Hund "schickt" anderen Hund

  • Hallo ihr.

    Ich habe 3 Hunde. 2 Hündinnen und einen Rüden. Pia und Sookie, die Mädels, sind 4,6 Jahre und 8 Monate. Pia, die ältere ist kastriert. Gio, mein Rüde, ist 5 Jahre und auch kastriert.

    Pia ist unser Ersthund, dann kam Gio dazu. Pia ist ein sehr unsicherer Hund. Leider wusste ich vor kurzem noch nicht genau, wie ich am Besten damit umgehe. Gio hat es mir gezeigt.
    Pia braucht nur wuffen und Gio steht bereit. Ist es nur ein Müllsack oder sowas, geht er kurz hin, schnüffelt dran und dann ist die Sache gegessen - für Beide. So mache ich das nun auch. Also ich schnüffel nicht am Müllsack, aber gehe hin und berühre ihn kurz.

    Jedenfalls bellt Pia auch Katzen und manchmal andere Hunde an. Und sobald sie das macht, schießt Gio sofort los. Katzen werden vertrieben und Hunde werden meistens freundlich kontaktet.
    Auch bei Sookie reagiert Gio mittlerweile so. Sookie bellt weniger, aber sie grunzt so komisch und das ist Gios Zeichen. Dann schießt er auch los und will die Sache klären.

    Oft kann man richtig sehen, wie die Mädels den Hund oder die Katze ansehen und wie deren Blick dann zu Gio geht. Und der nimmt "seinen Job", soll ja gar nicht seiner sein, leider sehr ernst.

    Kennt ihr das auch, dass ein Hund den anderen schickt? Wie habt ihr da trainiert? Ich möchte halt nicht, dass Gio losschießt, weil die Mädels das wollen. Aber ich habe noch keine Idee, wie ich das trainieren kann. Katzen sehen die Mädels meistens vor mir und manche Hunde leider auch. Gut, provisorisch kann ich erstmal den Gio anleinen. Aber ich möchte auch daran arbeiten.

    Also, ich bin gespannt, auf eure Ideen und Meinungen zu diesem Thema =)

  • Gio anleinen: gute Idee . Wenn du seine Aufgabe übernimmst, braucht er es nicht zu tun. Reduziert deinen Stress und auch seinen.

    Lass ihn in bestimmten Situationen einfach hinter dir gehen, ich denke durch ein intelligentes Raum-Management kannst du viel bewirken. Viel Erfolg !

  • Ja, die Damenwelt macht das gerne... Die Rüden vorschicken... Newtons Freundin macht das auch. Ich habe es bisher nicht unterbunden weil Newton sich dabei ganz normal verhält. Letztens hat sie ihn geschickt um einen Strohballen anzugucken. Da hatte sie offenbar Angst vor.

  • Hier gibts Ärger für den schickenden Hund und Gehorsamstraining für den, der sich schicken
    lässt.

    Ist ne super feine Sache zT, aber ich möchte weder, dass meine Hunde einen anderen zum Depp machen (sie haben ne Zeit lang die Herder Hündin einer Freundin für sich instrumentalisiert und sie gezielt als Abwehr gegen fremde Hunde eingesetzt), noch dass sich einer meiner Hunde über mein Kommando hinwegsetzt, weil die anderen sie geschickt haben.


    Wie gesagt, da braucht man zT sehr feine Antennen, um den "Übeltäter" auszumachen. Oft wurde ich schon gefragt, wieso ich Hund X schimpfe, der bei mir geblieben ist und unschuldig (jaja) vor sich hinpfeift :pfeif: und der, der "angegriffen" hat, erst Mal kein Feuer bekommt |)


    Ich würde Gio das abnehmen, Rüden sind ja noch mal nen Tacken ehrfürchtiger und opferbereiter, wenn es um ihre Hündinnen geht.
    Das ist kein Job für ihn. Jenachdem, wie lange das schon geht, kann sich das in Wohlgefallen auflösen, wenn die Mädels "ihren" Rüden nicht mehr schicken können (weil er gesichert ist oder im Gehorsam steht). Das wäre Schritt 1. Evtl ists aber auch nötig, den Mädchen zu sagen, dass Gio nicht ihr Horst ist.

  • diese Weiber und wenn die Jungs springen wenn sie es sagen. Meine Resi hat das auch drauf gehabt und Tarzan rannte los und legte sich micht jedem an der seine Resi da gerade ermorden würde. Erst fand ich das damals gar nicht so schlimm bis er sich mit einem Dobi anlegen wollte der Klein-Reschen echt nur aus 2m Entfernung anschauen. Ihn zurückpeiffen und sie mal ordendtlich verbal zusammenfalten war alles eins. Bei uns war das danach geklärt. Mit Andiamo wollte sie das viel später dann acu versuchen aber hey, da war ich gleich fixer.

    Nimm deinen Buben notfalls anfangs an die Leine, übernimm du seinen Job. Bei Mülltüten usw lass ihn sitzen und warten bis du das Gruselteil als harmlos markiert hast. Bei Fremdhundkontakten würde ich alle bei mir behalten und ihn dann aber schon als ersten Kontakt aufnehmen lassen aber eben auf meine Aufforderung hin und nicht weil die Mädels es wollen.

    Langfristig wäre es schön wenn die Mädels zwar ihm Bescheidgeben wenn sie Hilfe bruchen, er sich aber vor seinen Taten bei dir kurz rückversichert dass er was tun soll.

