Fragen, die man sich nicht zu stellen traut - Teil VII

  • Wie würdet ihr einem Bekannten am schonendsten und nettesten sagen, dass dessen Hund nicht gepflegt aussieht und an der Schnauze mehrere Abszesse und mega Mundgeruch hat, die sehr wahrscheinlich von der schlechten Mundpflege kommen?

    Ich falle ja immer gern mit der Tür ins Haus :tropf:

    Ich bin da immer recht direkt und frage zB: "na, mit dem Bürsten hast Du´s auch net, Hübscher, oder (dann zum Halter gewendet) wart ihr gestern im Wald mitten durchs Gestrüpp, weil der so verwurstelt aussieht?" Dann wird schon irgendwas kommen, ob der sich net bürsten läßt, oder der Halter keinen Bock drauf hat. Dann kann man Hilfe anbieten oder das Kurzscheren/Trimmen/Baden erwähnen (wenns zum Fell paßt). Vielleicht nimmt´s der Halter auch net so wahr, weil das ja nicht von einem Tag auf den nächsten gleich komplett verlottert. Ich brauch auch manchmal so den Moment: "Gott, sieht der wieder aus, ich muß uuuunbedigt trimmen", weil ich eben net jeden Tag drauf guck, ob das Fell noch perfekt in Form ist.

    Oder wenn ich mit demjenigen sitze und den Hund kraule: "Uuuuhh, mein Hübscher, heut müffeln wir aber - was hat der denn gefuttert?" oder: "Guck mal, was hat der denn da?", und dann halt so nen Abszeß zeigen.

    Meist verstehen das die Halter auch nicht als Kritik, weils eben auch vom Tonfall her humorvoll rüberkommt, und ein Kompliment mit drin ist, und es auch eigentlich "an den Hund gerichtet" gefragt ist, net als Vorwurf an den Halter formuliert.

  • Okay, dann könnte man zum Managen einfach auch Händeln, Absichern oder Regeln sagen.
    ...........

    Hm - da wird aber auch nur das Fremdwort managen durch das Fremdwort "handling" ersetzt *ggg

    Management ist einfach meine Reaktion, wie ich mit unvorhersehbaren Situationen umgehe. Wenn zwei sich kloppen, dann geh ich und pack beide im Genick und setz die auseinander (zumindest bei 2 vom Bossi-Kaliber *gg). Ich reagiere einfach nur auf ne blöde Situation.

    Was lernen draus tut der Hund net - außer, daß ich das doof fand, was er gemacht hat - aber er weiß ja deswegen noch nicht, wie er besser handelt. Das muß ich ihm dann halt in der Folgezeit zeigen - ausweichen, Bogen laufen, oder beschwichtigen, und Klappe halten *gg

    Aber in dem Moment kann ich dann halt manchmal nur noch reagieren.

    Oder wenn ein Hund unverträglich ist wie meine Frieda. Da hilfts halt nix, wenn man der sagt, dieser Hund ist nett. Sie vertraut mir inzwischen und geht entspannt raus zum Gassi, und tötet nimmer gleich alles, was 4 Füße hat - aber wenn einer ihr zu nahe kommt und nicht sofort wieder geht, dann muß ich das immer noch "managen" - indem ich den Anderen wegschicke, oder ihren Kopf zu mir herschiebe mit der flachen Hand, oder ihr sage, daß wir weitergehen, und loslaufe - damit sie den anderen net schnappt. Vielleicht könnte man auch "etwas regeln" dazu sagen in dem Fall. Eingreifen in Situationen, die der Hund nicht allein zu bewältigen schafft. Zumindest nicht in unserem Sinne, also ohne größere Kollateralschäden *gg (welch schönes Fremdwort *ggg wenn wir schon dabei sind)

  • Oh ja das hab ich, und ich habe auch Körpersprache und Kommunikation des Hundes erlernen dürfen.
    Seit dem, werde ich sicher nichts mehr provozieren. Und ich bin ja auch kein Hund im Auge des Hundes, ich sehe aber die Hunde nun so wie sie sind. Und das machen leider viele Menschen nicht. Es wird vermenschlicht weil "Mensch" das lustig findet.
    In dem Video ist es ein Hund der eine tolle Beziehung hat zum Besitzer, doch kann es auch mal schif gehen, und dann landen solche Hunde im Tierheim weil sie ja so sehr motiviert wurden in "dem Spiel" der Menschen. Sorry das ich da so reagiere, aber jeden Hund kann man scharf machen. Klar ist das erst Spiel, aber aus Spiel kann auch mal ernst werden, das sollte man Niemals unterschätzen. Und die Hunde die dann abgeschoben werden kommen auch von solchen Menschen, die alles als "Spiel" sehen für sich..sorryyyyyyyy

    Komisch, ich spiel auch so mit Bossi und mit Biene - und beide finden das obercool, versuchen, meine Hand zu fressen, knabbern dran rum, wenn sie sie erwischen, kläffen mich in Spielhaltung an, drehen hoch - und wenn ich aufhöre, beruhigen sie sich umgehend und sind happy, weil Fraule mit ihnen gespielt hat. Ne, da wird net geschlagen, aber mal ein Stück geschubst liebevoll, klar - warum net. Ich werd ja dann auch hemmungslos angesprungen, und wir raufen bissel rum. Und wenn einer zu hoch dreht, mach ich bissel langsamer - da kippt nix und wird nix ernst. Weil das Verhältnis zwischen Hund und mir stimmt.

