Fünfjährigen alleine lassen
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Arishi -
12. August 2015 um 10:36
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Hi Leute! :)
Ich bin gerade ziemlich am verzweifeln, deshalb hoffe ich sehr ihr könnt mir helfen.
Mein fünfjähriger Ridgeback-Mix-Rüde "Zeus" und ich wollen zu meinem Freund ziehen. Das Problem: Ich habe vorher bzw. wohne aktuell noch, mit meiner Mutter zusammen. Die hat eine zehnjährige Hündin. Ich arbeite im Schichtdienst, meine Mutter geregelt von Mo-Fr. Natürlich mussten die Hunde alleine bleiben, mal kürzer - mal länger. Wir haben Leckerlies in Zeitung eingepackt, Kongs gefüllt etc. bevor wir das Haus verlassen haben, was wir den beiden dann hinlegen konnten. Wenn es nicht anders ging, waren das auch durchaus mal sechs bis acht Stunden, allerdings kommt das, wenn überhaupt, einmal in drei Monaten vor. Zeus kann das also tendenziell.
Jetzt überlege ich, wie ich Zeus beibringen kann, ganz alleine zu bleiben. Mein Freund hat auch geregelte Arbeitszeiten, heißt, Zeus ist nicht länger als ein bis drei Stunden alleine, und das auch nur an Tagen, an denen ich nicht frei hab. Gelegentlich kann ich ihn mit zur Arbeit nehmen.
Die letzten Tage google ich im Internet was das Zeug hält, richtig fündig bin ich aber nicht geworden... Relativ sicher bin ich, dass Zeus Trennungsangst hat. Wir haben eine ziemlich enge Bindung, die ich, jetzt wo ich so viel drüber gelesen hab, auch gelegentlich mal in Frage stellen sollte. Allerdings ist das ja jetzt nicht Thema.
Als Welpe hat Zeus viel kaputt gemacht wenn er alleine war, mittlerweile hält sich das größtenteils in Grenzen. Er geht an Futter, wenn es in seiner Reichweite steht und an Jacken, wenn er Leckerlies darin riecht. Sicherheitshalber hab ich mir trotzdem nie abgewöhnt, Fernbedienungen wegzuräumen und Mülleimer in Zimmern zu lassen, wo Zeus nicht rein kann.
Der Plan ist eigentlich, dass Zeus zukünftig ins Wohnzimmer und den Flur kann. Das war sonst auch immer so, deshalb will ich das gerne beibehalten. Die ganzen eingepackten Leckerlies wollte ich mir eigentlich ganz gerne abgewöhnen, weil ich finde, dass das eine riesen Verabschiedungszeremonie ist (Zeus bekommt ja schon mit, wie ich anfange alles einzupacken). Ich dachte, ein Kauknochen oder ein gefüllter Kong reichen. Einfach hinlegen und gehen. Was meint ihr? Oder ist es besser, das so beizubehalten wie er es kennt?
Ich wollte auch mit ihm üben, zwei mal fünf Minuten am Tag. Aber auch dafür brauch ich euren Rat, wie ich das mit den Leckerlies nun machen soll... Fange ich jetzt noch an, ihn auf ein Komando zu trainieren, zB "Warte", oder ist das zu spät nach fünf Jahren? Ein Hundegassi und Beschäftigung bekommt er sowieso, bevor er alleine sein muss.
Er reagiert auf den Schlüssel und darauf wenn ich die Schuhe anziehe, dann weicht er mir meistens nicht mehr von der Seite. Ich hab gelesen, dass es gut ist aus so Ritualen auszubrechen, eben indem ich auch im Alltag mal den Schlüssel nehme oder Schuhe anziehe, ohne das Haus zu verlassen. Von der Logik her macht das erstmal Sinn für mich, ich will Zeus aber wirklich nicht überfordern und alles richtig machen, damit er in Zukunft gut alleine sein kann. Deshalb frage ich mich, ob das insgesamt nicht zu viel auf einmal ist? Aber falls ja, wie fange ich am besten an und in welche Teilschritte zerlege ich das ganze Training?Nur der Vollständigkeit halber, will ich noch hinzufügen, dass Zeus Epileptiker ist. Alle vier bis sechs Monate hat er einen. Ist schon immer so, deshalb ist er nicht eingestellt. Allein schon aus diesem Grund, versuche ich ihn so oft es geht irgendwo mit hinzunehmen.
Ich hoffe wirklich, ihr könnt mir helfen. Mir ist wichtig, dass der Umzug für alle reibungslos verläuft, vor allem für Zeus!
Vielen Dank schon mal im Voraus :)
Arishi - Vor einem Moment
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Ich hab gelesen, dass es gut ist aus so Ritualen auszubrechen, eben indem ich auch im Alltag mal den Schlüssel nehme oder Schuhe anziehe, ohne das Haus zu verlassen.
Manchmal ist es besser an etwas nicht zu viel herum zu basteln. Ich würde das ritaul Kong für Abwesenheit beibehalten. Das mit dem Schuhe anziehen und schlüsseln einstecken ohne zu gehen kannst du machen. Nur nach dem umzug würde ich mit neuen dingen erst mal abwarten und die alten rituale mit nehmen um wenigstens etwas vertraut zu lassen.
Sonst schmeißt du alles über Kopf. Wo doch eh gerade alles anders ist.
Die stundenzahl finde ich nicht schlimm zu mal er es ja eigentlich kennt. Vielleicht nach dem Umzug direkt Urlaub nehmen? und das allein sein trainieren. Einfach mal raus gehen und wieder kommen, ins Kino gehen etc. So kannst du ohne Chefs im Nacken trainieren, abchecken und dann entspannt zur Arbeit fahren wennd er Urlaub um ist.
