Angstpipi bei Rüde?

  • Noch eine Gemeinsamkeiten der beiden Namensbrüder... mein Marley ist auch schon immer gern das Mobbingopfer gewesen (wobei er auch selber mobben würde, wenn er sich mal überlegen fühlt, aber das erlauben wir natürlich nicht).

    Du schreibst, der Hund deines Freundes, mit dem dein Marley sich bisher immer gut verstanden hat, ist 2? Ich könnte mir vorstellen, dass das Alter da auch eine Rolle spielt. Der andere ist auf dem Weg, erwachsen zu werden, und findet den alten Spielkameraden vielleicht nicht mehr so toll oder kippt jetzt (auch) ins Mobben, weil er dem Jüngeren gegenüber Oberwasser bekommt. Ich konnte das bei meinem Dicken auch ein Stück weit beobachten: als er so 1,5 bis 2 war fing es an, dass er sich jüngeren, unsicheren Rüden gleicher Größenordnung gegenüber aufgespielt hat und die dann auch gemobbt hätte, wenn er Gelegenheit gehabt hätte. Mit 2 ist der andere ja auch noch nicht völlig abgeklärt/souverän bzw. besteht auch das Potenzial, dass er auf andere Hunde/Rüden zunehmend weniger Wert legt.

    Spaziergänge mit dem Rüden deiner Freundin würde ich deinem Marley in Zukunft nach Möglichkeit ersparen. Es ist zwar schade, wenn die Menschen sich verstehen und die Hunde nicht, aber nicht zu ändern. Sofern der andere Rüde nicht bereit ist, deinen Hund einfach zu ignorieren und die Halterin nicht bereit ist, mal einzuschreiten, läuft das früher oder später wohl auf ernsthaften Stress raus. Man kann die Hunde schlecht zwingen, sich zu mögen, wenn sie einfach ein grundsätzliches Problem miteinander haben. Und auch Hunde haben ja ein Recht auf Antipathien.
    Mein Hund und der meines Schwagers begegnen sich auch nie. Die haben als Welpen schon nicht harmoniert (was ich damals einfach nicht kapiert hab), als sie ein Jahr alt waren, hätten sie sich beinahe mal ernsthaft geprügelt und seitdem halten wir sie voneinander fern. Für echte Harmonie sind sie zu unterschiedlich im Charakter, für künstlich herbeigeführte sehen wir uns zu selten und wir müssten vermutlich permanent den Daumen drauf haben. Das ist weder für Mensch noch für Hund angenehm.

  • als er so 1,5 bis 2 war fing es an, dass er sich jüngeren, unsicheren Rüden gleicher Größenordnung gegenüber aufgespielt hat und die dann auch gemobbt hätte, wenn er Gelegenheit gehabt hätte.

    Mit Gleichgroßen oder kleineren möchte unserer wirklich spielen und hüpft vor Ihnen rum und versucht sie zum rennen zu animieren aber das alles ohne Körperkontakt. Dummerweise sucht sich unserer immer die größeren zum Kräftemessen raus, warum weis ich nicht. Bis jetzt hat er sich für ein paar Sekunden bis der Fluchtmodus eingesetzt hat mit einem russischen Terrier und einem viel zu groß gewachsenen Labrador angelegt. Unserer wiegt 20 kg also war klar, dass das nur in die Hose gehen kann :fear:

    Mit 2 ist der andere ja auch noch nicht völlig abgeklärt/souverän

    Naja mir stellt sich gerade die Frage ob ein Hund der so ein Verhalten zeigt überhaupt souverän werden kann? :???: Also ich weis, dass Marley nie zu den souveränen gehören wird dafür ist er einfach zu unsicher und ich hab oft das Gefühl er möchte auch in keinster Weise Entscheidungsträger sein.

    Sofern der andere Rüde nicht bereit ist, deinen Hund einfach zu ignorieren und die Halterin nicht bereit ist, mal einzuschreiten, läuft das früher oder später wohl auf ernsthaften Stress raus. Man kann die Hunde schlecht zwingen, sich zu mögen, wenn sie einfach ein grundsätzliches Problem miteinander haben. Und auch Hunde haben ja ein Recht auf Antipathien.