    Klar - mit nem fremden Hund würd ich das net unbedingt machen, wenn ich nicht weiß, ob ich den wieder runtergefahren bekomme, udn ob der "sauber" ist im Kopp. Aber wenn man den eigenen Hund kennt und dessen Grenzen, und auch lesen kann, dann sieht man, wann er noch Spaß hat, und wanns in Streß ausarten könnte -und hört im Idealfall vorher auf, solangs noch Spaß macht. Immer aufhören, wenns am Schönsten ist :-)

  • @Treibsel

    vielleicht solltet ihr die da so Fans von sowas sind, mal mit Hunden arbeiten die eben nicht so "dutschidutschi" sind..und deren Hintergrund erfahren, dann, nur dann kann man sich da ein Urteil bilden. ABER bitte, ihr könnt doch alle machen was ihr wollt mit euren Hunden, ist doch jeden selbst überlassen.
    Doch wenn ich sowas seh, geht mir persönlich die Galle hoch :rotekarte:

    Und ich denke die meisten die hier so pauschal schreiben, alles easy, alles Bindung, haben noch nie mit wirklichen Problemhunden gearbeitet .

    Seit froh und dankbar :respekt:

    Is ja wohl ein Unterschied, ob ich das mit meinem Hund mache, den ich seit 8,5 Jahren kenne, oder mit nem Problemhund, den ich noch nicht kenne! Deswegen heißt es ja, dafür braucht´s ne Basis zwischen Hund und Halter. Auch, damit der hund nichts mißverstehen und daraus resultierend falsch (zu heftig) reagiert. Ich glaub, Du siehst da a bisserl Gespenster, wo keine sind.

  • Vielleicht kann man das mit manchen Hunden machen, mit meinen definitiv auf diese Art und Weise nicht.
    Die würden sich hochspulen und irgendwann zu feste zubeissen

    Das kann ein Hund lernen - indem man ein Spiel immer nur so lange spielt, wie der Hund noch ausreichend Selbstbeherrschung hat, um die Bißstärke oder besser Zupack-Stärke noch richtig einzuschätzen. Wird´s zu wild, hat man schon überzogen, und man muß bissel runterbremsen. Bei meinem geht das mit einem kurzen Laut von mir, und fertig.

  • @LuckyHund
    Wie würdest du mit einem Hund spielen ohne Hilfsmittel?
    ......

    Das ist genau das Problem - kann heut fast keiner mehr. War Bestandteil unserer Vorprüfung in der Rettungshundestaffel: spiel mal mit Deinem Hund (nachdem man alle Spielies und Leckerlies abgegeben hatte). Da schaut mancher (auch langjährige) Hundehalter echt alt aus, die wissen oft gar net, was sie machen können, um ihren Hund in ein Spielchen zu verwickeln - Hundehalter brauchen heutzutage für Alles ne Anleitung *gggg

    Vielleicht könnte mans ja mal mit Clickern versuchen, vielleicht fängt der Hund nach nem Click wild zu spielen an? Oder mit nem Ankerwort? Oder Targetstick oder Balli? Ach halt, das wär ja schon wieder ein Gegenstand..... OK - das war jetzt übertrieben und daher gemein, aber man versteht glaub ich, was gemeint ist, oder?

    Da muß man halt mal Hände und Füße, Körpersprache, Mimik, die Stimme und was auch immer einsetzen. Das geht viel zu oft verloren dank tausenden von Spielchen udn Spielzeug und Intelligenzspielzeug und Beschäftigungsvorschlägen mit Agility oder Dogdancing oder was auch immer es noch alles gibt, und in diesem Überangebot an Spielkram vergißt der Mensch, daß es das alles eigentlich nicht braucht, wenn man mit dem Hund spielen will. Welpi in freier Natur hat auch keine Zerrseile oder Bällchen - der spielt auch einfach mit seinesgleichen, rauft, beißt (und lernt somit die Beißhemmung: ab wann tut´s weh, was akzeptiert der Andere noch fröhlich?), rennt und fängt den Anderen.

  • Hat jemand hier Erfahrung mit Medikamenten zu Silvester?

    .......Man weiß, dass sie im Ausland (wo sie herkommt) mit Raketen beschossen worden ist zu Silvester.......

    Ich ann mir net vorstellen, daß sowas dann hinzukriegen ist, die muß ja Todesangst haben bei dem Lärm :-( Ich glaub, ich würd mir nen urlaub in der Pampa raussuchen und schauen, daß ich was finde, wo net geballert wird...... Sonst fällt mir nix ein, hab ich keine Erfahrung mit. Aber ich kann mir nciht vorstellen, daß ne Geräusch-CD so eine Angst zu überwinden helfen kann! Das sitzt zu tief.

    Und für Medis würd ich jedenfalls den Doc befragen, der kennt sich da immer noch ma besten aus.....

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!