Labrador Retriever Quatsch Thread

  • deswegen versteh ich dieses Rangordnungszeugs sowieso nicht- sie folgt und das zählt doch oder??

    Anfangs habe ich auch noch gedacht, dass das alles Sinn macht, dass Wölfe beispielsweise auch so eine Rangordnung haben usw. Aber wenn man sich näher mit den Fakten beschäftigt (und sich nicht nur auf die Hundeschule verlässt - bei uns gibt es leider fast ausschließlich solche, die immer noch nach diesem Prinzip arbeiten), sich Bücher zulegt, hier im Forum mitliest (das kann ich echt nur empfehlen, hier sind viele Menschen mit sehr viel Ahnung, auch wenn der Ton manchmal etwas rauher ist), dann erkennt man relativ schnell, dass ein Hund den Menschen nicht ständig dominieren und den Chef raushängen lassen will. Gewiss gibts solche Hunde, die eben gern alles selbst regeln, die sehr eigenständig sind und diese benötigen auch deutlichere Regeln. Dieses generelle "Zuerst durch die Tür gehen" oder "Der Hund kriegt erst nach dir sein Futter" usw. ist mir dabei aber zuwider.
    Stell dir deine Regeln auf. Überlege, was dir wichtig ist und was du dir von deinem Hund wünscht. Soll er nicht aufs Bett, weil DU es nicht möchtest oder weil irgendjemand dir gesagt hat, dass das nicht ok ist? Falls es ersteres ist und du es wirklich nicht willst, dann kannst du das trainieren und wirst hier sicher Tipps dafür bekommen.
    Ich habe viel zu viel Zeit damit verbracht meinen Hund so zu erziehen, wie ich dachte, dass es eben so sein soll. Weil andere mir gesagt haben, der Hund sollte dies oder jenes nicht machen oder dies oder jenes in seinem Alter schon können. Ich habe mir dadurch so einen Druck gemacht, vollkommen unnötig, sage ich dir.

    Ich wollte einen Hund, der lieb ist, der mich überall hin begleiten kann und den ich eventuell auch im Dummybereich auslasten kann, da ich das interessant finde. Ich habe dann mit der Zeit festgestellt, dass meine Ruby zwar durchaus das Potenzial hat, aber es mangelt an ihrer Konzentration und an der Frustrationstoleranz. Ebenso bin ich ein ungeduldiger Mensch (keine gute Kombi) und es kam die Zeit, da waren Hundeschulbesuche nur noch eine Tortur, weil Ruby gar nicht anwesend war geistig. Sie war schlichtweg dauer- überfordert, obwohl wir nur EINMAL die Woche für eine Stunde auf dem Hundeplatz waren. Dazu kamen aber gewiss noch meine andere Geistesblitze, da ich meinen Hund ja rassetypisch beschäftigen wollte. Letzten Sommer gab es den großen Knall. Ruby wurde krank, sie hatte Probleme mit der Atmung (geschwollener Kehlkopf durch ihr Stress- Hecheln und die allgemeine Sommerhitze), seitdem riet mir meine Tierärztin (kein Trainer!), ich solle sie einfach in Ruhe lassen. Nur noch mit ihr spazieren gehen, spielen und ein "normales" Hundeleben führen. Weniger ist mehr.
    Und von da an ging es bergauf. Ich wurde gelassener, Ruby wurde gelassener. Sie braucht kein tägliches 3- Stunden- Programm. Sie gehört zu der Labbi- Sorte "Hibbel" und ist zufriedener, wenn man sie nicht dauernd beschäftigen will. Ich erkenne mittlerweile sehr schnell, wann es ihr zu viel wird und dann beende ich Ausflüge o.ä.
    Ergo: Ich habe nicht den Hund bekommen, den ich wollte. Sie kann mich nicht überall hin begleiten, da es ihr schnell zu viel wird und dann springt und jault sie herum, aus Überforderung. Aber sie ist der Hund, den ich brauche!
    Klar, könnte ich all das auch üben. Sehr kleinschrittig, aber es würde klappen! Aber ganz ehrlich, ich bin im Moment so happy mit ihr, wir sind ein tolles Team geworden und ich mag meine Maus so, wie sie ist und freue mich, dass wir so endlich richtig zueinander gefunden haben. Ich finde, man sollte sich auch einfach mal ein Stück weit den Stress nehmen, den "perfekten" Hund haben oder formen zu wollen. Hunde sind, wie wir Menschen, Individuen. Und uns hat es wahnsinnig geholfen, auch mal etwas so anzunehmen wie es ist und nicht an jeder Kleinigkeit herumzudoktern.

