"Hundeführerschein" für alle - Diskussion

  • Angstagressives Verhalten ist doch schon "knurren" und "Zähne zeigen".

    Mir fällt jetzt grade noch ein schönes Beispiel zur Aggression und Angstaggression ein:

    Mein letzter Rüde hatte einen Lieblingsfeind auf dem Hundeplatz.
    Wenn die sich gesehen haben, wurde das ganze Programm aufgefahren; knurren, Zähne zeigen und in die Leine gehen, also aggressives Verhalten pur.
    An einem schönen Tag ist das passiert was eigentlich nicht passieren darf; das Halsband meines Hundes ist gerissen und er stürmte auf seinen keifenden Feind los.
    Alles hielt schon den Atem an, weil die dachten, jetzt rappelt es gleich richtig.
    Ich habe meinen Hund mit dem Kommando "Steh" abgerufen, der blieb stehen bis ich ihn abgeholt hatte.
    Wäre er angstaggressiv gewesen, hätte das ein üble Beisserei gegeben.

    Übrigens hat dann sein Kontrahent aus lauter Frust weil er an meinen Hund nicht drankam, sein eigenes Frauchen in den Oberschenel gebissen.

  • Nein, ein angstaggressiver Hund beißt auch zu

    Nein, das stimmt nicht.
    Angstaggression muss nicht in beissen enden.
    Es endet erst in beissen wenn der Hund keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    Mein Hund reagiert auf fremde Hunde immer mit angstagressiver Kommunikation.
    Andere Hunde lesen meinen Hund und gehen auf Distanz. Damit ist der Druck aus der Situation und der Hund muss nicht beissen.
    Passiert das nicht schnell genug, kann es auch passieren das ein Hund nach vorne geht und schnappt. Dieses Abschnappen geht aber nicht zwingend mit Verletzungsabsicht einher, sondern mit Distanzvergrösserung.

  • Vor allem würde ich im Alltag ganz fix vor meinem Hund stehen und das stockschwingende Kind oder den drohfixierenden, schwankenden, betrunkenen... Menschen blocken. Ja, das ist uns schon passiert, und nein, das Kind kam nicht zu meinem Hund. Beim Wesenstest darf man in der Regel kaum einwirken, denn sonst würde ja der Gehorsam geprüft, nicht das "Wesen" des Hundes.
    Von daher ist das was ganz anderes als ein Hundeführerschein.

    Diejenigen, die nicht glauben, wie solche Wesenstests oft ablaufen, mögen sich gern mal in der Kampfschmusergemeinde umsehen oder die alten Beiträge vom @schnauzermädel durchlesen, die zu der entsprechenden Zeit mit ihren Rottweilern (ich glaub, es waren Rottweiler, könnte ich aber auch falsch in Erinnerung haben) diese Tests ablegen musste, um die Hunde überhaupt behalten zu dürfen.
    Mir wird jedenfalls ganz mulmig zumute, wenn ich mir vorstelle, dass da der Prüfer bei der Vereinsamungsübung mal übers Ziel hinausschießt.
    Sich drohfixieren und anbrüllen lassen würd meiner übrigens nicht, der würde da schon mal bellend in der Leine stehen, wenn er denn angeleint wäre. Wär er das nicht, würde er schon vorher unauffällig ausweichen.
    Fragt doch ruhig mal die Listenhundehalter, wieso sie so eigen sind bei der Wahl ihrer Prüfer für den Wesenstest. Da gibt es Namen, die man tunlichst vermeidet, und solche, zu denen alle wollen.


  • Andere Hunde lesen meinen Hund und gehen auf Distanz. Damit ist der Druck aus der Situation und der Hund muss nicht beissen.


    Finde ich toll, dass die anderen Hunde das scheinbar können. Bei uns leider oftmals nicht der Fall. Mia sieht man aus 50M Entfernung schon an wie angespannt sie ist. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass fremde Hunde wahllos zu Ihr gelassen werden - und auch hin gehen.

