Für die Leseratten- Der Bücherthread

  • Bitte berichte, damit ich dem Christkind gegenüber diesen Wunsch endgültig bestätigen kann. :smile:

    das mache ich... ich werde heute durchkommen. =)

    ‚Fever‘ steht auch schon auf meiner Liste, das Thema find ich immer sehr spannend. Erinnert mich etwas an ‚The stand‘ von King, nur ohne die erschöpfende Länge.

  • Ich habe 'Zartbitter ist das Glück' gerade beendet, und ich schreibe lieber gleich etwas dazu, bevor meine Erinnerungen verblassen.
    Über die Aufmachung und so weiter habe ich ja schon was gesagt, an dieser Stelle also nur mein Eindruck und etwas zum Inhalt. Es liest sich runter wie geschnitten Brot, und dennoch musste ich mehrmals inne halten um mir bestimmte Sätze auf der Zunge zergehen zu lassen.

    Mir fällt es schwer, das Buch angemessen zu beschreiben. Grundsätzlich geht es um fünf Frauen jenseits der 50, die sich auf einer Insel zusammen finden, um Schokolade zu machen. Im Grunde ist das die Handlung. Es wurde bewusst ein sehr langsames Erzähltempo gewählt und es ist definitiv nicht die Handlung, die im Vordergrund steht. Sie bietet nur einen Rahmen für das, was eigentlich wichtig ist. Und das sind die Frauen selbst. Fünf Frauen in reifem Alter, die sich zwar in ihrer Jugend gut kannten, seitdem aber ein komplett unterschiedliches Leben geführt haben. Wie das eben so mit Schulfreundinnen ist, die man aus den Augen verliert. Jede dieser Frauen ist sehr unterschiedlich, jede hat ihre eigenen Fehler gemacht und hat ihr eigenes Päckchen zu tragen. Und doch wollen sie versuchen, fünf so unterschiedliche Charaktere unter einen Hut zu bringen und zusammen zu leben. Dabei ist es so, dass das Buch aus sehr vielen Kapiteln besteht und jedes Kapitel abwechselnd aus der Sicht einer der Frauen erzählt wird. Nebenbei lernen wir auch noch so einiges über die Kultur von Fidschi, denn zwischendurch kommt auch immer die einheimische Haushälterin zu Wort, die versucht, die Europäerinnen zu begreifen.

    Die Entwicklung der Charaktere ist enorm, und jeder einzelne ist wahnsinnig liebevoll und detailliert ausgearbeitet. Gefühle und Handlungsweisen sind und bleiben absolut nachvollziehbar, ich litt mit, ich freute mich mit, und ich mochte jede einzelne von den Frauen- auf ihre Art. Und zum Schluss kamen mir tatsächlich die Tränen. Angenehm war, dass das ganze völlig ohne Kitsch auskam (wenn man es denn grundsätzlich erträgt, sich in einer tropisch paradiesischen Inselwelt zu befinden). Die Frauen sind normale Frauen von der Straße, es könnten Nachbarinnen sein. Und ich denke das ist es auch, was den Reiz des Buches ausmacht. Man schaut danach unwillkürlich auf der Straße einen Menschen an und denkt sich: Was hat er wohl für ein Leben gelebt? Was empfindet er?

    Die Sprache empfinde ich als absolut passend, sehr malerisch und schön, so schön, dass ich manchmal zweimal lesen musste. Und immer zwischendurch wieder Sätze, die zum Nachdenken anregen.
    Für jeden ist das Buch sicher nicht. Wer bei einem Roman vor allem eine Spannungskurve erwartet: Finger weg. Es gibt keinen Thrill, kaum Adrenalin. Wer jedoch auf Charakterentwicklung von Figuren steht und wen es interessiert, wie sich eine Gruppe von Menschen aus selbstgeschaffenen Gefängnissen befreit, wird das Buch lieben. Ich finde es wundervoll, es hat mich sehr berührt, diese Frauen zu begleiten. Ich kann es wärmstens weiterempfehlen und werde es sicher nochmal lesen.