    Das ist nur meine persönliche Erfahrung mit meiner Hündin und ich möchte damit nicht aussagen, dass man seinen Hund nicht erziehen soll. Aber mir klang es so aus deinem Beitrag heraus, dass du dir ebenfalls sehr nen Kopf machst und dir unsicher bist, was das Richtige ist. Hör mal ganz ehrlich auf dich, was DU möchtest. Ich bin sicher, dann findest du die Antwort. Und das Richtige für dich ist nicht automatisch das Richtige für jeden anderen. Aber das ist doch ok, weil ihr, du und deine (Wie heißt sie eigentlich??) zusammen lebt und miteinander gut auskommen müsst.


    Du hast auch so eine hübsche Maus!! Arbeitslinie oder Showlinie?? Wieviel wiegt sie denn wenn ich fragen darf??

    Danke. :) Sie ist aus keiner Linie, Ruby hat keine Papiere. Von der Figur her ist sie aber so ein Mittelding, würde ich sagen. ^^ Sie wiegt aktuell 26 kg bei einer Größe von 55 cm. Wie sieht es da mit deinem Labbi- Mädel aus? Wobei sich mit 6 Monaten ja schon noch einiges tut. :)

  • @Labbi_28
    Herzlichen Glückwunsch zu deiner Maus! Sie klingt wie ein ganz normaler Hund! :smile:
    Meine ist fast 6 Monate alt. Und ich kann dir sagen, dass ich mich total verrückt gemacht habe.
    Auch wir hatten immer Hunde. Einen 11 Jährigen Westi nenne ich auch mein Eigen. Der ist dermaßen stur, dass ein Labi eine Wohltat ist! :headbash:
    Aber ich habe auch schnell Panik bekommen, weil sie dies oder das noch nicht konnte/kann. Ist vielleicht 1 Woche her???
    Erwarte nicht zuviel von dir und ihr. Ich schwänze die Hundeschule nun schon 2 Monate und zahle (leider) für nichts.
    Aber dieses Geschwätz von wegen, der Hund will immer der Boss sein, das bekommt ihr nie wieder raus, oder nehmt das Spielzeug weg, sonst kommt der Hund nur daher und will spielen, ist alles nur Angstmacherei.
    Meine Süße hat bis vor Kurzem (Jaaaaa) noch so dolle an der Leine gezogen, dass sie mir halb den Arm ausgerissen hat! Mit den Tipps hier ist es uns beiden gelungen, es in den Griff zu bekommen.
    1. Schlafen: Keila schläft bei uns im Bett. Es passt meinem Mann zwar nicht, aber es erleichtert unser Leben sehr. Irgendwann wenn wir beide (Keila und ich) soweit sind, werden wir üben, im Körbchen zu schlafen. Das habe ich meinem Mann versprochen.
    2. Fremde Umgebung: Ich meide es woanders zu sein. Sie ist noch nicht "Salon fähig"! Wenn es vorkommt, bin ich bei ihr. Gehe mit ihr durch die Wohnung (wo wir halt hin dürfen) und behalte sie bei mir. Meist habe ich noch was zu knabbern dabei. Gehe eine Runde extra mit den Beiden. Ich weiß, dass sie schnell unsicher wird, wenn es fremd wird. Also gebe ich ihr die Zeit und Sicherheit alles kennen zu lernen. Damit entspannt sie sich schneller.
    3. Rammeln: Klingt wie Stress. Aber die Hormone spielen bestimmt auch eine Rolle. Unsere riecht wohl sehr gut für die Männerwelt. Damit kommt sie einfach noch nicht klar.
    Ich würde das Stofftier erstmal zu mir nehmen und damit "kuscheln". Dabei die Hündin zu dir locken und, wenn sie es zulässt, sie dazu bringen mit zu kuscheln. Vielleicht lernt sie, mit dem Stofftier Ruhe zu haben. Sonst fällt mir nicht wirklich was ein.

