Hündin zickt an der Leine....am schlimmsten in der Hundeschule....

  • Hallo,

    wir haben seit 10 Wochen eine 9 Monate alte Tierschutzhündin aus Spanien bekommen. Sie war zunächst drei Monate beim Besitzer, dann aus der Tötungsstaion gerettet, anschließend Auffangstation und Pflegefamilie und nun ist sie bei uns. Zunächst war sie sehr ängstlich und scheu, aber sie hat sich in den letzten Wochen - so finde ich - super entwickelt. Wir haben eine Hundetrainerin "drauf" schauen lassen und uns einige Erziehungstipps im Umgang speziell mit ängstlichen Hunden geben lassen. Sie war zweimal zum Einzeltraining und meinte dann, sie könne jetzt in die Hundeschule. Sie bräuchte sozialen Umgang mit anderen Hunden. Wir haben viel mit ihr geübt, die Grundkommandos klappen sehr gut und sie lässt sich auch zuverlässig zurückrufen. Am liebsten läuft sie ohne Leine. Wenn wir alleine unterwegs sind, ist sie anderen Hunden gegenüber sehr aufgeschlossen, fast zu freudig, so dass ich gerade mir ihr übe, nicht immer los zu preschen, sondern eine Weile neben wir "Fuß" zu gehen, bis sie schnuppern und eventuell spielen darf. Bisher gab es nur einen Rüden, den sie gar nicht mochte, da hat sie die Rute bis unter den Bauch gezogen und wollte nur weg.

    An der Leine ist es schwieriger, erst schnuppert sie und wenn es doof läuft, fängt sie dann an zu knurren und zu bellen. Ich habe mit ihr geübt, andere Hunde im Vorbeigehen auch mal zu ignorieren. Das klappt auch ganz gut.

    In der Hundeschule ist sie allerdings wie ausgwechselt. Sie zittert, zieht die Rute ein und geht alles an, was rumsteht. Im Freilauf auch wieder ohne Probleme, wobei sie da deutlich unsicherer ist als im Alltag. Ich habe das dort auch gesagt und es ist die selbe Hundetrainerin. Leider wird mir da aber auch nicht geholfen. Ich bekomme zur Aussagen, wie "vielleicht mag sie Welpen nicht" in der nächsten Woche mag sie Hündinnen nicht. Da sie zwischendruch läufig war konnten wir nicht in die Hundeschule und es ist eine eingeschworene Truppe, die sie nun irgendwie als "Zicke" abgestempelt hat. Kommen wir, gehen alle weg. Als ob sich sonstwas an der Leine hätte.

    Ich fühle mich total unwohl dort, ich meine, ich als Mensch bin je auch noch da. Ich habe mittlerweile das Gefühl mein eigenes Unwohlsein und die "Sprüche" der anderen verstärken das ganze noch. Ich nöchte sie doch sozialisieren, aber kann man das, wenn jeder seinen Hund weg zieht? Sie schnappt nicht, sie zickt wirklich "nur"... Überlege schon, ob ich die Hundeschule wechsel,...denn eine Hundetrainerin muss doch einen Tipp haben, wie ich ihr das abgewöhnen kann. Oder sehe ich das falsch?

    Vielleicht hat ja hier jemand einen Tipp für mich :???: .

    Liebe Grüße

    Natascha
    .

  • Muss sie denn überhaupt in die Hundeschule? Wenn du mit dem jetzigen Erziehungsstand soweit zufrieden bist und es "nur" um die Kontakte zu anderen Hunden geht, dann würde ich mir eher eine regelmäßige Gruppe zum entspannten Spaziergang in Feld und Wald treffen.

