Wie erziehe ich konsequent meinen Hund?

  • Es endet hier oft in Wortklauberei.

    Und ich nehme deine Worte auf: Du stubst jemanden an, der einen Kopfhörer aufhat.

    Das beschreibt eigentlich gut einen Hund, der nicht auf seinen Namen hört.
    Jetzt ist nur die Frage: WARUM hört er nicht.

    Einer meiner Hunde ist taub, die ist aber nicht erregt oder aufgebracht, sondern hört halt nichts. Hat sie die Augen zu um die Zeit des letzten Pipiganges, lege ich ihr meine Hand an ihren Körper, dann schlägt sie die Augen auf und ist "DA".

    Habe ich einen Hund, der hocherregt ist, weil er stress hat, und er hört deshalb nicht, kann ich (meinen) Hund auch schon mal damit beruhigen, dass ich meine Hand an ihn ranLEGE.
    STUBSEN ist das absolut nicht.
    Ich kenne auch keine Situation, wo ich einen Menschen FREUNDLICH anstubse.
    (Oder im Spiel! da stubse ich sehr wohl auch meine Hunde. Und das ist auch immer, EY, wer ist hier der stärkere.... das sind kleine MachtSPIELE, das darf mein Hund dann aber auch.)
    Im Menschenleben machen das allerhöchstens kleine Kinder mir gegenüber oder geistig behinderte.
    Kein Oberschüler stubst seinen Schuldirektor während einer wichtigen Lehrstunde an, kein Azubi seinen Meister. Wenn unsere Schüler das täten, wär ich verwundert und würde mich ob deren "merkwürdigen" Verhalten wundern.

    Ich wiederum stubse auch keinen Azubi an oder Schüler.
    Ich könnte die Hand auf die Hand legen, oder auf die Schulter (was in zwischenmenschlicher Kommunikation wiederum eine Dominanzgeste ist)

    Wie man das dreht und wendet, anfassen gehört nicht in den Unterricht.
    Ausser zwischen Hund und Halter, aber dann wieder aus ganz anderen Trainingsgründen.

  • Ich finde stupsen ist was vollkommen anderes als mit Wasser zu spritzen.

    Mit stupsen (also ein piekenmit dem Finger) mache ich auf mich aufmerksam und hole ihn so aus dem, doch dann meist, starren Zustand/Situation.
    Beim Wasser spritzen mache ich definitiv nicht auf mich aufmerksam. Ich unterbreche einfach die Situation, welche er dann zwangsläufig immer mit dem Wasser spritzen (also unangenehm) verbindet.

    Hier muss man halt selber wissen, ob man das möchte oder den Hund zeigt mit der Situation umzugehen (was er duchr das Wasser spritzen nicht lernt, er lernt schlichtweg es zu vermeiden).
    Ich möchte, dass mein entspannt in der Situation wird und nicht (hier je nach Charakter/Selbstbewusstsein) ängstlich versucht die situation großräumlich zu vermeiden.

    Ach ja, selbst Rütter hat einmal gesagt (ich meine beim Dackel Rosi von dem Schlagermenschen), dass Wasser spritzen keine Methode ist, die jeder mal so ausprobieren sollte (gerade Laien), zum einen wegen der Gefahr der Fehlverknüpfung (falsche Zeitpunkt), zum Anderen weil es wirklich schlimm für den be-/getroffenen Hund ist.

    Aber wie gesagt, es muss halt jeder selber wissen. :ka:

  • Meine Hunde hören sehr gut auf ihren Namen. Grade wenn man drei hat ist das nicht so unwichtig das jeder weis wie er heisst.
    Ich weis auch wie ich heisse und höre manchmal trotzdem nicht weil ich grade in Gedanken versunken oder oder....
    Das gestehe ich auch den Hunden zu wobei ich die Aufmerksamkeit dann halt einfordere.

    Stubsen steht im allgemeinen Sprachgebrauch eher nicht für "Gewalt" nur hier im DF ist es Gewalteinwirkung am Hund.
    Niemand käme in der "Realität" stubsen als Gewaltanwendung zu sehen, zumindest niemanden den ich kenne.

  • "Stupsen", "pieken" sind im Grunde auch Schreckreize, wenn der Hund sich schon "im Tunnelblick" befindet und der Hund nicht mehr auf Ansprache reagiert.
    Einen "Tunnelblick" unterbreche ich, indem ich mich vor den Hundekopf stelle und ihm die Sicht nehme.
    Wenn ich um die Probleme des Hundes weiß, gehe ich umsichtiger Gassi und passe auf, dass erst gar kein Tunnelblick ensteht.
    Abstand halten, "Zeigen und Benennen", Umlenken sind Möglichkeiten...

    Wenn ich vertieft bin oder Angst habe, möchte ich nicht angestupst oder "gepiekt" werden, auch wenn das nicht weh tut, aber erschrecken würde ich mich in gewisserweise schon.

