Hift Blutaustausch bei Rattengift?

  • Liebe Leute, dies ist eine rein theoretische Frage, es geht jetzt nicht um einen konkreten Fall! Aber es kommt ja immer mal vor und ist auch neulich wieder bei Bekannten passiert, dass ein Hund Rattengift frisst. Nicht immer hilft dann das Gegenmittel, besonders wenn der Hund schon älter ist. Daher kam mir die Idee, ob es vielleicht etwas bringt, wenn ein vergifteter Hund Blutkonserven bekommt. Das könnte doch das eingedickte Blut wieder zum Laufen bringen, so mein Gedanke. Hat evtl. jemand in der Hinsicht Erfahrungen oder Kenntnisse? Eure Infos und Erfahrungen interessieren mich sehr.

  • Meines Wissens muss bei Rattengift immer die Blutgerinnung normalisiert werden, also: hohe Dosen Vitamin K.
    Ein Blutaustausch könnte vielleicht helfen, ja. Aber woher bekommt man solche Mengen Hundeblut. Und wenn man anders vorgehen kann, dann ist das doch in Ordnung.
    Wenn man zu lange wartet, dann hilft weder das eine noch das andere...

    Liebe Grüße,
    Birgitta

  • Nicht immer hilft dann das Gegenmittel, besonders wenn der Hund schon älter ist. Daher kam mir die Idee, ob es vielleicht etwas bringt, wenn ein vergifteter Hund Blutkonserven bekommt. Das könnte doch das eingedickte Blut wieder zum Laufen bringen, so mein Gedanke.

    Ich wüßte nicht, dass die Wirkung des Gegenmittels (Konakion = Vit K) altersabhängig wäre, die Wirkung ist eher davon abhängig, wie lange das Gift schon im Körper ist und wie groß der Blutverlust schon ist.

    Selbstverständlich sind Blutkonserven, wenn vorhanden, Mittel der Wahl bei bereits höheren Blutverlusten, aber auch das ist keine Garantie für Behandlungserfolge und hat auch seine Nebenwirkungen.

    Das Blut "dickt nicht ein".
    Die Blutgerinnung wird gehemmt, dadurch blutet der Hund aus all den winzig kleinen Gefäßverletzungen, die so jeden Tag passieren, aber im Normalfall, ohne dass sie bemerkt werden sofort von Blutplättchen, Gerinnungsfaktoren usw. wieder repariert werden.
    Deswegen verblutet der Hund langsam, meist erst unbemerkt in die Körperhöhlen.

  • Die in Rattengift verwendeten Cumarine verdicken das Blut nicht, ganz im Gegenteil sie hemmen die Blutgerinnung.

    Darum muß, wie Birgitta schrieb, sofort eine Behandlung mit Vitamin K begonnen werden.

    Tierkliniken haben fast immer einen Mangel an Blut. Ich glaube auch nicht, daß sie in der Lage wären einen sofortigen Blutaustausch vorzunehmen.

  • Tierkliniken haben fast immer einen Mangel an Blut. Ich glaube auch nicht, daß sie in der Lage wären einen sofortigen Blutaustausch vorzunehmen.

    Oft haben die Ärzte und Helferinnen ja selber Hunde, die werden oft als Blutspender eingesetzt.

    Aber es muß natürlich auch passen und wie gesagt: Im fortgeschrittenen Stadium ist das auch keine Garantie für´s Überleben

  • Aber es kommt ja immer mal vor und ist auch neulich wieder bei Bekannten passiert, dass ein Hund Rattengift frisst.

    Dazu gibt es gesetzliche Auflagen, die das verhindern sollen.
    Wenn die nicht eingehalten werden, ist der Ausbringer in der Haftpflicht.

    Rattenköder dürfen nicht so ausgelegt werden, dass andere Tiere sie fressen können.

    Hier im Dorf stehen an den Ställen Boxen, da kommen weder Hund noch Katze an die Köder.

  • Oft haben die Ärzte und Helferinnen ja selber Hunde, die werden oft als Blutspender eingesetzt.
    Aber es muß natürlich auch passen und wie gesagt: Im fortgeschrittenen Stadium ist das auch keine Garantie für´s Überleben

    Man kann ja auch seinen Hund Blut spenden lassen, der Hundbesitzer bekommt sogar noch eine kostenlose Blutuntersuchung.

  • Ich hab schon überlegt, ob es Sinn macht, in der Tierklinik um die Ecke mal wegen einer hundeeigenen Blutkonserve nachzufragen.

    Wenn mal was wäre, hätte Charly sein eigenes Blut auf Vorrat dort gelagert. Vermutlich wird so was an den Lagerkosten scheitern?

  • Das wird aber irgendwelche Gestörten, die absichtlich Giftköder für Hunde legen, nicht wirklich interessieren.....

    Nicht nur absichtlich für Hunde, sondern es einfach ohne nachzudenken in der Gegend verstreuen.

    Ist schon einige Jahre her, da wurde auf einer Brache unweit von uns gebaut. Ratten fühlten sisch gestört und wanderten in die Gärten. Viele Nachbarn hatten Hunde und Katzen daher kein Rattenproblem, andere eben nicht. Und einer dieser Nachbarn streute Gift auch vor sein Grundstück.

    Einer meiner Hunde nahm es mit den Pfoten auf, als er sich zu Hause die Pfoten leckte, habe ich mir zunächst nichts gedacht. Zwei drei Stunden später brach er blutigen Schleim, rannte in den Garten, dort setzte er blutigen Kot ab.
    10 Minuten später waren wir beim TA.

    Diagnose Rattengift - Cumarin aufgenommen. 8 Tagelang bekam er täglich bis zu 5 Spritzen Vitamin K, dann war die Blutgerinnung zumindest soweit wieder hergestellt, daß kein Blut mehr im Kot zu finden war.

    Ich war dann 400.-- DM ärmer, dem Nachbarn konnte natürlich nichts nachgewiesen werden, aber mein Hund hat es überlebt. Das war mir das Wichtigste.

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