    Das war ja so mein Gedanke bisher. Zu sagen ok lieben müssen sie sich nicht einfach nur akzeptieren und ignorieren. Und auch, dass nicht jeder Hund jeden leiden kann ist klar. Wie du sagst ist bei uns Menschen ja genauso. Die beiden haben sich insgesamt vielleicht 5 - 10 mal gesehen aber gefühlt spitzt sich das zwischen den beiden einfach zu und ja dann ist es womöglich wirklich besser die beiden voneinander fern zu halten. Ich weis von ihr, dass sich der andere Hund auch schon wirklich bösartig mit anderen Hunden gebissen hat. Das ist uns mit Marley bisher erspart geblieben ich denke auch weil er relativ schnell klein bei gibt und ich kann auch herzlich drauf verzichten.

  • Ich weis von ihr, dass sich der andere Hund auch schon wirklich bösartig mit anderen Hunden gebissen hat.

    Also um solche Hunde mache ich einen Bogen.
    Ich lasse mir keinen Hund durch unnötige Beisserein verderben.

  • Also um solche Hunde mache ich einen Bogen.Ich lasse mir keinen Hund durch unnötige Beisserein verderben.

    Kann man aber pauschal sagen, dass ein Hund der sich schon mit anderen gebissen hat eher dazu neigt, sich immer wieder mit Hunden zu beißen nach dem Motto einmal auf den Geschmack gekommen? Hunde vermeiden Beißereien ja eigentlich eher und ich kann mir nicht vorstellen, dass es für die Hunde in dem Moment selbst angenehm ist oder? :???: Oder ist das wie beim jagen so ein selbstbelohnendes Verhalten?

  • Kann man aber pauschal sagen, dass ein Hund der sich schon mit anderen gebissen hat eher dazu neigt, sich immer wieder mit Hunden zu beißen nach dem Motto einmal auf den Geschmack gekommen? Hunde vermeiden Beißereien ja eigentlich eher und ich kann mir nicht vorstellen, dass es für die Hunde in dem Moment selbst angenehm ist oder? Oder ist das wie beim jagen so ein selbstbelohnendes Verhalten?

    Manche Hunde, die in der Beziehung nie korrigiert wurden, werden zu Raufern, die kloppen sich mit jedem Rüden, der ihnen begegnet.
    Und vermeiden tun die solche Beissereien bestimmt nicht.

  • @iinas: Meine Ausführungen zum Thema "altersbedingtes Mobbing" und "noch nicht souverän/erwachsen" bezogen sich auf den zweijährigen (?) Hund deines Freundes, mit dem es bisher gut funktioniert hat, nicht auf deinen Marley. Als Erklärungsversuch, warum die Situation neulich da aus dem Ruder gelaufen ist. Oder hab ich das Alter dieses Hundes falsch gelesen?

  • @iinas: Meine Ausführungen zum Thema "altersbedingtes Mobbing" und "noch nicht souverän/erwachsen" bezogen sich auf den zweijährigen (?) Hund deines Freundes, mit dem es bisher gut funktioniert hat, nicht auf deinen Marley. Als Erklärungsversuch, warum die Situation neulich da aus dem Ruder gelaufen ist. Oder hab ich das Alter dieses Hundes falsch gelesen?

    nein alles richtig. Und der erste Teil meiner Aussage bezog sich auch auf den 2 jährigen :lol: Also es war so gemeint. Man sagt ja auch, dass man Hunden auch schon vor dem erwachsen sein anmerkt ob es mal souveräne werden oder nicht ich dazu stelle ich die Frage in den Raum, wenn ein 2 jähriger sich so verhält ob da Chancen bestehen dass da noch ein wirklich souveräner Hund draus wird.

    Das zweite mit meinem Marley war dann nur als Vergleich aufgeführt, dass ich mir da jetzt schon obwohl er erst 1 Jahr als ist ziemlich sicher bin dass er nicht sonderlich souverän wird.

  • Ah, okay :smile: Klassisches Missverständnis xD

    Eventuell wird aus dem Zweijährigen tatsächlich nie ein komplett souveräner Hund, aber eventuell merkt er auch wirklich gerade, dass er nicht mehr alle Hunde so toll findet. Aber ich bin sicher, du wirst das gut beobachten und, wenn du auf deinen Bauch hörst, wahrscheinlich auch ein Gespür dafür entwickeln, ob die beiden sich auf Dauer noch verstehen.

  • Aber ich bin sicher, du wirst das gut beobachten und, wenn du auf deinen Bauch hörst, wahrscheinlich auch ein Gespür dafür entwickeln, ob die beiden sich auf Dauer noch verstehen.

