Labrador Retriever... kein Apportiertraining?

  • Zitat


    :???: :mute: :schockiert:

    Das ist wirklich wahr, die Frau meinte " so hat die Züchterin den Welpen (der übrigens sehr dick war) gefüttert und der Trainer meinte auch, junge Hunde brauchen viel Energie und ich soll noch ein paar Wochen den Maisbrei geben"

  • Retriever sind für`s Apportieren gezüchtet; natürlich kann und soll man mit ihnen Apportiertraining machen. Hat sie denn wirklich gemeint, dass Ihr das generell nicht machen soll?

    Das hier...

    Zitat

    sie meinte, wir sollen bloß kein apportiertraining mit ihm machen! es würde ihn zu sehr stressen...

    ... ist nämlich schon möglich. Es gibt genug Retriever, die zwar für ihr Leben gern apportieren, aber gleichzeitig einfach nicht genug innere Ruhe haben, um den Trieb von sich aus mit klarem Kopf auszuleben. Darauf muss man dann in der Ausbildung Rücksicht nehmen; das ist auch für den Alltag wichtig. Man kann gerade junge Retriever - und mit 5 Monaten ist er ja noch sehr jung - über Gebühr stressen, wenn man sie zu viel und/oder ohne die nötige Ruhe apportieren lässt. Das ist natürlich züchterisch sehr bedauerlich und sollte keineswegs Zuchtziel sein, aber nun mal leider mittlerweile eine Tatsache.

    Auf jeden Fall würde ich nur bei Trainern trainieren, die mir zusagen und wenn es nicht stimmt, dann wechselt man eben.

    Viele Grüße
    Schnuffeltuchler

  • Ich verstehe den Ansatz nicht ganz.
    Nonverbal als Servicehund ist ja o.k., kann Vorteile haben.
    Das er nicht mit anderen Hunden spielen soll, ist im Hinblick auf eine Ausbildung als Servicehund auch noch nachvollziehbar, weil gerade Labbis da enorm problematisch werden können.
    Aber ein Apportierverbot? Halte ich für Blödsinnig, weil er ja lernen soll, das jagen (Ersatz=dummyarbeit) nur mit dem Menschen als Team erfolgreich ist und er nicht gleich jedem Bewegungsreiz nachrennt. Apportieren ist auch gleichzeitig Training der Impulskontrolle des Hundes. Klar, wenn er einen Job als Servicehund übernehmen soll, könnte gleichzeitiges Apportiertrainig zu viel Arbeit für ihn sein und ihn überfordern. Aber ich hatte es so verstanden, das die Trainerin das nur aufs Jagdverhalten bezog, oder?
    Außerdem bin ich generell immer etwas skeptisch bei Trainern, die immer noch Hund-Wolf -Vergleiche ziehen, wenn es um Ausbildung/Erziehung geht.

  • Das klingt für mich nicht gut und ich bin auch der Meinung, dass Du auf Dein Bauchgefühl hören solltest.

    Ich hatte mal eine Trainerin da, die nach Naturel-Dogman-Ship gearbeitet hat. Mir wurde auferlegt den Hund nicht alleine und nur mit Leine in den Garten zu lassen, nur noch zum lösen und arbeiten raus zu gehen (keine Spaziergänge!) und sonstige Lustigkeiten... Ähm... nun ja... ich habe nach dem ersten Termin dann auf eine weitere Zusammenarbeit verzichtet. Deswegen hab ich doch keinen Hund bei mir ...

    Was mir jedoch kürzlich zu denken gab, war die Aussage einer Trainerin die ich übernächstes WE für ein Anti-Jagd-Seminar gebucht habe, dass Mantrailing z.B. den Jagd-Trieb fördern kann. Ich habe das Trailen absichtlich zum Umleiten des Triebs gewählt (geändert hat es nichts). Sie meinte, dass der Hund nicht unterscheiden könne warum er einmal eine Spur verfolgen soll und beim Wild-Stöbern nicht. Das macht für mich schon Sinn. Sie arbeitet ausdrücklich mit Apportier-Arbeit, alledings auch mit Impulskontrolle, sprich nicht einfach losspurten nach dem Werfen, sondern der Hund bleibt im Platz bis er geschickt wird.

  • Zitat

    Sie meinte, dass der Hund nicht unterscheiden könne warum er einmal eine Spur verfolgen soll und beim Wild-Stöbern nicht.

    Wie hat sie das denn begründet? Jagdhunde unterscheiden das ständig. Die rennen schließlich nicht alle durch den Wald und stöbern munter sondern arbeiten z.B. in der Schleppen- und Schweißarbeit auf Befehl. Mein Rüde weiß ganz genau, wie so eine Schleppe zu arbeiten ist und macht das auch mit Hingabe, aber deshalb arbeitet er im Freilauf doch noch keine Rehwildfährten aus (obwohl er auch die ganz genau erkennt :D ).

    Ich finde solche Aussagen sehr merkwürdig.