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Wir haben eine ziemlich enge Bindung, die ich, jetzt wo ich so viel drüber gelesen hab, auch gelegentlich mal in Frage stellen sollte. Allerdings ist das ja jetzt nicht Thema.
Das dürfte das Hauptthema bei diesem Problem sein. Wenn Du Deinen Hund so stark abhängig von Dir gemacht hast, dass er denkt, er könnte allein gar nicht überleben, dann ist das natürlich ganz maßgeblich für das Alleinbleiben!
Ganz nebenbei auch für die Epilepsie...Die ganzen eingepackten Leckerlies wollte ich mir eigentlich ganz gerne abgewöhnen, weil ich finde, dass das eine riesen Verabschiedungszeremonie ist (Zeus bekommt ja schon mit, wie ich anfange alles einzupacken). Ich dachte, ein Kauknochen oder ein gefüllter Kong reichen.
Willst Du Deinem Hund beibringen Ruhe zu finden oder eher, dass es in Dauerbeschäfitgung münden soll, damit er quasi gar nicht mitbekommt was passiert?
Ich wollte auch mit ihm üben, zwei mal fünf Minuten am Tag.
Sinnvoller ist es die Trainingsdauer am Verhalten des Hundes festzumachen und nicht an der Stoppuhr.
Viele Grüße
Corinna -
Danke für deine Antwort, flying-paws. Allerdings wollte ich gerne konkrete Vorschläge/Tipps etc. Da kann ich, ehrlich gesagt, mit deiner Antwort gerade nicht so viel anfangen.
Viele Grüße zurück
Hannah -
Huhu - allem mal voran: nen Epilepsie-Hund würd ich soweit möglich überhaupt net alleinlassen. Wenn der nämlich aus nem Anfall nimmer rauskommt.... Mag mir das gar nicht vorstellen.
Weiterhin ist es so, daß das Alleinbleiben ja stressig für ihn zu sein scheint. Hab aber bei meiner Schwester bzw. ihrem Hund damals die Erfahrung gemacht, daß Streß anfallsauslösend sein kann. Auch das spricht eher dafür, ihn nicht allein zu lassen, solang er damit Streß hat.
Ich würde auf alle Fälle JETZT schon ein Ritual aufbauen mit Kommando und den Leckerli, genau so wie Du es später in der neuen Wohnung haben wirst. Wenn Du also dort ein Kommando einführen willst, machs jetzt schon, aber laß alles Andere wie es ist. Möglichst wenig Veränderung auf einmal - wie zB einfach nur ins bisherige Ritual das Kommando einfügen, alles Andere wie zuvor.
Versuch, jetzt schon mit dem Hund mal gar nix zu machen zu den Zeiten, zu denen er später allein sein wird. Also nicht jetzt um 12.00 Uhr Halligalli machen, wenn Du weißt, Du wirst ihn ab und an ab halb 12 alleinlassen müssen. Das sollte quasi jetzt schon Ruhezeit (für beide Hunde) sein, wenn Du da später weg sein wirst. Evtl. (wenn Du später keine gleichmäßigen Zeiten haben wirst) kannst einfach nur beibehalten, daß nach dem Alleinlaß-Kommando Ruhezeit ist. Auch wenn Du zB nur in nem anderen Zimmer bist oder so, es wird nicht getobt mit der Hündin oder so.
Außerdem würde ich jetzt schon mal versuchen, noch in der alten Wohnung und ohne Veränderungen, den Hund für paar Minuten ganz alleine zu lassen. Und in der neuen Wohnung dann erstmal die ersten Tage zusammen mit dem Hund Deiner Mutter zusammen allein zu lassen, vielleicht gibt sie Dir die Hündin für die ersten Tage mit, um die Eingewöhnung zu erleichtern. Und dann erst, wenn der Hund sich in der Wohnung sicher fühlt, schrittweise wie beim Welpen das Alleinbleiben üben. Evtl. vorher ein leines Suchspiel zum Auslasten und konzentrieren und "runterfahren" und müdemachen.
Bis der Hund streßfrei alleinbleiben kann, würde ich den Hund lieber zur Mutter bringen, während Du arbeitest, weil mir das Risiko eines Anfalls durch den Streß des Alleinbleibens zu groß wäre.
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Hallo,
mein Hund kann gut erkennen, wann der Punkt kommt, dass ich zur Arbeit gehe, nur so weg gehen oder mit ihm gehe.
So Spielzeug für das " allein" sein kannte keiner meiner Hunde.
So wie ich es lese betrifft das "Allein" sein tatsächlich, das bisher immer " noch " der Hund deiner Mutter da war ? Er also einen Gefährten hatte und nun nicht mehr ?
Wenn so: nimm Decken , Kissen , Haare vom anderen Hund .... alles was nach altem zu Hause riecht mit in die neue Wohnung und verteil das in der neuen Wohnung ( so macht jeder der seinen Welpen holt - er nimmt eine Decke aus der Welpenbox mit )
- damit der Geruch für Hund noch da ist.
Ansonsten, feg die Sorgen aus deinem Kopf weg.
Wenn du in Sorge um den Hund bist merkt er das.LG Ramona
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Ich habe nach deiner Schilderung den leisen Verdacht, daß vor allem du selber Stress hast, wenn du deinen Hund alleine lassen mußt und weniger der Hund. Ein wirklich gestresster Hund ist innerlich zu angespannt, um zu fressen - wenn deiner aber in deiner Abwesenheit Jackentaschen durchsucht, um vergessene Leckerli zu plündern, spricht das in meinen Augen allenfalls für Langeweile, aber nicht für Stress.
Dagmar & Cara
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