    Ich werde diesen Sonnatg einfach mal mehr drauf achten und auch bei denen beiden frühzeitig eingreifen. Ich rede auch nochmal mit dem Halter von ihm. Er ist relativ einsichtig und ich könnte mir auch vorstellen dass er da auch ohne Probleme mehr Initiative ergreift. Ich hab einfach immer mehr das Gefühl, wie du geschrieben hast, dass unser Marley von vielen anderen Hunden nicht für voll genommen wird und dann eben auch teils gemobbt wird. Die einzige Hündin bei der es inzwischen reibungslos funktioniert ist die Hündin meiner Schwester. Die beiden lieben sich abgöttisch und da besteht der Spaziergang aus schnüffeln, laufen und hin und wieder rennen aber da ist es auch sehr ausgeglichen wer wem nach rennt. Ich fühle mich gerade wirklich irgendwie wie eine Mutter deren Kind ständig von anderen gehänselt wird :( : Ich weis sehr vermenschlicht aber es tut mit im Herz weh. Und er ist eigentlich so ein gutmütiger und versucht alles im netten zu klären.

  • Eine ganz einfach Antwort von mir: Dein Hund ist mit einem Jahr noch viel zu jung um irgendwelche Dinge selbst zu regeln. Frühestens ab 2 oder 2,5 Jahren würde ich ihn das selbst regeln lassen, sofern er bis dahin entsprechend souverän ist.

    Solche Rudelspaziergänge mit anderen Halbstarken oder problematischen Hunden würde ich komplett vermeiden. Erwachsene Hunde nehmen solche Jungspunde wie deinen in der Regel sowieso nicht für voll. Und wenn diese dann auch noch wenig souverän sind, kommt es zu genau solchen Stänkereien, die du erlebt hast.

    Wenn du unbedingt eine Gassibegleitung möchtest, such dir jemanden mit einem souveränen, erwachsenen Hund. Der nimmt deinen Kleinen dann zwar auch nicht für voll, aber beginnt zumindest nicht, ihn deswegen zu mobben sondern wird ihn einfach ignorieren bzw. unmissverständlich warnen und im Notfall klar zurechtweisen wenn er zu weit geht.

    Ich habe einen sehr souveränen fast fünf Jahre alten Labrador-Rüden. Der ignoriert solche Jungspunde geflissentlich und trottet seines Wegs. Schließt sich der Jungspund an, ohne zu nerven oder aufdringlich zu sein, ist mein Rüde irgendwann auch bereit mit ihm zu interagieren. Ist er allerdings aufdringlich oder nervt er, spult Newton das volle Repertoire an Warnungen ab. Weggehen, brummeln, Lefze heben, Zähne zeigen, Kamm stellen, wenn alles nichts hilft, kommt eine Ansage, die sich gewaschen hat und die auch in der Regel (wenn der Jungspund jetzt nicht vollkommen verhunzt ist...) verstanden wird. Wird diese Ansage auch nicht verstanden, schreite ich ein.

    Ich würde im Moment sehr sehr genau überlegen, in welche Situationen du deinen Jungrüden bringst. Die Erfahrungen, die er jetzt macht, werden ihn unter Umständen sein ganzes Leben prägen! Wenn er jetzt schon beim Angstpipi ist, würde ich da Einiges überdenken....

    Ich habe auch einen Jungspund von 8 Monaten hier sitzen. Durch die Arbeit in der Staffel ist er sehr sehr selbstbewusst und brutal frech, was nicht bei allen erwachsenen Hunden gut ankommt. Er wird daher grundsätzlich erstmal angeleint wenn wir fremden Hunden begegnen. Mein erwachsener Rüde darf dann vorgehen und schauen, wer das ist und nur wenn es passt, darf mein Kleiner mitmachen. Das ist immer sehr lustig anzusehen, wenn die beiden Erwachsenen dann miteinander spielen und den Zwerg (der so klein gar nicht mehr ist, aber halt eben nicht erwachsen) einfach total ignorieren als wäre er nicht da. :lachtot: Der Kleine kann sich da auf den Kopf stellen... :barbar: Die Großen ziehen ihr Ding durch. Wobei Hunter überhaupt nicht aufdringlich ist. Der hupft halt hinten nach und freut sich über die Gelegenheit zum Rennen und merkt das gar nicht wirklich, dass die Großen nicht mit ihm zu tun haben wollen. :D

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