    Lass dich von den Trainern nicht verrückt machen. Verlass dich mehr auf dein Gefühl. Ich bin sehr stolz auf unser Team und lasse mich nicht (mehr) verrückt machen!
    Viel Glück!!
    :smile:

  • @Gefühl Du hast in so vielen Punkten recht! Dein Beitrag ist super!

    Das war bei uns heute los:

  • @Gefühl und @EmmaVomKaltenwell und @quips7

    Ich danke euch für die lieben Worte!! Und @Gefühldu hast absolut recht. Ständig wird soviel auf einen eingeredet und man denkt nur mehr nach wie mach ich das u das u das...und wenn ich so für mich alleine nachdenke - bin ich eigentlich ABSOLUT STOLZ auf die kleine - wie brav die schon ist für ihr Alter! Auch eine erfahrene Dame aus der Hundetagesstätte wo sie schon 3-4 mal war meinte zu mir - dass sie eine gaaaaanz tolle Hündin ist u mal ein super Hund wird :cuinlove:

    Sie heißt Nelly und ist ein ganz schwarzes, zartes Labradormädel aus der Arbeitslinie. Sie war die zarteste aus ihrem Wurf und ihre Mutter wiegt schon nur so 20kg. Momentan wiegt sie mit 6 Monate ca. 14kg, also ich denke sie wird mal keine Pausbacke :D

  • Bezüglich dem "fast jeder Hundeschule (bin auch kein Fan von Hundeschulen) prädigt einem geh zu erst durch die Tür, iss bevor der Hund isst usw."
    @Gefühlich gebe dir absolut recht, dass das bedingt quatsch ist. ABER ich denke dass das von vielen Hundeschulen auch einfach nur Anhaltspunkte sind um dem ahnungslosen Hundebesitzer an ein paar Regeln zu führen.
    Das müssen ja letzten endes nicht genau diese Regeln sein (vor allem nicht das vorher essen :lol: ) aber ich finde schon wichtig das es solche Regeln gibt im "Hundehaushalt". Und das nichtmal weil ich den Chef raushängen lassen möchte!!! sondern weil das klare Linien für einen Hund sind, die einem Hund sehr viel Stress nehmen können, weil er in vielen Situationen weiß was er tun soll/kann, was ihn erwartet, was ICH erwarte usw. Und er vorallem einen geregelten Tagesablauf hat, den er einschätzen kann.

    Bei mir ist das zb auch "warten bis ich das ok gebe durch die Türe zu gehen" zum einen, weil das meine Nachbarn schützt xD wenn da meine 3er Bande aus der Türe schießt und ein Nachbar die Treppe runter kommt, ist das doof.
    Zum anderen, weil das stressfreier ist, wenn sie da ruhig warten und auch, weil sie einfach wissen was sie tun sollen. Ich tue dies aber NICHT, weil ich denke das die die Weltherrschaft an sich reißen wollen, wenn sie zu erst laufen. Das mit der Türe ist jetzt nur ein Beispiel von vielen.

    Ich wollte damit nur sagen, dass es zwar übertrieben ist was manche Hundeschulen sagen, aber auch nur im gewissen Maße, denn viele Hundehalter haben keine Ahnung von der Hundeerziehung und wenn die Hunde in keiner Situation ein paar Regeln haben, ist das Stress für den Hund.
    Klare Regeln sind für mich wichtig und dazu kann eben auch das Beispiel mit der Türe gehören.

  • Da stimme ich zu. Wir haben bei uns zu Hause auch ein paar klare Regeln, die aber rein gar nichts mit den gängigen Dominanz-Gedöns zu tun haben.
    Emma darf nicht vor uns durch die Tür, weil in unserer Siedlung viele Hunde und Katzen (und Kinder) rumwuseln und ich erstmal die Lage ckecken will.
    Sie darf erst mit Erlaubnis in den Garten, da sie gerne mal am Zaun moppert.
    Sie darf nicht ohne Erlaubnis in Küche und Bad (beide offen), einfach weil wir das nicht wollen, bzw. weils beim Kochen z.B. auch gefährlich ist....und und und.

    Dafür darf sie ins Bett und auf die Couch. xD (wenn wir aber sagen, dass sie runter soll, akzeptiert sie das auch.)

    Sie weiß was sie darf und was nicht und ich glaube das hilft dem kleinen Hibbel ungemein. Wir haben dennoch oft Situationen, in denen sie nicht weiß wohin mit sich.

