Welpenknurren! Muss ich mich sorgen?

  • Hallo zusammen,
    ich habe viel recherchiert, habe mir viel angehört und angesehen und doch bin ich sehr verunsichert. Unser French Bully Welpe Emma (fast 4 Monate) knurrt bei der Begegnung mit anderen Hunden. Für mich zeigt das Unsicherheit. Im Familienumfeld wächst sie mit einer französischen Schäferhündin auf, einer Berner Sennenhündin und einem Schäferhundmix (Rüde). Zu Beginn hat sie auch dort geknurrt, bis sie eben das nötige Vertrauen gefunden hatte. Mittlerweile freut sie sich riesig, mittags mit dem Sennenhund gemeinsam spielen zu gehen. Sie läuft auch ca einmal in der Woche mit einem "Rudel" von 4 franz. Schäferhunden mit. Alles ohne Gezicke.
    Wenn wir jedoch ganz normal Gassigehen, ohne weitere Hundebegleitung, knurrt sie vorbeikommende Hunde an. In der Welpenschule haben wir gelernt, man solle sich beschützend runterbeugen, so dass sie einen Schutzpunkt hat, aber das Knurren maßregeln, dh. ihr einen Stubs gegen die Brust geben. Andere sagen, man solle sie ablenken, mit einem Spielzeug, Leckerli und an dem anderen Hund vorbei und sie dann loben.
    Unsere kleine Madame hat einen ziemlichen Dickkopf und gibt sich nicht immer sofort. Ich will das Knurren keinesfalls unterstützen, andererseits aber auch akzeptieren, dass sie " in Ruhe gelassen" werden möchte, was sie meiner Meinung nach mit dem Knurren versucht zu signalisieren.
    Gestern bei einer Hundebegegnung meinte dann eine Dame mit ihren zwei Hunden, in dem Alter dürfte sie nicht knurren, sie müsse Umgang mit anderen Hunden lernen...das hat mich geärgert und verunsichert. Emma ist ein ganz lieber und verspielter Welpe, der aber schüchtern bei anderen Hunden reagiert, aber sobald sie den Hund kennt, spielt sie auch. Auch in der Welpenschule hat sie 2 Treffen gebraucht, bis sie anfing zu spielen.
    Wie würdet ihr mit der Situation umgehen? Was hat bei euch geholfen? Nur weil Bullys einen entspannten, freundlichen und charmanten Ruf haben, darf der Hund doch auch mal knurren, wenn ihm was komisch vorkommt, oder?
    Wie man sicherlich merkt, hat mich die Begegnung mit der Dame doch auch irgendwie unentspannt gemacht. Ich gehöre zu den Menschen, die sich gleich den Schuh anziehen.
    Lieben Gruß und schon einmal Danke für eure Meinungen zu diesem Thema.

  • Hallo,

    Zitat

    In der Welpenschule haben wir gelernt, man solle sich beschützend runterbeugen, so dass sie einen Schutzpunkt hat, aber das Knurren maßregeln, dh. ihr einen Stubs gegen die Brust geben.

    Du merkst, dass das nicht zusammenpasst, oder? Du verunsicherst sie nur noch mehr damit. Andere Hunde werden noch unangenehmer.

    Ich würde deiner Hündin zeigen, dass andere Hunde nicht doof sind. Das heißt, so lange wie möglich in der Wohlfühldistanz bleiben und das ruhige Verhalten bestätigen.
    Ein Clicker oder Markerwort kann hier eine große Hilfe sein - kennst du das Prinzip?

    Hier mal ein paar hilfreiche Links:

    http://markertraining.de/der-unsichere-hund/

    http://markertraining.de/zeigen-und-ben…ion-verbessert/

    Grüße
    Sadako

  • Würde wie oben schon geschrieben , es deinen Hund auch eher Schmackhaft machen wenn dir jemand anderes begegnet . Kommt ja öfters vor & sie soll ja nicht jede Begegnung mit etwas schlechten verbinden . Spielen und Ablenkung wäre wahrscheinlich eine der Möglichkeiten :smile: .

  • Ich würde sie nicht ablenken, sondern ihr die Erfahrung ermöglichen, dass ich für sie da bin, dass Hundebegegnungen normal sind, sie aber nicht zwingend Kontakt haben muss. Am besten geht das mit ruhigen Hunden, die sie ignorieren und nicht bedrängen. Da kann sie lernen, dass andere keine Gefahr darstellen.
    Bedrängen durch andere würde ich unterbinden. So kann sie lernen, dass der Mensch für sie die Situationen regelt.

  • Zitat

    Ja, auch mir gefällt das nicht und habe auch schon gemerkt, dass sie das nur bestätigt, das BESTÄTIGT sie nicht, es verunsichert sie! Und das "anstubsten" (CM lässt grüssen....) ist eine nach Hundeart ziemlich grobe Massregelung! deshalb danke für den Markertipp. Gehört habe ich davon schon.


    Dein Gefühl, sie solle doch melden müssen, wenn es ihr nicht wohl ist, ist genau richtig! Stell Dir mal vor, wie riesengross die meisten fremden Hunde für Deine Emma sind und wie mulmig das Gefühl, bis sie sicher weiss, dass der Koloss sie nicht platt macht! Da soll und darf sie ihre Wohlfühldistanz einfordern! Und dann ist es Deine Aufgabe, darauf zu achten, dass diese Distanz vom anderen Hund eingehalten wird, wenn nötig, indem Du Dich zusammen mit Emma etwas entfernst. Du bist ihre Vertrauens- und Sicherheitsbasis, nicht der "Boss, Chef, Rudelführer" oder ähnlich doofes! Also zeig ihr, dass Du dafür sorgst, dass es ihr gut geht und dass Du ihre Unsicherheit bei Fremdbegegnungen respektierst! So wird sie mit der Zeit immer weniger Stress bei Begegnungen haben und immer suveräner an fremden Hunden vorbei gehen können, weil sie aus Erfahrung lernt, dass Du dafür sorgst, dass nichts schlimmes passiert!

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