    Guck mal hier im Forum, da kann man unter "Treffen" nach den PLZ-Gebieten nach Gleichgesinnten suchen. Oder ansonsten mal bei Facebook, Kleinanzeigen, etc. einen Aufruf starten. An deiner Stelle würde ich mir die stressige Situation (für Mensch und Hund!) in der Hundeschule gar nicht antun. :smile:

  • Vielleicht verbindet sie die Zaunanlagen der Hundeschule, die vielen (verunsicherten) anderen Hunde dort und die Leine zu sehr mit der Tötungsstation?
    Es gibt gerade unter den ängstlichen Tierschutzhunden einige, die ein "Leinentrauma" haben.
    Oft werden sie in den Perreras mit Stahlseilschlingen gefangen, so gewürgt, dass sie nicht mehr bellen oder beißen können und so von einem Zwinger in den anderen verfrachtet.
    Solche Traumata sitzen bisweilen tief und lösen sich eventuell nie ganz auf.

    Versuch doch, das positive Verhalten ohne jede Leine weiter auszubauen.
    Erspar ihr die Örtlichkeit "Hundeschule", wenn du meinst hol dir weiterhin Privatstunden.
    Lass ihr Zeit, richtig erwachsen zu werden und bau euer Vertrauen weiter aus.
    Vertrau deinen Bauchgefühlen und finde den Weg, der nur für euch beide gut ist!

  • Wahrscheinlich ist sie noch nicht so weit für ein Gruppentraining. Wieviele Hunde sind in der Stunde ? Mehr als 4 Hunde sollten es in einer guten Hundeschule nicht sein, gerade nicht mit einem unsicheren Hund.
    Wenn es sonst gut läuft bringt das ja auch nichts. Dann lieber vernünftiges Einzeltraining oder eine Zweiergruppe.

  • Ich denke auch, sie ist noch nicht soweit. Sie ist auch erst ein paar Wochen bei dir, was sie vorher erlebt hat, weißt du nicht. Versuch erst mal eine Bindung zu ihr aufzubauen und ihr Sicherheit zu geben, damit sie in Ruhe ihre Umwelt kennen lernen kann und sich nicht bedroht fühlt.

    Sie wird auch merken, dass du dich nicht wohl fühlst und unsicher bist, das färbt auf sie ab.

  • Kann mich den anderen nur anschließen und finde es gut, dass du HS erstmal bleiben lassen willst. Mir würde noch einfallen, dass du vielleicht mal einen Hundekumpel suchen kannst, mit dem ihr öfter gemeinsam spazieren geht und da dann nach und nach mit Leine trainieren. Dann kennt sie ja den Hund schon und wenn sie ansonsten super klar kommen ist es für sie vielleicht einfacher, das dann auch an der Leine auszuhalten?

  • Aus eigener Erfahrung mit 2 spanischen Angsthunden kann ich auch nur raten erst einmal auf diese Hundeschule zu verzichten. Lass dem Hund noch Zeit und wenn es ein paar Monate sind.
    Meine erste Hündin hat erst nach über einem halben Jahr mit mir eine Hundeschule besucht. Eigentlich wollte ich da gar keine Sozialisierung geboten bekommen, sondern nur Unterstützung haben wie ich mit ihr umgehen soll. Das hat sehr gut funktioniert weil die Trainerin genau sah wann mein Hund überfordert war. Wir waren in einer Gruppe die auf freiem Gelände trainiert hat. mein Hund bekam anfangs viel Raum und ganz schnell waren wir mitten drin. Wir entwickelten uns im laufe der nächsten Monate zu richtigen Strebern.
    Ich denke mit einem unkompetenten Trainer hätten wir es total versaut. So hatte ich nach einem Jahr einen zuverlässigen Hund der vor gar nichts mehr Angst hatte. Ich habe diesem Hund und auch mir aber niemals Druck gemacht. Anfangs dachte ich wir schaffen das nie so zu sein wie die anderen. Doch es geht, auch mit einem misshandelten Panikhund.
    Wenn du weiter zu einer Hundeschule möchtest schaust du am Besten mal im Netz und suchst eine die mit ängstlichen Hunden umgehen kann. Unter Umständen kann dir da eine Tierschutzorganisation auch weiter helfen.

    LG Terrortöle

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