Verschiedene Fragen / Wie soll ich mich Verhalten

  • Hallöle,
    Labrador, 8 Monate

    1. Ich rufe unseren Hund immer mit "Hier" aus dem Spiel mit anderen Hunden. Als Belohnung spiele ich dann auch mit ihm. Wenn er gerade nichts so spannendes macht, hab ich überlegt, ihn mit "Komm her" zu rufen (Belohnung meist leckerlie). Da reagiert er einfach überhaupt nicht drauf. Auf "Hier" schon. Also ist "Hier" bei uns so etwas wie das superwort.
    Soll ich das nun auch bei kleineren Dingen benutzen? Ich hab Angst, dass sich das dann abnutzt und er früher oder später gar nicht mehr kommt. Wie macht ihr das?

    2. Wenn er zu Hause mit seinem Spielzeug spielt, wirft er es manchmal hin und her, sodass es in für ihn unerreichbare Ecken fliegt. Dann bellt er es wie verrückt an. Wie soll ich mich verhalten? Ignorieren?

    3. Wenn er sich draussen wo festschnuppert, versteck ich mich hin und wieder. Wenn er mich dann sucht und ich mein Versteck preisgebe, soll ich mich dann über ihn freuen oder lässig und normal einfach weitergehen?

    4. Sehr selten, aber hin und wieder, bellt er durchs Fenster von drinnen plötzlich Gegenstände an. Es Macht den Eindruck, als seien sie ihm nich ganz geheuer. Wie soll ich mich verhalten? So einen Vogel auf der Baumkrone kann ich ihm ja schlecht zeigen.

  • Hi.

    Ich versuche mich mal an deinen Fragen ;)

    1. Ein "Superwort" muss auch mit einer super Belohnung belohnt werden und wird eben nur in den seltensten Fällen benutzt (beim Jagen, seeehr starker Ablenkung usw). Ich würde einen komplett neuen Super-Abruf trainieren, sofern du ihn brauchst. Vielleicht dann sogar mit Pfeife. Meine Hunde kennen zwei Dinge "Komm" als stinknormalen Abruf. Dafür gibts ein Lob und Leckerlis. Und es gibt den Pfiff. Der wird nur sehr selten benutzt und riesig belohnt (zB mit Katzenfutterschälchen, Hähnchenbrust etc). Also wenn du es trainieren willst, würde ich eher das "Komm her" als Superwort trainieren und den jetzigen, funktionierenden Abruf als normalen Abruf beibehalten. Der scheint ja gut zu funktionieren.

    2. Warum holst du ihm das Spielie nicht da raus? Ich mache das bei meinen so. Meine Hündin wirft ihren Kram auch ab und zu an die unmöglichsten Stellen. Wenn sie überhaupt keine Chance hat ranzukommen, helfe ich ihr einfach. Allerdings wäre es ratsam, erst hinzugehen, wenn dein Hund gerade ruhig ist und ihm das Objekt der Begierde auch nur dann zu geben, wenn er nicht bellt. Also garnicht so weit frusten lassen ;).

    3. Natürlich sollst du dich freuen! Wie irre! Dein hund soll ja lernen auf dich zu achten und das sollte dann auch belohnt werden.

    4. Bellt er die Vögel nur an, wenn er im Haus ist? Wenn ja, würde ich es ihm einfach verbieten, Dinge vom Fenster aus zu verbellen. Also gar nicht mehr aus dem Fenster glotzen lassen. Hört sich für mich eher nach Wachverhalten an.

  • Ich halte viel von den wenigen Grundkommandos im Begleithundetraining. Wenn man die drauf hat, bzw. der Hund sie drauf hat, dann ist das schon die halbe Miete - darauf kannst Du ALLES mögliche aufbauen. Aber im Grunde genügen sie eigentlich für den Alltag.