    Aber zurück zum Thema:

    Ich habe jetzt nicht alles gelesen, finde die Idee eines Hundeführerscheines aber gar nicht so verkehrt. Zum Einen würde vielen Billig-Vermehrern etwas der Wind aus den Segeln genommen, denn Interessierte könnten schon durch die Schulungsleiter auf die Probleme und Gefahren solcher Anbieter hingewiesen werden.

    Zudem könnten die "Leiter" auch beratend im Hinblick auf geeignete Rassen wirken. Das würde vielleicht bei dem ein oder anderen helfen, nicht nur nach dem Aussehen des Hundes, eine geeignete Entscheidung zu treffen.

  • Ich glaube nicht dass das billig Vermehrern den Wind aus den Segeln nimmt. Du siehst es doch hier, viele viele Seiten lang wird geschrieben was das Zeug hält und der User kauft sich doch den Hund den er haben will, auch wenn offensichtlich ist dass das wirklich keine gute Quelle ist einen Hund zu kaufen. Außerdem haben die Leute den Hund schon wenn Sie den Führerschein machen. Einen Führerschein der vorher abzulegen ist es meines Erachtens gar nicht durchzusetzen. Ich halte auch nichts von einem Pflicht Führerschein, hier in Niedersachsen ist er Pflicht und bringt überhaupt nichts. Genauso wie dieses dämliche gebührenpflichtige Hunderegister bei dem man gezwungen ist seinen Hund einzutragen.

  • Ich halte auch nichts von einem Pflicht Führerschein, hier in Niedersachsen ist er Pflicht und bringt überhaupt nichts.

    Weil es immer HH geben wird, die ihre Hunde überhaupt nirgendwo anmelden, fallen also komplett durchs Raster.

  • Finde ich toll, dass die anderen Hunde das scheinbar können. Bei uns leider oftmals nicht der Fall. Mia sieht man aus 50M Entfernung schon an wie angespannt sie ist. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass fremde Hunde wahllos zu Ihr gelassen werden - und auch hin gehen.

    Aus 50m hält da auch kein Hund an.

    Aber aus 50 cm Entfernung drehen eigentlich 90% der Hunde ab.
    Die 10% die es nicht tun, sind dann wirklich die die Verhaltensauffällig sind (und das sind nicht zwingend die Leinenpöbler (was ja oft aus Angstagression passiert), sondern Hunde die z.B. auf schwächere gehen oder wenn andere umdrehen, von hinten kommen und reinzwicken).


    Guck mal hier ein Bsp inkl. Erklärung was anschliessend passiert ist.

  • Und zwar sind das genau die die den Führerschein machen sollten. Meine Freundin arbeitet in der Hundesteuer Abteilung ihrer Gemeinde, die läuft ja nun wirklich viel mit offenen Augen durch die Gegend das ist unfassbar was die selbst in der Kleinstadt für unangemeldete Hunde findet.

  • Ach geh - solche Tests werden doch gemacht, um zu sehen, wie der Hund reagiert in Alltagssituationen, ...
    Immer diese Panikmache vorm Wesenstest.....

    Meines Wissens sind diese Tests gemacht um zu sehen wie der Hund in nicht alltäglichen Situationen reagiert. Die Test sollen zeigen, wie der Hund am Ende eines stressigen Tages (oder einer stressigen Woche) auf noch eine stressige Situation reagiert. Der Tester muss herausfinden, was der Hund macht, wenn die Nerven aufgebraucht sind.

    Deshalb ist die Panikmache nicht unbegründet und die Horrorstories sind ganz sicher weder erfunden noch untypich. Denn der stressige Tag oder die stressige Woche findet beim Test in einer halben Stunde statt. Und dann gibt es natürlich Tester, die sich mit etwas mehr Fingerspitzengefühl an die Belastungsgrenze eines Hundes herantasten als andere.

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