    LG Themis

  • Ich stupse auch Menschen an wenn es sein muss weil Durchzug...(Kopfhörer und so)
    Das geht, man mag es fast nicht glauben, auf eine Art und Weise ohne das sich jemanls jeamnd von mir bedroht gefühlt hat.

    Das kann aber ungeahnte Reaktionen hervor rufen.
    Ich habe mal einen zweibeinigen Zweimeterkleiderschrank angestupst, der sich beim Konzert direkt vor meiner Nase platzierte. Der Ärmste hat einen Riesensatz gemacht und war nachhaltig beeindruckt :lol:

  • Um mal kurz beim Thema Anstubsen und Mensch zu bleiben. Ich persönlich hasse das, wenn ich intensiv mit etwas beschäftigt bin und mich Jemand antatscht, weil ich auf Ansprache nicht unmittelbar reagiere. Kinder können das sehr gut, dieses mit der flachen Hand mehrmals hintereinander auf den Arm geklatsche... :roll: xD Es is macht mich manchmal doch latent aggressiv und ich kann durchaus recht patzig werden, und dann der Person gegenüber nur wenig offen für dessen Belange sein. Je nachdem wie diese Berührung ausfällt und in welchem Zusammengang sie getätigt wird, sehe ich sie als Unterschreitung meiner Individualdistanz. In Einzelällen hat eine Berührung, in Abhängigkeit zur Intensität dieser, aber durchaus ihre Berechtigung.

  • Einen "Tunnelblick" unterbreche ich, indem ich mich vor den Hundekopf stelle und ihm die Sicht nehme.

    Würde bei meinem genau 0,00 funktionieren. Dann guckt er halt vorbei. Mache ich das Spielchen mit dreht er richtig hoch und ist definitiv nicht mehr ansprechbar.
    Dann stupse ich ihn halt kurz an und hole ihn so raus.

    Er muss den Reiz sehen und das akzeptiere ich (er soll sich damit auch auseinandersetzen und lernen, der geht vorbei und tut nichts), solange er ruhig ist.
    Und um diese Ruhe zu halten, fordere ich, dass er seinen Blick vom Reiz auch löst und mich anschaut und ich wahre Distanz, seine Wohlfühldistanz.

    Man merkt, wenn das Limit erreicht ist. Er zeigt es deutlich mit Unruhe und fiepen. Da muss ich halt entsprennt schnell reagieren, dass er nicht drüber kommt.
    Ziel ist natürlich erst gar nicht hinzukommen, leider manchmal aber nicht möglich.

    Ich stelle mich auch zwischen Reiz und ihm (zeige ihm das ich ihn beschütze), aber er darf den Reiz sehen.

  • ........es soll ja auch nicht ein verhalten löschen sondern ihn nur aus dem "tunnelblick" rausholen damit ein alternativverhalten auftrainiert wird.
    .......

    Wenn der Hund schon den Tunnelblick hat, dann hat der Halter zu spät reagiert. Punkt!

    Da muß man früher reagieren, ausweichen o.ä. - sowas kann bestenfalls ne Management-Maßnahme sein, wenn man im Alltag mal nciht ausweichen kann. Aber es sollte aus den oben schon breit erkärten Gründen keine Trainingsmaßnahme sein. Und wenn ein Trainer keine andere Methode kennt, als sowas fürs Training zu nutzen und damit unerwünschtes Verhalten einfach nur zu "deckeln", dann würde ich mal über seine Qualitäten nachdenken..... *hust....

    Wie gesagt - als Notfallmaßnahme, wenn man mal gepennt hat, oder die Situation im Alltag unerwartet auftaucht, dann kann ichsowas akzeptieren, aber als Trainingsansatz, daß man erst den Hund sich hochspulen läßt, um ihm dann eins überzubraten - no way.....

  • Nochwas, kann nimmer editieren: wenn ich den Hund mittels Stupsen auf mich konzentriert kriege, dann hat er noch lang keinen Tunnelblick.

    Und wenn ich mehr brauch, dann siehe oben, hab ich zu lang gewartet....

    Meine Hunde schnüffeln sich auch mal fest - entweder kriegen die dann ein verbales Stupsen (Räuspern oder so), oder ich geh hin und tippe denjenigen mit dem Finger an, und lobe dann umgehend, wenn ich angeguckt werde und gebe das Kommando, das ich eigentlich ausgeführt haben möchte. Allerdings hab ich keine Hunde, die davon erschrecken, wenn ich sie anfasse *gg Die gucken nur "Häh - wer stört?" mit Fragezeichen im Auge....

  • Wenn der Hund schon den Tunnelblick hat, dann hat der Halter zu spät reagiert. Punkt!

    Mit welch Überzeugung solch falsche Aussagen getroffen werden...
    Das man als Halter IMMER rechtzeitig reagiert ist schlicht unmöglich.


    oder ich geh hin und tippe denjenigen mit dem Finger an

    Wo ist der Unterschied zum anstubsen? Gar keiner, es ist nämlich 1:1 dasselbe. Ob ich jetzt tippen oder stubsen sage...

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