser zu ziehen, aber er war die ersten Tage auch unsicher (fremdbetreuung) und wollte kaum vom Haus weg.


    Was er aber sehr genießt ist in der Wiese liegen, sich sonnen lassen, gestreichelt werden. Zuhause interagiert er mit seinen Menschen, er hat auch gelernt mit ihnen zu kommunizieren, zeigt was er möchte (auf sofa, an den menschen rankuscheln, kontakt wollen, rollt spielsachen mit der schnauze). Ich hab schon das gefühl, dass er noch aktiv am Leben teilnimmt.

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  • Es handelt sich um ein Stafford Terrier 8 - 10 Jahre ungefähr. Aufgefallen, dass der Hund anders ist, ist sicher schon vor 5 Jahren, es wurde sehr lange viel untersucht, bis die Diagnose Ataxie über einen Gentest klar war. Er konnte gut leben, wackelig, aber das ging klar.

    Eben, siehst Du, deshalb fragte ich nach... also eine rassetypische, genetisch bedingte Ataxie beim Staff. :( :

    Ich finde es unglaublich schwierig, bzw. unmöglich, da zu raten, ob und wann man solch einen Hund gehen lassen sollte.
    Der Output funktioniert noch einwandfrei?


    Ich persönlich ziehe immer auch die Natur einer Tierart in Betracht, wenn man über "Lebensqualität" nachdenkt... ein Lauftier (Hund) sollte und möchte sich bewegen können.

    Ein Fluchttier wie ein Meerschweinchen sollte noch in der Lage sein zu flüchten, also nicht bewegungsunfähig nur an einem Ort liegen über eine längere Zeit.

    Pferde müssen sich bewegen können, damit ihr Kreislauf und ihre Verdauung funktioniert. Ein Faultier ist durchaus zufrieden, wenn es unauffällig an seinem Ast hängen kann, solange die Kraft noch reicht dafür, usw.


    Hmmmm, sehr schwierige Situation... ich möchte nicht in der Haut des Besitzers stecken, und für Dich ist es sicher auch belastend. :verzweifelt:

  • Ich finde es unglaublich schwierig, bzw. unmöglich, da zu raten, ob und wann man solch einen Hund gehen lassen sollte.

    jepp, das ist auch ein Punkt, der mich als "betreuende Person" zwar nicht viel angeht, ich würde nie den Besitzer da in der Richtugn irgendwie ausfragen oder was einreden, wir reden auch wenig drüber, mich interessiert einfach, wie andere das thema sehen.

    Der Output funktioniert noch einwandfrei?

    Ja er kann das Geschäft erledigen, und hat noch Kontrolle über alles, macht zuhause nicht rein, zeigt an, wenn er muss, man muss ihn halt halten dabei, damit er nicht umfällt.

    Ich persönlich ziehe immer auch die Natur einer Tierart in Betracht, wenn man über "Lebensqualität" nachdenkt... ein Lauftier (Hund) sollte und möchte sich bewegen können.

    ja...


    da gabs kürzlich eine unschöne Situation (deshalb haben wir beschlossen, dass ich nun unterstützend betreuen werde..) er war kurz alleine zuhause.. was immer klappte, weil er nie tendenzen zeigte, selbst aufzustehen. er wird, falls er alleine ist videoüberwacht, aber natürlich schaut man nicht jede sekunde, wie man den aufnahmen später entnehmen konnte, hat er sich vor einem geräusch (türe/fenster beim nachbarn ist zugeknallt) erschreckt und wollte vom körbchen weg... er kann sich halt nur robbend fortbewegen, was er eigentlich nur nützt um sich anders hinzulegen, aber nicht um den platz zu wechseln.. bis auf dieses eine mal: was die kamera nicht einsehen konnte: er ist dabei unglücklich unter dem Bett gelandet (was in unmittelbarer nähe zum Liegeplatz steht), vielleicht war das eh sein ziel, da schutz zu suchen aber er konnte nicht selbst hervor und hatte sehr große angst.. ich bekomme gänsehaut bei der vorstellung, immer und immer wieder.

    • Neu

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    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • er ist dabei unglücklich unter dem Bett gelandet (was in unmittelbarer nähe zum Liegeplatz steht), vielleicht war das eh sein ziel, da schutz zu suchen aber er konnte nicht selbst hervor und hatte sehr große angst.. ich bekomme gänsehaut bei der vorstellung, immer und immer wieder.

    Der absolute Horror! :shocked:

    Er ist also schwerst pflegebedürftig, muss 24/7 überwacht werden und darf niemals alleine gelassen werden. :( :

  • Puh, schwierig...


    Bei der initialen Schilderung dachte ich, dass das Gehen lassen für den Hund vielleicht keine so schlechte Option ist. Es besteht ja keine Aussicht auf Heilung oder Besserung - aber so, wie du das schilderst, kommt der Hund mit der Behinderung ja gut klar, hat selbst Lösungswege entwickelt, um sich bemerkbar zu machen usw. - und scheint ja auch noch Freude am Leben zu haben. Soweit das eben mit so einer Behinderung geht. Daher ist es vielleicht auch noch nicht an der Zeit, um über Einschläferung nachzudenken. Ich denke aber, dass das womöglich bald ein Thema werden könnte...


    Ich finde es toll, dass du dem Kerlchen und seinem Besitzer durch Betreuung hilfst. Das ist sicher nicht leicht, wenn der Hund bei allem Hilfe braucht.

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