    GsD haben wir einen ganz tollen Verein, der weit weg von althergebrachten-ewig gestrigen Methoden arbeitet. Das Kapitel haben wir aber auch schon durch, bzw. mussten das sehen.... :flucht:

  • @Hundekeeeks Mir ging es wirklich primär darum, @Labbi_28 zu sagen, dass dieses Rangordnungsgedöns Quatsch ist. Dass es gewisser Regeln bedarf und diese auch Sinn machen, dem stimme ich absolut zu!

    ABER ich denke dass das von vielen Hundeschulen auch einfach nur Anhaltspunkte sind um dem ahnungslosen Hundebesitzer an ein paar Regeln zu führen.

    Da muss ich allerdings widersprechen. Denn leider sind die vielen vielen Hundeschulen, die ich hier in der Region ausprobiert habe zu 90% so, dass sie dir immer wieder anhand von "Fakten" in Bezug auf den Wolf begründen, warum man beispielsweise eben zuerst zu essen hat. Der Alphawolf tue dies schließlich auch, ebenso sollte der Hund keine erhöhte Position in der Wohnung haben, denn das würde ihn ja zum Alpha machen usw. Dass diese oder andere Regeln an sich (!) vollkommen in Ordnung sind, wenn man das eben so möchte, und Hundeschulen auch sehr gern deutlich machen dürfen, dass es bei vielen Hunden nötig ist, gewisse Regeln zu haben, würde mir da aber als Grund schon ausreichen. Aber nein, da muss sich immer darauf bezogen werden, dass dies oder jenes ja im Wolfsrudel so wäre und man selber der Chef sein muss usw.
    Und darum geht es mir vorrangig. Dass die meisten Hundeschulen, die ich kenne, einfach noch diesen veralteten Blödsinn erzählen und primär als Grund nehmen, damit der Hund einen nicht "dominiert". Und dein Satz hatte für mich den Klang, als ob sie das aus Versehen täten oder mit einem nett gemeinten Hintergrund. Mir haben diese ganzen Erfahrungen vor allem eines gebracht: Einen unsicheren Hund. Manches von diesem bescheuerten Unterdrückungskram habe ich Ruby im Welpenalter angetan, ganz ohne, dass ich es aktiv machen wollte. Aber mir wurde eingeredet, dass mein Hund die Alpharolle in meinem "Rudel" (WTF sie war ein Welpe!) wollte und ich das unterbinden muss. In Wirklichkeit war sie einfach ein toller, aktiver und mit Sicherheit auch etwas überdrehter kleiner Welpe, aber sie hatte es nicht verdient so behandelt zu werden, denn sie wollte mitnichten die Weltherrschaft an sich reißen, wenn sie zu uns aufs Sofa wollte und darauf zu springen versuchte und in dem verzweifelten Versuch dann noch anfing zu jaulen. Nein, sie wollte einfach nur nicht alleine sein, bei Herrchen und Frauchen sein, Kontaktliegen. DAS hätte man mir sagen sollen und nicht, (überspitzt gesagt) dann drück den Welpen runter, wenn er nervig wird.
    Eine Hundeschule, die sagt: "Hey, ein Hund braucht gewisse Regeln, damit er sich auch wohl fühlt und einschätzen kann, was wann wie passiert und wie er sich zu verhalten hat" die ist mir absolut recht. Aber diese o.g. Begründungen oder sich immer darauf zu stützen, dass der Hund bloß spüren sollte, dass DU der Boss bist, kann ich einfach nicht mehr hören. Das klingt für mich nach Unterdrückung und Zwang und so soll sich mein Hund sicherlich nicht bei mir fühlen.

    Tut mir leid, dieser eine Satz lag mir etwas schwer im Magen und vermutlich meinst du ihn auch nicht so krass, wie ich ihn jetzt auseinander genommen habe. ^^ Bin bei dem Thema einfach sehr sensibel. Bis auf den zitierten Satz stimme ich dir aber definitiv zu. :gut:

  • Ach je, was kennt ihr denn für Hundeschulen? :shocked: Bei der wo ich mit Dante im Welpenkurs und Junghundegruppe war (Juno war da auch) lief es sehr entspannt ab. Standardspruch des Trainers bei Ersthundehaltern: "Keine Panik, euer Hund hat kein Interesse an der Weltherrschaft." :D

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