  • Danke, @Stachelschnecke, wandert sofort auf die Liste.
    An den Weihnachtsfeiertagen habe ich ganz viel freie Zeit, die nahezu einzigen 2,5 Tage im Jahr, an denen meine Chefs das Haus schließen.

    Kanns kaum erwarten! :rollsmile:

  • Das liest sich wirklich toll - mal sehen, im Hinterkopf behalte ich es auf jeden Fall.


    Mit "Schloss aus Glas" bin ich jetzt fertig und es hat mich sehr nachdenklich gemacht. Hin und wieder hält man doch kurz inne und fragt sich, wie das denn sein kann. Dabei immer im Hinterkopf, dass es solche und noch schlimmere Schicksale viel zu oft gegeben hat. Wobei gerade das Ende auch wieder eine andere Stimmung verbreitet. Ich weiß nicht. Da werde ich noch eine Weile drüber nachdenken.

    Jetzt frage ich mich, was ich als nächstes lese - das nächste von Jeannette Wals, einen Ken Follett oder doch "Während die Welt schlief"?

  • Ja, Zeit nehmen für das Buch würde ich mir unbedingt! Ich habe mich zwischendurch gebremst um nicht zu schnell zu lesen, denn dann entgeht einem was. Vieles geschieht zwischen den Zeilen. Und dann hat man Sätze, die banal und einfach erscheinen, aber im Zusammenhang einen Kloß im Hals verursachen.

    @Brauni2012

    Vielen vielen Dank dass du uns auf die Wunderraum Bücher aufmerksam gemacht hast! :bussi:

  • Jetzt frage ich mich, was ich als nächstes lese - das nächste von Jeannette Wals, einen Ken Follett oder doch "Während die Welt schlief"?

    Kommt darauf an... wie sehr hat dich Schloss aus Glas denn mitgenommen? Die anderen Bücher der Autorin sollen in die gleiche Kerbe hauen, hab ich gehört. Wenn mich ein Buch emotional sehr mitgenommen hat muss ich immer zuerst was anderes lesen, bevor ich mir wieder die Dröhnung gebe. Welcher Follett ist es denn? Ich denke bei dem hast du nicht zu befürchten, zuviel nachdenken zu müssen. 'Während die Welt schlief' ist vermutlich (so nach Inhaltsangabe und Rezensionen) auch eher schwerer Stoff, den man verarbeiten muss. Ich glaub, ich würd nen Follett dazwischen schieben.

  • Kommt darauf an... wie sehr hat dich Schloss aus Glas denn mitgenommen? Die anderen Bücher der Autorin sollen in die gleiche Kerbe hauen, hab ich gehört. Wenn mich ein Buch emotional sehr mitgenommen hat muss ich immer zuerst was anderes lesen, bevor ich mir wieder die Dröhnung gebe. Welcher Follett ist es denn? Ich denke bei dem hast du nicht zu befürchten, zuviel nachdenken zu müssen. 'Während die Welt schlief' ist vermutlich (so nach Inhaltsangabe und Rezensionen) auch eher schwerer Stoff, den man verarbeiten muss. Ich glaub, ich würd nen Follett dazwischen schieben.

    Genau den gleichen Gedankengang hatte ich auch - ich werde also wirklich einen Follett vorziehen, "Die Pfeiler der Macht". "Die Brücken der Freiheit" hätte ich auch noch da, aber das lese ich dann zu einem anderen Zeitpunkt.

  • Da werde ich noch eine Weile drüber nachdenken.

    Ja, so ging es mir auch. Ein wirklich gutes Buch, finde ich.

    Kann mir jemand etwas zu den "Wintergeschichten" von Tania Blixen sagen? Habe ich in einer schnuckeligen kleinen Buchhandlung entdeckt, dann aber doch nicht gekauft, weil ich noch so viel zu lesen habe.

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