Labrador und Zuneigung bei zwei Hunden
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Hallo zusammen,
ich habe seit einem halben Jahr zwei Hunde an Bord meines Bootes, einen 10 Monate alten Vizsla Rüden und eine 3 jährige Labrador Hündin.
Die beiden haben ihre eigene Art mir ihre Zuneigung zu zeigen, nur ist es manchmal schwer den Unterschieden gerecht zu werden. Den Kleinen habe ich seit er 8 Wochen alt ist und die Labradorhündin lebt mit Unterbrechung von 2,5 Monaten, wo ich Deutschland war um den Kleinen zu holen, bei mir.
Als ich mir dem Kleinen dann angekommen bin war sie aber schon seit geraumer Zeit sehr apathisch und depressiv. Sie hat sehr lange gebraucht um mir wieder zu vertrauen und hat erst nach Wochen wieder mit dem Labradorknabbern angefangen um mir ihre Zuneigung zu zeigen.
Ist ein wenig verworren, weil ich sie erst vor 2 Wochen adoptieren konnte, vorher wollte die Marina sie nicht gehen lassen. Sonst hätte ich den Kleinen wahrscheinlich gar nicht geholt. Jetzt habe ich zwei Hunde an Bord und bin bis auf kleine Ausnahmen super zufrieden und glücklich. Würde es auch wieder genau so machen wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte.
Grundsätzlich leben die beiden seit einem halben Jahr rund um die Uhr mit mir und haben halt ihren eigenen Character. Der Kleine ist recht eifersüchtig und jammert wenn es meint zu kurz zu kommen (wenn ich mit ihr z.B. kuschele) und sucht fast immer und direkt meine Nähe. Die Große braucht immer zu lange um sich die besten Plätze bei mir zu sichern, weil sie ein wenig Zeit für das Bedürfnis von Nähe braucht.
Jetzt meine Frage, kennt ihr das, daß ein Labrador immer erst nach ein paar Minuten Nähe sucht, sozusagen ein Spätstarter im Kontaktsuchen ist. Sie war schon bevor der Kleine da war so, da war das aber halt kein Problem weil sie der einzige Hund an Bord war.
Ich will sie eigentlich auch alles in ihrem Tempo machen lassen oder ihr halt bestmöglich helfen ohne den Kleinen zu vernachlässigen, nur sind die besten Plätze auf der Couch auf einem Schiff meiner Art nun mal sehr rar.
Ich habe halt häufig das Gefühl, daß mein Mädchen ein wenig leidet wenn Sie mal wieder aussen vor ist. Platz ist halt begrenzt und möchte auch nicht zu stark eingreifen.
Danke schon einmal für Eure Meinung!
Serge
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Hallo,
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So ganz habe ich dein Anliegen nicht verstanden. Du machst ja sehr viel mehr mit den Hunden, als nur kuscheln, oder? Ich hab hier auch einen Rüden, der sucht ungefähr gar keinen Körperkontakt, eine Hündin, die hat halt ab und an mal Lust dazu und 2 Hündinnen, die wollen körperliche Nähe auch beim Ruhen sehr. Ist halt jeder anders...
Du meinst, deine Labrador-Hündin will dann irgendwann aber "traut" sich nicht? Oder kommt nicht mehr an dich ran?
Ich muss ehrlich sagen, nachvollziehen kann ich es nicht so recht. Wir reisen oft mit dem Wohnmobil und sind auch schon mehrfach gesegelt und ja, der Platz ist sehr begrenzt. Aber an Bord wird ja an sich geruht. Wenn dein Labrador nun zu dir will, lässt der Vizsla ihn nicht? Ansonsten kannst du es doch frei einteilen, wie viel direkte Aufmerksamkeit jeder gerade bekommt
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Hallo Sara,
ja, in der Tat habe ich das Gefühl, daß die Labrodorhündin öfter als sie sollte in die Röhre schaut.
Sie hat halt verständlicher weise mehr Schwierigkeiten mit Vertrauen und braucht immer länger um von sich aus zu kommen und Nähe zu suchen.
Als der Kleine noch nicht da war, hat sie z.B. abends im Hafen immer zwischen meine Beinen im Cockpit geschlafen wenn ich einen Film geschaut habe oder Musik gehört habe. Da liegt jetzt der Kleine.
Ich mag aber auch nicht meine Nähe zu stark reglementieren indem ich dem Kleinen sage, warte mal, die Große möchte vielleicht in ner halben Stunde dahin.
Habe ich zwar schon gemacht, aber eigentlich möchte ich das nicht so gerne.
Ist halt schwierig beiden gerecht zu werden, gerade weil der Kleine so ein anhänglicher ist.
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Vielleicht hat die Große auch internalisiert "Der ist immer für mich da, es gibt keinen Grund sich zu beeilen"?
Die Art wie ein Hund seine Zuneigung ausdrückt kann sich im Laufe seines Lebens stark und öfter verändern, auch wenn er das Gefühl hat dass seine Bedürfnisse hinreichend geachtet werden und sich der Schwerpunkt der Beziehung etwas verändert, z.B. von "Sicherheit und Ruhe geben" zu "Alltag miteinander verbringen". Das muss überhaupt nix schlimmes sein.