    Viele Grüße
    Schnuffeltuchler

  • Zitat

    Wie hat sie das denn begründet? Jagdhunde unterscheiden das ständig. Die rennen schließlich nicht alle durch den Wald und stöbern munter sondern arbeiten z.B. in der Schleppen- und Schweißarbeit auf Befehl. Mein Rüde weiß ganz genau, wie so eine Schleppe zu arbeiten ist und macht das auch mit Hingabe, aber deshalb arbeitet er im Freilauf doch noch keine Rehwildfährten aus (obwohl er auch die ganz genau erkennt :D ).

    Ich finde solche Aussagen sehr merkwürdig.

    Viele Grüße
    Schnuffeltuchler

    Wir hatten telefoniert um das Anti-Jagdseminar klar zu machen und haben etwas über bisherige Bemühungen geplauscht. In diesem Zusammenhang fiel diese Aussage, untermalt mit Bildern vom vor Freude quietschenden Frauchen und Super-Lecker vom "Opfer" bei erfolgreicher Suche. Ich werde mir das Wochenendseminar anschauen und kann danach sicher mehr sagen. Sie ist selbst Jägerin und bildet auch Jagdhunde aus. Darauf baut ihr Training auf. Ich bin wirklich sehr gespannt darauf. Ein Bericht folgt sicher in einem eigenen Beitrag.

  • Zitat

    ......wir sollen bloß kein apportiertraining mit ihm machen! es würde ihn zu sehr stressen...

    ...... weil es wölfe aus verschiedenen rudeln in freier wildbahn ja auch nicht machen.....

    Aus meiner Sicht vollkommener Schwachsinn, was die da verzapfen. Das ist wieder so ne spezielle Schule nach irgendeinem Herrn/Frau xy, die das allein glückseligmachende Rezept für die Hundeerziehung gefunden zu haben glauben und dafür en eigene Philosophie erfinden. Gemäß dem weit verbreiteten Motto "Lerntheorie, was ist das..."

    Grundsätzlich: Man sollte auch mit nem Jagdhund nicht jagen gehen, weil der dann in Streß gerät?? *hust........ Ich glaube, das Beispiel erklärt zur Genüge, was ich von diesem Gedankengang halte. Mein Bossi als Jagdhund ist NUR dann daheim und unterwegs entspannt und streßfrei, wenn er seinen Jagdtrieb (kontrolliert!) ausleben durfte. Das erfolgt bei uns über Mantrailing, kann bei jedem Hund was Anderes sein: Suchspiele, Fährten, Hüten - oder eben Apportieren. Du hättest wahrscheinlich eh Schwierigkeiten, nen Retriever vom Apportieren abzuhalten, das wäre wahrscheinlich so, als würdest Du versuchen, nicht mehr aufs Klo zu gehen :headbash: Das geht einfach net..... *gg

    Ansonsten: natürlich spielen Hunde in freier Wildbahn. Vielleicht nicht so wie Menschen, zum Spaß und Zeitvertreib, sondern, um ihre Fähigkeiten für´s Überleben zu trainieren. Sozusagen spielerisches Üben. Ja - Hunde "spielen" vielleicht nicht, nicht in unserem Sinne. Aber sie kämpfen z.B. trotzdem miteinander herum ohne ernsthaft böse Absichten, um ihre Fähigkeiten zu erwerben oder zu verfeinern - bei Menschen bezeichnet man das halt als "spielen", aber der Zweck dahinter ist ein ganz anderer. Der Hund und besonders der Welpe spielt, weil er Lust dazu hat - wie der Mensch halt auch - aber es dient (im Gegensatz zum degenerierten Menschen heute) einem bestimmten Zweck. Früher war´s wohl beim Menschen genauso - hätten die Kinder nicht geübt, auf nen Baum zu klettern, hätten sie später wohl kaum die Kraft gehabt, Obst vom Baum holen zu können oder so *gg (so zu Zeiten der Sammler und Jäger gab´s ja noch keine Leitern *gg)

    Laß Deinen offenbar sehr gesunden Menschenverstand sprechen und diese Leute sich mit ihren Ideen selbst beschäftigen - aber bloß net Deinen Hund ruinieren mit sowas!

  • Zitat

    .....meine mom ist durch eine krankheit in den letzten jahren immer immobiler geworden, kann sich schlecht bücken, etc......

    Anmerkung: wie stellt Ihr Euch vor, wenn Deine Mom noch unbeweglicher wird, den Hund über Körpersprache zu führen?? Da brauchts doch GERADE verbale Signale, wenn jemand körperlich in der Bewegung eingeschränkt ist!

  • Zitat

    .......da die trainerin als servicehundtrainerin eingetragen ist, dachten wir, wir wenden und am besten an sie...

    Naja - nur weil TRAINERIN draufsteht, ist noch nicht unbedingt auf Trainerin drin..... *gg Um das mal mit nem passenden Werbespruch auszudrücken.

  • Zitat

    Ich werde mir das Wochenendseminar anschauen und kann danach sicher mehr sagen. Sie ist selbst Jägerin und bildet auch Jagdhunde aus. Darauf baut ihr Training auf. Ich bin wirklich sehr gespannt darauf. Ein Bericht folgt sicher in einem eigenen Beitrag.

    Super, da bin ich gespannt - und ich wünsche natürlich frohes Gelingen und viel Vergnügen!

    Viele Grüße
    Schnuffeltuchler

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