    So jedenfalls handhabe ich dass jetzt hier mit den 3 Jungs. Da passt nämlich Andiamo auf die beiden anderen auf. Die melden und er schirmt sie ab. Manchmal sehr praktisch aber nicht immer erwünscht und so musste er eben lernen das ich entscheide. Er nimmt das dankend an und reagiert wirklich nur noch wenn ich es nicht tue. Mittlerweile ist ein Coolbleiben meinerseits für ihn ausreichend das Gechehen laufen zu lassen. Fraule sagt ist ok dann ist es das auch.

  • Ich möchte halt nicht, dass Gio losschießt, weil die Mädels das wollen.

    Du kannst Gio ja schicken. Also bei uns läuft es so, dass ich einen sehr unsicheren, geistig behinderten Hund habe und mein Mädchen, eine unerschrockene Kämpferin.
    Als er frisch bei uns war, niemand von seiner Erkraknung wusste, ich nicht Zweithunderfahren war und meine Hündin noch sehr jung kam es zu zwei unschönen Vorfällen, bei denen sie in kürzester Zeit 2 Hunde getackert hat. Beim ersten Mal konnte ich damit einfach nichts anfangen, beim zweiten Mal hab ich dann erst verstanden warum. Mein Rüde wurde von einem Hund beschnüffelt bzw. bedrängt, ohne dass sie den Hund vorher abgecheckt und genehmigt hatte.
    Wir haben dann zwei Dinge gemacht: Erstens meiner Hündin ein für alle mal klar gemacht, dass Tackern überhaupt rein gar nicht geht (hat sie verstanden^^) und parallel dazu habe ich darauf geachtet, keine Hunde mehr an meinen Rüden ranzulassen, die nicht zuerst bei meiner Hündin waren - dazu hatte meine Hündin anfangs immer mehr Leine als mein Rüde und im Freilauf hab ich ihn immer erst lange nach ihr freigelassen. Mittlerweile (wir haben die Konstellation jetzt über 6 Jahre) funktioniert das auch im Freilauf ohne Probleme. Bei fremden Hunden kommt er zu mir und ich schick sie nach vorne - sie ist sehr souverän und gelassen, teilweise checkt sie den Hund auf 1m Distanz in 3 Sekunden ab. Ganz selten wird sie dabei komisch, dann läuft sie einen Bogen und ich schirme meinen Rüden ab, der sich das auch problemlos gefallen lässt.

    Wenn mein Rüde spielt ist es so, dass wir beide quasi am Rand stehen und beobachten - und sobald sie los schießt, greife ich ein. Sie selbst greift nicht mehr ein, weder bei ihm noch bei Fremdhunden, aber sie signalisiert sehr deutlich, wenn es droht zu kippen und lässt mich es dann regeln. Und wenn sich meine Motte auch mal nicht sicher ist, dann gehe ich natürlich voran.

    Meine Hündin ist für mich unverzichtbar im Umgang mit meinem Rüden, sie hilft ihm dort, wo ich es so einfach gar nicht kann, sie lässt sich stundenlang von ihm putzen, sie teilt das Körbchen wenn er Angst hat, sie blieb jedes Mal völlig ungerührt, wenn er sie mal wieder gebissen hat, weil er sich vor seinen inneren Dämonen erschrocken hat (kam in den letzten zwei Jahren zum Glück nicht mehr vor, davor phasenweise wöchentlich), sie leckt ihm beruhigend übers Gesicht, wenn er mal wieder Angst vor einem Busch oder sonstigen "normalen" Dingen hat... und draussen ist sie eben mein Dolmetscher Hund-Mensch, mein Hundeversteher quasi.
    Und dadurch, dass mein Rüde weiss dass wir beide auf ihn aufpassen, ist er deutlich entspannter. "Schicken" bzw. um Hilfe rufen tut er ganz allgemein und dann reagieren mein Mädchen und ich halt mittlerweile sehr eingespielt.

    Ich glaube übrigens nicht dass es mir gelungen wäre, ihr klar zu machen dass nur ich entscheide, wer welchen Hundekontakt hat - also sie quasi kurz nehmen während er zu einem fremden Hund darf... das hab ich anfänglich probiert, das ging völlig in die Hose und war definitiv nicht UNSER Weg.

  • Ja, die Damenwelt macht das gerne... Die Rüden vorschicken... Newtons Freundin macht das auch. Ich habe es bisher nicht unterbunden weil Newton sich dabei ganz normal verhält. Letztens hat sie ihn geschickt um einen Strohballen anzugucken. Da hatte sie offenbar Angst vor.

    Normalerweise ist es mir auch recht, wenn Gio z. B. bei Mülltonnen oder so eben zeigt, dass alles okay ist. Was ich nicht möchte ist, dass er gockelnd auf andere Rüden zurennt. Er ist ja nur 23 cm klein und damit bringt er sich in Gefahr. Zumal er das wirklich nur so macht, wenn die Weiber dabei sind. Gehe ich völlig alleine mit ihm, gockelt er nicht so rum. Die Mädels haben den kleinen Kerl echt total im Griff. Vor allem hat er mir mit Pia echt geholfen. Klar, er versteht sie halt besser. Aber Pia nutzt das manchmal auch aus. Zum Glück unterscheidet Gio da wenigstens etwas. Hündinnen und Welpen behandelt er viel sanfter, als andere Rüden.

    Momentan üben wir auch, dass ich mit Gio vorgehe, wenn wir einen Hund erblicken. Die Mädels bleiben hinter mir und irgendwann erlaube ich Gio dann, Kontakt aufzunehmen. Sookie, die Junghündin geht dann meistens auch kurz danach hin und Pia macht meistens nen Bogen und geht schonmal auf Abstand.

    Vielen Dank für eure Antworten und Tipps =) Jetzt habe ich tolle Ansätze, wie ich mit den Hunden trainieren kann.

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