Wenn du das Gefühl hast, die Große kommt zu kurz, dann nimm dir halt mal extra Zeit für sie, in der der Kleine halt mal hinten an steht. Was hindert dich denn daran auf sie zuzukommen wenn glaubst, sie fühlt sich außen vor? Zuneigung zeigen funktioniert ja in beide Richtungen. Und der Kleine soll sich ja auch nicht dran gewöhnen, dich ungeachtet anderer Familienmitglieder immer zur freien Verfüfung zu haben. Für dich und für die Hunde wird's normal werden, dass du dich aufteilst.
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Ich hätte dem Jungspund gleich einen neuen "Stammplatz" verpasst und ihm nicht erlaubt, den Stammplatz des Ersthundes zu usurpieren.
Nun hat er sich halt schon dran gewöhnt und es ist auch sein Stammplatz.
Generell würde ich es nicht dulden, dass sich einer dazwischen drängelt, wenn ich mit einem anderen grade was mache. -
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So war es ja auch nicht. Der Kleine war gewissermassen mein Ersthund im Winter, da ich die Hündin da noch nicht adoptieren durfte.
Ich war mit dem Kleinen 2,5 Monate alleine in Deutschland mit dem Sachstand, daß die Labradorhündin der Hafenhund bleiben muß und ich keine Chance habe sie zu übernehmen.
Hätte den Kleinen wahrscheinlich gar nicht bekommen wenn die Große ihre Freigabe gehabt hätte. Habe ihre Papiere jetzt erst seit ca. 3 Wochen.
Deshalb ist der Kleine halt immer eifersüchtig. Werde das aber mal fortführen mit dem in die Schraken weisen des Kleinen, auch wenn er motzt.
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Meine Ersthündin ist auch ein zurückhaltender Hund was Körperkontakt angeht. Es ist nicht so, dass sie ihn nicht will oder nicht braucht, aber sie kann es von sich aus nur sehr schwer zeigen. Das sind meist nur bestimmte Blicke, oder sie schmatzt seltsam vor sich hin bis ich sie dann direkt zu mir rufe. Dann legt sie sich zufrieden seufzend neben mich.
Der Jungrüde ist mehr so der Typ "Alle weg! Hier komm ich!". Ihn musste ich im ersten Lebensjahr anfangs mehrmals täglich später immer seltener, aber trotzdem regelmäßig daran erinnern, dass er nicht der Mittelpunkt meines Lebens ist und dass er kein Grundrecht darauf immer meine Aufmerksamkeit zu bekommen, nur weil er sie gerade will.
Du kannst ja einfach mal versuchen den Platz auf dem Sofa neben dir freizuhalten und deine Hündin zu dir zu rufen.
Wenn du merkst, dass sie es doch blöd findet, kannst du sie ja wieder runterschicken. Versuch macht klug
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Hört sich sehr nach meiner an und auch sehr nach meinem. Anregung würde ich gerne befolgen, geht nur auf dem Schiff ein wenig schwerer, da alles etwas kleiner ist als zu Hause.
Sie liegt auch schon auf der Couch neben mir, allerdings ist es eher eng und sie fängt dann ziemlich schnell an zu hacheln und muß dann meist schnell weg.
Wenn ich dann abends ins Bett komme, liegt sie aber wieder auf meinem Kopfkissen. Dann klappt das meist auch mehr mit der Nähe.
Bis der kleine Blödmann dann am frühen Morgen ins Bett nachkommt und dann auch wieder den Platz für uns drei zu eng für die Große macht.
Sie liegt dann morgens wieder auf dem Sofa, begrüßt mich dann morgens aber mit Wedeln oder einem spontanen Überfall im Schlafzimmer und dem Labrador-Geknabber.
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Es ist vielleicht auch einfach eine Gewöhnungssache
Gib ihr etwas Zeit.Was mir auch noch einfällt - bei meinen hat eine Trennung in "Sofa = Finya Kuschelzeit" und "Bett = Frodo Kuschelzeit" geholfen.
Dann wusste Finya, dass sie am Sofa das Vorrecht hat und konnte sich besser entspannen und Frodo darf dafür jederzeit im Bett kuscheln.
Inzwischen ist das schon wieder aufgelockert, aber um da eine Struktur reinzubekommen, war es für die Hunde hilfreich. -
Ok, auch gute Idee.
Wird sich schon einspielen, da ich beide auch wirklich genau gleich lieb habe.
Dann merken sie irgendwann wahrscheinlich auch, daß sie nicht eifersüchtig sein müssen, gerade auch wenn der Kleine erwachsen ist.
Trotzdem gut ein Auge drauf zu haben in meinen Augen und die Große in ihrer erster Hund Rolle zu unterstützen. Der Kleine hatte das ja auch schon früh akzeptiert und zeigt das auch indem er immer mal wieder ihre Leftzen leckt.
Der Kleine kommt schon nicht zu kurz und wenn sie ihn gängelt (was auh mal vorkommt ohne daß der Kleine was gemacht hat), wird sie halt auch mal von mir zurecht gewiesen.
Ebenfalls wichtig, daß die beiden in dem von mir gesteckten Rahmen bestmöglich zusammen auskommen.
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