    Das wichtigste ist meiner Meinung nach das: HIER! Ob im Haus oder im Freilauf - es wird immer belohnt. Behalt das bloß bei ... ;-)
    Dazu kommt FUSS, SITZ, PLATZ - das wars eigentlich, bis auf das Freigabewort und das NEIN-Wort. Der Hund darf die Position erst verlassen (!), nachdem Du das Freigabekommando gibst: OK beispielsweise. Klar muss man das üben. Je früher man anfängt, desto besser.

    Wilde Spiele gestatte ich im Haus nicht. Ein Labbi mit mittlerweile fast 40 Kilos würde hier alles umwerfen, abgesehen ist die Unfallgefahr bei Laminat hoch. Er kann knatschen, kauen, usw. PIANO ist in der Bude Pflicht. Seine Quietschies, Bälle usw. kann er mit hochbringen, aber vor dem Hauptwohnbereich lässt er sie fallen und Tür zu.

    Verstecken ist gut ... haben wir von klein auf immer wieder gemacht - Charly entfernt sich mittlerweile nie aus unserer Sichtweite und wiederfinden wird natürlich reichlich belohnt. Am meisten durch unsere riesen Freude!

    Melden darf er - also etwas anbellen. Meist vom Balkon aus. Ich geh dann raus, guck mir das an und beruhige ihn mit ALLES GUT. Bellt er weiter, gibts ein NEIN! (das zweitwichtigste Wort meiner Meinung nach - vielseitig anwendbar, bei ALLEM was er zu lassen hat, selbst wenn er auf die falsche Seite des Weges im Freilauf unterwegs ist oder irgendeinen Mist fressen will usw.)

  • 1. Warum Leckerli als Belohnung?
    Ich würde "komm her" anders belohnen. Und nicht hören, sollte unangenehm sein. Wenn mein Hund nicht hört, ändere ich meinen Ton. Dann weiß sie: "Oje, Frauchen wird sauer, ich höre besser mal."

    2. Hehe, ich nutze solche Situationen, um den Retter der verlorenen Beute zu spielen. :D
    Was soll der Hund denken, wenn man den Verlust des kostbaren Teils einfach ignoriert? "Frauchen hat es auch nicht drauf." :D

    3. Ich kann gar nicht anders, als mich zu freuen. :D

    4. Das scheint auch Beute zu sein.

  • Zitat


    Das wichtigste ist meiner Meinung nach das: HIER!

    Auf jeden Fall.

    Zitat


    Dazu kommt FUSS, SITZ, PLATZ -


    Was hast du von Sitz und Platz? Bringt mir gar nichts.
    "Nein" ist wichtig, vielleicht noch "Bleib" und die "Lenk-Kommandos", mit denen man den Hund anhalten, nach links, nach recht, nach vorne dirigieren kann.

  • Was hast du von Sitz und Platz? Bringt mir gar nichts.

    Wir schon - sind viel unterwegs mit dem Hund - auch ohne Leine. Und er hat dort sitzen oder liegen zu bleiben, wo wir es ihm sagen. Ein "Bleib" gibt es nicht. Er hat nicht aufzustehen, bis zur Freigabe. Natürlich muss man das lange üben (tun wir immer noch), da wir die Begleithundeprüfung im Auge hatten, ist das auch Pflicht, dass der Hund das auch unter Ablenkung kann.

    Ich finds recht praktisch und hätten wir nur früher damit angefangen und uns nicht mit dem üblichen Junghunde-Hundeschulen-Gehample aufgehalten.

  • Und ich versuche immer zu vermeiden, dass sich meine Hündin draußen irgendwo hinsetzt oder hinlegt. :-)

    Es geht ja nicht nur um draußen ... wir gehen in Lokale, sind zu Besuch irgendwo, mein Mann nimmt Charly regelmäßig mit zur Arbeit - meist leinenlos. Wenn die Kommandos sitzen kann er überall hin mit, ohne Stress für ihn und für uns und vor allem für die Mitmenschen .... ;-)

    Und Sitzen oder Liegen bleiben, wenn sich andere Menschen oder Hunde auf den leinenlosen Gassigängen nähern - ist auch Gold wert. Für einen Labbi, der am liebsten in alles reinrennt, was Spaß verspricht.

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